Die Anfänge der Gewerkschaft der Polizei des Saarlandes (GdP Saar) sind das Thema des Vortrags von Ines Heisig. Die Historikerin arbeitet die Anpassungskonflikte der Nachkriegspolizei in dieser von mehreren Umbrüchen gekennzeichneten Phase heraus und betrachtet dabei die politische Säuberung, die teils katastrophalen Verhältnisse hinsichtlich Ausstattung, Infrastruktur und Arbeitsbedingungen sowie den Aufbau der 1951 gegründeten, aber politisch ungewollten Interessensvertretung VSP (Vereinigung saarländischer Polizeibeamter). Trotz ausgesprochen starkem Rückhalt in der Polizei konnte sich aus Sicht des Vorstandes die Vereinigung erst nach dem Abstimmungskampf im Saarland 1955 positiv entwickeln. Sie nannte sich 1956 in „Vereinigung Deutscher Polizeibeamter an der Saar“ (VDSP) um und schloss sich schließlich 1957 der Bundes-GdP an. Damit setzte ein tiefgreifender Wandel von einer reinen Berufsvertretung hin zu einer modernen Gewerkschaft ein.
Dr. Ines Heisig ist Referentin im Dokumentationszentrum der Arbeitskammer und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Historisch orientierte Kulturwissenschaften an der Universität des Saarlandes. Als Historikerin und Kulturwissenschaftlerin arbeitet und lehrt sie interdisziplinär zu sozial- und kulturhistorischen Themen sowie im Bereich der Public History. 2022 erschien ihr Buch „Protest im Uniform – 70 Jahre Gewerkschaft der Polizei im Saarland“. Aktuell arbeitet sie an einem Forschungsprojekt zu den Ford-Werken in Saarlouis.
Einen Link zum Livestream finden Sie unter: https://landesgeschichte-saar.de/stream/
26.02.2026 | 18:00 Uhr | Historisches Museum Saar (Schlossplatz 15 | 66119 Saarbrücken)
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Staatskanzlei des Saarlandes, dem Historischen Museum Saar und der Universität des Saarlandes statt.