Wie steht es um das Vertrauen in die Demokratie in Europa? Das von 2023 bis 2026 mit rund drei Millionen Euro geförderte internationale Forschungsprojekt ActEU („Activating European Citizens’ Trust in Times of Crises and Polarization“) hat untersucht, welche Einstellungen, Verhaltensweisen und Vorstellungen von politischer Repräsentation Vertrauen und Misstrauen in europäischen Demokratien prägen.
Die Europäische Kommission hebt in ihrer Würdigung insbesondere die differenzierten Befunde des Projekts hervor: Politisches Vertrauen befindet sich demnach nicht generell im Niedergang, sondern unterscheidet sich erheblich zwischen Ländern und politischen Ebenen. Dabei spielen unter anderem wirtschaftliche Sicherheit, Migration und die Wahrnehmung von Gerechtigkeit eine Rolle. Zugleich zeigt sich eine „Vertrauenshierarchie“: Besonders groß ist das Vertrauen in die lokale und regionale Politik, während es auf nationaler Ebene geringer ist und auf EU-Ebene stärker variiert.
ActEU hat diese Forschung mit konkretem Wissenstransfer verbunden: In 17 Youth Democracy Labs mit mehr als 300 Schüler*innen und Studierenden wurden neue Formate politischer Beteiligung erprobt. Aus dem Projekt gingen außerdem Toolkits hervor, die die Ergebnisse für den Bildungsbereich und für politische Entscheidungsträger*innen nutzbar machen.
Prof. Dr. Daniela Braun, Professorin für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Europäische Integration und Internationale Beziehungen an der UdS und Clusterprofessorin am CEUS, war wissenschaftliche Leiterin von ActEU.