Präregistrierungen

Präregistrierungen

Präregistrierungen gehören zu den populärsten Werkzeugen der Open-Science-Welt. Gleichzeitig sehen sich die meisten Personen, die (erstmals) eine Präregistrierung anfertigen, mit einigen Unsicherheiten konfrontiert. Die folgende FAQ-Übersicht soll dabei helfen, das Erstellen einer (ersten) Präregistrierung zu erleichtern - kompakt und umsetzungbezogen:

FAQ: Präregistrierungen

Was sind Präregistrierungen?

Präregistrierungen sind Dokumente, in denen ein Studienplan (typischerweise) vor Beginn der Datenerhebung spezifiziert wird. Präregistrierungen erlauben es, zwischen explorativen und konfirmatorischen Teilen/Forschung zu trennen. Üblicherweise finden sich in Präregistrierungen u. a. Ausführungen zu Forschungsfragen, Hypothesen, Design, Variablen und Analyseplanung.   

(Wann) soll/kann ich präregistrieren?

Präregistrierungen geben Forschenden einen klaren Plan für eigene Arbeiten an die Hand, stellen die Trennung zwischen explorativen und konfirmatorischen Teilen sicher und tragen zu transparenter und reproduzierbarer Forschung bei. Prinzipiell profitieren daher die meisten Forschungsarbeiten davon, relevante Parameter (der Erhebung, der Auswertung etc.) vor Beginn der Datenerhebung zu spezifizieren. (Prä-)Registrierungen im weiteren Sinne sind allerdings ebenso möglich und gewinnbringend, wenn mit bereits erhobenen/existierenden Datensätzen gearbeitet wird (z. B. Sekundäranalyse, Metaanalyse). Der Wert einer jeden Präregistrierung liegt darin, genau zu spezifizieren, was bereits bekannt/noch unbekannt ist und welche (explorativen und konfirmatorischen) Schritte nachfolgend geplant werden.

Wie fertige ich eine Präregistrierung an? (Oder: Gibt es Vorlagen?)

Es gibt nicht die eine Präregistrierung, sondern diverse Vorschläge/Formen. Diese unterscheiden sich u. a. in ihrem Umfang, ihren Inhalten und darin, auf welche Designs sie primär abgestimmt sind. Eine Übersicht möglicher Vorlagen findet sich hier: https://osf.io/zab38/wiki/home/.

Darf es noch konkreter sein? Hier mögliche Präregistrierungsvorlagen für …
(a) quantitative (Primär-)Studien: Experimente, Querschnittstudien: https://osf.io/ce3hr/
(b) quantitative (Primär-)Studien: intensive längsschnittliche Designs ("Experience-Sampling"): https://osf.io/2chmu/
(c) quantitative Sekundärdaten: https://osf.io/x4gzt/ und https://open.lnu.se/index.php/metapsychology/article/download/2625/2508
(d) Metaanalysen und systematische Reviews: http://www.prisma-statement.org/Protocols/Registration
 und https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1002/jrsm.1540
(e) qualitative (Primär-)Studien: https://osf.io/w4ac2/
(f) EKP-/EEG-Studien: https://osf.io/preprints/metaarxiv/4nvpt/
(g) fMRT-Studien: https://osf.io/6juft/

Außerdem: Wer seine Präregistierung direkt in R anfertigen möchte, findet viele Vorlagen, sowie die Möglichkeit eigene Vorlagen anzulegen, im Paket preregr.
Wie eine Vorlage unterstützt das Paket bei der Auswahl, welche Informationen für die Präregistierung sinnvoll sind. Zusätzlich wird ein maschinenlesbarer Code erzeugt, sodass die online hinterlegte Präregistierung (zum Beispiel im OSF) einfacher als Open Data für metawissenschaftliche Analysen verwendet werden kann.

(Wo) wird meine Präregistrierung veröffentlicht? (Auch: Kann jeder gleich alle meine Ideen sehen?)

Präregistrierungen sollten so platziert werden, dass relevante Dritte die (vorab) spezifizierten Pläne einsehen können. Im Falle von Abschlussarbeiten sind diese Dritte womöglich die Betreuenden/Evaluierenden, sodass es u. U. ausreicht, die Präregistrierung intern zu hinterlegen. Im Falle von Forschungsarbeiten sind relevante Dritte andere Forschende. Präregistrierungen sollten in diesem Falle öffentlich zur Verfügung gestellt werden.

Eine Plattform, die sich zur Veröffentlichung von Präregistrierungen anbietet, ist das Open Science Framework (OSF).

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Erstellung einer/eines (ersten)
(a) OSF-Projekts findet sich hier,
(b) OSF-Präregistrierung findet sich hier.

Im OSF werden Präregistrierungen mit einem Zeitstempel versehen, sodass sich genau nachvollziehen lässt, wann die Präregistrierung „eingefroren“ wurde. Forschende haben allerdings die Wahl, ob diese mit Zeitstempeln versehenen Präregistrierungen direkt öffentlich zugänglich werden oder erst nach Ablauf einer Frist von bis zu 4 Jahren öffentlich einzusehen ist.