Tagungen

Erkenntnis und wissenschaftlicher Fortschritt entstehen nicht nur im Prozess der Lektüre oder durch die Erschließung bislang unbekannter Archivgüter. Wissenschaftlicher Fortschritt entsteht auch im Dialog mit Forscherinnen und Forschern aus dem In- und Ausland.

Das Literaturarchiv veranstaltet deshalb Tagungen, Forschungskolloquien, Kongresse und Symposien zur Fragen der Regional- und Grenzliteratur – und manchmal auch darüber hinaus.

Der Deutsch-Französische Krieg 1870/1871 im Kontext – Literarische Darstellungen, Formen und Strategien

Journée d’étude, Saarbrücken, 5. und 6. November 2020

Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass der Universität des Saarlandes in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Saarbrücken

 

Die Erzählung von der historisch begründeten (Erb-)Feindschaft zwischen Deutschland und Frankreich ist zwar bereits 1954 in Heinz-Otto Sieburgs Studie Deutschland und Frankreich in der Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts plausibel als Mythos dekonstruiert worden; gleichwohl war die Nachbarschaft beider Länder vom Reformationszeitalter bis in das 20. Jahrhundert von einer langen Reihe von Kriegen und bewaffneten Auseinandersetzungen bestimmt, so dass die literarischen Topoi, die diese Gegnerschaft aufnehmen, sich als ebenso persistent erwiesen haben wie die politischen Denkfiguren, Urteilsmuster und -stereotypen, die sie begründen. In diesem Zusammenhang ist der Deutsch-Französische Krieg der Jahre 1870/1871 als einer der Scheitel- bzw. Konvergenzpunkte der wechselvollen Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen und ihrer Betrachtung im literarischen Diskurs zu verstehen.

Im politischen Spannungsfeld der Koalitionskriege (1792 bis 1815) und des Ersten Weltkrieges (1914 bis 1918) entstand im Vorfeld wie in der Folge des Waffengangs von 1870/1871 sowohl auf deutscher als auch auf französischer Seite ein polyphoner Chor lyrischer, erzählerischer und dramatischer Stimmen, welche den militärischen Konflikt, die patriotischen und die nationalen (nicht zuletzt: die nationalistischen) Diskurse, die Kampfhandlungen und ihren Verlauf sowie individuelle Erinnerungen daran, die politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Auswirkungen des Krieges aber auch seine Folgen im Hinblick auf das Leben des einzelnen Menschen wie seine gesellschaftlichen Implikationen zum Gegenstand haben.

Da der Krieg 1870/1871 nicht als ein isoliertes historisches Geschehen zu betrachten ist, sondern diskurs- wie ideengeschichtlicher Einordnungen bedarf, und die ihn reflektierenden literarischen Texte auf Semantiken, Darstellungsformen und -strategien sowie Rhetoriken rekurrieren, welche die deutsch-französischen Beziehungen seit der frühen Neuzeit orchestrieren, fragt die Journée d’étude nach bellizistischen und pazifistischen Diskursen in der deutschen und französischen Literatur.

Den Ausgangspunkt sollen zwar Werke bilden, die während oder unmittelbar nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 entstanden sind und sich explizit auf ihn beziehen, doch will die Journée d’étude deren fiktionale und autobiographische Erzählweisen und -strategien im literarischen Diskurs von den Koalitionskriegen bis zum Ersten Weltkrieg kontextualisieren. Hiermit verbunden sind Fragen nach Darstellungsformen und bevorzugten Gattungen, nach Repräsentation und Inszenierung von Krieg und Kriegserlebnis. Auch lassen sich viele der literarischen Zeugnisse literatursoziologisch im Hinblick auf die Entwicklung der Unterhaltungs- und Trivialliteratur des 19. Jahrhunderts, ihre Medien und Rezeption vertieft deuten.

Neben Forschungen zu erzählerischen Werken und autobiographischen Darstellungen interessieren gleichermaßen Studien zu lyrischen und epischen Dichtungen, Kriegs- und Soldatenliedern, Fest- und Singspielen, dramatischen Bearbeitungen und Libretti, Feld- und Gedenkpredigten sowie – nicht zuletzt – Untersuchungen zu Voraussetzungen und Bedingungen, die der Krieg 1870/1871 für spätere, sehr divergente Perioden bzw. Strömungen im deutsch-französischen literarischen Feld gegeben hat, wie Naturalismus, Expressionismus oder Heimatkunstbewegung.

Rückblick

Internationale Konferenz „Identitätskonzepte in der Literatur“

Saarbrücken, 20. bis 22. November 2019

Als Begriff wie als Diskurs wird Identität in der Gegenwart zunehmend einseitig ideologisch vereinnahmt und (tages)politisch instrumentalisiert. Die Konferenz wird vor diesem Hintergrund den Terminus im Hinblick auf seinen Gehalt und seine historischen Bedeutungsdimensionen perspektivieren. Der Fokus auf die Literatur ist hierfür in besonderer Weise geeignet, weil dieser seit dem Aufkommen national(staatlich)er Diskurse im 18. Jahrhundert eine wesentliche Rolle für die Konstitution und die Bestätigung von Identität zugefallen ist. Vor allem der Literatur mit regionalem Bezug kommt in diesem Prozess zentrale Bedeutung zu, aus der sich Stereotypen der Verengung und Trivialität, z. B. der Heimatliteratur, entwickelt haben.

Indem die Funktion der Konstitution und Stiftung von Identität durch die Literatur vergleichend betrachtet wird, können folgende Aspekte und Tendenzen insbesondere hinterfragt werden: Wie verhalten sich regionale Identitätskonzepte mit geschlechts-, gruppen- oder generationsbezogenen Entwürfen, die sich in der Literatur nachweisen lassen? Im Hinblick auf die regionale Referenz stellt sich vor allem die Frage, ob sich gleichermaßen antagonische und analoge Identitätsentwürfe wie „Europäer*in“ oder „Weltbürger*in“ mit der zunehmenden Globalisierung und kulturellen Vernetzung herausgebildet haben und sich in ein literarisches Programm fassen lassen.

Weil bereits der Begriff der Identität unscharf, vielschichtig und polyvalent ist, wird die Konferenz auch psychologische, philosophische und kulturhistorische Ansätze diskutieren, die sich mit dem Terminus und seinen Konnotationen beschäftigen und diese in Beziehung zur Literatur setzen. Hiervon ausgehend kann zudem erörtert werden, ob bestimmte Gattungen, Schreibformen, Inhalte, Figuren(typen) eine besondere Affinität zu Konzeptualisierungen von Identität aufweisen und auf welche Weise diese in Texten konkret zum Ausdruck kommen.

Ein weiterer Aspekt, der behandelt wird, ist die Frage nach Identitätskonzepten im Spannungsfeld von Schreiben und Lesen: Schreiben kann sowohl für Autor*in als auch für Leser*in identitätsstiftend bzw. -bildend sein. Die Konferenz wird diese Fragestellung in ihren Wechselwirkungen ausleuchten und entsprechend exemplarische Autor*in-Leser*in-Relationen im literarischen Feld paradigmatisch herausarbeiten.

Arbeitsgespräch: Texte und Kontexte – Theobald Hocks „Schönes Blumenfeldt“ (1601)

Saarbrücken, 1. und 2. März 2018

Das literarische Schaffen des 1573 in der Ortschaft Limbach bei Homburg/Saar geborenen und vor 1624 in Böhmen oder im Elsass verstorbenen Dichters Theobald Hock umfasst 92 Gedichte, die im Jahr 1601 in der Sammlung „Schönes Blumenfeldt“ im Druck erschienen sind. Es ist nicht nur die einzige von Hock veröffentlichte Gedichtsammlung, sondern zugleich ein singuläres Zeugnis literarischen Gestaltungswillens in deutscher Sprache im Übergang von Späthumanismus zum Barock, im Spannungsfeld des spätmittelalterlichen Meistersangs, der neulateinischen Dichtung und italienischer Einflüsse.

Seitdem die Literaturgeschichtsschreibung den Dichter und sein Werk in der Folge eines 1845 erschienenen Aufsatzes von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben wiederentdeckt hat, ist seine wechselvolle Lebensgeschichte zwar in großen Zügen erforscht worden, sein Werk hat jedoch im Hinblick auf Einzelinterpretationen und Analysen nur geringe Beachtung gefunden. Vornehmlich wurden seine Gedichte als Dokument einer literarhistorischen Schwellenzeit gewertet, die den prägenden sprach-, stil- und verskünstlerischen Positionen, die Martin Opitz formulierte, voranging und die deshalb an der weiteren Entwicklung der deutschen Lyrik des 17. Jahrhunderts keinen Anteil hatte. Insbesondere sind autopoetische Aussagen im „Schönen Blumenfeldt“ im Hinblick auf Opitz‘ „Buch von der Deutschen Poeterey“ gelesen worden.

Das Arbeitsgespräch wollte vor diesem Hintergrund die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem frühen saarländischen Schriftsteller fördern und zu einer Neubewertung der Werke Theobald Hocks beitragen.

Das Arbeitsgespräch wurde in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Ralf Bogner, Neuere Deutsche Philologie und Literaturwissenschaft der Universität des Saarlandes ausgerichtet.

Internationale Tagung: Grenze als Erfahrung und Diskurs

Saarbrücken, 23. bis 26. März 2017

Die Frage nach der Dynamik von Grenzziehungs- und Grenzverschiebungsprozessen steht seit Längerem im Zentrum geistes- und sozialwissenschaftlicher Forschungen. Sie gehen davon aus, dass es eine folgenreiche Perspektivenverschiebung und damit verbunden einen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn ermöglicht, kulturelle, soziale, wirtschaftliche und rechtliche Phänomene von den Prozessen der Grenzziehung aus zu betrachten. Zugleich rückt die Wechselbeziehung von Grenzen und Ordnungen ins Zentrum wissenschaftlicher Überlegungen. Einerseits konstituieren Grenzen Ordnungen und Sinnstrukturen. Andererseits produzieren Ordnungen Grenzen. Die Tatsache, dass Grenzen im modernen Zeitalter in eine beschleunigte Bewegung geraten sind, schlägt sich heute in einer Vielzahl von aktuellen Terminologien nieder. Die Frage danach, welche Auswirkungen von derartigen Veränderungen für die Ordnungen ausgehen, in denen wir leben, beschreibt dabei einen wesentlichen Punkt unseres wissenschaftlichen Erkenntnisinteresses. Im Zuge der momentanen Flüchtlingsbewegungen hat das Thema der Grenze zudem an politischer Brisanz gewonnen. Menschen harren wartend vor den Grenzen Europas aus. Die Politik diskutiert zunehmend Maßnahmen der „Grenzsicherung“ bzw. der „Durchlässigkeit“ von Grenzen.

Die Tagung und der Doktorandenworkshop nehmen diese aktuellen politischen Entwicklungen wie neueren Forschungsbewegungen gleichermaßen auf. Das Phänomen des Exils soll dabei in empirischer wie in methodischer Hinsicht nicht von seinen Zentren, sondern von den Grenzen aus in den Blick genommen werden.

Ausgehend von einem regionalen Schwerpunkt auf das Saargebiet (Territoire du Bassin de la Sarre), den das Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass als Archiv der Großregion Saar-Lor-Lux wissenschaftlich aufarbeitet, bietet die Tagung ein Forum, Darstellungen von und über den Gang ins Exil neuerlich zu diskutieren, seien es Landwege nach Frankreich, Belgien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, die Schweiz, die skandinavischen Länder, in die Sowjetunion, die Tschechoslowakei oder Überseereisen nach Mittel- und Lateinamerika oder die Vereinigten Staaten von Amerika.

Mit seinen Grenzen zu Deutschland und Frankreich war das Saargebiet, das seit 1920 als Mandatsgebiet vom Völkerbund verwaltet wurde, für zahlreiche Verfolgte des Nationalsozialismus bis zum Jahr 1935 ein erstes Ziel ihres Exils und diente oftmals als Durchgangsstation. Zudem fungierte die Region in dieser Zeit als eine Schnittstelle für die Organisation des illegalen Widerstands gegen den Nationalsozialismus im Deutschen Reich und war dabei – wie auch andere Grenzregionen – selbst ein Ort des Exils: Die geringe Entfernung zur deutschen Grenze evozierte – charakteristisch für grenznahe Exilräume – eine ambivalente Gefühlslage. Die Nähe zur verlassenen Heimat kontrastierte mit der Bedrohung, die von derselben ausging.

In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Exilforschung e. V.

Internationale Tagung: Konjunktionen. Yvan Goll im Diskurs der Moderne

Saarbrücken, 6. bis 8. April 2016

In der von Kurt Pinthus herausgegebenen Sammlung „Menschheitsdämmerung“ ist Yvan Goll mit sieben Dichtungen vertreten, darunter sind auch die Vers- und Prosafassungen des „Panamakanals“. Aber nicht nur die Aufnahme in das Standardwerk des deutschen Expressionismus hat das Urteil der Literaturgeschichtsschreibung über das Werk des deutsch-französischen Schriftstellers wesentlich bestimmt.

Indem Goll zu Beginn des Ersten Weltkrieges in die Schweiz emigrierte, wo er sich dem Kreis von Pazifisten um Romain Rolland und Henri Guilbeaux anschloss, und am Anfang des Zweiten Weltkrieges die französische Hauptstadt verließ, um nach New York zu flüchten, ist die Zuordnung als Schriftsteller des Exils ebenfalls prägend für die Nachwirkung seiner Dichtungen geworden. Und weil Goll in Saint-Dié in den Vogesen geboren worden ist, weil er in Metz aufwuchs, in Straßburg studierte, weil sich in seinen lothringisch-elsässischen Jahren deutsche und französische Einflüsse mischen, aber auch weil er einer jüdischen Familie entstammte, sind Alterität, Fremd- und Heimatlosigkeit wiederkehrende Themen seiner Texte.

Nicht zuletzt haben auch jene Dichtungen, die während der Zwischenkriegszeit entstanden sind, die Goll in Berlin und Paris im Spannungsfeld der deutschen und der französischen Avantgarde verbrachte, zu der „Ortlosigkeit“ seines Werkes in der Geschichte der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts beigetragen.

Vor diesem Hintergrund fragt die Tagung nach den Einflüssen und Wechselwirkungen der Moderne und ihrer Verlaufsformen auf das Werk Yvan Golls. Neben Untersuchungen, die Fragen der Intertextualität wie der traditionellen Einflussforschung in den Blick nehmen, diskutieren die Beiträge die ästhetische Programmatik seiner Dichtungen im Kontext poetologischer Diskurse der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Da Yvan Goll (gemeinsam mit seiner Ehefrau Claire) vielfältige, künstlerisch produktive Kontakte zu Schriftstellern, bildenden Künstlern und Musikern pflegte, nehmen Studien zudem die persönlichen Beziehungen zwischen dem Schriftsteller und Künstlerkollegen in den Blick und untersuchen diese auf ihre Signifikanz für das Werk untersuchen.

Auch die Nachwirkung von Yvan Goll wird auf der Tagung behandelt. Nach seinem Tode gelangte er vor allem durch die sogenannte „Celan-Goll-Affäre“ in den Blickpunkt wissenschaftlicher und öffentlicher Debatten; diese überlagern bis in die Gegenwart seinen wesentlichen Einfluss auf nachfolgende Lyrikergenerationen. So ist die postume Rezeption seiner Werke unter unterschiedlichen Aspekten von Bedeutung, beispielsweise im Hinblick auf seine Aktualität im Diskurs an der Schnittstelle zwischen deutscher und französischer Kultur.

Internationale Tagung: Literatur als philosophisches Erkenntnismodell

Pau/Frankreich, 26. bis 27. März 2015

Seit den Dialogen Platons ist das Verhältnis von Literatur und Philosophie im Spannungsfeld von Abhängigkeit und Kontrast in jeder Epoche des Denkens je eigenständig vermessen und bestimmt worden. Herausragende Bedeutung erhält die Literatur – nicht nur als Darstellungsweise sondern auch als Erkenntnismodell – für das Projekt der Aufklärung: Hier wird sie als Medium der Erziehung und Perfektibilität des Menschen im Kontext der moral- und popularphilosophischen Diskurse relevant, vor allem aber im Zusammenhang einer mit der Französischen Revolution des Jahres 1789 programmatisch werdenden Korrelation von Gedanke und Tat. Zugleich führte jedoch der neue Wissenschaftsbegriff, den der Rationalismus und seine Verlaufsformen hervorgebracht haben, ab dem späten 18. Jahrhundert zu einer zunehmenden Trennung des ästhetischen und des erkenntnistheoretischen Diskurses.

Vor diesem Hintergrund wird das Forschungskolloquium die Konstellation von Literatur und Philosophie in Deutschland und Frankreich im langen 19. Jahrhundert eingehender untersuchen. Das Problem der Erkenntnis- und Sprachskepsis und die Konkurrenz eines spezifischen Wissens der Dichtung und eines spezifischen Wissens der Philosophie sowie die daraus sich ergebenden Wahrnehmungsmöglichkeiten und Grenzen von Erkenntnis werden ebenso thematisiert, wie Fragen der Konzeptualisierung von Wissen und Erkenntnisleistung, des Wahrheits- und Erkenntnisanspruches der Dichtung oder Analysen zur Medialität der Literatur im Sinne der Darstellung bzw. Darstellbarkeit metaphysischer Problemkonstellationen.

In Zusammenarbeit mit Dr. Sebastian Hüsch, Université de Pau et des Pays de l’Adour

Internationale Tagung: Revisionen. Literarische Zeugnisse des Exils neu gelesen. Gustav Regler zum 50. Todestag

Saarbrücken, 7. bis 9. Oktober 2013

Die Exilliteratur der Jahre 1933 bis 1945, die zum einen durch die aus politischen, religiösen oder ethnischen Gründen notwendig gewordene oder erzwungene Flucht ihrer Verfasser aus dem Deutschen Reich und den nach 1933 gewaltsam eingegliederten Gebieten definiert worden ist und zum anderen über die dichterisch-produktive Auseinandersetzung mit den politischen Fragen der Zeit, ist intensiv erforscht worden.

Als ein konstruktiv-kritischer Beitrag zu den Diskussionen über Möglichkeiten und Zielsetzungen einer zukünftigen Exilforschung, die gegenwärtig im Spannungsfeld von Täter- und Opferforschung, Biographie- und Migrationsforschung, geistes-, sozial- und kulturgeschichtlichen Ansätzen und neueren Theoriebildungen sowie den jüngeren Debatten über Potentiale und gesellschaftliche Anwendungsbezüge einer historisch orientierten Forschung geführt werden, fokussiert die Tagung den ästhetischen und künstlerischen Gehalt von literatur- wie wirkungsgeschichtlich kanonischen Werken der deutschsprachigen Exilliteratur.

Vor dem Hintergrund der bereits geleisteten Forschungsarbeit sollen Interpretationen entwickelt werden, die neue Perspektiven auf das behandelte Werk eröffnen. Die Deutungen können sowohl Fragen der Poetik und des Wandels von Paradigmen und Interpretationen in den Blick nehmen als auch komparatistische Ansätze verfolgen.

Da die Tagung die zwischen 1933 und 1945 entstandene Werke und ihre künstlerische Signifikanz im Kontext der poetologischen Diskurse des 20. Jahrhunderts bestimmen möchte, sollten die Einzelinterpretationen auch Konflikte zwischen literaturgeschichtlicher Einordnung und ästhetischer Wertung diskutieren.

In Zusammenarbeit mit Dr. Sonja Klein, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Internationale Tagung „was die Zeit fühlt und denkt und bedarf.“ Die Welt des 19. Jahrhunderts in Heines Werk

Düsseldorf, 4. bis 6. Dezember 2012

Ausgangspunkt für die Konzeption des Kolloquiums ist die Beobachtung, dass das Werk Heinrich Heines einen hohen Realitätsgehalt hat. Die beherrschenden Themen seiner Zeit spiegeln sich nicht nur in ihm, sie sind substantiell in ihm greifbar. Heine verfügte in erstaunlichem Maße über Kenntnisse und Wissen in vielen Bereichen, und zwar nicht nur bezogen auf Deutschland und Frankreich, sondern auf Europa und die Welt. Dieses Wissen hat sein Werk in zweifacher Weise geprägt: Zum einen bilden die Elemente aktueller Realität wichtige inhaltliche Bestandteile seiner Texte, zum anderen konstituieren sie aber auch in besonderer Weise die Schreibart dieses Autors. Durch beide Faktoren wird Heines Werk auch zu einer Art Beschreibung des 19. Jahrhunderts, seiner Herkünfte und Zukünfte.
Die Themen des Kolloquiums beziehen sich deshalb auf zentrale Problemfelder und Sachbereiche des 19. Jahrhunderts. Diese sind häufig nicht isoliert zu sehen, sondern hängen vielfältig zusammen.

Vortragssaal der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Veranstalter: Heinrich-Heine-Institut (Professor Dr. Bernd Kortländer) zusammen mit dem Institut für Germanistik der Heinrich-Heine-Universität (Univ.-Professorin Dr. Henriette Herwig, Univ.-Professor Dr. Volker Dörr) und dem Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass der Universität des Saarlandes (Priv. Doz. Dr. Sikander Singh)

In Zusammenarbeit mit Professor Dr. Bernd Kortländer, Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf

Internationaler Kongress „… die Grenzen überfliegen“ Hermann Hesse zum 50. Todesjahr

Bern/Schweiz, 27. bis 30. März 2012

Grenzüberschreitungen sind für das Werk Hermann Hesses konstitutiv, nicht nur kulturelle, auch epochale und mediale. Der in Deutschland geborene Schriftsteller, der den größten Teil seines schöpferischen Lebens in der Schweiz verbrachte, entwickelt ein übernationales Denken, das seine regionalen Prägungen durch den alemannischen Raum gleichwohl nicht verleugnet. Innerhalb der literarischen Moderne kommt ihm auch deshalb eine Sonderstellung zu, weil er in seinen Texten Themen und Motive der Romantik mit solchen der Moderne kombiniert. Als malender Dichter reflektiert er nicht nur die Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten von Literatur, bildender Kunst und Musik, sondern auch die Bedeutung der neuen Medien seiner Zeit. Der internationale Kongress, den die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, das Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass der Universität des Saarlandes und die Universität Bern gemeinsam aus Anlass des 50. Todestages des Schriftstellers  ausrichten, beleuchten unterschiedliche Facetten im Werk des Grenzgängers Hermann Hesse und arbeiten dabei intermediale, intertextuelle, ideengeschichtliche und biographische Bezüge heraus.

In Zusammenarbeit mit Professorin Dr. Henriette Herwig, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf