Graduiertenkolleg „Europäische Traumkulturen“


Am 1. April 2015 startete das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit € 2,7 Mio. geförderte Graduiertenkolleg "Europäische Traumkulturen" an der Universität des Saarlandes. Es ist eines von derzeit nur fünf literatur- oder kunstwissenschaftlich ausgerichteten Programmen bundesweit. Das Institut für Kunstgeschichte ist mit der Antragstellerin Prof. Dr. Sigrid Ruby beteiligt.

Die Forschungsgegenstände der insgesamt 17 Doktorandinnen und Doktoranden sind ästhetische Traumdarstellungen sowie die Literatur- und Kultur-/Mediengeschichte des Traums in den europäischen Kulturen der Nach-Antike. Anders als weite Bereiche der bisherigen Traumforschung, die literarische und künstlerische Träume durch die direkte Applikation von psychoanalytischen Traumtheorien deuten, ist das Saarbrücker Graduiertenkolleg kulturwissenschaftlich-konstruktivistisch, wissenspoetisch und medienästhetisch ausgerichtet: Gefragt wird nach dem Traum als Produkt ›kultureller Arbeit‹ und ästhetischer Konstruktion. Dem entspricht die innovative, dezidiert medienübergreifende und -komparatistische Vorgehensweise. Im Ergebnis werden großräumige Synthesen sowie die systematische Erschließung der Geschichte, Ästhetik und Poetik von Traumdarstellungen angestrebt.

Das Qualifizierungskonzept zielt sowohl auf Ausbildung der wissenschaftlichen Fähigkeiten im engeren Sinne als auch auf die Vorbereitung für die Berufstätigkeit im außeruniversitären Kultur- und Medienbetrieb. Vorgesehen ist eine in den Geisteswissenschaften bisher selten praktizierte Kultur des gemeinsamen Forschens und Lernens, welche durch die starke thematische Fokussierung des Kollegs befördert wird. Gestaltungsspielräume bieten sich den Doktorandinnen und Doktoranden durch Formen des peer-to-peer learning und ihre frühzeitige systematische Integration in den Wissenschaftsbetrieb. Die mentorielle Betreuung nutzt das Oxforder Viva-Modell, welches einen zügigen Abschluss der Promotion gewährleistet. Als gemeinsames Projekt wird neben den beiden Kongressen ein öffentlich zugängliches, aber nur von den Mitgliedern redigiertes Traum-Wiki entstehen. Erweitert werden die Qualifikationen der DoktorandInnen durch den Wahlpflicht-Bereich der kulturellen Praxis. Hier organisieren die KollegiatInnen selbstverantwortlich Kultur- und Wissenschaftsveranstaltungen, welche die Arbeit des Kollegs einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

Bei Fragen zum Graduiertenkolleg wenden Sie sich bitte an die Koordinatorin Dr. Gabriela Vojvoda: g.vojvoda(at)mx.uni-saarland.de 

Weitere Informationen finden Sie unter www.traumkulturen.de.

Paolo Veronese, Die Vision der Heiligen Helena, um 1570-75, Öl/Lw., 197,5 x 115,6 cm, London, National Gallery, Foto: Julia Emrich