Abstract
Die Frage der Bodenrente ist in jedem Stadt- und Landentwicklungsprojekt von zentraler Bedeutung, wird aber paradoxerweise kaum direkt behandelt. Zu oft wird Grund und Boden lediglich als Träger von Projekten betrachtet, doch ist er als eine Ressource anzusehen, deren Verfügbarkeit nicht unbegrenzt ist und die sparsam genutzt werden muss (vgl. die Forderungen nach Flächensparsamkeit). Die Grundrente – lange Zeit ein bevorzugter Gegenstand von Ökonomen – ist heute Gegenstand eines erneuten Interesses seitens der Geographie, insbesondere im Zusammenhang mit der Finanzialisierung von Stadtentwicklung oder Mietrenten. Dieser Vortrag befasst sich zunächst mit dem Erbe der Theorien zur Grundrente in der Geographie. Anschließend wird ein territorialer Ansatz zur Rente vorgestellt, der sich auf die Koalition zur Rentenextraktion und deren Auswirkungen auf das Territorium konzentriert. Abschließend wird eine Typologie der Renten entworfen, die am Status des Grundbesitzes bzw. Bodeneigentums ansetzt (wer besitzt das Grundstück, wer erzielt die Rente(n)?).
Vortrag in französischer Sprache.
