Lehrveranstaltungen

Lehrveranstaltung von Hermann Gätje im Sommersemester 2022

Die „Querelle des Anciens et des Modernes“ in Deutschland

Die „Querelle des Anciens et des Modernes“ war eine in Frankreich um die Wende zwischen 17. und 18. Jahrhundert initiierte Debatte, die zugespitzt zu der Frage hinführte, ob die Werke der Antike überhaupt noch eine Relevanz und Bedeutung in der Gegenwart hätten. Die den gesamten Kulturbereich betreffende Diskussion fand auch in Deutschland seit Mitte des 18. Jahrhunderts ihren Niederschlag und ist in der deutschen Literatur bis zum Beginn der Romantik immer präsent. Das Proseminar will den Diskurs vor dem Hintergrund seiner Geschichte beleuchten, aber auch versuchen, seine Grundfragen auf die heutige Perspektive zu übertragen. Im Zentrum stehen Texte von Johann Gottfried Herder, Friedrich Schiller und Friedrich Schlegel.

Das Proseminar findet montags von 14.00 bis 16.00 Uhr statt.

Einführende Artikel und Aufsätze, die Gegenstand der ersten Sitzungen sein werden, werde ich über MSTeams bzw. Moodle bereitstellen. Folgende Werke werden im Zentrum der Seminardiskussion stehen:

  • Johann Gottfried Herder: Werke Band 7. Briefe zu Beförderung der Humanität. Hrsg. von Hans Dietrich Irmscher. Frankfurt am Main 1991 (Siebente und Achte Sammlung, S. 435–578).
  • Friedrich Schiller: Über naive und sentimentalische Dichtung. In: Friedrich Schiller: Werke und Briefe Band 8: Theoretische Schriften. Hrsg. von Rolf-Peter Janz [u.a. unter Mitarbeit]. Frankfurt am Main 1992, S. 706–810. [auch in Reclams Universal-Bibliothek erhältlich: Friedrich Schiller: Über naive und sentimentalische Dichtung. Hrsg. v. Klaus L. Berghahn. Stuttgart 2002]
  • Friedrich Schlegel: Über das Studium der griechischen Poesie. In: Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe 1. Abt. Band 1: Studien des klassischen Altertums. Eingel. u. hrsg. v. Ernst Behler. Paderborn 1979.

Lehrveranstaltung von Sikander Singh im Sommersemester 2022

Theodor Fontane

Die Romane und Novellen Theodor Fontanes erzählen präzise und ironisch, humorvoll und kritisch von der gesellschaftlichen und politischen Verfasstheit seiner Epoche. Sein Prosaschaffen umfasst jedoch nicht nur Zeitromane sondern auch Historische Romane, Kriminalnovellen, Ehe- und Standesromane. Sowohl im Hinblick Erzähltechniken und Figurenkonzeption, Raum- und Zeitgestaltung als auch bezogen auf poetologische Positionen stehen diese Texte in einer produktiven Wechselbeziehung zu den Diskursen des Realismus in der deutschen und europäischen Literatur, die sie aufgreifen und weiterentwickeln.

Vor diesem Hintergrund erörtert das Seminar ausgewählte Romane und Novellen Theodor Fontanes, entwickelt exemplarische Deutungszugänge und diskutiert verschiedene Ansätze ästhetischen Einordnung.

Das Hauptseminar findet dienstags von 14.00 bis 16.00 Uhr statt.

Folgende Werke, die Gegenstand der Seminardiskussion sein werden, sind bereits in der Vorlesungsfreien Zeit zu lesen:

  • Schach von Wuthenow. Erzählung aus der Zeit des Regiments Gensdarmes. Hrsg. von Walter Keitel. Stuttgart: Reclam.
  • Unterm Birnbaum. Hrsg. von Irene Ruttmann. Stuttgart: Reclam.
  • Effi Briest. Hrsg. von Kurt Wölfel. Stuttgart: Reclam.
  • Der Stechlin. Hrsg. von Hugo Aust. Stuttgart: Reclam.

Über den biographischen und literarhistorischen Kontext können sich in folgenden Forschungsarbeiten informieren:

  • Katharina Grätz: Alles kommt auf die Beleuchtung an. Theodor Fontane – Leben und Werk. Stuttgart 2015.
  • Claudia Stockinger: Das 19. Jahrhundert. Zeitalter des Realismus. Berlin 2010.