Lehre

Aktuelle Veranstaltungen

Sommersemester 2026

Prof. Dr. Fabian Lemmes

Forschungssemester

Prof. Dr. Fabian Lemmes befindet sich im Sommer 2026 im Forschungssemester. Es finden daher keine Lehrveranstaltungen von ihm statt.

Dr. Gunter Mahlerwein

Haupt-/Oberseminar: Musik und Politik in den 1950er bis 1970er Jahren

Zeit: Dienstags 14:15 bis 15:45 Uhr
Raum: B3 1, Raum 3.18
Dauer: 07.04.2026 bis 14.07.2025

Link zum LSF

In dem Hauptseminar/Oberseminar geht es um die Wechselwirkungen zwischen Musik und Politik in den fünfziger bis siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts. An Beispielen aus verschiedenen Stilrichtungen und Genres soll erarbeitet werden, wie Musik politisch aufgeladen wurde, welche politischen Inhalte im Produktionsprozess in Musik eingeschrieben und welche politischen Funktionen Musik zugeschrieben wurden. Der Rezeptionsprozess und die Wirkung politisch motivierter Musik ist hingegen deutlich schwieriger zu rekonstruieren. Beide Aspekte sollen im Seminar behandelt werden. Das musikalische Spektrum, das untersucht werden soll, umfasst Populärmusik (Jazz, Beat, Rock, Folk etc) ebenso wie die sogenannte E-Musik. Neben der Arbeit an Texten werden im Seminar Musikstücke und auch die Art ihrer Präsentation untersucht. Dazu sind keine besonderen musikalischen Vorkenntnisse erforderlich, vielmehr soll versucht werden, über Höranalysen Formen der Beschreibung zu entwickeln, die die enge Verzahnung von Zeitgeschichte und Musikentwicklung aufzeigen können.

Julika Badstieber-Waldt, M.A.

Übung: Von Panik, Ohnmacht, Angst und Freudentaumel. Emotionsgeschichte der deutschen Besatzung in Belgien und Frankreich, 1940-1944

Zeit: Dienstags 14:15 bis 15:45 Uhr
Online via MSTeams
Dauer: 07.04.2026 bis 14.07.2026

Link zum LSF

„Eine Menschenwoge. Ganz Frankreich ergießt sich auf die Straßen“. „Wir werden tun, was sie verlangen, um die Sache abzuschließen“. „Von draussen her klang der Aufprall der Geschosse, ein Zeichen, dass immer noch vereinzelt gekämpft wurde. Angst und Bangen legte sich oft auf unsere Gemüter“. „Um 10.10 Uhr melde ich Brauchitsch [OBH] am Telefon, daß der bevollmächtigte belgische General die bedingungslose Kapitulation des Heeres unterschrieben hat. (…) In 18 Tagen zwei feindliche Heere geschlagen und gefangen!“. Panik, Ohnmacht, Angst und Freude – das waren nur einige der Emotionen, die Einheimische oder deutsche Akteur*innen im besetzten Belgien und Frankreich seit dem deutschen Überfall im Mai 1940 und während der nächsten vier Jahre er- und durchlebten. So gut erforscht die Besatzungen sind, muss konstatiert werden, dass „eine Emotionsgeschichte der Besatzung erst in den Anfängen steckt“ (Tönsmeyer). Die Übung unternimmt eine erste Annäherung an diese bislang häufig vergessene Facette der Geschichte, erkundet Ansätze und Quellen.

Einführende Literatur:

  • BADSTIEBER-WALDT, Julika: „Besatzung transnational? Überlegungen zu Grenzen und Chancen transnationaler Okkupationsforschung am Beispiel der deutschen Besatzung in Frankreich im Zweiten Weltkrieg”, in: Agathe BERNIER-MONOD/Etienne DUBSLAFF/ Valerie DUBSLAFF/Elisa GOUDIN-STEINMANN (Hrsg.): L'Allemagne et au-delà. Questionner les dynamiques nationales et transnationales, Stuttgart 2024, S.129-143.
  • FREVERT, Ute: „Was haben Gefühle in der Geschichte zu suchen?”, in: Geschichte und Gesellschaft 35 (2009), S. 183-208.
  • JACKSON, Julian: La France sous l’Occupation, Paris 2019, englisches Original: France. The dark years, 1940-1944, Oxford 2003.
  • LUNEAU, Aurélie/GUÉROUT, Jeanne/MARTENS, Stefan: Comme un Allemand en France. Lettres inédites sous l’Occupation 1940-1944, Paris 2016.
  • MAZOWER, Mark: Hitler’s Empire: Nazi Rule in Occupied Europe, London 2009.
  • MIARD-DELACROIX, Hélène: Les émotions de 1989. France et Allemagne face aux bouleversements du monde, Paris 2025.
  • PRZYREMBEL, Alexandra: „Sehnsucht nach Gefühlen. Zur Konjunktur der Emotionen in der Geschichtswissenschaft”, in: L’Homme 16 (2005), S. 116-124.
  • ROSENWEIN, Barbara: ”Worrying about Emotions in History”, The American Historical Review 107 (2002), S. 821-845.
  • TÖNSMEYER, Tatjana: Unter deutscher Besatzung, Europa 1939-1945, München 2024
  • VERHEYEN, Nina: Geschichte der Gefühle, 2010, Docupedia-Zeitgeschichte, online verfügbar unter: https://docupedia.de/zg/verheyen_geschichte_der_gefuehle_v1_de_2010

Bitte beachten Sie: Die Übung findet ausschließlich online über Teams statt!

Martin Kloza, M.A.

Übung: Erinnerungsorte/Lieux de mémoire. Warum alle Auschwitz, Austerlitz und Verdun kennen, aber niemand weiß, wo’s liegt

Zeit: Mittwochs 14:15–15:45 Uhr    
Raum: Gebäude C5 3 - Seminarraum 0.20
Dauer: 08.04.2026 bis 15.07.2026

Link zum LSF

Die Übung beschäftigt sich mit Aspekten der Erinnerungskultur, vor allem mit den sog. ‚Erinnerungsorten‘. Der französische Historiker Pierre Nora entwickelte ab Mitte der 1980er Jahre das Konzept des ‚lieu de mémoire‘. In einem solchen ‚Erinnerungsort‘, so Nora, kulminierten die Erinnerungen einer bestimmten Gemeinschaft, meist Nation, und würden ihre Erinnerungskultur und somit Identität prägen. Hierbei kann ‚Ort‘ sowohl konkret wie abstrakt verstanden werden und meint geografisch-konkrete Orte (Austerlitz, Berliner Mauer, Maidan), Personen (Bismarck, de Gaulle, Kopernikus) oder Daten und Ereignisse (9. November, Verdun, 1989). Erinnerungsorte wie Versailles im deutsch-französischen oder Kopernikus im deutsch-polnischen Kontext zeigen ‚gemeinsame‘ und ‚geteilte‘ Erinnerungsorte. Die Verbindung von theoretischer Fundierung (Halbwachs, Nora) mit konkreten Beispielen (prototypische Orte, randständige usw.) ermöglicht es, das Konzepte differenziert zu hinterfragen und dessen politische, identitätsstiftende sowie beschleunigte Veränderungen im Global- und mehr noch Europakontext sichtbar zu machen sowie die Grenzen aufzuzeigen.

Während im Mittelpunkt der Übung die ‚Erinnerungsorte‘ stehen, werden sie von allgemeineren Aspekten der Erinnerungskultur und Geschichtspolitik flankiert. Wir werden Fragen nachgehen, wer wie und wann Erinnerung (politisch) nutzt oder diese gar schafft; der Verweis auf „Donroe”, sprich die Monroe-Doktorin des US-Präsidenten von 1823 und Donald Trumps Vorgehen in Südamerika ist nur das jüngste vieler Beispiele. Der wohlbemerkt nicht ausschließliche Schwerpunkt liegt auf Europa, vor allem Deutschland, Frankreich und Polen. 

Literaturhinweise: 

  • François, Étienne & Schulze, Hagen (Hgg.): Deutsche Erinnerungsorte, Bde. 1-3. München 2001.
  • Nora, Pierre: Zwischen Geschichte und Gedächtnis Frankfurt/M. 1998.
  • Sabrow, Martin (Hg.): Erinnerungsorte der DDR, München 2009.

Raphaël Pernoud, M.A.

Übung: Methoden der Forschung in der Zeitgeschichte: Einführung in Oral History, Medienanalyse und Ethnographie

Zeit: Dienstags 12:15–13:45 Uhr - 14-täglich
Raum: Gebäude B3 1 - Seminarraum 1.24
Dauer: 21.04.2026 bis 16.07.2026

Link zum LSF

In dieser Übung werden verschiedene Methoden der Forschung in der Zeitgeschichte vorgestellt und analysiert. Historiker:innen verfügen über vielfältige Methoden, um sich mit der jüngeren Vergangenheit und der Erinnerung an diese auseinanderzusetzen. Ein Teil der Übung widmet sich den Archiven, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Medienarchiven (Presse, Radio, Fernsehen) liegt. Im 20. Jahrhundert sind zahlreiche Medien entstanden, deren Quellen von Historikern umfassend analysiert werden können. Anschließend befassen wir uns mit Oral History und der Sammlung von Zeitzeugeninterviews, wodurch sich die Frage nach dem Gedächtnis stellt. Abschließend umfasst die Übung eine Einführung in die Ethnografie als relevante Methode für Historiker der Zeitgeschichte.

Zur Veranschaulichung wird der Dozent u. a. Beispiele aus seiner Forschung in Thüringen anführen. Die Übung ist zunächst in theoretische Sitzungen an jedem zweiten Dienstag und anschließend in Blocksitzungen im Juli für die Referate organisiert. Dabei geht es um die praktische Anwendung der theoretischen Kenntnisse, die für die Ausbildung zum Historiker wichtig sind.

Wintersemester 2025/26

Prof. Dr. Fabian Lemmes

Vorlesung: Was ist und wie betreibt man europäische Geschichte? Perspektiven und Ansätze

Zeit: Montags 16:15 bis 17:45 Uhr
Raum: Gebäude C5 1 - MUSIKSAAL 1.01 (Hörsaal)
Dauer: 20.10.2025 bis 02.02.2026

Link zum LSF

Von „europäischer Geschichte“ spricht man meist mit großer Selbstverständlichkeit, doch wirft der Begriff zahlreiche Fragen auf. So ist keineswegs eindeutig, was Europa ist und wo seine Grenzen liegen. Dies gilt nicht nur in für gegenwärtige Debatten, auch und gerade in historischer Perspektive variierten die Vorstellungen beträchtlich. Unklar ist zudem, was eine historische Studie über einen bloßen geografischen Bezugsrahmen hinaus „europäisch“ macht, worin also Europäizität besteht. Und wie kann man die Geschichte des modernen Europas überhaupt erforschen und darstellen, wenn man sie weder als bloße Summe von Nationalgeschichten noch als teleologische Integrationsgeschichte schreiben will? Diesen Fragen wollen wir nachgehen.

Die Vorlesung bietet also keinen chronologischen Überblick über die europäische Geschichte der letzten 300 Jahre, vielmehr ist sie problem- und methodenorientiert und sucht Antworten auf die zentrale Frage: Wie kann man europäische Geschichte im Spannungsfeld von Nationalstaat, Transnationalität und Globalität schreiben und betreiben? Hierzu werden unterschiedliche Ansätze und Debatten vorgestellt – von der Begriffsgeschichte über den Historischen Vergleich, Kulturtransferforschung, Histoire croisée, transnationale Geschichte und Globalgeschichte bis zum Europäisierungsparadigma und Spatial Turn – und an ausgewählten Beispielen auf die europäische Geschichte des 18. bis 21. Jahrhunderts angewandt. Dabei blicken wir auf Europa als Idee und Repräsentation, Europa als Ordnung, Europa als Praxis, Verflechtungs-, Kommunikations- und und Erinnerungsraum, auf die Frage europäischer Spezifika, auf Grenzen und Grenzregionen und auf den Mittelmeerraum.

Einführende Literatur: 

  • Müller, Michael: Europäische Geschichte - Nur eine Sprachkonvention?, in: H-Soz-u-Kult, 31.05.2006, hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/forum/2006-05-005.
  • Schmale, Wolfgang: Europa: Kulturelle Referenz – Zitatensystem – Wertesystem, in: Europäische Geschichte Online (EGO), hg. vom Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz 2010-12-03, www.ieg-ego.eu/schmalew-2010-de.
  • Berger, Joachim/Willenberg, Jennifer/Landes, Lisa: EGO | Europäische Geschichte Online: Eine transkulturelle Geschichte Europas im Internet, in: Institut für Europäische Geschichte [IEG] (Hg.), Europäische Geschichte Online (EGO). www.ieg-ego.eu/introduction-2010-de.
  • Patel, Kiran Klaus: Europa, in: Ernst Müller, Barbara Picht, Falko Schmieder (Hg.): Das 20. Jahrhundert in Grundbegriffen, Basel/Berlin 2024, DOI:10.31267/Grundbegriffe_19539752.
  • Pernau, Margrit: Transnationale Geschichte, Göttingen 2011.
Hauptseminar/Oberseminar: Kultur- und Gesellschaftsgeschichte Finnlands, vom 18. Jh. bis in die Gegenwart

Zeit: Dienstags 10:15 bis 11:45 Uhr
Raum: Gebäude B3.1, Raum 3.18
Dauer: 21.10.2025 bis 03.02.2026

Link zum LSF

Beschreibung folgt in Kürze. Europäische Geschichte wird meist aus westeuropäischer Perspektive, mit Fokus auf die großen Mächte oder vom geografischen Zentrum her geschrieben. In diesem Seminar werden wir dagegen auf die nordöstliche Peripherie Europas blicken und die Geschichte eines Landes ergründen, von dem man in Deutschland außer Sauna und guten PISA-Ergebnissen sehr wenig weiß. Das Seminar soll einen Überblick über zentrale Aspekte der gesellschaftlichen, kulturellen, politischen und ökonomischen Entwicklung Finnlands von der schwedischen Zeit bis in die Gegenwart geben und in europäische Zusammenhänge einordnen.

Dabei werden wir auf manche Besonderheit stoßen, wie schon ein kurzer Blick auf die politische Entwicklung andeutet: seit dem Mittelalter zu Schweden gehörig, ab 1808 ein autonomer Teil des Russischen Reichs, 1906 das erste europäische Land mit Frauenwahlrecht, aber erst 1917 ein unabhängiger Staat (mit zwei Landessprachen: Finnisch und Schwedisch); im Zweiten Weltkrieg erst Kooperationspartner NS-Deutschlands, dann von der Wehrmacht im nördlichen Landesteil verwüstet; im „Kalten Krieg“ neutral und Vermittler zwischen den Blöcken, seit 1995 EU-Mitglied und erst 2023 der NATO beigetreten. Es wird aber nicht nur um „große“ Politik gehen, sondern vor allem auch um Gesellschaftsentwicklungen zwischen Tradition und Modernisierung, Industrialisierung und Deindustrialisierung, um die Nationalbewegung des 19. Jahrhunderts und Erinnerungsorte, Sprach- und Schulpolitik, Migration, deutsch-finnische Beziehungen, Kultur und Kulturtransfer.

Einführende Literatur:

  • Meinander, Henrik: Finnlands Geschichte. Linien, Strukturen, Wendepunkte, Bad Vilbel 2017.
  • Bohn, Ingrid: Finnland. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Regensburg 2005.
  • Hösch, Edgar: Kleine Geschichte Finnlands (Beck'sche Reihe, Bd. 1889), München 2009.
  • Kirby, David: A Concise History of Finland, Cambridge 2006.
Hauptseminar/Oberseminar: Mediengeschichte des Anarchismus

Zeit: Mittwochs 10:15 bis 11:45 Uhr
Raum: Gebäude B3.1, Raum 3.18
Dauer: 21.10.2025 bis 04.02.2026

Link zum LSF

Anarchismus ist nicht nur eine politische Ideologie, sondern auch eine soziale Bewegung, Praxis und Lebensform. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verbreiteten sich anarchistische Gruppen überall in Europa und auf dem Globus. Ein gewisses Revival erlebte der Anarchismus zuletzt im Rahmen der Global-Justice-Bewegungen des frühen 21. Jahrhunderts. Wie für alle sozialen Bewegungen spielen Medien auch für den Anarchismus eine zentrale Rolle. Denn zum Wesen sozialer Bewegungen gehört es, Protest in der Öffentlichkeit zu artikulieren, Aufmerksamkeit für bestimmte Anliegen zu erzeugen und an unterschiedliche Publika zu kommunizieren. Auch zur internen Kommunikation und Schaffung eines Zusammengehörigkeitsgefühls sind Medien relevant. Und nicht zuletzt ist die (massen)mediale Berichterstattung über die Bewegungen ein wesentlicher Faktor. 

Was können wir durch die mediengeschichtliche Perspektive über Anarchismus und soziale Bewegungen im Allgemeinen lernen? Was lehrt uns umgekehrt der Blick auf den Anarchismus über Medien und Öffentlichkeiten? Diesen Leitfragen geht das Seminar in vergleichender und transnationaler Perspektive nach. Diese Perspektive ist für unser Thema besonders relevant, weil Anarchist:innen infolge von Arbeitsmigration, Verfolgung und Exil wie kaum eine andere soziale und politische Bewegung transnational und global agierten. Unser Blick richtet sich auf Fallbeispiele innerhalb und außerhalb Europas vom 19. Jahrhundert bis in die jüngste Zeit. Dabei untersuchen wir einerseits Medien und mediale Praktiken der Anarchist:innen (Flugblätter, Broschüren, Zeitungen und Zeitschriften, Lieder, Blogs, öffentliche Aktionen, Rituale…), andererseits (massen)mediale Diskurse über Anarchist:innen, ihre Kontextbedingungen und Folgen.

Einführende Literatur:

  • Dominique F. Miething, Anarchismus, in: Samuel Salzborn (Hrsg.), Handbuch Politische Ideengeschichte. Zugänge – Methoden – Strömungen, Stuttgart 2018, S. 196-207.
  • Marchi, Regina: Media and Social Movements, in: Philip M. Napoli (Hg.): Mediated Communication, Berlin, Boston 2018, Kap. 31.
  • Mike Finn: Debating Anarchism. A History of Action, Ideas and Movements, New York 2021
  • Frank Bösch: Kommunikative Netzwerke. Zur glokalen Formierung sozialer Bewegungen am Beispiel der Anti-Atomkraftproteste, in: Mittag, Jürgen / Stadtland, Helke (Hg.): Theoretische Ansätze und Konzepte der Forschung über soziale Bewegungen in der Geschichtswissenschaft, Essen 2014, S. 149-166.
  • Fabian Lemmes: Neue Wege der historischen Anarchismusforschung (19. bis 21. Jahrhundert), in: Archiv für Sozialgeschichte 60 (2020), S. 435-484.
  • Daniel Loick: Anarchismus zur Einführung, Hamburg 2017.
  • Carl Levy/Matthew S. Adams (Hg.): The Palgrave Handbook of Anarchism, Cham 2019.
Kolloquium zur Kultur-, Medien- und Gesellschaftsgeschichte

Zeit: Dienstags 16:15 bis 17:45 Uhr
Raum: Gebäude B3.1, Raum 3.18
Dauer: 21.10.2025 bis 03.02.2026

Link zum LSF

Im Kolloquium werden neuere Forschungen und Ansätze zur Kultur-, Medien- und Gesellschaftsgeschichte des 18. bis 21. Jahrhunderts diskutiert. Auf dem Programm stehen Vorträge von auswärtigen Gästen und von Forscher:innen der UdS, die laufende oder abgeschlossene Projekte präsentieren. Darüber hinaus bietet das Kolloquium Studierenden die Möglichkeit, ihre laufenden Abschlussarbeiten zur Diskussion zu stellen. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.
Unser Regeltermin ist Dienstag 16-18 Uhr, einige Termine werden jedoch an anderen Tagen bzw. Zeiten stattfinden. Das genaue Programm wird zur ersten Sitzung bekanntgegeben.

Julika Badstieber-Waldt, M.A.

Proseminar: Kirchen unter dem Hakenkreuz – Zur Rolle der christlichen Kirchen in Deutschland, Belgien und Frankreich während des Zweiten Weltkriegs

Zeit: Mittwochs 08:30 bis 10:00 Uhr
Raum: B3.1, Seminarraum 3.19
Dauer: 15.010.2025 bis 04.02.2026

Link zum LSF

„Um Gottes willen, schweigen Sie! Sagen Sie das Herrn Hitler, gehen Sie!“, so die fiktive Antwort des Apostolischen Nuntius Cesare Orsenigo auf die Berichte des SS-Obersturmführers Kurt Gerstein über die Ermordung der jüdischen Bevölkerung in den Konzentrationslagern in Polen 1942 in Rolf Huchhuths Stück Der Stellvertreter. Spätestens seit dessen Uraufführung im Februar 1963 auf der Freien Volksbühne in Westberlin ist die Frage über die Haltung der christlichen Kirchen zur Zeit des Nationalsozialismus und insbesondere im Zweiten Weltkrieg Gegenstand umfassender und auch hitziger öffentlicher und wissenschaftlicher Debatten geworden. Auch in den ehemalig besetzten Ländern Belgien und Frankreich finden sie bis heute lebhaft statt. Welche Rolle(n) kam(en) der katholischen und evangelischen Kirche also im sogenannten „Dritten Reich“, im besetzten Belgien und Frankreich zu? Das Proseminar macht es sich zur Aufgabe, Verhalten und Handlungsoptionen von kirchlichen Akteur*innen in der Zeit von 1939-1945 zu beleuchten und fragt im Sinne einer transnationalen Geschichte nach Interaktionen, Zirkulationen und Retroeffekten.

Einführende Literatur:

  • Martin Conway.: „The Christian Churches and Politics in Europe, 1914-1939“, in: Hugh Mcloed (Hrsg.): The Cambridge History of Christianity. Band 9, World Christianities C.1914-C.2000, Cambridge 2006, S. 151-178.
  • Jacques Duquesne: Les catholiques franҫais sous l'Occupation, Paris 1966.
  • Fabrice Maerten (et.al.) (Hrsg.): Entre La Peste et Le Choléra. Vie et Attitudes Des Catholiques Sous l’Occupation, Gerpinnes 1999.
  • Christoph Kösters (et.al.) (Hrsg.): Die katholische Kirche im Dritten Reich. Eine Einführung, 2. Auflage, Freiburg 2018.
  • Christoph Strohm: Die Kirchen im Dritten Reich, 2., durchgesehene Auflage, München 2017.
  • Mark Edward Ruff: Katholische Kirche und Nationalsozialismus. Erinnerungspolitik und historische Kontroversen in der Bundesrepublik 1945-1980. Übersetzt von Charlotte P. Kieslich, Paderborn 2022.

Zu diesem Proseminar findet ein begleitendes Tutorium zur Methodik wissenschaftlichen Arbeitens statt. Bitte beachten Sie, dass die Teilnahme am Tutorium VERPFLICHTEND ist. Dieses findet zweiwöchentlich montags 14:15-15:45 in Gebäude B3 1, Raum 1.15 unter der Leitung von Timo Spath statt. 

Übung: Französisch für Historiker*innen – Les relations franco-allemandes de 1945 au traité d’Aix-la-Chapelle

Zeit: Dienstags 14:15 bis 15:45 Uhr
Raum: Gebäude B4 1, Raum 0.02.1
Dauer: 14.10.2025 bis 03.02.2026

Link zum LSF

„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“. Über Ludwig Wittgensteins berühmten Satz kann man sicherlich streiten. Unverkennbar aber prägt Sprache unseren Denkhorizont und kann das Erlernen einer neuen oder das Vertiefen einer Fremdsprache unser Denken bereichern. Fremdsprachenkenntnisse sind für Historiker*innen heute unerlässlich und ermöglichen eine internationale Vernetzung mit anderen Wissenschaftler*innen und die Teilhabe am wissenschaftlichen Diskurs.  Die Übung macht es sich zum Ziel, Historiker*innen weitere Sprachkenntnisse im Französischen aufzuschließen. Anhand der Betrachtung der deutsch-französischen Beziehungen von 1945 bis in die Gegenwart sollen Diskussionen geführt, Fachsprache vertieft und Einblicke in die (deutsch-)französische Historiographie gewährt werden.

Einführende Literatur:

  • Julika Badstieber-Waldt: »Erbfeinde« - »Erbfreunde«? Mythen der deutsch-französischen Beziehungen / « Ennemis héréditaires » - « Amis héréditaires » ? Les mythes des relations franco-allemandes », in: Ursula Sinnreich (Hrsg.): Auf dem Weg in die Zukunft. Die deutsch-französischen Beziehungen 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg / En route vers l’avenir. Les relations franco-allemandes, 100 ans après la Première Guerre mondiale, Berlin: Hatje Cantz 2020, S. 122-148.
  • Nicole Colin (et.al.) (Hrsg.): Dictionnaire des relations culturelles franco-allemandes depuis 1945, Villeneuve d’Ascq 2023.
  • Corine Defrance/Ulrich Pfeil: La France, l’Allemagne et le traité de l’Élysée, Paris 2012.
  • Dies. (Hrsg.): Verständigung und Versöhnung nach dem 'Zivilisationsbruch'?, Schriftenreihe: Band 1731. Bundeszentrale f. politische Bildung, Bonn 2016.
  • Hélène Miard-Delacroix: Le défi européen. Histoire Franco-allemande de 1963 à nos jours, Villeneuve d’Ascq 2011.
  • Dies./Andreas Wirsching: Ennemis héréditaires? Un dialogue franco-allemand, avec Andreas Wirsching, Paris 2020.
  • Isabelle Guinaudeau (et.al.) (Hrsg): Dictionnaire des relations franco allemandes, Bordeaux 2009.

Martin Kloza, M.A.

Übung: NS-Volkstumspolitik, Rassenideologie und Völkermord in Frankreich und Polen (1939-1944/45)

Zeit: Donnerstags 10:15–11:45 Uhr    
Raum: Gebäude B3 1 - Seminarraum 1.24
Dauer: 16.10.2025 bis 05.02.2026

Link zum LSF

Während der Besatzung Polens und Frankreichs, welche unterschiedlichen Besatzungsregimen unterstanden, verfolgte das Dritte Reich das Ziel einer geographischen und – im NS-Verständnis – völkischen Neuordnung. Neben Eingliederung bestimmter Teile ins ‘Altreich’ gehörten hierzu unterschiedliche Machtinstrumente wie die Rekrutierung der Bevölkerung für das ‘deutsche Volkstum’ (u.a. Nordfrankreich) oder die An- und Umsiedlung zwecks ‘Germanisierung’ des Gebietes (sog. Warthegau bzw. Großpolen). Das Generalgouvernement hingegen sollte vorerst als Sammelbecken für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen dienen. Dort auch lagen Städte wie Warschau, wo sich das größte jüdische Ghetto befand, sowie die NS-Vernichtungslager. Das Dritte Reich wandte folglich Mittel der Inklusion wie Exklusion – bis hin zum Völkermord – an, um die deutsch beherrschten Teile des europäischen Kontinents nach seiner Ideologie und Machtvorstellung zu ordnen; in dieser Übung am Beispiel Frankreichs und Polens.

Im Kurs werden wir uns vor allem mit den Auswirkungen auf die betroffenen Regionen und Menschen sowie mit ihren Handlungsmöglichkeiten im Kriegs- und Besatzungsalltag befassen. Dazu gehören das Leben im Warschauer Ghetto, die Motivationen, ‘Volksdeutscher’ zu werden, Widerstand gegen die NS-Besatzung usw.

Neben Referaten werden Quellentexte und Fachliteratur im Mittelpunkt der Übung stehen. Die Inhalte werden ferner durch Aspekte wissenschaftlicher Arbeitsmethoden gerahmt (Recherche, Fragestellungen und Thesen aufstellen usw.). Für die Teilnahme sind Kenntnisse des Französischen und, oder Polnischen von Vorteil, wenngleich keine Voraussetzung.

Literatur:

  • Benz, Wolfgang u.a. (Hgg.): Deutsche Herrschaft. Nationalsozialistische Besatzung Europas und die Folgen, München 2022.
  • Benz Wolfgang: Holocaust, 10., aktual. Auflage, München 2023.
  • Jäckel, Eberhard: Frankreich in Hitlers Europa. Die deutsche Frankreichpolitik im Zweiten Weltkrieg, Stuttgart 1966.
  • Kochanowski, Jerzy u.a. (Hg.): Die „Volksdeutschen” in Polen, Frankreich, Ungarn und der Tschechoslowakei. Mythos und Realität, Osnabrück 2006.
  • Leniger, Markus: Nationalsozialistische „Volkstumsarbeit“ und Umsiedlungspolitik 1933-45. Von der Minderheitenbetreuung zur Siedlungsauslese, Berlin 2006 (Geschichtswissenschaft, Bd. 6).
  • Stiller, Alexa: Völkische Politik. Praktiken der Exklusion und Inklusion in polnischen, französischen und slowenischen Annexionsgebieten 1939-1945, Göttingen 2022.

Raphaël Pernoud, M.A.

Übung: Erinnerungskultur und Geschichtspolitik in Zentral- und Osteuropa seit 1989

Zeit: Dienstags 12:15–13:45 Uhr     
Raum: Gebäude B3 1 - Seminarraum 1.24
Dauer: 14.10.2025 bis 03.02.2026

Link zum LSF

Während der Besatzung Polens und Frankreichs, welche unterschiedlichen Besatzungsregimen unterstanden, verfolgte das Dritte Reich das Ziel einer geographischen und – im NS-Verständnis – völkischen Neuordnung. Neben Eingliederung bestimmter Teile ins ‘Altreich’ gehörten hierzu unterschiedliche Machtinstrumente wie die Rekrutierung der Bevölkerung für das ‘deutsche Volkstum’ (u.a. Nordfrankreich) oder die An- und Umsiedlung zwecks ‘Germanisierung’ des Gebietes (sog. Warthegau bzw. Großpolen). Das Generalgouvernement hingegen sollte vorerst als Sammelbecken für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen dienen. Dort auch lagen Städte wie Warschau, wo sich das größte jüdische Ghetto befand, sowie die NS-Vernichtungslager. Das Dritte Reich wandte folglich Mittel der Inklusion wie Exklusion – bis hin zum Völkermord – an, um die deutsch beherrschten Teile des europäischen Kontinents nach seiner Ideologie und Machtvorstellung zu ordnen; in dieser Übung am Beispiel Frankreichs und Polens.

Im Kurs werden wir uns vor allem mit den Auswirkungen auf die betroffenen Regionen und Menschen sowie mit ihren Handlungsmöglichkeiten im Kriegs- und Besatzungsalltag befassen. Dazu gehören das Leben im Warschauer Ghetto, die Motivationen, ‘Volksdeutscher’ zu werden, Widerstand gegen die NS-Besatzung usw.

Neben Referaten werden Quellentexte und Fachliteratur im Mittelpunkt der Übung stehen. Die Inhalte werden ferner durch Aspekte wissenschaftlicher Arbeitsmethoden gerahmt (Recherche, Fragestellungen und Thesen aufstellen usw.). Für die Teilnahme sind Kenntnisse des Französischen und, oder Polnischen von Vorteil, wenngleich keine Voraussetzung.

Empfohlene Literatur: 

  • Benz, Wolfgang u.a. (Hgg.): Deutsche Herrschaft. Nationalsozialistische Besatzung Europas und die Folgen, München 2022.
  • Benz Wolfgang: Holocaust, 10., aktual. Auflage, München 2023.
  • Jäckel, Eberhard: Frankreich in Hitlers Europa. Die deutsche Frankreichpolitik im Zweiten Weltkrieg, Stuttgart 1966.
  • Kochanowski, Jerzy u.a. (Hg.): Die „Volksdeutschen” in Polen, Frankreich, Ungarn und der Tschechoslowakei. Mythos und Realität, Osnabrück 2006.
  • Leniger, Markus: Nationalsozialistische „Volkstumsarbeit“ und Umsiedlungspolitik 1933-45. Von der Minderheitenbetreuung zur Siedlungsauslese, Berlin 2006 (Geschichtswissenschaft, Bd. 6).
  • Stiller, Alexa: Völkische Politik. Praktiken der Exklusion und Inklusion in polnischen, französischen und slowenischen Annexionsgebieten 1939-1945, Göttingen 2022.

Archiv Lehre

Hier finden Sie eine Übersicht von Lehrveranstaltungen der Kultur- und Mediengeschichte für Studierende der vergangenen Semester:

Lehrveranstaltungen vergangener Semester

Informationen für Studierende

Leitfäden und Richtlinien

Alle wichtigen Informationen zu den Formalia von Seminar-, Bachelor- oder Masterarbeiten finden Sie unter:

Leitfäden und Richtlinien

 

Informationen für Studieninteressierte

Historisch orientierte Kulturwissenschaften

Die Koordinationsstelle "Historisch orientierte Kulturwissenschaften" bietet im Rahmen des zweistufigen Bachelor-/Master-Systems drei interdisziplinäre, praxisorientierte und fakultätsübergreifende Studiengänge an:
 

Mehr Informationen zu den historisch orientierten Kulturwissenschaften