Katja Demler

Assozierte Doktorandin im Nachwuchskolleg Europa

Politikwissenschaft

Besuchsadresse:
Gebäude C5 3, Raum 0.18
66123 Saarbrücken

Mail:katja.demler(at)uni-saarland.de
Telefon: +49 (0)681 302-70231

 

Katja Demler hat an der Technischen Universität Kaiserslautern Sozialkunde und Chemie für Lehramt an Gymnasien studiert. Nach ihrem Masterabschluss im September 2021 war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Policy-Analyse und Politische Ökonomie (Prof. Dr. Georg Wenzelburger) der TU Kaiserslautern tätig, wo sie im April 2022 ihre Promotion in der Politikwissenschaft zu dem Thema „Krisenkommunikation im deutschen Mehrebenensystem“ begonnen hat. Seit Januar 2023 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Komparative Europaforschung (Prof. Dr. Georg Wenzelburger) an der Universität des Saarlandes beschäftigt und darüber hinaus Promotionsstipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung. Seit April 2023 ist sie zudem assoziierte Doktorandin im Nachwuchskolleg Europa des CEUS. Neben ihrem Dissertationsprojekt forscht und lehrt sie zu Themen der Politischen Kommunikation, Policy-Analyse sowie Diskursnetzwerkanalyse.

Weitere Informationen zur Person

Dissertationsprojekt

Krisenkommunikation im deutschen Mehrebenensystem – Eine Diskursnetzwerkanalyse im deutschen Bundesstaat anlässlich der Corona-Krise

Die Dissertation untersucht das Zusammenspiel von Problemdefinition und der Aushandlung von Lösungsvorschlägen im Rahmen von Krisen. Obschon Krisen als zentraler Forschungsgegenstand der Politikwissenschaft gelten, sind die meisten existierenden Arbeiten stark Policy-orientiert und nehmen nur in geringem Maße die zentralen Akteure und deren Strategien in Krisenzeiten in den Blick. Diese Beobachtung verschärft sich, betrachtet man gezielt Mehrebenensysteme wie den Verbundföderalismus in Deutschland. Dessen starke Politikverflechtung zwischen Akteuren auf kommunaler, landes- sowie bundesstaatlicher Ebene, gekoppelt mit der Vielzahl an nicht-staatlichen Akteuren, die Einfluss auf die politischen Aushandlungsprozesse ausüben, erschwert ein Verständnis für die Wahrnehmung von Problemen sowie die Unterbreitung von Lösungsansätzen. Die Corona-Pandemie hat mit ihrer Omnipräsenz seit ihrem Ausbruch Ende 2019 bis heute zahlreiche Politikfelder jenseits des Gesundheitssektors maßgeblich beeinflusst und gilt zuweilen als größte globale Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Sie ist insofern als Fallbeispiel dafür prädestiniert, Einsichten in die Kommunikation und Problemdefinition während anhaltender Krisenzeiten zu gewinnen. Da die Aushandlung darüber, was als Problem definiert und politisch auf welche Art und Weise gelöst werden kann, durch eine Vielzahl von Akteuren im öffentlichen Diskurs erfolgt, widmet sich diese Arbeit einer genauen Analyse der diskursiven Aushandlungsprozesse und den ihnen zugrunde liegenden Kommunikationsstrategien. Hierfür werden im ersten Schritt mittels Diskursnetzwerkanalysen und Korrespondenzanalysen ein eigens gewonnener Datensatz aus der öffentlichen Berichterstattung zweier Qualitätsmedien zur Corona-Pandemie untersucht. Die hierdurch gewonnenen Erkenntnisse über die Netzwerkstrukturen des Corona-Diskurses sowie den ihm zugrunde liegenden zentralen Akteuren bilden die Grundlage für den methodisch letzten Schritt der Arbeit. Mittels Durchführung und Auswertung von Experteninterviews werden präzise Einsichten in die verfolgten Kommunikationsstrategien der relevanten Akteure gewonnen. Das vorliegende Dissertationsvorhaben schließt insofern eine zentrale Forschungslücke der Politikwissenschaft: Einsichten in die Kommunikation und Problemdefinition in Krisenzeiten im verbundföderalen System Deutschlands. Obschon sich das Dissertationsprojekt mit der Krisenkommunikation in Deutschland befasst, lassen die gewonnenen Erkenntnisse auch entscheidende Rückschlüsse auf die politischen Aushandlungsprozesse in anderen Ländern zu und bieten damit auch einen großen Mehrwert für vergleichend angelegte Untersuchungen.