Meike Lorré: Von der UdS zur Gründerin

Wie heißen Sie und wo wohnen Sie?

Mein Name ist Meike Lorré und ich wohne derzeit in Saarbrücken.

Was haben Sie an der Universität des Saarlandes (UdS) studiert und wann?

Ich habe von 2011 bis 2015 den Bachelor-Studiengang „Interkulturelle Kommunikation und Wirtschaft“ an der UdS absolviert.

Was haben Sie nach Ihrem Studium beruflich gemacht?

Dank meiner interkulturellen Kompetenz und meiner fließenden Englisch- und Französischkenntnisse standen mir viele Möglichkeiten in den Bereichen Marketing, Projektmanagement und Personalmanagement offen. Nach meinem Bachelor arbeitete ich nacheinander in diesen drei Bereichen. Im Sommer 2025 gründete ich schließlich mein eigenes Coaching- und Beratungsunternehmen für internationale Fachkräfte in Deutschland. Wenn Sie neugierig sind und mehr über meinen Werdegang erfahren möchten, besuchen Sie gerne mein LinkedIn-Profil: www.linkedin.com/in/meike-l-932887203/.

Was hat Ihnen an Ihrem Studium an der Universität des Saarlandes besonders gut gefallen?

Im letzten Schuljahr recherchierte ich nach Studiengängen mit einem Schwerpunkt auf Fremdsprachen und fand drei vielversprechende Programme. Weil ich eine bessere Abiturnote hatte als der Numerus Clausus (NC) für den von mir gewünschten Studiengang, wurde ich zugelassen. Aufgrund dessen und auch wegen der Nähe zu Frankreich entschied ich mich für Saarbrücken.

Haben Sie Tipps für die jetzigen Studierenden?

Ein Studium bietet die einzigartige Chance, den eigenen Horizont zu erweitern – sowohl persönlich als auch beruflich. Man lernt Menschen aus aller Welt kennen und hat die Möglichkeit, selbst viel zu reisen, sei es während eines Auslandssemesters oder in den Semesterferien. Nach dem Studium ergeben sich solche Gelegenheiten meist seltener. Ein interdisziplinärer Studiengang wie „Interkulturelle Kommunikation & Wirtschaft“ fördert zudem die kognitive Flexibilität, also die Fähigkeit, sich schnell in neue berufliche Bereiche einzuarbeiten – ein großer Vorteil im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Die Offenheit für Neues und der Blick über den Tellerrand, die man in einem solchen Studium entwickelt, sind dabei besonders wertvoll.

Haben Sie eine besondere Anekdote oder Geschichte aus Ihrer Zeit an der UdS?

Zusammen mit ein paar Freunden ging ich auf eine Party auf dem Campus (ich glaube, es war die im Physikgebäude oder eine andere im Wirtschafts- und Rechtsgebäude), obwohl wir am nächsten Morgen eine Vorlesung hatten. Da wir an beiden Veranstaltungen teilnehmen wollten, hatten wir die Idee, uns am Tag nach der Party einfach ein paar Kissen mit in die Vorlesung zu nehmen – und haben es dann tatsächlich auch so gemacht.

Was war Ihr Lieblingsort auf dem Campus?

Die „AC‑Wiese“, die große Rasenfläche vor dem Campus Center. An sonnigen Tagen saß ich dort sehr gern – entweder zum alleinigen Lernen oder für Gespräche mit Freunden.

Warum haben Sie sich für dieses spezielle Studienfach entschieden?

Seit meiner Kindheit bin ich von fremden Kulturen und Sprachen fasziniert, insbesondere von der französischen Sprache, mit der ich mich dank meines Nachnamens immer identifiziert habe. Als ich die Möglichkeit hatte, ein zweites Fach zu wählen und „Wirtschaft“ zu den Optionen gehörte, erschien mir diese Kombination ideal – und das hat sich bestätigt! Heute, mit meinem eigenen Unternehmen, verbinde ich interkulturelle Kommunikation und betriebswirtschaftliches Wissen täglich, und diese Kenntnisse waren auch schon in meiner Zeit als Angestellte in international tätigen Unternehmen äußerst hilfreich.

Wie haben Sie den Übergang in Ihren Beruf geschafft?

Nach meinem Studium bewarb ich mich gezielt auf Stellen in einem internationalen Kontext und suchte nach Angeboten, die Fremdsprachenkenntnisse voraussetzten – betriebswirtschaftliches Wissen wird schließlich fast überall erwartet. So fand ich meine erste Stelle als Marketingassistentin in Wien, in einem Unternehmen, das Unternehmensfilmfestivals in Frankreich organisiert. Dank meiner fließenden Sprachkenntnisse bekam ich den Job. Ich hatte tatsächlich mindestens drei Vorstellungsgespräche, in denen meine Französischkenntnisse live getestet wurden – zuerst im Marketing, dann im Projektmanagement und schließlich im Personalmanagement. Man kann daher sagen, dass meine Französischkenntnisse jedes Mal sehr wichtig und ausschlaggebend für meine Einstellung waren.

Wie würden Sie Ihre Zeit an der Universität des Saarlandes in einem Satz zusammenfassen?

Viel Freizeit, um die Welt zu bereisen und viele inspirierende Menschen aus aller Welt kennenzulernen, kombiniert mit Selbstorganisation und Disziplin, um im Studium voranzukommen – vor allem während der Prüfungsphase.

Wie würden Sie die Universität des Saarlandes selbst in einem Satz zusammenfassen?

Ein großer, schöner, grüner Campus mit einer Mensa, die unter der Woche für einen kocht, und Bibliotheken, die Räume bieten, in denen man sich konzentrieren, lernen und sich auf Prüfungen vorbereiten kann.

Was hat Ihnen am Studium an der Universität des Saarlandes (UdS) besonders gut gefallen?

Es gibt einen zentralen Campus, an dem alle Kurse stattfinden und wo man immer wieder Bekannte trifft, mit denen man ins Gespräch kommt. Und wenn man eine Pause vom Vorlesungsbesuch oder vom Lernen in der Bibliothek braucht, kann man sich einfach in den Wald begeben, der den Campus umgibt, oder sich in einem der schönen Cafés auf dem Campus eine Tasse Kaffee oder Tee gönnen.

Was hätten Sie gerne gewusst, als Sie Ihre Karriere begannen?

Damals hätte ich mir eine Art Anleitung für den Berufseinstieg gewünscht. Rückblickend war es aber genau richtig so: Ich habe alles Nötige Schritt für Schritt während meiner beruflichen Erfahrungen gelernt. Heute bin ich überzeugt, dass meine eigenen, einzigartigen Erfahrungen mir nachhaltiger den Weg ins Berufsleben ebneten als jede Anleitung von jemandem, der möglicherweise ganz andere Erfahrungen gemacht hat.

Was hat Sie während Ihres Studiums überrascht?

Ich hatte jedes Semester weitgehend die Freiheit – und damit auch die Verantwortung –, meine Kurskombination selbst zu wählen. Das war ganz anders als in der Schule, wo die meisten Fächer einer festgelegten Reihenfolge folgen. Stattdessen konnte ich selbst entscheiden, welche Reihenfolge für mich sinnvoll war. Von internationalen Studierenden weiß ich, dass diese große Freiheit sie oft verunsichert. In vielen Ländern – wie zum Beispiel Frankreich – ist der Studienplan deutlich stärker vorgegeben, und die Wahlmöglichkeiten in Deutschland können überwältigend sein.

Was würden Sie an der Universität des Saarlandes gerne noch einmal erleben?

Ein Wiedersehen mit meinen ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen aus meinem Bachelor-Studiengang in der Mensa, um darüber zu sprechen, was wir in den zehn Jahren seit unserem Abschluss erlebt haben.

Welche anderen Angebote für Alumni würden Sie sich wünschen?

Netzwerkveranstaltungen für ehemalige Studierende, bei denen sie sich austauschen, berufliche Kontakte knüpfen und sich gegenseitig in ihrer beruflichen Entwicklung unterstützen können.