Forschung

Forschungsschwerpunkte der Arbeitseinheit Arbeits- und Organisationspsychologie

Psychologische ELSI-Forschung

 

Auswirkung elektronischer Überwachung

 

Selbstpräsentation in der Personalauswahl

Bewerber/innen möchten sich in Auswahlsituation als möglichst gut und geeignet darstellen. Das ist verständlich und entsprechend weit so ein Verhalten auch verbreitet. Darunter kann jedoch die Qualität von Personalauswahl leiden. Mögliche Folge ist eine schlechte Passung zwischen ausgewählter Person und Arbeitsplatz, was ein Problem für beide Seiten ist. Besonders spannend ist das Thema, weil Bewerber/innen unterschiedlicher Kulturen unterschiedlich viel Selbstpräsentation in Auswahlsituationen zeigen. In unserer Forschung möchten wir verstehen, warum das so ist.
 

Sichtbarkeit von weltweiter HR Forschung: Diskrepanzen zwischen industrialisierten und Schwellenländern

In der Psychologie sind viele Forschungsstränge dominiert von einer US-amerikanischen Perspektive. Bei näherer Betrachtung der aktuellen Forschungsliteratur findet man, dass über 70% der Publikationen von amerikanischen Universitäten stammen. Nimmt man noch den „Westen“ hinzu, sind es schon 99% der Publikationen (Henrich, 2010). Eine solche Dominanz des Westens führt dazu, dass die Sichtweise anderer Kulturen zu wenig berücksichtigt wird und Annahmen über Phänomene vorschnell auf andere Kulturen generalisiert werden. In Zeiten der Globalisierung können solche „vereinfachten“ Annahmen über Mitarbeitende, Unternehmenskultur, Personalentwicklung etc. zu schwerwiegenden unternehmerischen Fehlplanungen führen.

Unser Forschungsschwerpunkt liegt daher auf der Frage, wieso es Human Resource Wissenschaftler aus Entwicklungs- und Schwellenländern, wie beispielsweise Indien, so schwer haben, ihre Forschung in den Top Management Journals zu veröffentlichen.

 

Research-Practice Gap in der Personalauswahl

Wissenschaftler/innen sprechen oft Empfehlungen in Bezug auf Personalauswahlverfahren aus, welche in der Praxis auf wenig Anklang stoßen. Näher untersucht werden an unserem Lehrstuhl vor allem Persönlichkeitstests. Welche Faktoren spielen bspw. bei der Wahl von Persönlichkeitstests zur Personalauswahl eine Rolle und welche impliziten Leistungstheorien gibt es (d.h., was denken Menschen, welche Persönlichkeitsmerkmale, -eigenschaften und Kompetenzen für die Leistung am Arbeitsplatz allgemein relevant sind und wie könnten diese Faktoren die Wahl und Ausgestaltung von Auswahlinstrumenten beeinflussen)?

 
Personalabbau und professionelles Trennungsmanagement

In der modernen Arbeitswelt sind Personalkürzungen zu einer alltäglichen unternehmerischen Praxis geworden. Wie Unternehmen den Prozess der Planung und Umsetzung von Personalabbaumaßnahmen gestalten, bezeichnet der Begriff des Trennungsmanagements. Die wahrgenommene Fairness dieses Prozesses wurde in der Forschung als wichtiger Einflussfaktor auf die Reaktionen der betroffenen Mitarbeiter/innen identifiziert.

Näher untersucht werden an unserem Lehrstuhl folgende Themen:

  1. Gestaltung von fairen Kündigungsgesprächen
  2. Training von Kündigungsgesprächen für Führungskräfte
  3. Einstellungen zu Personalabbau und Kündigungen
  4. Prädiktoren und Konsequenzen von Arbeitsplatzunsicherheit

Zeitmanagement (z.B. Meetings)

Wenn Firmen es immer mehr ihren Mitarbeitenden überlassen, wann (und manchmal auch wo) sie ihrer Arbeit nachgehen (Hauptsache, sie wird erledigt!), dann ist dieser Zugewinn an Freiheit zu begrüßen. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass Personen ihre Zeit vermehrt selbst managen müssen. In unserer Forschung beschäftigen wir uns damit, was das Zeitmanagement so schwierig macht (zumindest für manche) und wie man es verbessern kann. In letzter Zeit interessieren wir uns insbesondere für Meetings (Besprechungen), die oft nicht als "Zeitfresser" angesehen werden - die man aber so gestalten kann, dass die Zeit sinnvoll genützt wird.