Thai Tam Duong

Was haben Sie an der Universität des Saarlandes (UdS) studiert und wann?
Ich habe von Oktober 2016 bis März 2019 Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Steuerlehre, Dienstleistungsmanagement und Managementinformationssysteme studiert.
Welche Berufstätigkeit haben Sie nach Ihrem Studium ausgeführt?
Nach meinem Studium habe ich als Regionalverkaufsleiter bei einem Handelskonzern angefangen und dort früh Führungsverantwortung für ein großes Team übernommen. Über mehrere Stationen hinweg habe ich mich zum Geschäftsleiter entwickelt und große Standorte mit voller P&L-Verantwortung (Anm.: Profit-and-Loss-Verantwortung = Verantwortung einer Führungskraft für das wirtschaftliche Ergebnis eines bestimmten Unternehmensbereichs. Def. nach Wirtschaftslexikon.de, URL: wirtschaftslexikon.de/profit-loss-verantwortung/) geführt, einschließlich Team, Fläche und Strategie. Mein Fokus lag dabei auf operativer Exzellenz, Ergebnissteigerung und der Weiterentwicklung von Strukturen und Mitarbeitenden.
Warum haben Sie sich für die Universität des Saarlandes entschieden?
Ich hatte mich bewusst für die Universität des Saarlandes entschieden, weil sie für mich die optimale Kombination aus wissenschaftlicher Tiefe und praxisnaher Ausrichtung bietet. Zum einen hat die Universität einen starken Fokus auf wirtschaftsnahe Forschung und interdisziplinäre Ansätze, was sehr gut zu meinem beruflichen Hintergrund im operativen Management und in der Transformation passt. Mir war wichtig, dass die Inhalte nicht rein theoretisch bleiben, sondern einen klaren Bezug zu realen Unternehmensfragestellungen haben. Außerdem bin ich Saarländer, weshalb ich auch mal an der UdS studieren wollte. Für mich war die UdS die absolute Spitze im akademischen Kontext vor Ort.
Haben Sie Tipps für die jetzigen Studierenden?
Macht euch früh klar, wo ihr hinwollt, aber nicht im Sinne eines konkreten Jobs oder einer Organisation, sondern welche Art von Verantwortung ihr übernehmen wollt. Karriere ist kein Zufall, sondern eine Folge von bewussten Entscheidungen. Wollt ihr Spezialisten oder Generalisten sein?
Haben Sie eine besondere Anekdote oder Geschichte aus Ihrer Zeit an der UdS?
Während meiner Zeit an der Universität des Saarlandes hatten wir ein Gruppenprojekt, bei dem wir eine Präsentation vorbereiten mussten. Am Tag der Abgabe ist dann tatsächlich alles schiefgelaufen, was schiefgehen konnte. Der Laptop hatte das Format zerschossen, die Präsentation war plötzlich komplett verschoben, und wir hatten nur noch etwa 20 Minuten Zeit. Die ersten Minuten waren ehrlicherweise leicht chaotisch, aber genau das war der Moment, in dem ich gesagt habe: Ich improvisiere. Und ich wurde zum besten Redner an diesem Tag. In dem Moment habe ich erneut gemerkt, dass ich definitiv für Führungsrollen infrage komme. Denn unter Druck werde ich sehr klar, übernehme Verantwortung und fokussiere mich auf das Wesentliche. Gerade die Kombination aus Entscheidungsstärke und Kommunikation hat dazu geführt, dass wir die Situation noch drehen konnten.
Was war Ihr Lieblingsort auf dem Campus?
Mein liebster Ort auf dem Campus der Universität des Saarlandes war tatsächlich die Treppe zur WIWI-Bibliothek. Das war für eine Art Übergangs- und Begegnungsort im Studienalltag.
Warum haben Sie sich für dieses Studienfach entschieden?
Ich habe mich bewusst für BWL entschieden, weil ich ein Generalist sein wollte und verstehen wollte, wie Unternehmen ganzheitlich funktionieren. Mich hat besonders gereizt, dass man mit BWL nicht nur einen Bereich betrachtet, sondern die Zusammenhänge zwischen Strategie, Finanzen und operativem Geschäft versteht. Genau diese breite Perspektive war für mich die Grundlage, um später Verantwortung auf Management-Ebene zu übernehmen. Somit konnte ich später als Generalist arbeiten.
Wie haben Sie den Übergang in den Beruf gestaltet?
Ich habe den Übergang sehr bewusst gestaltet, indem ich gezielt nach Chancen gesucht habe, in denen ich Neues lernen konnte. Die letzte Zeit meines Masterstudiums verbrachte ich in Warschau, was mir über ein Erasmus+-Stipendium ermöglicht wurde. Mein Fokus lag darauf, möglichst schnell vom Beobachter in die Rolle des Entdeckers zu kommen und genau das hat meine Entwicklung stark beschleunigt.
Wie würden Sie Ihre Zeit an der Universität des Saarlandes in einem Satz zusammenfassen?
Meine Zeit an der Universität des Saarlandes war eine Mischung aus Theorie, Praxis und der Erkenntnis, dass die besten Lösungen oft dann entstehen, wenn der Plan nicht mehr funktioniert.
Wie würden Sie die Universität des Saarlandes selbst in einem Satz zusammenfassen?
Die Universität des Saarlandes ist für mich ein Ort, an dem aus vielen Gedanken Klarheit wird und aus Klarheit der Mut, Dinge wirklich umzusetzen.
Was hat Ihnen an Ihrem Studium an der Universität des Saarlandes (UdS) besonders gut gefallen?
Was mir an der Universität des Saarlandes besonders gut gefallen hat, war die Möglichkeit, nicht nur fachlich zu wachsen, sondern auch Menschen kennenzulernen, die einen langfristig begleiten. Viele Kontakte aus der Studienzeit sind für mich mehr als ein Netzwerk geworden, daraus sind echte Freundschaften entstanden, die bis heute Bestand haben. Meine wichtigste Erkenntnis war, dass nicht das Ziel oder der Weg entscheidend ist, sondern die Menschen, die einen auf diesem Weg begleiten.
Was hätten Sie beim Berufsstart gern schon gewusst?
Rückblickend hätte ich gern früher verstanden, dass man sich gerade beim Berufseinstieg nicht vom „Glanz“ einer Position oder eines Unternehmens blenden lassen sollte. Entscheidend ist am Ende weniger der Titel, sondern mit welchen Menschen man arbeitet, weil genau das die eigene Entwicklung und Zufriedenheit maßgeblich beeinflusst.
Was hat Sie im Studium überrascht?
Was mich im Studium an der Universität des Saarlandes überrascht hat, war, dass letztlich alle nur mit Wasser kochen, auch wenn man selbst eher den Anspruch hat, mit Wein zu kochen.
Am Anfang hatte ich oft das Gefühl, die anderen hätten alles komplett im Griff, aber schnell merkte ich, dass viele ähnliche Herausforderungen haben. Das hat mir geholfen, selbstbewusster zu werden und Dinge einfach anzugehen.
Was würden Sie gerne noch einmal an der UdS erleben?
Ich glaube, ich würde gerne noch einmal genau diese unbeschwerte Zeit an der Universität des Saarlandes erleben – die Mischung aus Freiheit, spontanen Momenten und dem Gefühl, dass noch alles offen ist.
Gerade diese Phase, in der man viel ausprobiert und gleichzeitig enge Freundschaften entstehen, ist im Rückblick etwas sehr Besonderes.