Migration - Integration - Exklusion

"Migration, Integration, Exklusion: Spannungsfelder einer deutsch-französischen Gesellschafts- und Kulturgeschichte des Fußballs in den langen 1960er Jahren", 4. bis 6. Juli 2018

"Das Runde muss ins Eckige" – Sepp Herbergers Ausspruch, der kurz und bündig das Ziel des Fußballs zusammenfasst, kann auch auf die Integrationsfunktion des Mannschaftssports übertragen werden. Mit den Anwerbeabkommen, die die Bundesrepublik und Frankreich vermehrt in den 1960er Jahren mit verschiedenen Staaten, darunter auch die Türkei, schlossen, kamen Menschen ins Land, die in ihrer Freizeit gerne kickten und sich bald in sogenannten Ausländervereinen zusammenschlossen. Doch nicht unmittelbar kam das Runde im Eckigen an: die neu hinzugezogenen Menschen mussten zahlreiche Probleme und Herausforderungen an ihrem neuen Lebensort überwinden. Schwierigkeiten, die ihnen nicht selten von der einheimischen Bevölkerung in Frankreich und Deutschland bereitet wurden.

Welche Integrationspotenziale und Exklusionsrisiken bot der Fußball, insbesondere im Hinblick auf den Breitensport in Arbeiter- und Ausländervereinen in dieser Situation? Welche Integrationsdynamiken entstanden durch den Fußball und welche neuen Hemmnisse baute er auf? Welche Transferprozesse der Ausländervereine ergaben sich im deutsch-französischen Grenzraum?

Diese Fragen erörterten und diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Saarbrücker Tagung "Migration – Integration – Exklusion. Spannungsfelder einer deutsch-französischen Kultur- und Gesellschaftsgeschichte des Fußballs in den langen 1960er Jahren" zwischen dem vierten und sechsten Juli aus einer interdisziplinären Perspektive. Neben dem historischen Schwerpunkt bildeten soziologische Ansätze die zweite Achse der Veranstaltung.

Die Tagung situiert sich in dem von Dr. Ansbert Baumann geleiteten DFG-Forschungsprojekt "Wir riefen Arbeitskräfte, es kamen Menschen, die Fußball spielten". Ein Sammelband, der die Ergebnisse zusammenfasst, erscheint 2019.

Tagungsprogramm

Einen ausführlichen Tagungsbericht finden Sie bei H-Soz-Kult.

 

Mittwoch, 4. Juli 2018

Donnerstag, 5. Juli 2018

Freitag, 6. Juli 2018