Aktuelles

Online-Abendvorträge

Wegen der Corona-Beschränkungen findet unsere Abendvortragsreihe in diesem Semester online statt. Wir nutzen die aktuellen Einschränkungen als Chance, internationale Referenten zu gewinnen, und möchten zudem eine Forschungsinitiative mit dem Landschaftsverband Rheinland sowie den Universitäten Frankfurt und Köln vorantreiben (https://bodendenkmalpflege.lvr.de/de/aktuelles/vortraege/online_vortragsreihe_roman_networks_in_the_west.html). Aus diesem Grund finden zwei der Vorträge in etwas größerem Rahmen statt als üblich und wir werden hoffentlich spannende Diskussionen erleben!

Eine Anmeldung zu den Vorträgen ist per Email möglich (Email bitte senden an sabine.hornung(at)uni-saarland.de). Wir werden alle Interessierten in eine MSTeams-Gruppe aufnehmen, Sie erhalten dann einen Link zur Einwahl in den Vortrag. Die Einwahl ist auch problemlos über eine WebApp möglich, das Programm muss also nicht auf dem Rechner installiert werden. Studierende der Altertumswissenschaften an der Universität des Saarlandes, die eine Teilnahme an den Abendvorträgen der Archäologien nachweisen müssen, können dies über das Verfassen eines maximal einseitigen Kurzprotokolls tun. Nutzen wir also die Corona-Beschränkungen als Chance, uns auch im Fach weiter zu vernetzen. 

Dr. Gabriele Rasbach
Grüße aus dem Süden - Metallfunde der Spätlatène- und frühen Kaiserzeit auf Sizilien

28.06.2021, 18.15 Uhr

Abstract: 
Der Vortrag widmet sich den Metallfunden aus der hellenistisch-römischen Siedlung auf dem im Hinterland Palermos gelegenen Monte Iato. Die Siedlung wird seit nunmehr über 40 Jahren von den Universitäten Zürich und Innsbruck untersucht. Die langjährigen Ausgrabungen haben zahlreichen Kleinfunde aus republikanischer und augusteischer Zeit erbracht, deren Bedeutung weit über den Fundplatz und über Sizilien hinausreichen. Hieraus lassen sich weitreichende Kulturkontakte und sehr wahrscheinlich die Anwesenheit fremder Individuen und Akteure auf Sizilien belegen. Unter den Funden befinden sich Militaria, Bronzegefäße und Fibeln, die auch für die Chronologie der vorrömischen (und frühen römischen) Eisenzeit nördlich der Alpen und unseren Raum von Bedeutung sind.

Über die Referentin: 
Gabriele Rasbach ist wissenschaftliche Leiterin der Bibliothek und des Archivs der Römisch Germanisches Kommission (RGK) des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI). Weiterhin ist sie Lehrbeauftragte für die Vindonissa-Professur für Archäologie der römischen Provinzen an der Universität Basel. Neben ihren weitreichenden Forschungen zur Eisenzeit und zu germanisch-römischen Kulturkontakten nimmt ein Schwerpunkt nach wie vor die spätaugusteische Stadtgründung Lahnau-Waldgirmes ein.

 

Die Vor- und Frühgeschichte gratuliert ihrer Professorin im Ruhestand, Frau Prof. Dr. Frauke Stein, ganz herzlich zu ihrem 85. Geburtstag.

Bereits 1964 kam sie als junge Forscherin an unser Institut und vertrat hier das Fachgebiet der Frühgeschichtlichen Archäologie. Als Assistentin von Herrn Prof. Dr. Rolf Hachmann habilitierte sie zunächst zu den bronzezeitlichen Hortfunden in Süddeutschland, erhielt dann ab 1970 eine Hochschuldozentur und wurde 1973 schließlich zur C3-Professorin ernannt. Bis zu ihrer Pensionierung 2001 war Frauke Stein am Saarbrücker Institut für Vor- und Frühgeschichte tätig und forschte schwerpunktmäßig zu Völkerwanderungszeit und frühem Mittelalter, wo sie zahlreiche wissenschaftliche Impulse setzen konnte. Auch als Gleichstellungsbeauftragte der Universität war sie mit großem Engagement tätig und ihrer Zeit dabei stets voraus. Auch im Alter ist Frauke Stein jung geblieben und hat weiter eine ganze Generation von Nachwuchswissenschaftler*innen geprägt. Wir wünschen ihr von ganzem Herzen Glück, Gesundheit und noch viele Jahre, die sie mit ihrer Begeisterung für das Fach und für die Forschung füllen kann.
Eine ausführliche Würdigung der Jubilarin finden Sie hier: Prof. Dr. Frauke Stein

Dr. Daniel Burger-Völlmecke (Stiftung Stadtmuseum Wiesbaden), 
"Das Legionslager von Mogontiacum/Mainz – Roms 400jähriger Militärstützpunkt am Rhein"
31. Mai 2021, 18.15 Uhr

Abstract
Das Legionslager von Mainz wurde als Winterlager für die germanischen Feldzüge unter Kaiser Augustus im vorletzten Jahrzehnt vor Christi Geburt angelegt. Seine Gründung gilt als Geburtsstunde der Stadt Mainz. Mit seiner 400jährigen Nutzungszeit zählt das Legionslager nicht nur zu den am längsten genutzten, sondern aufgrund von dort ausgehenden Ereignissen reichsweiter Bedeutung zeitweise auch zu den wichtigsten Militärplätzen des Imperiums. Angesichts dieser historischen Bedeutung ist es erstaunlich, wie wenig über das Lager bisher bekannt war. Der Vortrag gibt Einblicke in die Ergebnisse neuer Forschungen, die im Jahr 2020 im Rahmen einer Freiburger Dissertation zur Topographie und Umwehrung des Mainzer Legionslagers erschienen sind.

Über den Referenten:
Dr. Daniel-Burger Völlmecke ist provinzialrömischer Archäologe und Kurator für die Sammlung Nassauischer Altertümer beim Stadtmuseum Wiesbaden. Er schloss 2017 seine Promotion zum Thema „Topographie und Umwehrung des römischen Legionslagers von Mogontiacum/Mainz“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg bei Prof. Heising ab. Anschließend wirkte er als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Archäologie und Geschichte der Römischen Provinzen an der Goethe-Universität Frankfurt bei Prof. Markus Scholz und führte in diesem Rahmen Ausgrabungen an den frühkaiserzeitlichen Anlagen „Auf dem Ehrlich“ und auf dem „Blöskopf“ bei Bad Ems sowie am römischen Marschlager bei Hofheim durch.

 

Prof. Dr. Markus Scholz (Goethe-Univ. Frankfurt a. M.),
"Roms Gier nach dem Silber: römisches Militär an der unteren Lahn in claudisch-neronischer Zeit"
26. April 2021, 18.15 Uhr

Mitautoren: Dr. Peter Henrich (GDKE), Dr. Daniel Burger-Völlmecke (Stiftung Stadtmuseum Wiesbaden), Frederic Auth M.A. (Goethe-Univ. Frankfurt a. M.)

Abstract: 
Das Lahntal weist prominente römische Fundstellen aus spätrepublikanischer und augusteischer Zeit auf, jüngere Zeugnisse direkter Präsenz Roms fehlten bisher. Als 2016 bei Bad Ems ein römisches Militärlager in Holz-Erde-Technik von ca. 8 ha Größe entdeckt wurde, schien ein weiterer augusteischer Stützpunkt gefunden worden zu sein. Die Ausgrabungen der Goethe-Universität Frankfurt und der GDKE Koblenz in den Jahren 2017–18 legen jedoch eine claudisch-neronische Datierung nahe. Das hat auch Konsequenzen für ein altbekanntes römisches Denkmal auf dem nahe gelegenen „Blöskopf“. Beide Anlagen stehen offenbar im Kontext römischen Bergbaus an der unteren Lahn.

Über den Referenten: 
Markus Scholz ist Professor für Archäologie und Geschichte der römischen Provinzen an der Goethe-Universität Frankfurt a.M. Zuvor arbeitete er beim Landesdenkmalamt Baden-Württemberg sowie am RGZM. Seine Forschungen sind breit aufgestellt, Schwerpunkte liegen vor allem in der Limesforschung und der Epigraphik – hier insbesondere sog. Kleininschriften, z. B. Fluchtäfelchen und Graffiti – sowie der Wirtschafts- und Sozialgeschichte anhand von Kleininschriften und Grabmonumenten.

 

Dr. des. Debora Cristina Tretola Martinez (Universität Bern)
"Am Handel erkennt man die Ware. Römische Amphoren und Handelsbeziehungen um die Zeitenwende (1. Jh. v. Chr. – 1. Jh. n. Chr.)"
Montag, 29.3.2021, 18:15 Uhr


Für die Frühgeschichte und die Römische Zeit liefern Amphoren zahlreiche Informationen zur Produktion, zum Handel und zum Konsum vorwiegend mediterraner Lebensmittel. Im Rahmen des Vortrages werden besagte Aspekte mit Fokus auf die späte Eisenzeit und den Beginn der Kaiserzeit untersucht. Dabei spielt die chronologische Einordnung der Amphoren eine zentrale Rolle. Schließlich soll auf die Interpretationsmöglichkeiten von Amphorenfunde eingegangen werden.

Über die Referentin:
Debora Cristina Tretola Martinez schloss 2010 ihr Studium zur Archäologie der Römischen Provinzen, Archäologie des Mittelmeerraumes (Klassische Archäologie) und Ur- und Frühgeschichte an der Universität Bern ab. 2020 wurde sie an der Universität Bern zum Thema "veni, vidi, aedificavi. Vom spätkeltischen Gehöft zur römischen villa. Die ländliche Besiedlung im südlichen Oberrheingebiet um die Zeitenwende am Beispiel von Reinach BL" promoviert. Sie beschäftigt sich bereits seit 2005 intensiv mit Amphorenfunden aus spätrepublikanischen resp. späteisenzeitlichen Kontexten. Zu ihren Projekten gehören die Aufarbeitung der Nekropole von Goeblingen-Nospelt (2009 publiziert), des sogenannten Emporium auf dem Titelberg (in Arbeit), die römischen Militärlager in Limburg-Eschhofen (2020 publiziert) und das caesarische Feldlager von Hermeskeil (in Arbeit). Seit 2012 ist sie in der Kantonsarchäologie Aargau und seit 2020 als assoziierte Forscherin am Institut für Archäologische Wissenschaften in Bern tätig.

 

Dr. Tanja Zerl (Universität zu Köln)
"Landwirtschaft und Ernährung während der späten Eisenzeit in der Niederrheinischen Bucht"
Montag, 22.2.2021, 18.15 Uhr


Im Rahmen einer Dissertation wurde Pflanzenmaterial aus späteisenzeitlichen Siedlungen in der Niederrheinischen Bucht analysiert. Diese Untersuchung erbrachte neue Erkenntnisse über Landwirtschaft und Ernährung in den letzten Jahrhunderten vor der Zeitenwende. Dazu gehören eine Intensivierung des Getreidebaus sowie nachweisliche Überschussproduktion und Einlagerung von Erntegut. Die agrarwirtschaftlichen Merkmale der späten Eisenzeit sollen u. a. anhand von Vergleich mit den vorangegangenen bronze- und eisenzeitlichen Phasen sowie mit der nachfolgenden römischen Epoche vorgestellt werden.

Über Tanja Zerl:
Tanja Zerl hat Vor- und Frühgeschichte, Botanik und Geschichte und Kultur der römischen Provinzen studiert. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Labor für Archäobotanik des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln, wo sie sich vor allem mit pflanzlichen Großresten aus Fundstellen aller  Epochen beschäftigt. Schwerpunkte ihrer Forschung liegen auf der Rekonstruktion der Landwirtschafts- und Ernährungsgeschichte in Mitteleuropa.

Prof. Dr. Andrew Fitzpatrick (University of Leicester)
“Julius Caesar’s Conquest of Britain”
7. Dezember 2020, 18:15 Uhr
Der Vortrag findet in englischer Sprache statt

Julius Cäsar landete 55 und 54 v. Chr. in Britannien. Lange wurde vermutet, dass diese beiden Expeditionen letztlich kaum Auswirkungen auf Britannien hatten. Auch in Rom verblassten sie wohl schnell in der Erinnerung. Ebenso wurde angenommen, dass die Britannienfeldzüge des Prokonsuls – wenn überhaupt – nur sehr wenige archäologische Spuren hinterließen. Der Nachweis eines wahrscheinlichen Landungsplatzes mit Marinebasis aus der Kampagne des Jahres 54 v. Chr. auf der Insel Thanet zeigt nun jedoch, dass diese Vermutungen revidiert werden müssen.

Thema des Vortrages ist u.a. die Frage, warum Cäsar nach Britannien kam. Zudem nimmt er die Geschichte und Archäologie der beiden Kampagnen in den Blick, ebenso wie ihre Bedeutung für Cäsars neun Jahre andauernden Gallischen Krieg. Weit davon entfernt, nur eine verblasste Erinnerung zu sein, hatte Cäsars Invasion allem Anschein nach einen anhaltenden und bedeutenden Effekt auf Britannien und führte ein knappes Jahrhundert später zu dessen permanenten Besetzung durch Rom.

Über Andrew Fitzpatrick
Andrew Fitzpatrick ist Forscher und Honorarprofessor an der Universität Leicester. Derzeit arbeitet er an einem Buch über Julius Caesars Eroberung Britanniens und war kürzlich Mitherausgeber eines Bandes zur Archäologie des Gallischen Krieges. Er ist vor allem in der Eisenzeitforschung tätig und Fellow der Society of Antiquaries of London sowie der Society of Antiquaries of Scotland und Mitglied des Chartered Institute for Archaeologists.

 

Veranstaltungshinweise zum Sommersemester 2021

Herzlich Willkommen zum Sommersester 2021!

Wegen der Corona-Pandemie finden Vorlesungen, Seminare, Proseminare und Übungen auch weiterhin online statt - und zwar durchweg live, damit von Ihrer Seite jederzeit Rückfragen möglich sind. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist ganz einfach. Sobald Sie sich im LSF für eine Veranstaltung anmelden, werden Sie in MSTeams in die zugehörige Gruppe aufgenommen und können sich dann im jeweiligen Zeitfenster in die Videokonferenz einwählen. Die Veranstaltung erscheint dann auch in Ihrem MSTeams-Kalender, über den eine Einwahl gleichfalls möglich ist.

Wir hoffen sehr, dass sich die Lage zeitnah ein wenig entspannt, so dass auch wieder Präsenzveranstaltungen möglich werden. Damit wir jedoch bis dahin die in der Wissenschaft so wichtige Kommunikation bzw. den Austausch weiter pflegen können, treffen wir uns jeden Montag, um 18 Uhr, zu einem virtuellen Kaffeeklatsch der Vor- und Frühgeschichte (mit den Dozent*innen und anderen Studierenden). Dieser versteht sich als ein ungezwungener Rahmen, in dem Sie Ihre Fragen zum Studium und zu Lehrveranstaltungen ebenso loswerden können, wie Kontakte mit anderen Studierenden oder auch zur Fachschaft knüpfen bzw. pflegen. Gerade für unsere neuen Studierenden im ersten Semester, die wir auf diesem Wege ganz herzlich begrüßen, hoffen wir damit ein klein wenig Ersatz für die so wichtige Präsenz vor Ort schaffen zu können. Sobald Sie sich für eine unserer Lehrveranstaltungen anmelden, erhalten Sie daher immer auch eine Einladung zur "Kaffeklatsch-Gruppe" in Teams. Sollte das aus irgendeinem Grund einmal nicht der Fall sein und Sie möchten gerne teilnehmen, senden Sie bitte eine kurze Nachricht an: sabine.hornung[at]uni-saarland.de.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start ins Semester und freuen uns auf ein baldiges Kennenlernen / Wiedersehen!

Tutorium (S. Hornung)

Das Tutorium findet online statt (Skype oder Microsoft Teams). Bitte per Email anmelden bei sabine.hornung(at)uni-saarland.de

Sprechstunden (Alle Mitarbeiter*innen)

Sprechstunden sind nach Vereinbarung jederzeit möglich und werden per Skype oder Micosoft Teams durchgeführt.