Lebenslauf

Lebenslauf

 

Univ.-Prof. Dr. iur. Thomas Giegerich, LL.M. (University of Virginia)

 

hat zum Wintersemester 2012/13 den Lehrstuhl für Europarecht, Völkerrecht und Öffentliches Recht an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität des Saarlandes und das Direktorium des Europa-Instituts übernommen (Nachfolge Prof. Dr. Torsten Stein). Seit 2016 ist er Studiendekan der neuen Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Zuvor war er seit dem Sommersemester 2006 Professor für Öffentliches Recht mit dem Schwerpunkt Völkerrecht und Europarecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Ko-Direktor des Walther-Schücking-Instituts für Internationales Recht. Er war zugleich Mitherausgeber des German Yearbook of International Law und Beauftragter der Kieler Rechtswissenschaftlichen Fakultät für das Erasmus-Programm sowie für Fragen der Internationalisierung.

 

Der 1959 geborene Wiesbadener studierte nach Abitur und Grundwehrdienst von 1978 bis 1984 an der Universität Mainz Rechtswissenschaft. Nach einem Studienjahr als Fulbright-Stipendiat an der University of Virginia 1984/85 (LL.M. 1985) kehrte er zur Referendarausbildung nach Mainz zurück und war dort gleichzeitig als Assistent am völker- und europarechtlich ausgerichteten Lehrstuhl von Prof. Dr. Eckart Klein tätig. Im Sommersemester 1987 studierte er als Rechtsreferendar an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer.

 

Nach dem zweiten Staatsexamen 1988 wechselte er 1989 nach Heidelberg – zunächst an die Juristische Fakultät der Universität und 1990 dann ans Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht. 1991 wurde er mit einer Arbeit zur Privatwirkung der Grundrechte in den USA in Mainz promoviert. Seine Dissertation hat er unter dem Titel „Privatwirkung der Grundrechte in den USA: Die State Action Doctrine des U.S. Supreme Court und die Bürgerrechtsgesetzgebung des Bundes“ 1992 beim Springer-Verlag publiziert.

 

Nach einem zweijährigen Intermezzo als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesverfassungsgericht (Dezernat von Bundesverfassungsrichter Prof. Dr. Paul Kirchhof) begann Thomas Giegerich 1993 am Heidelberger Max-Planck-Institut ein Habilitationsprojekt zum Europäischen Verfassungsrecht und seinem Verhältnis zur deutschen Verfassung bei Prof. Dr. Helmut Steinberger, das er 2001 erfolgreich abschließen konnte. Die Habilitationsschrift „Europäische Verfassung und deutsche Verfassung im transnationalen Konstitutionalisierungsprozeß“ ist 2003 beim Springer-Verlag erscheinen. Von 1996 bis 2002 war er gewählter Vertreter der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht im Wissenschaftlichen Rat der Max-Planck-Gesellschaft.

 

Im Wintersemester 2001/02 nahm Thomas Giegerich eine Lehrstuhlvertretung an der Universität Frankfurt/Main wahr. Zum Wintersemester 2002/03 übernahm er eine Professur für Öffentliches Recht mit dem Schwerpunkt Europarecht/Völkerrecht am Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Bremen. Dort war er vom Sommer 2005 bis März 2006 Studiendekan.

 

Seit 2004 hat Thomas Giegerich Vorträge und Vorlesungen zum Völker- und Europarecht an Universitäten in Frankreich, Italien, Japan, Russland, der Türkei, den USA, im Vereinigten Königreich und der Volksrepublik China gehalten. 2007 war er als Visiting Fellow am Lauterpacht Centre for International Law der University of Cambridge. Im Wintersemester 2011/12 lehrte er als Visiting Professor an der School of Law der University of Edinburgh. 2016 verbrachte er einige Zeit als Visiting Fellow am Department of Law, European University Institute, Florenz.

 

Von 2013 – 2016 war Thomas Giegerich Inhaber eines Jean-Monnet-Lehrstuhls für Europarecht und Europäische Integration. Gegenwärtig koordiniert er den vom DAAD finanzierten “South East European-EU Cluster of Excellence in European and International Law“ (2015 – 2018). 2017 wurde ihm erneut ein Jean-Monnet-Lehrstuhl für Europäische Integration, Antidiskriminierung, Menschenrechte und Vielfalt zuerkannt.

 

Von 2008 – 2014 war Thomas Giegerich im Rahmen der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei als unabhängiger Experte für die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Justiz für die Europäische Kommission tätig und nahm in dieser Eigenschaft an insgesamt fünf Türkei-Missionen teil.

 

Die Forschungsschwerpunkte Thomas Giegerichs liegen im EU-Recht (insbesondere Verhältnis von europäischem und nationalem Verfassungsrecht, Grundrechtsschutz, auswärtiges Handeln der EU), im Völkerrecht (Menschenrechtsschutz, Völkervertragsrecht und friedliche Streitbeilegung) sowie in der Verfassungsvergleichung. In der Lehre ist er in erster Linie verantwortlich für die Ausbildung im Völker- und Europarecht einschließlich der Bezüge zum deutschen Recht.