02/05/2026

Die Erfahrung von Ungewissheit im diplomatischen Austausch und in Verhandlungen im Spätmittelalter

Mann mit kurzrasierten schwarzen Haaren und einer Brille.
© Stéphane Péquignot

Deutsch-Französischer Diskurs

 

Vollständiger Titel: "Die Erfahrung von Ungewissheit im diplomatischen Austausch und in Verhandlungen im Spätmittelalter. Eine Skizze."

 

Zeit: 5. Februar 2026, 16.15 Uhr

Ort: Universität des Saarlandes, Campus B3 1, Raum 2.18, 66123 Saarbrücken

 

Referent: Stéphane Pequignot (École Pratique des Hautes Études, Paris)

Gastgeberin: Prof. Dr. Cristina Andenna (Geschichte)

Der diplomatische Austausch und insbesondere die diplomatischen Verhandlungen finden häufig in einem Horizont der Ungewissheit statt. In diesem Vortrag soll dieses in der Geschichtsschreibung wenig beachtete Phänomen aus drei sich ergänzenden Blickwinkeln betrachtet werden. Zunächst sollen Entwicklungen im Umgang mit Unsicherheit und Zweifel in der Diplomatie aufgezeigt werden. Dazu werden Fürstenspiegel, Botschafterberichte und Kommunikation zwischen den Mächten herangezogen sowie Schriften über die Kunst des Verhandelns untersucht. Ein weiterer Schwerpunkt liegt darauf, die Situationen und Ereignisse im Spätmittelalter, insbesondere im westlichen Mittelmeerraum, in denen die verschiedenen Akteure der Diplomatie mit Ungewissheit konfrontiert waren, zu charakterisieren. Angesichts dieser wiederkehrenden Schwierigkeiten bildete sich ein Verhandlungs-Know-how heraus. Dieses wird durch eine vergleichende Studie der dokumentarischen und kurialen Praktiken von Botschaftern sowie durch Fallstudien in diplomatischen Krisensituationen untersucht. Dieser Forschungsvorschlag ist Teil einer historiografischen Bewegung, in der die in Deutschland, Frankreich und anderen Ländern durchgeführten Forschungen seit etwa zwanzig Jahren im regelmäßigen Austausch stehen.