30.03.2026

Prof. Dr. Michael Hahn erhält Heinz Maier-Leibnitz-Preis zur Transformer-Architektur von LLMs

Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis ist Deutschlands wichtigste Auszeichnung für Wissenschaftler*innen in ihren frühen Karrierephasen. Eine der insgesamt 10 begehrten Auszeichnungen geht 2026 an Dr. Michael Hahn, Computerlinguistik-Professor an der Universität des Saarlandes.

KI-Sprachmodelle, sogenannte Large Language Models oder kurz LLMs, sind mittlerweile aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Und das obwohl sie bei logischen Fragestellungen oft noch deutlich danebenliegen: dann werden etwa Reihenfolgen und Rechnungen fehlerhaft wiedergeben oder falsche Kennzahlen und Zitate ausspucken – teils mit gravierenden Folgen. Für dieses Problem hat Michael Hahn, Computerlinguist der Fachrichtung Sprachwissenschaft und Sprachtechnologie an der Universität des Saarlandes, bereits vielversprechende und innovative Forschungsergebnisse vorzuweisen. Dafür wurde er nun mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet – als einer von nur zehn Preisträger*innen deutschlandweit.

Mit dem Erhalt des Hans Maier-Leibnitz-Preises – der erst zweite überhaupt für einen Computerlinguisten – setzt Prof. Dr. Michael Hahn ein weithin sichtbares Zeichen für die wissenschaftliche Exzellenz der Saarbrücker Computerlinguistik. Bereits im Jahr 2000 wurde mit Manfred Pinkal ein Professor für Computerlinguistik der Universität des Saarlandes ausgezeichnet.

Derzeit untersucht Dr. Michael Hahn mit seinem interdisziplinären Team am Saarland Informatics Campus, wie die neuronale Netzarchitektur großer KI-Sprachmodelle genau funktioniert und ob aufgrund deren Fehleranfälligkeit andere, neue Architekturen besser geeignet sind. Mit mathematischen Methoden konnte der junge Forscher bereits beweisen, dass die aktuell zugrundeliegende Transformer-Architektur bei Aufgaben scheitert, in denen jeder Teil der Eingabe für die Ausgabe relevant ist, das heißt, wenn die Änderung eines einzigen Zeichens das korrekte Ergebnis verändern kann. Neben der Einwerbung einer renommierten Emmy-Noether-Forschungsgruppe ist der Erhalt des Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2026 für Michael Hahn ein weiterer wichtiger Schritt, um in den nächsten drei Jahren theoretische Einsichten über die Funktionsweise, Stärken und Schwächen von LLMs zu gewinnen und damit den Fachdiskurs zu bereichern. „Die Auszeichnung mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2026 ist eine großartige Anerkennung nicht nur für mich persönlich, sondern für den gesamten Lehrstuhl. Zu diesem Erfolg haben wir alle gleichermaßen beigetragen: Masterand*innen, Doktorand*innen, Postdocs und Forschungsassistent*innen ebenso wie ich als Professor. Wir können sehr stolz auf uns sein!“, resümiert Prof. Dr. Michael Hahn. 

Die Preisverleihung der Heinz Maier-Leibnitz-Preise findet am 11. Juni 2026 in Berlin statt. 

Wir gratulieren Prof. Dr. Michael Hahn herzlich zu dieser Auszeichnung!

Hintergrund zum Hans Maier-Leibnitz-Preis:
Herausragende Forscher*innen ohne unbefristete Professur darin unterstützen und anspornen, ihre wissenschaftliche Laufbahn weiterzuverfolgen – das ist das Ziel des Heinz Maier-Leibnitz-Preises, der seit 1977 jährlich verliehen wird. Der mit 200.000 Euro dotierte Preis ist eine begehrte Auszeichnung bei Nachwuchswissenschaftler*innen: 2026 waren 156 Forscher*innen aus allen Fachgebieten vorgeschlagen worden. Aus ihnen wählte der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unter dem Vorsitz des DFG-Vizepräsidenten Professor Dr. Peter H. Seeberger nun zehn Preisträger*innen aus. Der Preis ist nach dem Physiker und ehemaligen Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Heinz Maier-Leibnitz, benannt.

Die offizielle Pressemeldung der Universität des Saarlandes ist hier einsehbar.