Ringvorlesungen

Rückblick

„Narren, Clowns, Spaßmacher“

Saarbrücker literaturwissenschaftliche Ringvorlesung

im Festsaal des Rathauses Sankt Johann der Landeshauptstadt Saarbrücken

Sommersemester 2019 | montags 19 Uhr

Unter den vielen Außenseitern, welche die Literaturgeschichte bevölkern, nehmen Narren, Clowns und Spaßmacher eine besondere Stellung ein: Im Spannungsfeld von Vernunft und Irrealität, Weisheit und Einfalt, Humor und Tragik, Scherz und Ernst, Gelächter und Schauder formulieren diese Figuren unangenehme Wahrheiten, üben Kritik an bestehenden Verhältnissen, warnen vor Fehlentwicklungen, mahnen vor drohendem Unglück und wollen manchmal auch einfach nur unterhalten.

Die zehnte Saarbrücker literaturwissenschaftliche Ringvorlesung ist eine Einladung, den Darstellungen und Wandlungen des Närrischen und Clownesken in der Literatur vom Mittelalter bis in die Gegenwart zu folgen. Die Vorträge eröffnen einerseits motivgeschichtliche und typologische Perspektiven und bieten andererseits Interpretationen literarisch einschlägiger Werke.

Veranstalter der Saarbrücker literaturwissenschaftlichen Ringvorlesungen sind Dr. Katharina Meiser und Professor Dr. Sikander Singh von der Universität des Saarlandes in Zusammenarbeit mit Christel Drawer, Abteilungsleiterin für Film und Wissenschaft im Kulturamt der Landeshauptstadt Saarbrücken.

Die Vorlesungen dauern in der Regel eine Stunde. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit den Vortragenden ins Gespräch zu kommen.

„1968. Literatur und Revolution“

Saarbrücker literaturwissenschaftliche Ringvorlesung

im Filmhaus der Landeshauptstadt Saarbrücken, Mainzer Str. 8, 66111 Saarbrücken

Sommersemester 2018 | montags 19:00 Uhr

Bis in unsere Gegenwart ist die 68er-Bewegung Gegenstand kontroverser gesellschaftlicher und politischer Diskussionen geblieben. Auch im Hinblick auf die Geschichte der Literatur bildet das Jahr eine interessante Zäsur: Einerseits wurde mit der Studentenrevolte (zunächst in den Vereinigten Staaten von Amerika und nachfolgend in europäischen Ländern) die Frage nach der gesellschaftlichen Relevanz der Literatur neu gestellt. Andererseits unternahm man den Versuch einer Neubestimmung des Verhältnisses von Literatur und Literaturtheorie. Nicht zuletzt wurden Werke des literarischen Kanons, die den geistigen Widerstand und die lebensweltliche Revolte des Individuums gegen die Nützlichkeitsmoral der Gesellschaft, verbunden mit einem romantischen, nach verlorener Ganzheitlichkeit strebenden Naturgefühl reflektierten, zu programmatischen Texten einer nonkonformistischen, kultur- und zivilisationskritischen Bewegung.

Die neunte Saarbrücker literaturwissenschaftliche Ringvorlesung erinnert nach einem halben Jahrhundert an die Protestbewegung des Jahres 1968 und fragt nach ihrer Bedeutung für die Literatur. Die Vorträge untersuchen das ganze Spektrum an Einflüssen und Wechselwirkungen, Vorbildern und Nachwirkungen der 68er-Bewegung im literarischen Feld.

Veranstalter der Saarbrücker literaturwissenschaftlichen Ringvorlesungen ist Professor Dr. Sikander Singh von der Universität des Saarlandes in Zusammenarbeit mit Christel Drawer, Abteilungsleiterin für Film und Wissenschaft im Kulturamt der Landeshauptstadt Saarbrücken.

Kommentare, Kämpfe, Kontroversen. Karl Marx zum 200. Geburtstag

Saarbrücker literaturwissenschaftliche Ringvorlesung

im Filmhaus der Landeshauptstadt Saarbrücken

Wintersemester 2017/18 | montags, 18.30 Uhr

Der Philosoph Karl Marx zählt zu den umstrittensten und zugleich wirkungsmächtigsten Denkern des 19. Jahrhunderts. Indem er die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Epoche analysierte und in eine geschichtsphilosophische Perspektive stellte, wurde er – gemeinsam mit Friedrich Engels – zum Begründer des Wissenschaftlichen Sozialismus. Seit dem 20. Jahrhundert haben wir gelernt, den Nationalökonomen und Soziologen, den Begründer der Arbeiterbewegung und Revolutionär vor dem Hintergrund der realpolitischen Auswirkungen seiner Gesellschaftstheorie in der Folge der Oktoberrevolution des Jahres 1917 zu betrachten. Auch haben seine Analysen, die in der Tradition der Aufklärung auf die Emanzipation des Menschen zielen, die politischen Vorstellungen der nonkonformistischen, kultur- und zivilisationskritischen Jugendbewegung der 1960er und 1970er Jahre wesentlich geprägt. Soziologische, aber auch kultur- und literaturwissenschaftliche Theoriebildungen dieser Jahre nehmen in vielfacher Hinsicht Bezug auf Marx‘ kritische Deutung der Wirtschaftsordnung und des Menschbildes des Kapitalismus.

Aus Anlass des 200. Geburtstages des Philosophen beleuchtet die achte Saarbrücker literaturwissenschaftliche Ringvorlesung einerseits historische, ökonomische, literaturwissenschaftliche und wirkungsgeschichtliche Perspektiven auf Leben und Werk. Andererseits reflektieren ausgewählte Filme, die jeweils von einer kurzen, filmwissenschaftlichen Einführung eingeordnet werden, die Nachwirkungen seines Denkens, das sich mit der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beschäftigte.

Veranstalter der Saarbrücker literaturwissenschaftlichen Ringvorlesungen ist Professor Dr. Sikander Singh von der Universität des Saarlandes in Zusammenarbeit mit Christel Drawer von der Kontaktstelle Wissenschaft der Kulturabteilung und dem Filmhaus der Landeshauptstadt Saarbrücken.

 

„Literatur und Geschichte“

Saarbrücker literaturwissenschaftliche Ringvorlesung

im Festsaal des Rathauses Sankt Johann der Landeshauptstadt Saarbrücken

Sommersemester 2017 | montags 19 Uhr

Die Geschichte, die den Menschen, wie Friedrich von Schiller formuliert, „durch alle abwechselnden Gestalten der Meinung, durch seine Thorheit und seine Weisheit, seine Verschlimmerung und seine Veredlung, begleitet“, ist ein Gegenstand zahlreicher dramatischer, epischer und lyrischer Texte. Die Frage nach ihrer Bedeutung für die Literatur sowie der Darstellung von historischen Ereignissen, Themen oder Persönlichkeiten in der Dichtung ist seit der Antike gestellt worden.

Grundsätzlich lässt sich das Verhältnis von Literatur und Geschichte in zweierlei Hinsicht betrachten: Zum einen kommt die Geschichtsschreibung, die sich die Rekonstruktion des Faktischen zum Ziel gesetzt hat (Leopold von Ranke: „wie es eigentlich gewesen ist“), nicht umhin, sich narrativer Verfahrensweisen zu bedienen und damit originärer literarischen Gestaltungstechiken. Zum anderen kann in der Fiktion der Dichtung gegenüber der Geschichtsschreibung ein spezifischer Mehrwert gesehen werden, der sie über das bloß Faktische erhebt.

Grundlegend hierfür ist das Diktum der Aristotelischen Poetik, dass „Dichtung etwas Philosophischeres und Ernsthafteres als Geschichtsschreibung“ sei. Es ist dieser bis heute zur Interpretation herausfordernde Satz, aus dem wiederum ein Autor historischer Dramen wie Schiller seinen Anspruch abgeleitet haben dürfte, „die historische Wahrheit den Gesetzen der Dichtung unterzuordnen“. Zwischen den beiden angesprochenen Polen öffnet sich für geschichts- wie literaturwissenschaftliche Fragestellungen ein breites Spektrum, dem sich Vertreter beider Disziplinen widmen.

Veranstalter der Saarbrücker literaturwissenschaftlichen Ringvorlesungen sind Professor Dr. Sikander Singh und Dr. Manfred Leber von der Universität des Saarlandes in Zusammenarbeit mit Christel Drawer von der Kontaktstelle Wissenschaft der Kulturabteilung der Landeshauptstadt Saarbrücken.

»Erkundungen zwischen Krieg und Frieden«

Saarbrücker literaturwissenschaftliche Ringvorlesung

im Festsaal des Rathauses Sankt Johann der Landeshauptstadt Saarbrücken

Sommersemester 2016 | montags 19 Uhr

in Zusammenarbeit mit der Kontaktstelle Wissenschaft der Kulturabteilung der Landeshauptstadt Saarbrücken

Der Krieg, als „Zustand der öffentlichen Gewaltthätigkeiten zwischen Staaten oder beträchtlichen Theilen derselben“, wie der Dresdner Bibliothekar und Lexikograph Johann Christoph Adelung (1732–1806) im „Grammatisch- kritischen Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart“ definiert, bestimmt nicht nur das politische Denken und Handeln. In allen Epochen haben Krieg und Kriegserlebnis auch die Literatur, die Künste und Wissenschaften geprägt. Da aber die Erfahrung des Krieges und die Sehnsucht nach Frieden einander dialektisch bedingen, haben Schriftstellerinnen und Schriftsteller in ihren Werken auch über Voraussetzungen und Bedingungen wie die grundsätzliche Möglichkeit des friedlichen Miteinanders menschlicher Gesellschaften nachgedacht. Vor dem Hintergrund der Bürgerkriege, der Eroberungs-, Befreiungs-, Angriffs- und Verteidigungskriege, in denen Macht und Ohnmacht politischen Handelns in unserer Gegenwart offenbar werden, fragt die Saarbrücker literaturwissenschaftliche Ringvorlesung des Sommersemesters 2016 nach bellizistischen und pazifistischen Diskursen in der Literatur. Der Fokus liegt hierbei auf den kanonischen Werken der Literaturgeschichte, die im Hinblick auf Repräsentation und Inszenierung, auf Darstellungsstrategien und Rhetoriken, auf Erinnerungen und Deutungen von Krieg und Frieden befragt werden.

Veranstalter der Saarbrücker literaturwissenschaftlichen Ringvorlesungen sind Professor Dr. Sikander Singh und Dr. Manfred Leber von der Universität des Saarlandes in Zusammenarbeit mit Christel Drawer von der Kontaktstelle Wissenschaft der Kulturabteilung.

Goethe und …

Saarbrücker literaturwissenschaftliche Ringvorlesung

im Festsaal des Rathauses Sankt Johann der Landeshauptstadt Saarbrücken

Sommersemester 2015 | montags 19 Uhr

Die literaturwissenschaftlichen Ringvorlesungen präsentieren Johann Wolfgang Goethe (1749–1832), den großen Klassiker der deutschen Literatur, aus verschiedenen Perspektiven. Werke des Weimarer Schriftstellers werden im Kontext ihrer Zeit vorgestellt. Beachtung finden seine Beziehungen zu Zeitgenossen, seine Auseinandersetzung mit anderen Epochen und seine internationale Wirkungsgeschichte.

Die Vorlesungen sind eine Einladung, Goethe nicht nur als bedeutenden Repräsentanten der deutschen Dichtung zu begreifen, sondern sich mit der Modernität seines Denkens zu beschäftigen.

Veranstalter der Saarbrücker literaturwissenschaftlichen Ringvorlesungen sind Privatdozent Dr. Sikander Singh und Dr. Manfred Leber von der Universität des Saarlandes in Zusammenarbeit mit Christel Drawer von der Kontaktstelle Wissenschaft der Kulturabteilung der Landeshauptstadt Saarbrücken.