Lehrveranstaltungen
Wintersemester 2025/26
Jun.-Prof. Dr. Simone Egger
Mi. 10:15 bis 11:45
Mit welchen Inhalten befasst sich die Europäische Kulturanthropologie? Was ist unter einem weiten Kulturbegriff zu verstehen? Was zeichnet eine Kulturanalyse aus? Was ist mit empirischen Methoden gemeint? Die Vorlesung führt grundlegend in die Themen und Fragestellungen der Europäischen Kulturanthropologie ein - es wird um Stadt gehen, um Identitäten, um Heimaten und Diversität, um Körper, Moden und Szenen, um Fake News, soziale Ungleichheit, materielle Kultur, transnationale Beziehungen und Migration.
Woran lassen sich Veränderungen in einer Gesellschaft festmachen? Wie handeln Individuen ihr Zusammenleben aus? Wie wird mit Objekten umgegangen? Welche Effekte haben politische Diskurse auf alltägliche Situationen? Was für Kontexte lassen sich ausgehend von einem Ort aufmachen? Mit diesen und anderen Fragen werden wir uns im Wintersemester anhand aktueller Beispiele beschäftigen.
Vorlesung: Kulturanthropologische Perspektiven. Felder und Fragestellungen
Leonie Müller M.A.
Mo. 16:15 bis 17:45
Diese Übung bietet eine fundierte Einführung in die zentralen Konzepte, Methoden und Theorien der Kulturanthropologie.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kulturanthropolog*innen kulturelle Phänomene erforschen und darüber schreiben. Wir werden klassische und moderne ethnographische Texte analysieren, um zu verstehen, wie kulturelle Realitäten dargestellt und interpretiert werden.
Durch die Lektüre und Diskussion klassischer und zeitgenössischer ethnographischer Werke werden wir die thematische Diversität des Faches und die dahinterliegenden methodologischen Überlegungen erkunden und weiterdenken. Themen wie die Repräsentation des „Anderen”, die Rolle des Forschenden und die Herausforderungen der Übersetzung kultureller Praktiken werden vertieft behandelt.
Ziel der Übung ist es, die Studierenden in die Lage zu versetzen, ethnographische Forschungsergebnisse klar und ansprechend zu präsentieren und einen ersten Überblick über die Perspektiven des Faches zu ermöglichen.
Übung: Writing Culture. Eine Einführung in die Kulturanthropologie
Jun.-Prof. Dr. Simone Egger / Sen.- Prof. Dr. Barbara Krug-Richter / Leonie Müller M.A.
Di 18:15 bis 19:45 14-täglich
Das Kolloquium für MA-Kandidat:innen und Doktorand:innen ist als Plattform zu verstehen und steht allen Interessierten offen. Alle Beteiligten stellen den jeweiligen Stand ihrer Vorhaben vor. Was ist die Idee? Worauf will ich hinaus? Wie kann ich mein Projekt konkret umsetzen? Wie kann ich mein Thema abstrakt fassen? Wer soll auf welche Weise befragt werden? Mit welchen Quellen arbeite ich? Wie werte ich mein Material aus? Was für Möglichkeiten der Analyse gibt es? Und wie soll das alles in eine Gliederung passen? Gemeinsam arbeiten wir an Fragestellungen und Forschungsständen und denken über theoretische Konzepte sowie historisch-archivalische und empirische Methoden nach.
Jun.-Prof. Dr. Simone Egger
Di. 16:15 bis 17:45
Warum bleibt etwas im Gedächtnis? Weshalb erinnert man sich an manches mehr und an manches weniger? Was für Leute haben vor fünfzig Jahren am Ende der Straße gewohnt? Welche Erinnerungen transportiert ein Objekt? Wie hängen Ort und Gedächtnis zusammen? Warum sind Erinnerungen mitunter auch umstritten oder gar umkämpft? Auf was für einen Konflikt ist eine inzwischen weltweit stattfindende Demonstration wie der Christopher-Street-Day zurückzuführen? Und warum ist Diversität ein wesentliches Element US-amerikanischer Geschichte und die Erinnerung daran bedeutend für die Zukunft der Demokratie?
Im Rahmen des Seminars wird es aus einer kulturanthropologischen Perspektive um das Erinnern als individuelle und ebenso als kollektive Praxis gehen. Nicht davon zu trennen sind der Umgang mit Wissensbeständen sowie das bewusste und unbewusste Vergessen, das mit dem Wandel von Werten, Überschreibungen oder einer veränderten politischen Situation einher gehen kann. Warum nimmt irgendwann niemand mehr Bezug auf eine Sache, eine Begebenheit oder eine Entwicklung? Offizielle Gedenktage heben die Bedeutung eines Ereignisses wie den Fall der Mauer oder das Ende des Zweiten Weltkriegs hervor, oft sind solche Erinnerungen an konkrete Daten geknüpft. Und was, wenn nicht erinnert wird oder nicht erinnert werden soll? Warum wird zum Beispiel ein historisch nachweisbarer Völkermord nicht anerkannt? Im Kontext von Gesellschaften stellt sich insgesamt die Frage, was Eingang in das kommunikative Gedächtnis und darüber hinaus in das kulturelle Gedächtnis findet (Assmann 1999). Was wird im Museum aufbewahrt und welche Narrative werden dort entwickelt? Auf einer persönlichen Ebene verschieben sich Bezüge immer wieder, eine Biografie ist mit verschiedenen Formen des Erinnerns verbunden, wesentliche Krankheitsbilder unserer Zeit haben mit dem Verlust des Gedächtnisses zu tun.
Das Seminar wird sich kulturtheoretisch, historisch und empirisch mit dem Erinnern befassen. Thema ist u.a. Digitalisierung und Erinnerung, „Orte der Erinnerung” lautet beispielsweise der Name einer App, die zu den Stolpersteinen in der Saarbrücker Innenstadt führt. Politik und Gedächtnis ist ein Spannungsfeld, das unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet werden kann. Überhaupt stellt sich die Frage nach der Vermittlung von Wissen in der flüchtigen Moderne, auch Museumsarbeit wird Gegenstand der Auseinandersetzung sein. Prägend sind Erinnerungen gleichsam für eine Gruppe oder Person und tragen wesentlich zur Konstitution von Identitäten bei.
Leonie Müller M.A.
Di. 16:15 bis 17:45
Liebe ist mehr als ein Gefühl – sie ist eine soziale Praxis, eine kulturelle Erzählung, eine politische Haltung. Das Seminar „Liebe/n. Kulturanthropologische Perspektiven auf ein komplexes Gefühl” fragt danach, wie Liebe in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten gelebt, verhandelt und bedeutungsvoll gemacht wird. Im Mittelpunkt stehen Praktiken und Positionierungen rund um Liebe: Wie wird Liebe gezeigt, erwartet, ermöglicht oder auch ausgeschlossen? Welche Rollen spielen dabei Normen, Institutionen, Körper, Medien oder Sprache? Und wie lässt sich Liebe ethnographisch erfassen, ohne sie zu romantisieren oder zu naturalisieren? Gemeinsam erkunden wir theoretische Zugänge zu Emotionen und Intimität, analysieren ethnographische Fallbeispiele und reflektieren unsere eigenen Vorannahmen und Erfahrungen im Umgang mit diesem Thema. Das Seminar bietet Raum für kritische Auseinandersetzung mit Liebe als gesellschaftlich wirksamer und situativ geformter Praxis.
Seminar / Übung: Liebe/n. Kulturanthropologische Perspektiven auf ein komplexes Gefühl
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