Transkulturelle Biographie und Erfahrungsräume kultureller Diversität – Karriere und Werk des frankokanadischen Journalisten und Schriftstellers Paul-Marc Sauvalle (1857-1920)

Transkulturelle Biographie und Erfahrungsräume kultureller Diversität – Karriere und Werk des frankokanadischen Journalisten und Schriftstellers Paul-Marc Sauvalle (1857-1920)

(Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft, Projekt  Lu 288/33-1 (2018-2022)

Paul-Marc Sauvalle zählt zu den einflussreichsten und wichtigsten Journalisten und Intellektuellen des frankophonen Kanada. Obwohl in neueren Darstellungen zur Kultur- und Literaturgeschichte Québecs seine Bedeutung unterstrichen wird, liegen zu seiner Biographie und seinem Werk bisher neben kurzen Lexikonartikeln  lediglich zwei wissenschaftliche Aufsätze vor: der Aufsatz  “Paul Marc Sauvalle, un journaliste rebelle“ (1986) von Claude-Elizabeth Perreault sowie der von H.-J. Lüsebrink 2004 in der in Montréal erscheinenden Zeitschrift Globe. Revue Internationale des Études Québécoises veröffentlichte Beitrag „Interculturalités américaines. La trajectoire de Paul-Marc Sauvalle, cosmopolite canadien-français.“ Das Projekt verfolgt vor diesem Hintergrund die Zielsetzung, die transkulturelle Biographie von Paul-Marc Sauvalle, einem der wichtigsten Journalisten und Schriftsteller des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts im frankophonen Kanada, aufzuarbeiten. Zugleich sollen hierbei die heuristische Tragfähigkeit der Konzepte ‚transkulturelle Biographie’, ‚Transkulturalität’, ‚Kulturtransfer’, ‚interkulturelle Erfahrung’ und ‚kulturelle Diversität’ in historischer und empirischer Perspektive ausgelotet und die systematischen Beziehungen zwischen diesen Begriffskategorien unter theoretischem und methodischem Blickwinkel erforscht werden. Die hierbei anvisierte Buchmonographie, die in Québec bei einem frankophonen Verlag (voraussichtlich den Presses de l’Université de Montréal) erscheinen soll, wird (neben verschiedenen wissenschaftlichen Artikeln und Kongressbeiträgen des Antragstellers) den wichtigsten Ertrag des Projekts darstellen. Die Monographie und parallel hierzu verfasste wissenschaftliche Beiträge sollen auch dazu beitragen, die theoretischen Konzepte der Transkulturalität, der Interkulturalität und des Kulturtransfers als analytische Instrumente für literarische und kulturwissenschaftliche Studien, die grenzüberschreitende und – im Fall Sauvalles - transkontinentale Phänomene betreffen, weiter zu entwickeln.

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Professor Hans-Jürgen Lüsebrink erhält hohe wissenschaftliche Auszeichnung Kanadas

Für seine Biografie über den französisch-kanadischen Journalisten und Intellektuellen Paul-Marc Sauvalle (1857-1920) hat Hans-Jürgen Lüsebrink eine der höchsten wissenschaftlichen Auszeichnungen Kanadas erhalten.

In seinem Buch Paul-Marc Sauvalle (1857-1920) – Journaliste engagé et intellectuel cosmopolite canadien-français beschreibt Hans-Jürgen Lüsebrink eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die ihre Zeit zwar entscheidend geprägt hat, später jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Lüsebrink erforscht seit über dreißig Jahren die Kultur-, Literatur- und Mediengeschichte von Québec und des französischsprachigen Kanada. In seiner Biografie eines wichtigen Akteurs des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, die im November 2024 bei den ‚Presses de l’Université de Montréal‘ erschienenen ist, verbindet er den Werdegang seines Protagonisten mit den weltpolitischen Ereignissen seiner Zeit und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Geschichte Kanadas. Auf der Grundlage seiner Archivforschungen in vier Ländern verfolgt der Autor Paul-Marc Sauvalle von dessen französischen Heimat über Louisiana und Mexiko bis nach Montreal und Ottawa.
„Die Rolle von Paul-Marc Sauvalle als Vermittler zwischen Europa und Amerika, sein Kosmopolitismus, sein Bekenntnis zur Laizität, zur Emanzipation der Frau sowie zum sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt weisen auf das moderne Québec der Stillen Revolution und damit auf ein transkulturelles und weltoffenes Kanada voraus“, erläutert Hans-Jürgen Lüsebrink.

Der Prix d'Histoire du Gouverneur Général du Canada würdigt herausragende Leistungen in verschiedenen Kategorien und gehört zu den höchsten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Kanada. Er wird von der Canada History Society – in Zusammenarbeit mit der Canadian Museums Association und der Canadian Historical Association – verwaltet und von der kanadischen Regierung über das Ministerium für kanadisches Kulturerbe sowie von der Power Corporation of Canada unterstützt. Für sein Buch wurde Hans-Jürgen Lüsebrink bereits im Juni 2025 mit dem Prix de la Société historique du Canada ausgezeichnet. 

Die Preisverleihung fand am 27. Januar 2026 im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in Rideau Hall in Ottawa statt. Der Preis wurde ihm von der Gouverneure Générale du Canada, Exzellenz Mary Simon, übergeben. Der Preis war mit der Einladung nach Ottawa, der Teilnahme an der feierlichen Preisverleihung und der Übernahme der damit verbundenen Reise- und Aufenthaltskosten sowie einem Preisgeld in Höhe von 1.000 Kanadischen Dollar verbunden.

In einem Interview spricht Hans-Jürgen Lüsebrink anlässlich der Preisverleihung über seine transkulturelle Biografie zu Paul-Marc Sauvalle.
Die Pressemitteilung zur Preisverleihung der Société Histoire Canada finden Sie hier

 

 

Kanadischer Wissenschaftspreis für Professor Lüsebrink

Professor Lüsebrink hat am 3. Juni in Toronto von der Société Historique du Canada/Canadian Historical Association (SHC/CHA) auf ihrer Jahrestagung den mit 1.000 Can. Dollar dotierten "Prix pour le meilleur livre (en langue française) en Histoire du Canada" für sein Buch "Paul-Marc Sauvalle (1857-1920) - Journaliste engagé et intellectuell cosmopolite canadien-français" (Montréal, Presses de l'Université de Montréal, 2024) erhalten. Der Preis wurde Professor Lüsebrink in Toronto von dem Präsidenten der SHC, Professor Colin Coates, überreicht (siehe beil. Foto; die Laudatio findet sich unter dem folgenden Link: https://cha-shc.ca/fr/prize-winner/hans-jurgen-lusebrink).