Abgeschlossene Projekte
Abgeschlossene Forschungsprojekte (Prof. Dr. Hans-Jürgen Lüsebrink)
Karriere und Werk des frankokanadischen Journalisten und Schriftstellers Paul-Marc Sauvalle (1857-1920)
Kommentierte kritische Edition ausgewählter literarischer und journalistischer Schriften von Paul-Marc Sauvalle mit der Bibliographie seines Gesamtwerks
(Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft, Projekt Lu 288/33-2 (2023-2024)
Wissenschaftliche Assistenz: Florian Lisson
Ziel des zweiten Projektteils ist es, das im Rahmen der ersten Projektphase gesammelte, sehr umfangreiche und aufschlussreiche Material von Publikationen von Paul-Marc Sauvalle, insbesondere von Zeitungsartikeln verschiedenster Textsortenzugehörigkeit zu einer großen Bandbreite von Themen, in einer kritischen und kommentierten Edition von repräsentativen, ausgewählten Texten der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das publizistische Werk von Paul-Marc Sauvalle, von dem bisher ca. 1.500 Artikel gesammelt wurden, liegt in Form von PDF-Dateien und Fotokopien sowie in ausgedruckter Form, die im Rahmen der ersten Projektphase erstellt wurden, vor. Es handelt sich hierbei um ein sowohl quantitativ wie auch durch seine ästhetischen und rhetorischen Qualitäten sowie die Breite der behandelten Themen beeindruckendes Oeuvre, das für die Literatur- und Kulturgeschichte des französischsprachigen Kanadas, aber auch Louisianas und Mexikos sowie Frankreichs, von zentraler Bedeutung ist und erstmals in seiner Gesamtheit erschlossen wurde. Bei der Beantragung des Projekts war noch nicht präzise abzusehen, welchen Umfang das Gesamtoeuvre von Sauvalle umfassen würde und welche tiefgreifende soziale, politische und kulturelle Bedeutung es vor allem für das frankophone Kanada einnahm. Sauvalle war, dies zeigt sein publizistisches Werk und dessen soziale, intellektuelle und politische Rezeption und Wirkung, einer der herausragenden Vorkämpfer des modernen, durch Laizität, religiöse Toleranz, demokratische Werte, kulturelle Diversität und eine kosmopolitische Öffnung geprägten frankophonen Kanadas der Gegenwart und zugleich ein wichtiger Vermittler neuer politischer und sozialer Ideen sowie eines neuen journalistischen Stils in Kanada ebenso wie in Louisiana und in Mexico-City. Als Vertreter eines ‚radikalen Liberalismus‘ (im Sinn des ausgehenden 19. Jahrhunderts, siehe Lamonde 1993, 2016, 2019) trat er, in zum Teil offener Konfrontation mit Vertretern der katholischen Kirche, rechtskonservativen Parteien und klerikalen Zensurbehörden, für die Trennung von Staat und Kirche, ein unabhängiges staatliches Erziehungssystem, die rechtliche Gleichstellung von Männern und Frauen auch im kulturellen, politischen, schulischen und universitären Bereich und eine reformierte kapitalistische Ordnung ein, die – den Ideen des US-Sozialökonomen Henry George folgend – die liberale Öffnung zum Weltmarkt mit sozialer Absicherung und dem Streben nach mehr sozialer Gerechtigkeit und Gleichheit verbinden sollte. Paul-Marc Sauvalle stellte zugleich, hiermit verbunden, eine wichtige Mittlerfigur politischen, kulturellen und ökonomischen Wissens zwischen Europa, insbesondere Frankreich, den USA, Südamerika (Mexiko, Kuba) und Kanada dar. Wie in einem Brennglas lassen sich zudem anhand seiner Biographie die dynamisierenden Wirkungen transkultureller (Lebens-) Erfahrungen beobachten, die Sauvalle in jeder Etappe seines Werdegangs kreativ aufarbeitete und kritisch reflektierte. Für eine transnational und transkulturell ausgerichtete Literatur-, Kultur- und Pressegeschichtsschreibung erscheint es wichtig und außerordentlich wünschenswert, sein Werk zumindest in einer repräsentativen und kommentierten Auswahl der wissenschaftlichen Öffentlichkeit sowie einem breiteren, interessierten Publikum zugänglich zu machen.
Informationen zur ersten Projektphase (2018-2022)
Projektbezogene Publikationen
Lüsebrink, Hans-Jürgen: Paul-Marc Sauvalle (1857-1920). Journaliste engagé et intellectuel cosmopolite canadien-français. Montréal: Les Presses de l'Université de Montréal, 2024, 416 p.
Lüsebrink, Hans-Jürgen : Interculturalités américaines. La trajectoire de Paul-Marc Sauvalle, cosmopolite canadien- français. In: Globe. Revue internationale d’études québécoises, n° thématique, 7/2, 2004, p. 81-100.
Lüsebrink, Hans-Jürgen: Paul-Marc Sauvalle, un médiateur et journaliste transculturel (France-Mexique-Louisiane-Canada)/Paul-Marc Sauvalle, mediador y periodista transcultural (Francia-México-Luisiana-Canadá). In: Arnulfo Uriel de Santiago Gómez (Hg.): La prensa transnacional, fundamentos para une metodología histórica. México, Casa abierta al tiempo, Universidad Autónoma Metropolitana, 2020 (Red Transnacional para el Estudio de la prensa en lenguas extranjaeras), p. 191-208.
Lüsebrink, Hans-Jürgen: "Transcultural Careers in the Periodical Press: Fleury Mesplet and Paul-Marc Sauvalle as Transatlantic Mediators." In: Jutta Ernst / Dagmar von Hoff / Oliver Scheiding (Hg.): Periodical Studies Today. Multidisciplinary Analyses. Leiden/Boston, Brill, 2022, p. 447-459.
Kooperationsprojekt mit der Université Laval
Kooperationsprojekt „Raison et révélation: l’héritage critique de l’antiquité“ mit der Université Laval, Québec (Canada), Chaire de Recherche du Canada en Antiquité critique et modernité émergeante (Professeur Jean-Marc Narbonne):
Am 23. August 2016 unterzeichnete Prof. Lüsebrink einen Kooperationsvertrag zwischen seinem Lehrstuhl und Prof. Jean-Marc Narbonne (Université Laval, Québec, Chaire de Recherche du Canada en Antiquité critique et modernité émergeante) im Rahmen des vom CRSH geförderten Langzeitprojekts „Raison et révélation: l’héritage critique de l’antiquité“ (Projet partenariat).
Aktivitäten im Rahmen des Kooperationsprojekts:
- Prof. Dr. Lüsebrink wird im Rahmen des Kolloquiums zum Thema "De l'Antiquité à la modernité politique : quelles médiations ?", am 23./24.10.2017 an der ENS in Lyon, einen Vortrag halten. Klicken Sie hier, um das komplette Programm der Tagung zu sehen.
- Doktorandenseminar von Prof. Lüsebrink über “Lectures et réécritures de la philosophie ancienne au Siècle des Lumières – l’exemple de Denis Diderot” (Université Laval, Québec, 14.-21.8.2016)
- Zusammen mit Jean-Marc Narbonne (Université Laval, Philosophie) Organisation des Panels “La philosophie gréco-latine relue par les philosophes et écrivains des Lumières – réappropriations, réécritures, réinterpretations.”, Congrès Annuel de la Société Canadienne d’Étude du XVIIIe siècle, Kingston, Ontario, 26.-30.10.2016.
Weblinks:
antiquite-critique.fp.ulaval.ca
antiquite-critique.fp.ulaval.ca
www.fp.ulaval.ca/fileadmin/philo/documents/faculte/personnel/professeurs-reguliers/argum-chaire-JM_Narbonne_.pdf
antiquite-critique.fp.ulaval.ca

Kooperationsprojekt mit Dakar
Gemeinsam mit dem senegalesischen Kollegen Prof. Ibrahima Diagne (Université Cheikh Ante Diop) leitet Prof. Hans-Jürgen Lüsebrink das Kooperationsprojekt Intertextualité et Intermédialité dans les littératures sénégalaises. Das Projekt wird von der Alexander-von-Humboldt-Stiftung im Rahmen der Institutionspartnerschaft zwischen dem Lehrstuhl von Prof. Lüsebrink und den Instituten für Littératures d'expression française et Lettres Germaniques der Universität Dakar gefördert.
Ziel des Projektes ist es, intertextuelle und intermediale Referenzen in der senegalesischen Literatur zu erfassen und in einer übersichtlichen Datenbank aufzuführen. Der Analysekorpus umfasst dabei alle literarischen Gattungen und Textsorten der senegalesischen Schriftliteraturen seit ihren Ursprüngen in den 1920er Jahren (Romane, Essays, Gedichte und Theaterstücke). Parallel zur Arbeit an der Datenbank sollen exemplarische Fallstudien zu intertextuellen und intermedialen Prozessen, Konfigurationen und Funktionen in unterschiedlichen Gattungen der senegalesischen Literatur aufgearbeitet und analysiert werden.
Im Rahmen des Kooperationsprojektes fanden zwei internationale Kolloquien statt:
- 13.-15. Juli 2017 an der Universität des Saarlandes: "Cultures médiatiques globalisées et littératures sénégalaises. Dimensions intermédiatiques, de l’époque coloniale à la postmodernité" (zur Pressemitteilung der Universität des Saarlandes) ; der Tagungsband Cultures médiatiques et intermédialité dans les littératures sénégalaises erschien 2020 bei L'Harmattan.
- April 2016 an der Universität Cheikh Anta Diop in Dakar, aus welcher der Sammelband L'intertextualité dans les littératures sénégalaises hervorgegangen ist.
Das Projekt lief am 31.03.2020 aus.
Das Forschungsprojekt Französische Almanachkultur im deutschen Sprachraum (1700-1815), das in der Zeit vom 01.10.2008 bis 30.09.2011 gemeinsam mit Prof. Dr. York-Gothart Mix durchgeführt wurde, beabsichtigte, das bisher unerschlossene und fast in toto unbekannte Textkorpus aller bis zum Ende der Napoleonischen Ära im deutschen Sprach- und Kulturraum verlegten französischsprachigen Almanache bibliographisch zu erschließen und erstmals unter literatur-, kultur- und medienwissenschaftlichen Gesichtspunkt en zu analysieren.
Die Arbeitsgruppe 'Interkulturalität Deutsch-Französischer Studiengänge' verfolgte das Ziel, Erfahrungen und Kompetenzen auf dem Gebiet des interkulturellen Lernens und Trainings in deutsch-französischen Studiengängen zu bündeln und Instrumente für Programmbeauftragte und Studierende zur spezifischen Weiterentwicklung interkultureller Kompetenzen im Kontext der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) zu entwickeln.
Prozesse, Vermittler- und Übersetzerfiguren sowie soziokulturelle Wirkungen des literarischen Kulturtransfers in Europa (1750-1900)
DFG- und ANR-Projekt
Das von deutschen und französischen Forschungsgruppen gemeinschaftlich durchgeführte Projekt hatte zum Ziel, Kulturaustauschprozesse zwischen dem frankophonen und deutschen, sowie anderen europäischen Sprachräumen, von Mitte des 18. bis Anfang des 20. Jhds., hinsichtlich ihres Ausmaßes, ihrer Variationsbreite, ihrer zeitlichen und sozialen Perspektive nachzuvollziehen. Das geschaht anhand:
- der Zirkulation ausländischer Texte aus den Bereichen Belletristik, Literaturkritik und Theater sowie
- der Akteure entsprechender Kulturtransfers (aus dem Buch- und Theatermilieu, dem Zeitschriftensektor, Übersetzern und Kritikern sowie Institutionen der Vermittlung und Materialisierung in Form von Bänden oder Periodika)
Der deutsch-französische Untersuchungsrahmen bot, aufgrund der zentralen Position Frankreichs und Deutschlands in Europa, den Zugang zu sämtlichen europäischen Literatur- und Kulturproduktionssystemen: Fungierte die deutsche Literatur als Mittler zum Osten, erfüllte die französische diese Funktion in Richtung des Westens und des Südens Europas sowie Amerikas. Die Erforschung der Austauschbeziehungen anhand des französisch- und des deutschsprachigen Raums, selbst gekennzeichnet durch intensiven kulturellen Austausch, erlaubt demnach die Formen, die Intensität und die Auswirkungen der kulturellen Internationalisierung in einer Periode zunehmender Nationalisierung zu verstehen, und somit den Grundstein für eine europäische Kulturgeschichte zu legen.
Dieses binationale Projekt vereinte Romanisten, Germanisten, Kultur- und Buchhistoriker, verankert in verschiedenen theoretischen und methodologischen Traditionen, vor denen sich die Fragen nach Forschungsgegenständen komplementär verknüpfen. Seine Ergebnisse flossen in eine Datenbank (mit Informationen wie: Quantität und Typen übersetzter Werke mit Gattung, Herkunft, Autor, Ursprungssprache und Übersetzungszeitpunkt) ein, die als Ausgangspunkt für Vergleiche von Übersetzungs- und Rezeptionsprozessen literarischer Texte, der wissenschaftliche Community zugänglich gemacht werden sollte.
Projektleitung:
Prof. Dr. Christoph Charle (Université Paris I - Panthéon - Sorbonne)
Prof. Dr. Hans-Jürgen Lüsebrink (Universität des Saarlandes)
Prof. Dr. York-Gothard Mix (Philipps-Universität Marburg)
Das Projekt fand im Rahmen der Anreizoreintierung "eLearning" der Universität des Saarlandes statt.
Destin@tion UdS soll die Integration internationaler Studierender - insbesondere im deutsch-französischen Kontext - erleichtern und Möglichkeiten für ein erfolgreicheres und schnelleres Auslandsstudium eröffnen.
Die Kurs TeilnehmerInnen erlangen ein besseres Verständnis für die verschiedenen Studien- und Wissenschaftskulturen, so dass desin@tion UdS, vor allem durch den gewählten kontrastiven Ansatz, auch einen Beitrag zur Ausbildung interkulturller Kompetenz leistet, die - wie zahlreiche Studien belegen (Kontakt-Hypothese) - im Rahmen eines unvorbereiteten und nicht ausreichend betreuten Auslandsaufenthalts allein nur schwer erworben werden kann. Der Einsatz ist geplant für:
- BA/MA-Studiengänge Deutsch-französische grenzüberschreitende Studien und Interkulturelle Kommunikation
- fachübergreifend für Erasmus-Studierende
- Anschlussmöglichkeiten für andere deutsch-französische Studiengänge der UdS und in der Kooperation mit auswärtigen Partnern wie z.B. dem DAAD
Kontakt: Jun.-Prof. Dr. Christoph Vatter.
Projekt der Hans-Böckler-Stiftung
In der anvisierten Literaturstudie war zu prüfen, inwiefern bis auf die wenigen hier genannten Arbeiten in der bisherigen Forschung zu NGOs, neben der organisationssoziologischen Fokussierung auf der Makro- und Mesoebene, kulturelle Einflussfaktoren sowie interkulturelle Kommunikationsprozesse berücksichtigt werden, welcher Umfang diesen eingeräumt wird und welche Analysemethoden zugrunde gelegt werden. Es stellte sich die Frage, ob im Hinblick auf die zunehmende Transnationalisierung und neue grenzüberschreitende Problemstellungen auch mikroanalytische Ansätze Berücksichtigung finden, die kulturelle Faktoren in der konkreten Interaktion untersuchen. Es wurde analysiert, inwiefern Methoden und Ansätze aus dem Bereich der interkulturellen Wirtschaftskommunikation sowie linguistische Interaktionsanalysemethoden, und hier besonders kommunikationspragmatische und diskursanalytische Ansätze, auf Interaktionssituationen von grenzüberschreitend tätigen Arbeitnehmerrepräsentationsformen wie beispielsweise Europäischen Betriebsräten transferierbar sind und sich im Hinblick auf Spezifika von NGOs als nicht-staatliche und – zumindest nicht primär – auf ökonomischen Profit ausgerichtete Organisationsformen als fruchtbar erwiesen.
Die eingangs angeführten Transnationalisierungsprozesse finden sich entsprechend nicht nur in Unternehmensstrukturen wieder, sondern zunehmend auch in Tätigkeitsfeldern von arbeitnehmerrepräsentierenden NGOs, spätestens seit der Einführung der Europäischen Betriebsräte in grenzüberschreitend tätigen Unternehmen. Vor dem Hintergrund unterschiedlicher Herkunftskulturen der dort interagierenden Repräsentanten, was neben potenziell unterschiedlichen Muttersprachen auch beispielsweise differierende Organisations-, Kommunikations-, Sprachhandlungs-, Interaktions- sowie Wertemuster umfasst, musste die Frage gestellt werden, inwieweit die Arbeit solcher Organisationen auch – und vielleicht in entscheidendem und bisher weitgehend unterschätztem Maße – von kulturellen Einflußfaktoren und interkulturellen Prozessen geprägt und beeinflusst wird. Hierzu zählt auch die Problematik der ‚kulturellen Übersetzung’, das heißt der Übertragung von Begriffen und Begriffsfeldern im Rahmen von Arbeits- und Kommunikationsprozessen grenzüberschreitend tätiger Arbeitnehmerorganisationen, die ebenso wie die interkulturellen Verstehens- sowie Missverstehensprozesse, die bei Verwendung einer gemeinsamen Drittsprachen wie vor allem des Englischen auftreten, im Bereich der NGOs wenig und im Bereich der grenzüberschreitend tätigen Arbeitnehmerorganisationen noch gar nicht untersucht worden sind.
Auch die umgekehrte Perspektive sollte in der Literaturstudie berücksichtigt werden, indem die zentralen Theorien und Modelle der Arbeiten auf dem Gebiet des interkulturellen Personal- und Unternehmensmanagements hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in NGOs untersucht werden.
Projektleitung und Koordination:
Prof. Dr. Hans-Jürgen Lüsebrink
Dr. Luitpold Rampeltshammer
Durchführung:
Dr. Thomas Schmidtgall
Julia Frisch M.A.
COMENIUS-Projekt ILIS
Partnersprachliche und interkulturelle Kompetenzen sind wichtige Voraussetzungen für den Arbeitsmarkt in der SaarLorLux-Großregion. Das saarländische Kultusministerium und die Schulverwaltung Lothringens kooperieren deshalb im Bildungsbereich und organisieren seit Jahren gemeinsam mit Partnerschulbehörden in Rheinland-Pfalz, Luxemburg und Belgien individuelle zwei- und vierwöchige Austauschmaßnahmen für Schülerinnen und Schüler. Im Jahr 2008 gingen knapp 1000 Bewerbungen von Schülerinnen und Schülern ein, von denen circa 80-90% vermittelt werden konnten.
In der Vergangenheit konnten Lehrkräfte, Eltern und Schüler nur begrenzt beim interkulturellen Lernen unterstützt werden. Deshalb soll im ILIS-Projekt die mit einem Schüleraustausch einhergehenden Lernprozesse durch Feldforschung wissenschaftlich untersucht werden. Auf der Grundlage der Ergebnisse sollen dann geeignete Instrumente (Lehr- und Lernmaterialien) für die Vor- und Nachbereitung ebenso wie für die Begleitung und Evaluation von Austauschmaßnahmen entwickelt werden. Lehrerinnen und Lehrer sollen somit bei der Organisation von Austauschen stärker unterstützt und in die Lage versetzt werden, einzelne Schüler gezielt zu motivieren und systematische Lernprozesse im Bereich des interkulturellen Lernens zu initiieren und zu begleiten. Kern des vorliegenden Projektes ist eine enge Kooperation von universitärer Forschung und deren Anwendung in der behördlichen und schulischen Praxis.
Projektpartner:
Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur, Saarbrücken
Conseil Regional de Lorraine, Metz
DAREIC, Académie Nancy-Metz
Gymnasium am Schloss, Saarbrücken
Lycée Jacques Callot, Vandoeuvre
Kontakt: Prof. Dr. Hans-Jürgen Lüsebrink / Jun.-Prof. Dr. Christoph Vatter
Projekt der Kooperationsstelle "Wissenschaft und Arbeitswelt der Universität des Saarlandes"
Das von der Arbeitskammer des Saarlandes unterstützte Forschungsprojekt „Transregionale Mobilität von Auszubildenden am Beispiel Lothringen/Saarland“, das vom Lehrstuhl für Romanische Kulturwissenschaften und Interkulturelle Kommunikation in Zusammenarbeit mit der Kooperationsstelle "Wissenschaft und Arbeitswelt der Universität des Saarlandes" geleitet und durchgeführt wurde, untersucht die institutionellen Herausforderungen, sozialen Kontexte und interkulturellen Herausforderungen der Berufsausbildung in der deutsch-französischen Grenzregion. Denn gerade dort lassen sich im Aufeinandertreffen von Deutschland und Frankreich, insbesondere dem Saarland und Lothringen mit jeweils unterschiedlichen ökonomischen, sozialen und kulturellen Ausgangsbedingungen, zwar Gemeinsamkeiten, aber auch signifikante Diskrepanzen und Asymmetrien feststellen. Dabei beabsichtigte die Untersuchung eine dreifache Zielsetzung:
- eine Bestandsaufnahme der transregionalen Mobilität von Auszubildenden am Beispiel des Saarlandes und Lothringen;
- eine Analyse der interkulturellen Herausforderungen und kulturellen Hindernissen in Bezug auf die transregionale Mobilität von Auszubildenden;
- eine Herausarbeitung möglicher Lösungsansätze.
Hierbei konnten auf bereits bestehende wissenschaftliche Vorarbeiten, wie bspw. das abgeschlossene Forschungsprojekt zu interregionalen Gewerkschaftsräten mit Schwerpunkt auf dem IGR-SaarLorLux und Handlungserfahrungen in der Weiterbildung deutscher und französischer Auszubildender der Europäischen Akademie Otzenhausen sowie dem Comenius-Regio-Projekt zurückgegriffen werden. Bewusst sollte der Fokus der Untersuchung auf dem Erfahrungswissen regionaler Institutionen und Einrichtungen liegen, die zugleich als Kooperationspartner in die Bestandsaufnahme und Analyse der Hindernisse transregionaler Mobilität miteinbezogen wurden. Darunter befinden sich die Verbundausbildung Unter Saar e.V. (VAUS), deren Fachstelle EAO, die Europäische Akademie in Otzenhausen sowie das Deutsch-Französische Sekretariat und der TÜV Nord.
Schließlich war es das Anliegen dieses Forschungsprojektes auf die Entwicklung von interkulturellen Trainingsmodulen als konkrete Maßnahmen zur Förderung der Mobilität hinzuwirken und zudem Grundlagen für die Einrichtung deutsch-französischer Ausbildungsmodelle zu legen.
Projektleitung und -koordination:
Prof. Dr. Hans-Jürgen Lüsebrink
Dr. Luitpold Rampeltshammer
Projektmitarbeiterinnen:
Sophia Dorka M.A.
Julia Frisch M.A.
Stephanie Häfele B.A.
Eine Publikation befindet sich derzeit in der Vorbereitung.
Ziel des Projekts war die Entwicklung eines multimedialen online-Kurses zur Ausbildung interkultureller Kompetenzen für die deutsch-französische Zusammenarbeit, der in Grundbegriffe der deutsch-französischen interkulturellen Kommunikation einführt.
Der Kurs ist ab Wintersemester 2006 für zwei verschiedene Zielgruppen zum Einsatz gekommen:
- Bachelor-Studiengang "Deutsch-französische Studien: Interkulturelle Kommunikation und Kooperation" (UdS / Université de Metz) im Modul "Initiation à l'interculturalité et à ses problèmes" (1. Studienjahr)
- Als Weiterbildungsangebot im LEONARDO-Praktikantenprogramm für Studierende, die mit Leonardo-Unterstützung ein Praktikum in Frankreich absolvieren.
Ergänzend dazu ist ein System zur strukturierten Verfassung von Praktikums- und Auslandsstudiumsberichten unter interkulturellen Gesichtspunkten vorgesehen, wie sie mit der Einführung der BA/MA-Studiengänge Pflicht werden. Vorgesehen ist die strukturierte Erfassung der Berichte zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Auslandsaufenthaltes.
Das Projekt wurde im Rahmen der e-Anreizorientierung der Universität des Saarlandes durchgeführt.
Kontakt: Jun.-Prof. Dr. Christoph Vatter
In diesem Projekt wurde – ausgehend von interkulturellen Problemfeldern der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Franzosen – der grenzüberschreitende Kooperationsalltag von Außendienstmitarbeitern und Fremdsprachensekretären/innen in der Grenzregion Saarland-Lothringen untersucht. Ziel war es, den interkulturellen Qualifikationsbedarf dieser Berufsgruppen durch die grenzraumspezifische Betrachtung von Problemfeldern der wirtschaftlichen Zusammenarbeit systematisch herauszuarbeiten, die Ergebnisse methodisch und didaktisch aufzubereiten und eine Maßnahme zur interkulturellen Weiterbildung von Außendienstmitarbeitern zu entwickeln. Die Maßnahmekonzeption basiert auf methodisch-didaktischen Grundlagen des interkulturellen Lernens und umfasst neben den Lernfeldern „kulturallgemeine Sensibilisierung“, „deutsch-französische Unterschiede“ und „deutsch-französische Handlungskompetenz“ verschiedene und miteinander verzahnte Lernmedien und -methoden. Das Projekt wurde durch die Kooperationsstelle Hochschule und Arbeitswelt der Universität des Saarlandes gefördert.
Kontakt: Prof. Dr. H.-J. Lüsebrink / Dr. Christian Wille
Im diesem Forschungsprojekt wurden mittels einer empirischen Untersuchung die Ist- und Soll-Situation benötigter Kenntnisse und Fähigkeiten zur Bewältigung deutsch-französischer Geschäftskontakte am Arbeitsplatz von kaufmännischen Mitarbeitern (z.B. Industriekaufleute) und Sekretärinnen ermittelt. Hierfür wurde eine fragebogen- und interviewleitfadengestützte Mitarbeiterbefragung in jeweils 250 Unternehmen im Saarland und in Baden-Württemberg durchgeführt. Die Ergebnisse geben zunächst Aufschluss über typische Sprachverwendungssituationen und Critical Incidents in der Praxis und spiegeln einen großen interkulturellen deutsch-französischen Qualifizierungsbedarf wider. Dieser Befund dient der Sensibilisierung von Akteuren im beruflichen Schulwesen und in der Arbeitswelt für Fragen der interkulturellen Qualifizierung. Das Projekt wurde durch die Kooperationsstelle Hochschule und Arbeitswelt der Universität des Saarlandes gefördert.
Kontakt: Prof. Dr. H.-J. Lüsebrink / Dipl.-Hdl’in Elke. Ch. Zapf / Dr. des. Christian Wille
Entwicklung von e-Learning-Modulen für Sprachen und Interkulturelle Kommunikation
Das 2001-2004 im Rahmen des BMBF-Programms "Neue Medien in der Hochschullehre" durchgeführte, auf drei Jahre angelegte Projekt dient der Entwicklung von webbasierten Lehr- und Lernmodulen für die Hochschullehre in den Bereichen Sprachen (Französisch, Italienisch, Spanisch) und Interkulturelle Kommunikation. Beteiligt sind das Fernstudienzentrum, das Sprachenzentrum und die Fachrichtung Romanistik an der Universität des Saarlandes sowie zahlreiche andere Verbundpartner.
Kontakt: Jun.-Prof. Dr. Christoph Vatter
Kulturvergleichende und interkulturelle Studien zu deutschamerikanischen und frankokanadischen populären Kalendern des 18. und 19. Jahrhunderts
Das interdisziplinäre, für die Dauer von insgesamt drei Jahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt, das in Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. Y.-G. Mix von der Universität Marburg durchgeführt wird, widmet sich den Beziehungen zwischen deutsch-amerikanischen und frankokanadischen Volkskalendern des 18. und 19. Jahrhunderts und ihren europäischen Vorgängern. Neben den Formen des Kulturtransfers gilt das besondere Augenmerk den Prozessen der Autonomisierung der nordamerikanischen Almanache und zwar in Hinblick auf die Ausbildung eines auf den Erfahrungen der Auswanderung und Kolonisation fußenden kollektiven Gedächtnisses sowie die Konstituierung einer originären literarischen Tradition mit eigenen Autoren und Kanons. Schließlich soll der Vergleich der deutsch- und französischsprachigen Kalenderproduktionen in Nordamerika die Herausarbeitung kultureller Spezifika und signifikanter Unterschiede erlauben, die in erster Linie die Einstellung zu Sprache und Nationalliteratur sowie Identifikationsfiguren und Wertestandards betreffen.
Kontakt: Prof. Dr. Hans-Jürgen Lüsebrink / Dr. Susanne Greilich
Die Gründungswelle der letzten Jahre führte auch verstärkt zu Unternehmensgründungen aus den Universitäten, so auch im Saarland und in Lothringen. Um den spezifischen Gegebenheiten der Grenzregion gerecht zu werden, sollte daher die Internationalisierung der jungen Unternehmen bereits in einem frühen Stadium der Gründung Berücksichtigung finden. Ziel des in Kooperation mit der Kontaktstelle Wissens- und Technologietransfer durchgeführten Projekts ist es, Werkzeuge und Materialien zum Austausch zwischen Existenzgründern in Deutschland und Frankreich zu entwickeln und persönliche Kontakte zwischen deutschen und französischen Start-ups zu fördern.
Kontakt: Dr. Christoph Vatter
(DFG-Graduiertenkolleg)
Von Dezember 1996 bis November 2003 bestand an der Universität des Saarlandes das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligte Graduiertenkolleg "Interkulturelle Kommunikation in kulturwissenschaftlicher Perspektive".
Das Graduiertenkolleg will in empirischer und methodischer Perspektive einen Beitrag zur interdisziplinären Grundlagenforschung auf dem Gebiet der interkulturellen Kommunikation leisten, insbesondere zu den drei Forschungsbereichen "interkulturelle Transfer- und Rezeptionsprozesse", "Fremdwahrnehmung" und "interkulturelle Interaktion". Dies geschieht zum einen über die Förderung von Promotions- und Habilitationsprojekten in den das Graduiertenkolleg konstituierenden Disziplinen Geschichte, Romanistik, Literaturwissenschaft, Philosophie und Betriebswirtschaftslehre und zum anderen durch ein interdisziplinäres Studienprogramm, in dessen Rahmen auch Gastreferenten und -wissenschaftler aus dem In- und Ausland ihre Forschungsergebnisse und -methoden im Bereich der interkulturellen Kommunikation vorstellen und diskutieren. Ein von der ASKO Europa-Stiftung (Saarbrücken) zusätzliches bewilligtes Pilotprojekt unterstützt insbesondere die Forschungskooperation auf internationaler Ebene.
Kontakt: Prof. Dr. Hans-Jürgen Lüsebrink
Seit den sechziger Jahren erfahren Volksbücher und Almanache in der Wissenschaft verstärkt Aufmerksamkeit: von Seiten der Historiker, die in diesen Korpora eine neue Quelle zur Erforschung der Mentalitätsgeschichte sehen und seitens der Literaturwissenschaftler, die populäre Druckmedien zum Untersuchungsgegenstand der Literaturgeschichte machen. Das interdisziplinäre, deutsch-französische Forschungsprojekt, das seit Februar 1997 für insgesamt vier Jahre von der Volkswagen-Stiftung gefördert und von Prof. Dr. Hans-Jürgen Lüsebrink (Saarbrücken), Prof. Dr. York-Gothart Mix (München) und Prof. Dr. Jean-Yves Mollier (Versailles Saint-Quentin-en-Yvelines) in Zusammenarbeit mit Dr. Rolf Reichardt (Mainz) und ihren Mitarbeiterinnen Susanne Greilich, Patricia Sorel und Christine Vogel durchgeführt wird, greift die oben beschriebenen beiden Forschungsansätze auf.
Kontakt: Prof. Dr. Hans-Jürgen Lüsebrink
Dieses dreijährige Forschungsprojekt, das zusammen mit der Handwerkskammer des Saarlandes durchgeführt wurde, entwickelte Unterrichtsmaterialien für in Frankreich tätige Handwerksbetriebe. Im Mittelpunkt stand dabei die Anwendung von Konzepten der Kulturwissenschaft und der Interkulturellen Kommunikation auf den Bereich des grenzüberschreitenden Handwerks in der Bau- und Ausbaubranche. An konkreten Beispielen, wie etwa der Werbung für Fenster oder Heizkessel, wurden kulturelle Unterschiede, die sich auf eine Geschäftstätigkeit auswirken, evident.
Die Abschlusspublikation "Mentalitätsunterschiede und Marktchancen im Frankreichgeschäft. Zur interkulturellen Kommunikation im Handwerk (mit Schwerpunkt Saarland/Lothringen). Studie und Handbuch" ist im Röhrig Universitätsverlag erschienen.
Kontakt: Prof. Dr. Hans-Jürgen Lüsebrink