Veranstaltungen

Kultur WEITER studieren

Online-Mastermesse der Fächer Kulturanthropologie/Empirische Kulturwissenschaft/Europäische Ethnologie

Du möchtest in deinem Master unser Fach vertiefen und fragst dich, wie und wo soll es nach dem Bachelor in Kulturwissenschaften weitergehen? Welcher Masterstudiengang passt zu mir und meinen Interessen? Diese und viele weitere Fragen sollen bei der zweiten Online-Mastermesse von kulturstudieren, einer Initiative des Ständigen Ausschusses für Studium und Lehre der Deutschen Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft, beantwortet werden. Über Breakout-Sessions kannst du digital unterschiedliche Standorte besuchen, mit Ansprechpersonen Vorort ins Gespräch kommen und vielleicht sogar zukünftige Kommiliton*innen kennenlernen.

Die Veranstaltung soll am 29. April von 18:15 bis 19:45 Uhr stattfinden. Eine Übersicht aller Masterstudiengänge der Fächer Kulturanthropologie/Empirische Kulturwissenschaft/Europäische Ethnologie im deutschsprachigen Raum findest du hier.

Die Messe findet über Zoom statt, hier kannst du dich direkt einwählen…

Meeting-ID: 693 0959 7833
Passcode: Meeting26

 

 

Zwischen Feld und Text

Schreib- und Deutungswerkstatt zu Räumen, Emotionen und ethnografischer Praxis

Auf der Grundlage von historisch-archivalischen Quellen und ethnografischem Material sollen im Rahmen der Werkstatt exemplarische Forschungsfelder, Forschungsdesigns und Publikationsprojekte vorgestellt werden, die im Fachkontext
Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie/Empirische Kulturwissenschaft gerade in Bearbeitung sind. Der Fokus richtet sich auf das Perspektivieren, das Schreiben und das analytische Verstehen als Modus der ethnografischen Wissensproduktion. 

Die thematischen Schwerpunkte des Werkstattformats liegen auf alltäglichen Erfahrungs-, Wissens-, Handlungs- und Imaginationsräumen. Die Verknüpfung von raumtheoretischen Zugängen mit Ansätzen der Emotions- und Affektforschung offenbart Wechselwirkungen und Beziehungen zwischen Menschen, Institutionen, Dingen, Räumen, Architekturen, Atmosphären und Infrastrukturen. Man denke an Ängste und Vorstellungen von (Un-)Sicherheit, Kriminalität und Gewalt bei Nacht; Wut oder Solidarität bei öffentlichen Protesten und Aktivismen; Zugehörigkeiten in Bezug auf Erinnerungskultur und Museumspraxis; Liebe, Zuneigung und Nähe in Paarbeziehungen und städtischen Lebensformen; Freude, Glück oder Nostalgie in urbanen Vergnügungs- und Erfahrungskontexten, aber auch Verzweiflung und Geborgenheit bei Fragen des Wohnens und des Aufhaltens; Trauer in Bezug auf Gedenkstätten und Friedhöfe oder gar religiöse Dimensionen der Raumproduktion und -konstruktion. 

Es sind keine ‚klassischen‘ Vorträge geplant, sondern Material-Sitzungen zu Raumgefühlen und Gefühlsräumen mit kontextualisierenden Erläuterungen zu Projekt, Forschungsdesign und theoretisch-konzeptionellem Hintergrund. Im Mittelpunkt stehen ausgewählte Quellen, ihre Bearbeitung, Deutung und schriftliche Einbettung. Es soll um Überraschungen und Irritationen im analytisch-auswertenden und schreibend-vermittelnden Umgang mit Materialien und daran anschließend um Fragen nach dem Verhältnis von Forscher:in und Feld sowie Theorie und Empirie gehen.  

Mitgebracht werden können ethnografische Vignetten, Auszüge aus Feldtagebüchern, Mappings, Fotografien und Interviewausschnitte sowie die Bandbreite an historisch archivalischen Quellen. Neben der Diskussion von Material und Methoden wird es ebenso Raum geben, über grundlegende Ansätze und Konzepte wie „Dichte Beschreibung“, „Writing Culture“ (Repräsentationsfragen; methodologische/methodische Transformationen), Forschungsethiken, kollaboratives Arbeiten und Verknüpfungsmöglichkeiten historischer und gegenwartsorientierter Forschungszugänge zu sprechen.
 
Wie kann ich mitmachen?
Die Werkstatt findet am Freitag, 12. Juni 2026 (ab 10:00 Uhr) und Samstag, 13. Juni 2026 (bis 15:00 Uhr) auf dem Campus der
Universität des Saarlandes in Saarbrücken statt. Die Veranstaltung ist als intensiver zweitägiger Austausch geplant. Erwartet
werden empirisch und/oder historisch archivalisch basierte Forschungsprojekte,. Es wird darum gebeten, an beiden Tagen
anwesend zu sein, damit sich ein gemeinsamer Arbeitsprozess entwickeln kann. Die Veranstaltung richtet sich an
Forscher:innen in allen Stufen. Auch englischsprachige Beiträge sind willkommen.

Bitte schickt ein kurzes Abstract zu euren Forschungsprojekten sowie eine kurze biografische Notiz bis zum 15.05.2026
an leonie.mueller(at)uni-saarland.de. Bitte teilt mit, sollte ein Finanzierungsbedarf bestehen. Die Rückmeldung erfolgt bis
zum 20.05.2026.
Wir freuen uns auf einen kollegialen Austausch und eine produktive Zeit!

 

 

Sommersemester 2026

Vorlesung: Diskurse, Erinnerungen und Medien einer postmigrantischen Gesellschaft. Zur Bedeutung von Vielheit in Deutschland

Jun.-Prof. Dr. Simone Egger

Mi. 10:15 bis 11:45

Die europäische Geschichte ist von Migrationsbewegungen geprägt. Im 20. und 21. Jahrhundert war lange Zeit die Auswanderung in die USA eine zentrale Angelegenheit. In Irland und Italien, Österreich-Ungarn und dem Deutschen Kaiserreich machten sich Menschen auf den Weg und verließen ihre Heimat aus wirtschaftlicher Not, um vor allem in Nordamerika auf ein gutes Auskommen und den sozialen Aufstieg der Familie zu hoffen. Seit den 1950er Jahren hat die Bundesrepublik Deutschland Abkommen mit Staaten wie Italien und der Türkei getroffen, um Arbeitskräfte anzuwerben. Diese ungeheure Dynamik ist in der Gegenwart kaum Gegenstand deutscher oder europäischer Erinnerungskultur, ebenso wenig wird die Vielheit der Bevölkerung, die durch Zuwanderung zustande gekommen ist, thematisiert. Eine gemeinsame, transnationale Geschichte kommt auch im kommunikativen Gedächtnis der postmigrantischen Gesellschaft nur am Rande zur Sprache.

Insbesondere politische Akteur:innen der Zeit erkennen Deutschland und andere europäische Staaten nicht als Einwanderungsländer an, von Problemen mit dem #stadtbild ist in der konservativen deutschen Mitte die Rede, während rechte Gruppierungen unter dem Stichwort „Re:Migration“ unverhohlen ethnische Säuberungen durch den Staat verlangen. Die Problematisierung des Diskurses entspricht der Polarisierung der flüchtigen Moderne. Immer wieder kommt es zu Anschlägen und Übergriffen auf Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrungen.

Analog wurden und werden im Diskurs vermehrt Stimmen laut, die Diversität als gelebten Alltag thematisieren. Formen von Empowerment lassen sich vielfach im popkulturellen Kontext beobachten, wie in der Gegenwart zum Beispiel eine Vielzahl von Comedians mit Flucht- oder Migrationserfahrung auf analogen Bühnen wie auch im Netz zeigen. Insbesondere Hiphop galt und gilt als Medium, um über die eigene, mehrheimische Position in Deutschland und anderswo zu reflektieren. Von Advanced Chemistrys „Fremd im eigenen Land“ von 1992 bis hin zu Apsilons „Köfte“ von 2022 lässt sich dieser Diskurs um Zugehörigkeit im Rap verfolgen. Vergleichbare Positionen lassen sich auch in der bildenden und der darstellenden Kunst sowie in der Literatur ausmachen.

 Vorlesung: Diskurse, Erinnerungen und Medien einer postmigrantischen Gesellschaft. Zur Bedeutung von Vielheit in Deutschland (20. und 21. Jahrhundert) 

 

Seminar / Hauptseminar: About Heimat. Über Zugehörigkeiten im „Herzen Europas“

Jun.-Prof. Dr. Simone Egger

Di. 16:15 bis 17:45

Seit rund zwei Jahrzehnten erfährt Heimat eine nie da gewesene Konjunktur. Im Rahmen des Seminars spüren wir dem Empfinden von Zugehörigkeit in einer spätmodernen Gesellschaft nach. Das Saarland behauptet von sich selbst, das „Herz Europas” zu sein. Auch andere Regionen beanspruchen diesen Titel für sich. Das gegenwärtige Heimat-Phänomen ist gekennzeichnet durch seine ästhetische wie auch politische Dimension, zwei Qualitäten, die nicht nur im Hinblick auf die Behauptung eines europäischen Herzens fliessend ineineinanderübergehen.

Wir werden uns im Rahmen des Seminars mit wissenschaftlicher Literatur und populären Publikationen befassen, die den Diskurs aufgegriffen und in den vergangenen Jahren zahlreiche Positionen – sei es in Gestalt von Monografien, Sachbüchern, Sammelbänden oder auch biografischen Erinnerungen – hervorgebracht haben. Der Kurs beinhaltet zudem die Möglichkeit, eine Projektarbeit durchzuführen: Wir werden sowohl empirisch als auch historisch archivalisch danach fragen, was Zugehörigkeit in der Region Saar-Lor-Lux ausmachen kann. Diese Erhebung von Materialien ist als eine Art Zeitschnitt zu verstehen, es geht um Befindlichkeiten von Menschen angesichts immenser Transformationen.

Unter dem Motto "About Heimat" nimmt die Projektgruppe am 12. Juni 2026 außerdem am Tag des offenen Campus teil und wird versuchen, bei dieser Gelegenheit mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Im Vorfeld gibt es ganz unterschiedliche Dinge zu tun: Fragen müssen festgelegt, Flyer bestellt und kreative Mitmachaktionen entwickelt werden. Wir brauchen T-Shirts und Banner, ein Logo und Give aways. Daran werden wir gemeinsam arbeiten und das gesammelte Material im Anschluss zusammentragen und analysieren.

Das Seminar knüpft inhaltlich an ein Projekt an, dass 2026 und 2027 von der Europäischen Kulturanthropologie in Kooperation mit der Germanistik (Prof. Dr. Romana Weiershausen) an der UdS durchgeführt wird.

Seminar / Hauptseminar: About Heimat. Über Zugehörigkeiten im „Herzen Europas“

Interdisziplinäres Themenmodul: "Migration und Konstruktionen von Zugehörigkeit in Geschichte und Gegenwart"

Jun.-Prof. Dr. Simone Egger / Dr. Alexander Friedman

Die Termine entnehmen Sie bitte den Einzeleinträgen der beiden Veranstaltungen.

Das Interdisziplinäre Themenmodul ITM "Migration und Konstruktionen von Zugehörigkeit in Geschichte und Gegenwart"

wird veranstaltet von:

  •  Juniorprof. Dr. Simone Egger: "About Heimat. Über Zugehörigkeiten im „Herzen Europas"" (Europäische Kulturanthropologie) und
  • Dr. Alexander Friedman: "Geschichte der Migration in der Bundesrepublik Deutschland, der DDR und im wiedervereinigten Deutschland" (Neuere und Neueste Geschichte)

Die Termine und Räume entnehmen Sie bitte den Einzeleinträgen der beiden Veranstaltungen.

Interdiszipl. Kolloquium: ITM "Migration und Konstruktionen von Zugehörigkeit in Geschichte und Gegenwart" (Europäische Kulturanthropologie und Neuere und Neuester Geschichte“) Universität des Saarlandes

Kolloquium

Jun.-Prof. Dr. Simone Egger

Termine nach Absprache

Das Kolloquium wird als Blockveranstaltung angeboten und für Bachelor- und Masterstudierende geöffnet. 

Termine nach Absprache. Bitte melden Sie sich zusätzlich per E-Mail oder Teams bei Frau Egger an.

Kolloquium: Kolloquium Universität des Saarlandes

Seminar / Übung: Exploring the Feminist City. Theorien, Methoden und urbane Praxen

Leonie Müller M.A.

Do. 12:15 bis 13:45

Städte sind keine neutralen Räume, sondern durch soziale Machtverhältnisse, Geschlechterordnungen und Alltagspraktiken strukturiert. Feministische Stadtforschung fragt danach, wie urbane Räume geplant, genutzt, wahrgenommen und verhandelt werden und welche Formen von Ausschluss, Ungleichheit, aber auch Widerstand und Fürsorge dabei entstehen. Das Seminar führt in zentrale theoretische Ansätze der feministischen Stadt- und Raumforschung ein und verbindet diese mit empirischen Zugängen der Kulturanthropologie. Ein besonderer Fokus liegt auf der Verknüpfung von Theorie und Empirie. Die Teilnehmenden arbeiten mit ethnografisch inspirierten Methoden wie teilnehmender Beobachtung, Stadtspaziergängen, Mapping, kurzen Interviews oder der Analyse urbaner Praktiken und Infrastrukturen. Ziel ist es, die Stadt als Forschungsfeld zu erschließen und feministische Perspektiven im konkreten urbanen Alltag sichtbar zu machen.

Seminar / Übung: Exploring the Feminist City. Theorien, Methoden und urbane Praxen Universität des Saarlandes

Seminar / Übung: Gewalt. Praktiken – Strukturen – Konjunkturen. Exkursion zur 31. Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft und Volkskunde (ÖGEKW) nach Innsbruck Blockseminar: All you need is love? Kulturtheoretische Perspektiven auf intime Beziehungen

Maribel Graf M.A.

Blocktermin 03.07.2026 - 05.07.2026

Zwischen romantischer Idealisierung und kritischer Entzauberung wollen wir Liebe („whatever that means“) in diesem Seminar in ihrer Ambivalenz und Vielschichtigkeit betrachten. Wie lernen und leben Menschen Liebe historisch und gegenwärtig? Inwiefern prägen Vorstellungen von Liebe zwischenmenschliche Beziehungen und Ordnungen? Wie normativ ist Liebe, wem wird sie zugestanden, wem vorenthalten? Und Liebe – was ist das überhaupt?

Aus einer kulturanthropologischen Perspektive nähern wir uns Liebe als sozialer, kultureller, sinnstiftender, konsumgeprägter, politischer und emotionaler Praxis, Diskurs und Ethik. Entlang verschiedener Achsen von Ungleichheiten, Gewalt und Machtverhältnissen fragen wir danach, wie mit und anhand ‚Liebe‘ individuelle sowie gesellschaftliche Normen, Strukturen und Praktiken stabilisiert, (re)produziert und organisiert – und mitunter auch unterlaufen, umgedeutet und transformiert werden.

Das Seminar verbindet theoretische Texte mit empirischen Beispielen aus der Kulturanthropologie und angrenzenden Disziplinen und lädt dazu ein, eine der scheinbar alltäglichsten und gleichzeitig außergewöhnlichsten Erfahrungen des kulturellen Erlebens neu zu befragen.

Blockseminar: All you need is love? Kulturtheoretische Perspektiven auf intime Beziehungen Universität des Saarlandes

Alles Liebe. Beziehungen und Berührungen aus kulturanthropologischer Perspektives

Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Liebe/n“

Leonie Müller wird am 03.02.2026 im Rahmen der Ringvorlesung „Liebe/n. Bilder – Narrative – Praktiken“ der Fachrichtung Kunst- und Kulturwissenschaft über „Alles Liebe. Beziehungen und Berührungen aus kulturanthropologischer Perspektive“ sprechen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Liebe im Alltag als Praxis in Routinen, Gesten, Worten und insbesondere in Berührungen gelebt wird. Ausgehend von praxistheoretischen und emotionsanthropologischen Ansätzen werden Berührungen als ambivalente Emotionspraktiken diskutiert, die Fürsorge und Zugehörigkeit erzeugen, aber auch Grenzen markieren oder verletzen können. Anhand explorativen empirischen Materials zeigt der Vortrag, wie Liebe, Nähe, Distanz und Zugehörigkeit in unterschiedlichen Beziehungskontexten immer wieder neu ausgehandelt werden. Die Veranstaltung findet im Filmhaus in der Mainzer Straße 8, 66111 Saarbrücken statt und beginnt um 18.30 Uhr. 

 

 

Über eine Liebe am Ende des langen 19. Jahrhunderts

Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Liebe/n“ von Jun.-Prof. Dr. Simone Egger

Jun.-Prof. Dr. Simone Egger wird heute Abend im Rahmen der Ringvorlesung „Liebe/n“ der Fachrichtung Kunst- und Kulturwissenschaft über ihr Habilitationsprojekt sprechen. Der Titel lautet „Eine transnationale Liebe in Zeiten des Krieges. Historisch anthropologische Gedanken zu einem Europa der Beziehungen und anderen Motiven“. Die Veranstaltung findet im Filmhaus in der Mainzer Straße 8, 66111 Saarbrücken statt und beginnt um 18.30 Uhr.

Eine transnationale Beziehung zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist aus heutiger Sicht im Wesentlichen kein Gegenstand kollektiven Erinnerns und kommt weder im kulturellen Gedächtnis der Stadtgesellschaft noch im nationalen oder supranationalen Kontext tradierter Ereignisse, die den Alltag betreffen, vor. „Der im kulturellen Gedächtnis gepflegte Wissensvorrat ist gekennzeichnet durch eine scharfe Grenze, die das Zugehörige vom Nichtzugehörigen, d. h. das Eigene vom Fremden trennt“, wie der Kulturwissenschaftler Jan Assmann mit Blick auf die Identitätskonkretheit oder Gruppenbezogenheit des kulturellen Gedächtnisses erläutert, das nicht zuletzt auch der Horizontbildung einer Gesellschaft dient (1988: 13). Eine romantische Liebe ist vielleicht am ehesten etwas, das dem Modus des Archivs, wie Jan Assmann es formuliert, und/oder „als der von einer jeweiligen Gegenwart aus aktualisierte und perspektivierte Bestand an objektiviertem Sinn“ (ebd.) rekonstruktiv dem Modus der Aktualität entspricht, und doch handelt es sich dabei gerade um die Praxis, die dem Alltag der Vergangenheit am wenigsten entspricht.

Ebenso wenig vertraut und damit in das kulturelle Gedächtnis übergegangen, ist der Umstand, dass in der ausführlich beschriebenen Konstellation „von gestern“ eine Frau diejenige ist, die sich mit ihren fluiden Zugehörigkeiten zwischen durchaus differierenden Lebenswelten bewegen muss, während ihr Verlobter und später Mann, die längste Zeit in der angestammten Region verblieben ist. Als sozialer Aufsteiger in der sich konstituierenden Großstadt durchläuft er gleichwohl eine vertikale Bewegung, die sich auf dem Stadtplan von München unmittelbar nachvollziehen lässt. Die Geschichte von Aspasia Schönwald aufzuzeigen und festzuschreiben, soll zu einem Selbstbild beitragen, das mit Blick in die Vergangenheit, aber vor allem auch in die Zukunft vielstimmiger erinnert werden kann und muss.

 

 

Liebe/n. Bilder - Narrative - Praktiken"

Interdisziplinäre Film- und Vortragsreihe der Fachrichtung Kunst- und Kulturwissenschaften

Im Wintersemester 2025/26 lädt die Kulturanthropologie gemeinsam mit  der Fachrichtung Kunst- und Kulturwissenschaften an ausgewählten Dienstagabenden zur Film- und Vortragsreihe „Liebe/n. Bilder – Narrative – Praktiken“ ein. In Kooperation mit dem Filmhaus Saarbrücken werfen wir einen interdisziplinären Blick auf ein essenzielles Thema – aus kunsthistorischer, kulturanthropologischer und medienkulturwissenschaftlicher Perspektive. 

Es geht um das Empfinden, um die soziale Bedingtheit eines Gefühls und seine gesellschaftliche Dimension, um kulturelle Konstellationen im Wandel, um Transformationen, um Subjektivierung, ästhetische Ausdrucksformen und Figurationen, um Widersprüche, Berührungen, Beziehungen und Bezüge, Medien, Sehnsüchte und rationale Aspekte von Emotionalität. 

Der Diskurs findet im Wechsel mit einer Filmreihe statt, bei der  Kunst, Liebe und ihre filmische Inszenierung im Mittelpunkt stehen. Alle Veranstaltungen finden im Filmhaus Saarbrücken statt. 

 

Programm 

Liebe/n im Diskurs 

21.10.2025 | 18:30 Uhr L'amour faux. Zur Figur des “Liebestölpels” (m/w/d) im Medienvergleich, Jonas Nesselhauf (Saarbrücken) 

28.10.2025 | 18:30 Uhr Ephemeral Love. Medien (und Störungen) romantischer Anbahnung, Fabian Ebeling (Eichstätt) 

02.12.2025 | 18:30 Uhr “Qui a deux femmes perd son âme, qui a deux maisons perd sa raison" - Liebe und Architektur in den Filmen von Éric Rohmer, Bernd Mohnhaupt (Saarbrücken) 

09.12.2025 | 18:30 Uhr Eine transnationale Liebe in Zeiten des Krieges. Historisch anthropologische Gedanken zu einem Europa der Beziehungen und anderen Motiven, Simone Egger (Saarbrücken) 

27.01.2026 | 18:30 Uhr Multiple Minds One Body. Liebe und Identität als Metadaten, Anke Dyes (München) 

03.02.2026 | 18:30 Uhr Alles Liebe. Beziehungen und Berührungen aus kulturanthropologischer Perspektive, Leonie Müller (Saarbrücken) 

 

Liebe/n im Film

04.11.2025 | 18:30 Uhr ROMAN HOLIDAY US 1953 OmU 

18.11.2025 | 18:30 Uhr LOVEFR 2015 OmU 

06.01.2026 | 18:30 Uhr ALL OF US STRANGERS UK/US 2023 OmU 

13.01.2026 | 18:30 Uhr MY SUNSHINE JP 2024 OmeU  

10.02.2026 | 18:30 Uhr A VIDA INVISÍVEL DE EURÍDICE GUSMAOBR 2019 OmU 

17.02.2026 | 18:30 Uhr LIEBE AT/DE/FR 2012 OmU 

Hier geht's zur Homepage des Filmhaus Saarbrücken. 

 

 

19. Doktorand:innentagung der DGEKW: Kulturanalyse als ganzheitliche Perspektive.

Vom erkenntnistheoretischen Zugang zur reflexiven Forschungspraxis in Vergangenheit und Gegenwart

Die 19. Doktorand:innentagung der Deutschen Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft wird dieses Jahr vom 9. bis zum 10. Juli in Saarbrücken stattfinden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. 

Wir bitten um eine Anmeldung per Mail an leonie.mueller(at)uni-saarland.de

Das Programm sowie weitere Informationen zur Anreise und Aufenthalt in Saarbrücken finden Sie auf der Homepage der Veranstaltung. 

 

Gastvortrag: Hexen der Großstadt.

Urbanität und neureligiöse Praxis in Berlin

Prof. Dr. Victoria Hegner von der Friedrich-Schiller-Universität Jena hält einen Gastvortrag zum Thema „Hexen der Großstadt. Urbanität und neureligiöse Praxis in Berlin".

Der Vortrag findet am 1. Juli 2025 von 18:15 bis 19:45 UhrOnline und im Gebäude B3.1, Hörsaal II auf dem Campus der Universität des Saarlandes statt. Es besteht die Möglichkeit, sich via Teams hinzuschalten, dafür folgen Sie bitte diesem  Link. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

 

Klimajournalismus-Seminar der Stiftung Forum für Verantwortung

Herausforderungen für den Klimajournalismus in Zeiten multipler Krisen (07.-09. November)

Gerne wollen wir auf das Klimajournalismus-Seminar der Stiftung Forum für Verantwortung aufmerksam machen, das in diesem Jahr vom 7. bis zum 9. November an der Europäischen Akademie in Otzenhausen im Saarland stattfinden wird. 

Die Erderwärmung richtet heute schon beträchtliche Schäden an mit stark steigender Tendenz. Die Kosten hierfür liegen heute schon weitaus höher als die Kosten für notwendige Klimaschutzmaßnahmen. Gleichzeitig erschwert die geopolitische Neuausrichtung der Welt die Durchsetzung global gültiger Klima­maßnahmen. Künstliche Intelligenz bietet hierfür bahnbrechende neue Möglichkeiten, stellt jedoch zugleich extreme Herausforderung für die Gesellschaft dar. 

Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis vermitteln im Rahmen des Seminars bis zu 30 Kommunikationsschaffenden zunächst fundiertes Hintergrundwissen, das in Kleingruppen gemeinsam vertieft wird. Diese Workshopsbieten neben den informellen Möglichkeiten Raum für einen intensiven Erfahrungsaustausch, wie komplexe Zusammenhänge verständlich aufbereitet werden können. Best-Practice-Beispiele der Teilnehmenden sind herzlich willkommen!

Anmeldungen sind bis zum 4.10.2024 erbeten an  info(at)forum-fuer-verantwortung.de

Bitte ergänzen Sie ein kurzes Motivationsschreiben unter Angabe Ihrer aktuellen Tätigkeit und/oder Ihres Studienfaches bzw. Ihres Interessenschwerpunktes sowie Ihrer persönlichen Kontaktdaten.

Nähere Informationen finden Sie unter Forum für Verantwortung | Journalismus-Seminar (forum-fuer-verantwortung.de)

 

Tagungsprogramm: Die Welt von gestern deuten.

Historische Anthropologie als Zugang zu einer komplexen Vergangenheit

Wir freuen uns, Sie auf unser Tagungsprogramm für das Symposium "Die Welt von gestern deuten. Historische Anthropologie als Zugang zu einer komplexen Vergangenheit" aufmerksam machen zu können, das vom 20.–22. Juni 2024 an der Universität des Saarlandes stattfinden wird.

Eine Übersicht des Programms und den vielseitigen Beiträgen der Referent*innen finden Sie hier.

Tagungsprogramm

Bei organisatorischen oder inhaltlichen Fragen kontaktieren Sie uns gerne über unser  Sekretariat oder persönlich. 

Online-Berufsfeld-Kolloquium der DGEKW:

"Kollektive und Kollaborationen"

Die nächste Sitzung des Online-Berufsfeld-Kolloquium der DGEKW findet diesen Mittwoch (10. Januar 2024) von 18:15 bis 19:45 Uhr mit einer Sitzung zum Thema "Kollektive und Kollaborationen" statt:

Referent*innen: Cornelia Dlabaja (FH Wien), Lisa Riedner (Ludwig-Maximilians-Universität München), Andrea Vetter (Haus des Wandels Brandenburg)
Moderation: Michi Knecht (Universität Bremen), Simone Egger (Universität des Saarlandes)

In welchen Berufsfeldern arbeiten Absolvent*innen der Empirischen Kulturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Volkskunde, Kulturanthropologie? Wie bereitet das Studium auf die verschiedensten Arbeitsgebiete vor und welche Kompetenzen bringen Studierende mit? Was sind die Erwartungen unserer Studierenden an ein berufsfeldorientiertes Studium? Wie sehen Arbeitsalltage von Kulturwissenschaftler*innen in den Medien, in der Kulturvermittlung oder in politischen Feldern aus?

Unter anderem diesen Fragen widmet sich das zweite standortübergreifende Kolloquium, das die Deutsche Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft in Kooperation mit ihrem Ständigen Ausschuss Studium und Lehre sowie mit vielen Instituten des Fachs als Online-Veranstaltung ausrichtet.


Zugangsdaten sowie weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe finden Sie unter:
https://dgekw.de/studium/veranstaltungsreihen/

Online-Gastvortrag:

"Der Alltag der Mode. Zum fotografischen Nachlass von Angelica Blechschmidt"

Im Rahmen unserer Veranstaltung "Mode, Kleidung und Gesellschaft. Eine Einführung in die Kulturanthropologie" hält Dr. Jan C. Watzlawik (TU Dortmund) einen Online-Gastvortrag zum Thema "Der Alltag der Mode. Zum fotografischen Nachlass von Angelica Blechschmidt."

Dr. Jan C. Watzlawik vom Seminar der Kulturanthropologie des Textilen an der TU Dortmund spricht über sein laufendes Forschungsprojekt. Es geht um den fotografischen Nachlass von Angelica Blechschmidt, Chefredakteurin der deutschsprachigen Ausgabe des Modemagazins Vogue von 1989 bis 2002. An der Schnittstelle von Medien-, Kultur- und Zeitgeschichte gibt die einzigartige Sammlung Einblicke in das Geschehen vor und hinter den Kulissen der Modewelt und lässt auf Körperbilder, Machtverhältnisse und anderes schließen. Wie an der Archivierung des Bestandes und der Analyse der Inhalte gearbeitet wird, stellt der Kulturwissenschaftler Jan Watzlawik im Rahmen seines Gastvortrags vor.


Der Vortrag findet am 23. Januar 2024 um 18.15 Uhr via MS Teams statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen und werden um eine Anmeldung per E-Mail an simone.egger@uni-saarland.de gebeten.

 

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Kunst- und Kulturwissenschaft
Abt. Europäische Kulturanthropologie
Campus Geb. B 3.1, Raum 1.01
66123 Saarbrücken

 

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