15.06.2026

Die Ringvorlesungen in der 26. Kalenderwoche

Im aktuellen Sommersemester veranstaltet die Universität des Saarlandes wieder öffentliche Vorträge, zu denen alle Interessierten eingeladen sind. Die aktuellen Termine sind auch im Veranstaltungskalender auf der Startseite der Universität zu finden.

  • Literaturwissenschaftliche Ringvorlesung: „Eines Freundes Freund zu sein – Über Freundschaft und Literatur“:
    Die literaturwissenschaftliche Ringvorlesung über Freundesbeziehungen in der Literatur wird am Montag, 22. Juni, um 19 Uhr im Festsaal des Saarbrücker Rathauses fortgesetzt. Dann spricht Dr. Joachim Harst (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, UdS) über „Zwischen Gefolgschaft und Verrat: Freundschaft bei Friedrich Nietzsche“. Nietzsche entwickelt seine Philosophie als emphatische Lehre, das heißt als eine Rede, die sich an bereits eingeweihte „Freunde” richtet. Der Freund hat dabei eine ambivalente Position inne: Einerseits ermöglicht er als Bezugsfigur die Entwicklung der Lehre, andererseits kann er ihre Verwirklichung nur realisieren, indem er sich vom Lehrer lossagt und autonom zu handeln beginnt. Der Vortrag zeigt auf, wie Nietzsche auf biografischer und philosophischer Ebene Freundschaft zwischen Gefolgschaft und Verrat denkt – und dabei auch die biblische Erzählung vom (notwendigen) Verrat des Heilands durch seine Jünger mit einbezieht.
    Die öffentlichen Vorträge finden jeweils montags um 19 Uhr im Festsaal des Rathauses Sankt Johann in Saarbrücken statt. Organisiert wird die Reihe vom Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass der Universität des Saarlandes gemeinsam mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Saarbrücken. Programmflyer mit allen Vorträgen: https://www.uni-saarland.de/forschen/literaturarchiv/veranstaltungen/ringvorlesungen.html 
     
  • Poetikdozentur für Dramatik:
    Im Rahmen der dreizehnten Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik hält Maria Milisavljević, eine der wichtigsten deutschsprachigen Dramatikerinnen, drei Vorträge. Ihr zweiter Vortrag am Montag, 22. Juni, um 20:00 Uhr hat den Titel „Diese Dramatikerin und ihre zwei Herzen. Über unterschiedliches Arbeiten im deutschsprachigen und englischsprachigen Theater” (Schlosskeller im Saarbrücker Schloss). Der Eintritt ist frei. 
    Bereits zum 13. Mal richtet die Universität des Saarlandes mit dem Saarländischen Staatstheater, der Stadt Saarbrücken und dem VHS Regionalverband Saarbrücken die international renommierte Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik aus. In diesem Jahr übernimmt die vielfach ausgezeichnete Autorin, promovierte Kulturwissenschaftlerin, Dramaturgin und Übersetzerin Maria Milisavljević die Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik der Universität. Weitere Informationen
     
  • Ringvorlesung: „Wirtschaft und Gesellschaft in Zeiten globaler Herausforderungen“
    Am Dienstag, 23. Juni, um 18:15 Uhr hält Professor Florian Weber (Europastudien, Schwerpunkt Westeuropa und Grenzräume), einen Vortrag mit dem Titel „Die Großregion – der größte grenzüberschreitende Arbeitsmarkt der EU mit seinen Herausforderungen und Chancen“ (Gebäude B4 1, Raum 0.06). In der sogenannten Großregion im Herzen Europas – mit dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Teilen der französischen Region Grand Est, dem Großherzogtum Luxemburg und Teilen Belgiens – pendeln über 275.000 Menschen über nationalstaatliche Grenzen hinweg zur Arbeit, davon rund 200.000 Euro nach Luxemburg. Der größte grenzüberschreitende Arbeitsmarkt der EU steht jedoch vor neuen Herausforderungen. Die Vorlesung blickt aus gesellschaftspolitischer Perspektive auf die Institutionalisierung der Großregion sowie im Lichte neuer „Vergrenzungen“ auf Hürden und Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft in komplexen Zeiten.
    Die Ringvorlesung mit dem vollen Titel „Wirtschaft und Gesellschaft in Zeiten globaler Herausforderungen: Verantwortungsvolle Unternehmensführung zwischen Protektionismus, Technologien und Nachhaltigkeit“ zeigt, wie Unternehmen, Politik und Gesellschaft auf die aktuellen globalen Herausforderungen reagieren können. Sie wird organisiert am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insb. Handelsmanagement, von Professor Bastian Popp. Weitere Infos und alle Termine
     
  • Ringvorlesung: „Raumschiff Erde – Nachhaltigkeit”
    Am Dienstag, 23. Juni, um 16:15 Uhr referiert Dr. Andreas Kapf (Pyrum Innovations AG) zum Thema „Pyrolytische Verwertung von Altreifen“ (Geb. C4 3, kleiner Hörsaal II).  Jeder kennt sie, aber niemand nimmt sie wahr. Was passiert mit Altreifen, wenn sie das Ende ihrer Laufzeit erreicht haben? Ausgedient verschwinden sie wie durch Zauberhand aus dem Blickfeld. Gerade in Zeiten der Ölknappheit richten sich die Blicke auf alternative Ressourcen, um die Wirtschaft nicht nur unabhängiger, sondern auch nachhaltiger zu gestalten. Kann Innovation hier gleich zwei Probleme lösen? 
    Die öffentlichen Vorträge der fachrichtungsübergreifenden Vorlesungsreihe zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit finden jeweils dienstags um 16:15 Uhr auf dem Saarbrücker Campus im neuen Chemie-Hörsaalgebäude statt (Geb. C4 3, kleiner Hörsaal II). Auch eine Online-Teilnahme ist möglich. Den Link zur Online-Teilnahme gibt es in der Programmübersicht (unter dem ersten Termin). Weitere Infos zum Vortrag.
     
  • Vortragsreihe des Instituts für Kunstgeschichte
    Am Mittwoch, 24. Juni, um 18:00 Uhr hält Dr. Adeline Schwabauer (Goethe-Universität Frankfurt) einen Vortrag mit dem Titel „Umgenutzt und angepasst. Vom mittelalterlichen Trinkhorn zum Reliquienbehältnis“ (Gebäude B3 1, Raum 1.30). Horn aus den Stirnwaffen von Rinderartigen ist ein allgegenwärtiges und vielfältiges Material im Mittelalter. Aus ihm wurden Kämme und Laternenfenster gefertigt, Brillen, Pfeilbögen, Werkzeuggriffe oder Sähtrichter. Im Spätmittelalter wurden die Hornscheiden durch passgenaue Metallfassungen zu aufrechtstehenden Trinkgefäßen, die an der Festtafel, im Gildenmahl oder Willkommenstrunk verwendet wurden. Zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert sind Trinkhörner zudem vermehrt in Kirchenschätzen zu finden, wo sie vor allem als Reliquiare umgenutzt wurden. Die Wissenschaftlerin wird die Objektgeschichten von Hornreliquiaren darlegen, um deren Weg vom ordinären Alltagsmaterial zum repräsentativen Reliquienbehältnis zu erklären. Weitere Informationen
     
  • Interdisziplinäre Vortragsreihe „Medievalia“
    Am Mittwoch, 24. Juni, um 18:30 Uhr hält Professorin Theresia Heimerl (Religionswissenschaft, Universität Graz) einen Online-Vortrag zum Thema „Ein Blick in die Hölle. Visionen und Imaginationen der Hölle im Mittelalter“. Die interdisziplinäre Vortragsreihe „Medievalia“ steht im Sommersemester unter dem Schwerpunkt „Träume und Visionen im Mittelalter“. Sie wird gemeinsam von der Professur für die Geschichte des Mittelalters an der Universität des Saarlandes (Cristina Andenna) und dem Arbeitsbereich Germanistische Mediävistik der Universität Graz (Julia Zimmermann) organisiert. Ein Online-Zugang wird auf Anfrage per E-Mail bereitgestellt. Weitere Informationen und Anmeldung: https://www.uni-saarland.de/lehrstuhl/andenna/medievalia
     
  • Altertumswissenschaftliches Kolloquium:
    Das Altertumswissenschaftliche Kolloquium findet im Sommersemester in der Regel donnerstags um 18 Uhr in Geb. B3 1, Raum 1.30 statt. Am 25. Juni referiert Dr. Asuman Lätzer-Laser (Klassische Archäologie, Philipps-Universität Marburg) über „Mythos einer gräberfreien Stadt: Eine Neubewertung römischer Bestattungstopographie mittels QGIS“. Das antike Rom gilt traditionell als „gräberfreie" Stadt, da Bestattungen innerhalb des Stadtgebiets per Zwölftafelgesetz des 5. Jahrhunderts untersagt gewesen sein sollen. Der Vortrag hinterfragt diese Annahme anhand einer diachronen Analyse von Grabbauten und „Grenzsteinen“ (pomerialen Cippi) mithilfe von QGIS. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Trennung von Lebens- und Totenraum weniger strikt war als bislang angenommen. Mehr Informationen
     
  • Kolloquium „Forschungen zur Geschichte des mittelalterlichen Europas“:
    Die Professur für Geschichte des Mittelalters lädt am Donnerstag, 25. Juni, um 18:15 Uhr zum Vortrag „Beobachtung, Kontrolle und Wachsamkeit in spätmittelalterlichen Reformklöstern“ von John Hinderer (LMU München) ein. Die Benediktinerkongregationen des 15. Jahrhunderts waren als institutionalisierte Maßnahme gedacht, um wirtschaftlich und spirituell krisenbehaftete Klöster zu reformieren und ihr Alltagsleben zu regulieren. Neben der Kontrolle der Konventualen durch Generalkapitel und Visitation spielte dabei aber auch Wachsamkeit eine Rolle, etwa bei der Selbst- und Fremdbeobachtung im sogenannten Schuldkapitel. Der Vortrag diskutiert vor diesem Hintergrund die Erscheinungsformen, Bedeutungen und Mechanismen von Beobachtung, Kontrolle und Wachsamkeit in den Reformklöstern. Weitere Informationen.
  • Online-Ringvorlesung: „Kinderschutz in Theorie und Praxis“
    Am Freitag, 26. Juni, steht die Online-Ringvorlesung unter dem Titel „Transgenerationale Weitergabe und systemischer Kinderschutz“. Die interdisziplinäre Vorlesungsreihe ist eine Veranstaltung der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie unter Leitung von Professorin Eva Möhler. Die Vorträge richten sich an Studierende der Fächer Jura, Psychologie, Lehramt, Medizin und Zahnmedizin sowie interessierte Fachleute, aber auch Laien können gerne teilnehmen. Die Vorlesungen finden freitags von 13 Uhr bis 14.30 Uhr über Microsoft Teams statt. Weitere Termine und Teilnahme-Link

Informationen zu allen Vorträgen: www.uni-saarland.de/veranstaltungen