Tête-à-tête
Tête-à-tête: Zwei Referent:innen aus Deutschland und Frankreich treffen sich, um über ein aktuelles Thema zu diskutieren. Die Veranstaltung findet zweimal jährlich abwechselnd in Lothringen und in Saarbrücken statt.
Die Reihe “Tête-à-tête” wird gemeinsam vom Frankreichzentrum der Universität des Saarlandes, dem Institut d’Études Françaises Saarbrücken, dem Goethe-Institut Nancy und der Université de Lorraine organisiert.
Vergangene Veranstaltungen
25 June 2026
Nachtrag zum "Tête-à-tête 2026"
Nachträge zu vergangenen Veranstaltungen
9. Juli 2025, 18.30 Uhr, Villa Europa, Kohlweg 7, 66123 Saarbrücken
Am 9. Juli 2025 fand die Saarbrücker Ausgabe des Tête-à-tête statt, die dem Gedenken an den Widerstand von Frauen sowie an ihre Deportation während des Nationalsozialismus gewidmet war.
80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs tritt der Widerstand von Frauen in Deutschland, Frankreich und anderen vom nationalsozialistischen Deutschland besetzten Ländern zunehmend in das öffentliche Bewusstsein und wird verstärkt gewürdigt. Ein bedeutendes Zeichen dieser Anerkennung ist die jüngste Gründung des "Mémorial national des femmes en résistance et en déportation" im Fort Romainville bei Paris: ein zentraler Erinnerungsort, von dem aus zahlreiche Frauen über das Gestapolager Neue Bremm in Saarbrücken nach Deutschland deportiert wurden.
Unter Moderation von Professorin Anne-Sophie Donnarieix (Universität des Saarlandes) diskutierten vor diesem Hintergrund zwei ausgewiesene Expertinnen – die promovierte Historikerin Caroline François, Leiterin des wissenschaftlichen und kulturellen Programms beim französischen "Office national des combattants et des victimes de guerre", sowie die Saarbrücker Romanistik-Professorin Mechtild Gilzmer – über die Erinnerung an die im Nationalsozialismus verfolgten und Widerstand leistenden Frauen.
4. Juli 2024, 18.30‒20.00 Uhr, Villa Europa, Kohlweg 7, 66123 Saarbrücken
Das Tête-à-tête im Sommer 2024 stand im Zeichen der Olympischen Spiele, die in Paris im Juli 2024 stattgefunden haben. Nach einer Einführung in das Thema und einer kurzen Vorstellung der Referent*innen, der Säbelfechterin Léa Krüger und des Präsidenten des Rugby-Clubs „Stade Sarrois“, Fabrice Podevin, widmeten sich diese gemeinsamen Fragen wie der Zugänglichkeit und Finanzierung von Sportangeboten, Machtstrukturen im Profi- und Amateursport sowie interkulturellen sportlichen Begegnungen. Dr. Jonas Hock übernahm dabei die Moderation sowie die Übersetzung der Diskussion in deutscher und französischer Sprache.
Die Frage, ob der Sport einen Spiegel der Gesellschaft darstelle, verneinten Krüger und Podevin. Vielmehr würden Sportler*innen eine Vorbildfunktion einnehmen und es sei ihre Aufgabe, tolerante und demokratische Werte vorzuleben. Des Weiteren wurde über die Relevanz der Zugänglichkeit von Sportangeboten diskutiert: Es sei wichtig, Menschen aller sozialen Schichten einen Zugang zu Sportangeboten zuzusichern, um ihnen neue Chancen aufzuzeigen und einen sicheren Raum sowie ein stützendes Netzwerk zu bieten. Dabei müsse auch das Stadt-Land-Gefälle bei Sportangeboten verringert werden. Des Weiteren wurde die Frage nach der Rolle des Nationalismus im Sport angesprochen. Léa Krüger argumentierte, dass aufgrund der Tatsache, dass Sportler*innen ihr Heimatland auf internationaler Ebene vertreten, Nationalismus im Sport immer auch eine Rolle spiele. Es sei aber die Aufgabe der Sportler*innen, die demokratischen und toleranten Werte des Landes zu vertreten und darauf zu achten, dass die Identifikation über eine nationale Zugehörigkeit nicht von einigen Fans ausgenutzt werde. Abschließend sprach Léa Krüger über Gewalt und Missbrauch im Sport. Dies sei ein ernstzunehmendes Problem, welches innerhalb sowie außerhalb der Sportverbände viel zu wenig thematisiert werde. Deswegen setze sie sich für den Aufbau eines Zentrums für Safe Sport ein, welches Machtstrukturen und Machtmissbrauch aufzeigen und aufarbeiten soll.
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion gab es für das Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen und bei einem anschließenden Umtrunk mit den Referent*innen ins Gespräch zu kommen.
Referent*innen: Léa Krüger (Säbelfechterin, Studentin der Rechtswissenschaft und Präsidiumsmitglied von Athleten Deutschland e.V.) und Fabrice Podevin (Präsident des Rugby Clubs "Stade Sarrois")
Moderation: Dr. Jonas Hock (Universität des Saarlandes)
Teilnehmer*innen: ca. 10 Personen
