About Heimat
Aushandlungen von Teilhabe und Zugehörigkeit im Herzen Europas.
Jun.-Prof. Dr. Simone Egger / Prof. Dr. Romana Weiershausen (Frankophone Germanistik) | Universität des Saarlandes
Der Wahlspruch des Saarlands „im Herzen Europas“ ruft das Zusammenwachsen in einer historisch von kriegerischen Auseinandersetzungen und wechselnden Bezügen geprägten Region auf. Aber hat dies angesichts aktueller Kontroversen um Zuwanderung Bestand? Das Konzept „Heimat“ ist in einer diversen Gesellschaft, die von Mobilitäten geprägt ist und in der heute rund 28,5 Prozent der Bevölkerung einen sogenannten Migrationshintergrund haben, komplex geworden. Medial und politisch ist Migration derzeit ein Thema, das wie kaum ein anderes öffentlich zur Debatte steht. Heimat geht als anthropologische Konstante gleichzeitig alle an, das Auseinanderdriften der sozialen Schere beeinflusst das Empfinden von Teilhabe und gesellschaftlichem Zusammenhalt.
Im Saarland werden wir 2026/27 der Bedeutung von Zugehörigkeit in der spätmodernen Gegenwart nachspüren. Die Region, die Zuzug benötigt wie kaum eine andere, wird auf Vorstellungen von Heimat hin befragt und damit in nationale und globale Diskussionen eingebunden. „Wie das Leben vor Ort gestaltet wird und wie sich kleinteilige Beheimatungsprozesse formieren, lässt sich gut veranschaulichen, wenn man sich biografische Aneignungsprozesse unmittelbar dort ansieht, wo Menschen wohnen und leben“ (Yildiz; Meixner 2021: 61). Mit Blick auf gesellschaftliche Verantwortung wollen wir ins Gespräch kommen, um die Prozesshaftigkeit komplexer Themen wie Heimat oder Kultur zugänglich zu machen und nachhaltig zu einer demokratisch verfassten Gesellschaft beizutragen.
Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Strategiefonds der Fakultät P an der UdS.
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