Lehrstuhl für Genetik und Epigenetik

Die wissenschaftlichen Schwerpunkte der Arbeitsgruppe liegen auf der Analyse von Genexpression und epigenetischen Modifikationen im Zusammenhang mit komplexen Erkrankungen. Dabei stehen die Aspekte der Adaptation epigenetischer Signaturen im Kontext von Umwelteinflüssen und Alterungsprozessen, sowie die translationale Epigenomik mit Hinblick auf Diagnostik und Therapie im Vordergrund. Besonderes Interesse liegt dabei auf einem besseren Verständnis von

  • Zusammenhang zwischen genetischer Prädisposition und Umwelteinflüssen auf die Pathogenese neurodegenerativer Erkrankungen
  • Veränderungen epigenetischer Modifikationen im Alterungsprozess
  • das Potential epigenetischer Signaturen für die Diagnose von seltenen Erkrankungen und Syndromen
 

Aktuelles

Vortrag beim SFB 1665 “Sexdiversity” an der Universität Lübeck

Im Rahmen der Distinguished Lecture Series (DLS) des Sonderforschungsbereichs 1665 “Sexdiversity” hielt Prof. Dr. Julia Schulze-Hentrich am 07.05.2026 einen Vortrag zu “Sex Differences in Astrocytes and Oligodendrocytes in the Context of Parkinson’s Disease”. 
Dabei ging sie detailliert darauf ein, wie genetische, umweltbedingte und epigenetische Faktoren auf geschlechtsspezifische Weise zur Entstehung und zum Fortschreiten von Krankheiten beitragen können. Auf der Grundlage von Forschungsarbeiten, die in Zusammenarbeit mit der DIGPD-Studiengruppe durchgeführt wurden, präsentierte sie Ergebnisse, die einen stärkeren Zusammenhang zwischen der DNA-Methylierung im Blut und der Parkinson-Krankheit bei Frauen als bei Männern belegen. Außerdem stellte sie ihre Arbeit zu geschlechtsspezifischen Veränderungen in Astrozyten und Oligodendrozyten vor, die sie anhand transgener Tiermodelle in verschiedenen Stadien der Erkrankung sowie in humanem post mortem-Gewebe untersuchte. Damit lieferte sie wertvolle Einblicke in die zellulären und molekularen Mechanismen, die den geschlechtsspezifischen Unterschieden bei der Neurodegeneration zugrunde liegen könnten.

Prof. Schulze-Hentrich bedankt sich für die großartige Organisation und die tolle Gelegenheit, bei der Distinguished Lecture Series präsentieren zu dürfen. Den Science Blog zum DLS Recap zu geschlechtsspezifischen Unterschieden in Astrozyten únd Oligodendrozyten finden Sie hier.

Weitere Informationen und einen Link zum Vortrag finden Sie hier.

 

Neues Schwerpunktprogramm: „SEXandGLIA: Geschlechtsabhängige Mechanismen neuroglialer Zellfunktionen im Kontext von Gesundheit und Erkrankungen“

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet acht neue Schwerpunktprogramme (SPP) ein, die im Jahr 2026 starten sollen. Die acht neuen Verbünde, die aus 53 eingereichten Initiativen ausgewählt wurden, erhalten für zunächst drei Jahre insgesamt rund 55 Millionen Euro. Hinzu kommt eine Programmpauschale in Höhe von 22 Prozent für indirekte Projektausgaben.
Der Arbeitskreis von Frau Prof. Schulze-Hentrich wird eines der neuen SPP-Verbünde leiten, in dem es über eine Dauer von 6 Jahren darum geht,  geschlechtsabhängige Mechanismen von Zellfunktionen im Nervensystem zu erforschen.

Weitere Informationen finden Sie auf den aktuellen Seiten der UdS und der SPP2561-Webseite.
                                                                                                                                               

 

Center for Gender-specific Biology and Medicine (CGBM)

Project: Integrative analysis of gender-specific epigenetic alterations in Parkinson´s disease 

It becomes more and more evident that biological sex influences Parkinson's symptoms. While the risk of developing Parkinson's disease is twice as high in men as in women, women have a higher mortality rate and a faster progression of the disease. As the molecular mechanisms underlying these differences are still largely unclear, a better understanding is needed to potentially open up new avenues for pharmacological intervention. Here, the epigenome is of particular interest, as sexually dimorphic changes are in part a consequence of underlying differences in gene regulation and epigenetic control. To better understand this regulation, our group became part of the Center for Gender-specific Biology and Medicine (CGBM) and will perfom an integrated analysis of disease-related sex differences in epigenome and transcriptome data from the brain and blood of Parkinson's patients compared to healthy controls. The focus is on changes in only one sex (sex-specific) as well as on changes in both sexes in the opposite direction (sex-dimorphic changes). Further integrated pathway and network analyses will be used to identify coordinated sex-dependent changes. Please find further information here.