Lehre

Aktuelle Veranstaltungen

Wintersemester 2023/2024

Prof. Dr. Fabian Lemmes

Vorlesung "Terrorismus als Mediengeschichte – vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart"

Zeit: Donnerstags 10:00 bis 12:00 Uhr
Raum: Gebäude B3.2, Hörsaal 0.03
Dauer: 26.10.2023 bis 08.02.2024

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Terrorismus ist ein hochaktuelles Thema, aber keineswegs ein neues Phänomen. Vielmehr hat er eine über zweihundertjährige Geschichte, die wir in der Vorlesung genauer betrachten wollen. Die Vorlesung gibt einen Überblick über die Geschichte des Terrorismus in europäischer und globaler Perspektive und setzt dabei einen mediengeschichtlichen Schwerpunkt.

Terrorismus war stets ein politischer Kampfbegriff, ist aber auch zu einem wissenschaftlichen Analysebegriff geworden für eine spezifische Form politischer Gewalt, die einen Großteil ihrer Wirkung aus der Erzeugung öffentlicher Aufmerksamkeit und Reaktionen zieht. Fast immer stand und steht terroristische Gewalt in engem Zusammenhang mit intensiven, oft kontroversen politischen und gesellschaftlichen Debatten. Aus diesen Gründen spielen Medien und Öffentlichkeiten bei Terrorismusstudien eine wichtige Rolle, umgekehrt kann man aus der Betrachtung des Terrorismus einiges über Medien und Öffentlichkeit lernen. Zu klären gilt, was Terrorismus überhaupt ist, welche Formen sich unterscheiden lassen, in welchen historischen Zusammenhängen er auftrat, wie er wirkt und wie wir ihn untersuchen können, d.h. auf Grundlage welcher Theorien, Methoden und Quellen. Dabei kann die Vorlesung sich auf eine reichhaltige neuere Forschungsliteratur stützen – aus der Geschichtswissenschaft, aber auch aus anderen Disziplinen.


Organisatorisches: Es handelt sich um eine Präsenzveranstaltung, eine bis zwei Sitzungen finden aber online statt.

Einführende Literatur:

  • Waldmann, Peter: Terrorismus. Provokation der Macht, 3., aktualisierte und überarb, Hamburg 2011.
  • Schraut, Sylvia: Terrorismus und politische Gewalt, Göttingen 2018.
  • Hoffman, Bruce: Inside Terrorism, 3rd, rev. and expanded edition, New York 2017; dt.: Terrorismus - der unerklärte Krieg. Neue Gefahren politischer Gewalt, 3., erw. und aktualisierte Ausg., Frankfurt a. M. 2019.
  • Weinhauer, Klaus/Requate, Jörg (Hg.): Gewalt ohne Ausweg? Terrorismus als Kommunikationsprozess in Europa seit dem 19. Jahrhundert. Frankfurt am Main 2012.
  • Felix Schnell: Gewalt und Gewaltforschung, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 08.11.2014, docupedia.de/zg/schnell_gewalt_gewaltforschung_v1_de_2014.
HS/OS "Politische Gewalt und Terrorismus: Europa in den langen 1970er Jahren"

Zeit: Mittwochs 10:00 bis 12:00 Uhr
Raum: Gebäude B3.1, Seminarraum 3.18
Dauer: 25.10.2023 bis 07.02.2024

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Debatten über Terrorismus sind nicht nur hochaktuell, sie haben auch eine Geschichte. In Deutschland drehten sie sich in Deutschland lange vor allem um den Linksterrorismus der 1970er und 1980er Jahre. Aber auch anderswo in Europa und der Welt sahen sich nach den Protestbewegungen der späten 1960er Jahre Staaten und Gesellschaften mit radikalen Gruppen konfrontiert, die unterschiedliche Formen der Gewalt als Mittel des politischen Kampfes propagierten und einsetzten. Im Mittelpunkt des Seminars steht der Linksterrorismus in Westeuropa, vor allem in der BRD, Italien und Frankreich. Daneben richtet sich unser Blick auch auf andere Länder inner- und außerhalb Europas sowie auf zeitgleiche Fälle von ethnisch-nationalistisch bzw. separatistisch motiviertem Terrorismus (Baskenland, Nordirland).

Vergleichend untersuchen wir zum einen die linksradikalen Gruppen selbst und ihr soziales Umfeld, zum anderen den staatlichen und gesellschaftlichen Umgang mit Terrorismus. Was sind die Motivationen dieser Form der politischen Gewalt und wie wird sie gerechtfertigt? Wie reagieren Staaten und Regierungen (Kontrolle, Repression, Prävention)? Welche Wechselwirkung bestehen zwischen staatlicher und nichtstaatlicher, „terroristischer“ Gewalt? Welche Rolle spielen dabei Medien und gesellschaftliche Diskurse über Gewalt? Und welche Rolle spielen transnationale Verflechtungen? Nicht zuletzt will das Seminar aktuellen Debatten über Terrorismus eine historische Tiefenschärfe geben.

Organisatorisches: Es handelt sich um eine Präsenzveranstaltung, eine bis zwei Sitzungen finden aber online statt.

Einführende Literatur:

  • Waldmann, Peter: Terrorismus. Provokation der Macht, 3., aktualisierte und überarb. Aufl., Hamburg 2011.
  • Sylvia Schraut: Terrorismus und politische Gewalt, Göttingen 2018.
  • Petra Terhoeven: Deutscher Herbst in Europa. Der Linksterrorismus der siebziger Jahre als transnationales Phänomen. München 2014.
  • Weinhauer, Klaus/Requate, Jörg: Terrorismus als Kommunikationsprozess. Eskalation und Deeskalation politischer Gewalt in Europa seit dem 19. Jahrhundert, in: dies. (Hg.): Gewalt ohne Ausweg? Terrorismus als Kommunikationsprozess in Europa seit dem 19. Jahrhundert, Frankfurt a.M. 2012, S. 11–47.
Übung "Einführung in die Mediengeschichte"

Zeit: Mittwochs 16:00 bis 18:00 Uhr
Raum: Gebäude B3.1, Seminarraum 3.18
Dauer: 25.10.2023 bis 07.02.2024

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Was ist Mediengeschichte? Womit befasst sie sich, wie und wozu betreibt man sie? Was sind überhaupt „Medien“? Welche unterschiedlichen disziplinären und methodischen Zugänge zur Mediengeschichte gibt es – und was ist ein speziell geschichtswissenschaftlicher Zugang? Diesen und ähnlichen Fragen werden wir uns in der Übung widmen.

Ziel der Veranstaltung ist es, einen Überblick über zentrale Fragestellungen, Themen, Ansätze und Quellen der Mediengeschichte vom 18. bis ins 21. Jahrhundert zu geben. Dabei blicken wir nicht nur auf Deutschland, sondern in einer transnationalen und vergleichenden Perspektive auch darüber hinaus auf Europa und globale Zusammenhänge. Die Übung will ein Bewusstsein für die thematische und methodische Vielfalt der europäischen Mediengeschichte seit dem 18. Jahrhundert schaffen und auch zur Reflexion über das Verhältnis von Geschichte und Medien anregen.

Organisatorisches: Es handelt sich um eine Präsenzveranstaltung, eine bis zwei Sitzungen finden aber online statt.

Einführende Literatur:

  • Frank Bösch: Mediengeschichte. Vom asiatischen Buchdruck zum Fernsehen, 2. Aufl., Frankfurt a.M./New York 2019.
  • Jane Chapman: Comparative Media History. An Introduction, Cambridge 2005.
  • Werner Faulstich: Mediengeschichte von 1700 bis ins 3. Jahrtausend, Stuttgart 2006.
  • Werner Faulstich: Die Mediengeschichte des 20. Jahrhunderts, München 2012.
  • Jürgen Wilke: Grundzüge der Medien- und Kommunikationsgeschichte, 2. Aufl., Köln/Weimar/Wien 2008.
Kolloquium zur Kultur-, Medien- und Gesellschaftsgeschichte

Zeit: Dienstags 16:00 bis 18:00 Uhr (Regeltermin), einzelne Termine davon abweichend
Raum: Gebäude B3.1, Seminarraum 3.18
Dauer: 24.10.2023 bis 06.02.2024

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Im Kolloquium werden neuere Forschungen und Ansätze zur Kultur-, Medien- und Gesellschaftsgeschichte des 18. bis 21. Jahrhunderts diskutiert. Auf dem Programm stehen Vorträge von auswärtigen Gästen und von Forscher:innen der UdS, die laufende oder abgeschlossene Projekte präsentieren. Darüber hinaus bietet das Kolloquium Studierenden die Möglichkeit, ihre laufenden Abschlussarbeiten zur Diskussion zu stellen. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Unser Regeltermin ist Dienstag 16-18 Uhr, einige Termine werden jedoch an anderen Tagen bzw. Zeiten stattfinden. Alle Termine können Sie dem aktuellen Kolloquiumsplan entnehmen.

Einführungsveranstaltung "'Europa' – Interdisziplinäre Einführung in die Kulturwissenschaften"

Zusammen mit Barbara Krug-Richter, Urszula Pekala und Rainer Kleinertz

Zeit: Dienstags und freitags 12:00 bis 14:00 Uhr
Raum: siehe LSF-Eintrag 
Dauer: 24.10.2023

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Dr. Gunther Mahlerwein

Proseminar "Mediengeschichte der Popmusik der 50er bis 70er Jahre"

Zeit: Dienstags 14:00 bis 16:00 Uhr 
Raum: Gebäude B3.1, Seminarraum 2.17
Dauer: 24.10.2023 bis 06.02.2024

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Der enorme Bedeutungszugewinn von Popmusik in den Nachkriegsjahrzehnten ist eng verknüpft mit mediengeschichtlich relevanten Entwicklungen. Nicht nur die Form des Trägermediums (Radio, Fernsehen, Schallplatte, Tonband, Musikkassette), sondern auch die Einbindung des Popmusikkonsums in Medienensembles (neben Audio- und Videomedien v.a. Printmedien) gingen einher mit popmusikalischen Entwicklungen. Transformationen in den Bereichen Popmusik und Medien bedingten sich gegenseitig. Das soll im Proseminar vor dem Hintergrund allgemein relevanter historischer Prozesse (Sozialgeschichte, Konsumgeschichte, Geschichte von Jugend und Jugendkulturen) beleuchtet werden.

Julika Badstieber-Waldt, M.A.

Übung "Schreiben im Krieg"

Zeit: Mittwochs 08:30 bis 10:00 Uhr
Raum: Gebäude B3.1, Seminarraum 3.19
Dauer: 25.10.2023 bis 07.02.2024

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Die Übung „Schreiben im Krieg“ stellt die Frage nach der Interaktion von Krieg und Medien. Dabei steht der Zweite Weltkrieg im Mittelpunkt. Anhand verschiedener schriftlicher Quellen (Feldpostbriefe, Brieftagebücher/Tagebücher, Berichte, klandestine Schriften, Memoiren…) fragt das Seminar nach der Bedeutung, Form, Funktion und Dynamik verschiedener Medien im Kontext von Krieg und Diktatur.
Die Struktur der Übung gliedert sich in zwei Teile. Zunächst werden verschiedene Ansätze zur historiographischen Darstellung von Kriegen erarbeitet und diskutiert (Schlagworte: Kulturgeschichte des Krieges, Kriegserfahrung, Transnationale Geschichte, Histoire Croisée…). Damit wird die Frage gestellt, wie sich eine Geschichte des Krieges schreiben lässt.
Im Anschluss wird anhand vielfältiger Quellen ein Blick auf die Eigenart der unterschiedlichen Mediengattungen geworfen. Damit versucht die Übung ein Schlaglicht darauf zu werfen, welche Bedeutung und Funktion Schreiben im Zweiten Weltkrieg hatte. Dabei soll der Blick auch für die Frage nach Rückwirkungen nach 1945 geöffnet werden.

Joana Baumgärtel, M.A.

Übung "Geschichte digital. Aufbereitung und Visualisierung historischer Quellen"

Zeit: Dienstags 12:00 bis 14:00 Uhr
Raum: Gebäude B3.1, Seminarraum 2.17
Dauer: 24.10.2023 bis 06.02.2024

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Im Rahmen der Übung „Geschichte digital“ lernen die Studierenden die Aufbereitung und Visualisierung von historisch digitalisierten Quellen in der Form eines Wissenschaftsblog. Weblogs bieten für Wissenschaftler:innen neue Publikations- und Kommunikationsmöglichkeiten. Kreative Ausdrucksmöglichkeiten jenseits der kanonisierten wissenschaftlichen Textgenres ermöglichen neue Formen der Analyse von historischen Quellenuntersuchungen. Mithilfe verschiedener Medienformate und Schreibpraktiken können Ideen und Konzeptionen der Wissensvermittlung historischer Sachverhalte individuell ausgestaltet werden und ermöglichen so eine freie Gestaltung im Forschungsprozess.

Die Teilnehmer:innen der Übung sollten sowohl die Bereitschaft besitzen, sich in die praktische Umsetzung eines Wissenschaftsblogs einzuarbeiten wie bereits digitalisierte Quellen für eine digitale Wissensvermittlung aufzuarbeiten. 

Martin Christoph Kloza, M.A.

Übung: „Erinnerungsorte. Kristallisationspunkte des kollektiven Gedächtnisses in europäischen Gesellschaften?“

Zeit:  Dienstags 8.30-10.00 Uhr
Raum: Gebäude  C5 3,  Seminarraum: 0.23
Dauer:  24.10.2023-06.02.2023

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Auf Basis der Arbeiten von Maurice Halbwachs zum kollektiven Gedächtnis entwickelte der französische Historiker Pierre Nora Mitte der 1980er Jahre das Konzept des ‚lieu de mémoire’. In einem solchen ‚Erinnerungsort‘, so die Annahme, kulminierten die Erinnerungen einer bestimmten Gemeinschaft, meist Nation, und würden ihre Erinnerungskultur und somit Identität prägen. Der Begriff ‚Ort‘ ist hierbei auch abstrakt zu verstehen, d.h. er meint sowohl geografisch-konkrete Orte (Berliner Mauer) als auch Daten/Ereignisse (9. November), Personen (Charles de Gaulle), Institutionen (Bundesliga) usw. Über einen streng nationalen Kontext hinaus werden zudem ‚gemeinsame‘ sowie ‚geteilte‘ Erinnerungsorte beschrieben, wie etwa Verdun oder Versailles für Deutschland und Frankreich oder Kopernikus/Mikolaj Kopernik als deutsch-polnischer Erinnerungsort. Die Konjunktur des Begriffs führte zu dessen Übertragung auf unterschiedliche Räume oder Perioden, was die Kritik hervorrief, das Konzept sei nicht scharf genug umrissen und ließe sich auf praktisch alles, was halbwegs Erinnerung betreffe, übertragen. Im Kurs werden wir uns nach einer theoretischen Einführung zunächst prototypische Vertreter des Konzeptes anschauen, sodann etwaige Grenzen des Begriffs besprechen, um schließlich auch der Frage nachzugehen, inwiefern ‚Europäische Erinnerungsorte‘ zu konstatieren sind und welchen geschichtspolitischen und identitätsstiftenden Mehrwert sie (im Zeitalter der ‚Euroskepsis‘) haben können.

Sommersemester 2023

Prof. Dr. Fabian Lemmes

Vorlesung "Historische Gewaltforschung"

Zeit: Donnerstags 10:00 bis 12:00 Uhr
Raum: Gebäude B3.2, Hörsaal 0.03
Dauer: 20.04.2023 bis 20.07.2023

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Gewalt ist für Historiker:innen ein relevantes Thema – ganz gleich, ob wir uns ihr aus sozial-, politik-, rechts-, kultur-, geschlechter- oder mediengeschichtliche Perspektive nähern. Sie begegnet uns nicht nur in Kriegen, sondern auch in vielen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und Alltagssituationen.

Gewaltsames Handeln kann „von unten“ oder „von oben“ ausgehen, ein Mittel politischen und sozialen Protests, aber auch Instrument zur Herrschaftssicherung, Normdurchsetzung und Stabilisierung von Hierarchien oder eine ritualisierte Form der Konfliktaustragung in lokalen Gemeinschaften sein. Zugleich ist Gewalt oft Gegenstand öffentlicher und medialer Diskurse, in denen ihre Bedeutung ausgehandelt wird: als legitim oder illegitim, normal oder anormal, als politisch, kriminell oder pathologisch, als unvermeidlich oder inakzeptabel. Ausmaß, Formen und Bedeutung von Gewalt variieren nicht nur zwischen Gesellschaften, sondern auch im historischen Zeitverlauf.

Ziel der Vorlesung ist, klassische und neuere Ansätze zur Erforschung kollektiver und individueller Gewalt vorzustellen und anhand von Beispielen aus der europäischen Geschichte (mit Abstechern in außereuropäische Kontexte) vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart zu diskutieren. Dabei sollen die Studierenden zentrale Themen und Fragestellungen der historischen Gewaltforschung sowie Theorieangebote der Nachbardisziplinen kennenlernen. Wie lassen sich unterschiedliche Formen von Gewalt beschreiben, verstehen und erklären? Welche Relevanz hat das Thema insbesondere für die Kultur- und Mediengeschichte?

HS/OS "Der Deutsch-Französische Krieg und die Pariser Kommune: Medien, Propaganda, Repräsentationen, Erinnerung, 1870/71 bis heute"

Zeit: Mittwochs 10:00 bis 12:00 Uhr
Raum: Gebäude B3.1, Seminarraum 3.18
Dauer: 12.04.2023 bis 19.07.2023

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Kriege sind immer auch solche der Worte und Bilder, wie uns gerade der Ukrainekrieg wieder vor Augen führt. Dass dies nichts grundsätzlich Neues ist, wollen wir uns am Beispiel des Deutsch-Französischen Krieges anschauen, der sich 2020/21 zum 150. Mal gejährt hat. Im Umfeld dieser Jahrestage wurden zahlreiche Gedenkveranstaltungen organisiert, neue Forschungen publiziert und Quellen digital zugänglich gemacht, auf die wir uns im Seminar stützen können.

Der Deutsch-Französische Krieg führte nicht nur zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs, der Verankerung der Republik in Frankreich und zum Mythos deutsch-französischen „Erbfeindschaft“. Er war auch ein „Medienkrieg“ – und seine Repräsentationen prägten die Öffentlichkeiten, Erinnerungs- und Gedenklandschaften – gerade in den Grenzregionen – und die wechselseitigen Wahrnehmungen nachhaltig. 1871 mündete er in der „Pariser Kommune“, die blutigen niedergeschlagen wurde und zu einem zentralen Erinnerungsort der Arbeiterbewegung und zur Referenz für Generationen von Sozialist:innen, Anarchist:innen und Feminist:innen wurde.

Im Seminar widmen wir uns zum einen der Erfahrungs-, Kultur- und Gesellschaftsgeschichte des Krieges und der Kommune 1870/71, insbesondere der deutschen, französischen und europäischen Medienberichterstattung. Zum anderen untersuchen wir das anschließende Erinnern und Gedenken in Frankreich und Deutschland sowie die langfristige Bedeutung für die deutsch-französischen Beziehungen und die Erinnerungskultur bis in die Gegenwart, besonders mit Blick auf Denkmäler, Jahrestage und Massenmedien. Die Veranstaltung bietet eine hervorragende Möglichkeit zur Einübung vergleichender, transfer- und beziehungsgeschichtlicher Ansätze.

Übung "Radio? Radio! Seit 100 Jahren und in Zukunft"

In Kooperation mit dem Saarländischen Rundfunk

Lehrende: Thomas Bimesdörfer und Fabian Lemmes
Zeiten: Blocktermin in der vorlesungsfreien Zeit, mit einigen vorbereitende Einzelsitzungen in der zweiten Semesterhälfte (Mi 14-16), genaue Termine s.u.
Ort: B3 1, 1.15
Beginn: 21.06.
Max. Teilnehmerzahl: 20

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2023 feiert das Radio in Deutschland seinen 100. Geburtstag. Am 29. Oktober 1923 begann der so genannte „Unterhaltungsrundfunk“ mit einer Musiksendung aus dem Berliner Vox-Haus am Potsdamer Platz. Die Geschichte dieses Mediums in Deutschland ist nicht ohne Konflikte und Widersprüche, das Radio war Medium der Verführung und der Aufklärung, der Grenzen und der Brücken, der Sammlung und der Zerstreuung, der Hochkultur und des Trivialen, der Diktatur und der Demokratie. Zu Beginn war Radio aber vor allem eins: eine technische Sensation, an die sehr hohe Erwartungen geknüpft wurden.

Und heute? Das Medium hat sich über die Jahrzehnte immer wieder an gesellschaftliche, kulturelle und technische Veränderungen angepasst. Radiogeschichte ist Zeitgeschichte, Sittengemälde und Fortschrittsgewissheit. Zum 100. Jubiläum in Deutschland ist das Radio immer noch vielgenutzter Alltagsbegleiter, Nachrichtengeber, Stimmungsaufheller.

Gemeinsam mit dem Saarländischen Rundfunk soll diese Übung die Geschichte des Radios in Deutschland in den Blick nehmen – was waren frühere Zukunftsprognosen und Erwartungen an das Radio? Verschwinden mit den klassischen Rundfunkempfängern auch die herkömmlichen Radioprogramme? Was kommt stattdessen? Wo liegt der Grund zum Feiern?

Organisatorisches: Während der Vorlesungszeit finden vier vorbereitende Einzeltermine jeweils mittwochs 14-16 Uhr statt: am 21.06., 28.06., 05.07. und 12.07.

Den Hauptteil der Veranstaltung bildet dann ein zweieinhalbtägiger Blocktermin in der vorlesungsfreien Zeit, nämlich vom 24.08. bis 26.08 (Donnerstag nur nachmittags ab 14:00 Uhr, Freitag und Samstag ganztägig).

Einführende Literatur:

Diemut Roether, Hans Sarkowicz, Clemens Zimmermann (Hg.):100 Jahre Radio in Deutschland, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, 2022.
(Dieses Buch ist für 7,00 € bei der Bundeszentrale für politische Bildung erhältlich!)

Kolloquium zur Kultur- und Mediengeschichte

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Im Kolloquium werden neuere Forschungen und Ansätze zur Kultur-, Medien- und Gesellschaftsgeschichte des 18. bis 21. Jahrhunderts diskutiert. Auf dem Programm stehen Vorträge von auswärtigen Gästen und von Forscher:innen der UdS, die laufende oder abgeschlossene Projekte präsentieren. Darüber hinaus bietet das Kolloquium Studierenden die Möglichkeit, ihre laufenden Abschlussarbeiten zur Diskussion zu stellen. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Die Veranstaltung wird in Form von 7-8 Einzel- oder Doppelsitzungen organisiert, die jeweils donnerstags 16-18 Uhr, 18-20 Uhr oder 16-20 Uhr stattfinden. Die genauen Termine werden noch bekanntgegeben. 

Dr. Birgit Metzger

Proseminar "Kolonialgeschichte"

Zeit: Dienstags 16:00 bis 18:00 Uhr 
Raum: Gebäude B3.1, Seminarraum 3.18
Dauer: 18.04.2023 bis 18.07.2023

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Ein Jahrhundert, nachdem der Traum vom "Platz an der Sonne" geplatzt ist, wird Deutschland von seiner kolonialen Vergangenheit eingeholt. Es wird öffentlich diskutiert, ob man die Gewalt gegen die Herero und Nama offiziell als Völkermord anerkennen soll, Ausstellungswerke kolonialer Herkunft zurückgeben, ob Ansprüche auf Entschädigung bestehen. Die "Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte" gehört laut Koalitionsvertrag von 2018 zum "demokratischen Grundkonsens in Deutschland". In diesem Proseminar wird ein erster Überblick über die Geschichte des europäischen Kolonialismus am Beispiel des deutschen Kolonialreichs gegeben. Welche Kolonien erwarb das deutsche Kaiserreich, aus welchen Gründen und wie gestaltete sich das koloniale Leben vor Ort? Gefragt wird auch nach den Arbeits- und Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung in den afrikanischen und in den Südsee Kolonien. Und schließlich soll der Frage nachgegangen werden, welche Auswirkungen die Kolonien auf die deutsche und europäische Gesellschaften hatten und wie die Kolonialzeit bis heute nachwirkt. Gleichzeitig werden im Proseminar anhand des gewählten Themas Grundkenntnisse der Kultur- und Mediengeschichte sowie der Neueren Geschichte vermittelt und in die wissenschaftlichen Arbeitsweisen und Methoden der Geschichtswissenschaft eingeführt.  Begleitend zum Proseminar findet ein verpflichtendes Tutorium statt, das die Teilnehmer:innen beim Erlernen und Einüben der wissenschaftlichen Methoden und einzelnen Arbeitsaufgaben unterstützt.Das Proseminar kann mit einer Hausarbeit abgeschlossen werden.

Tutorium
Zeit: Donnerstags 12:00 bis 14:00 Uhr
Raum: Gebäude B4.1, Seminarraum 0.02.1
Dauer: 20.04.2023 bis 20.07.2023

Übung "Das Ende der Arbeiterklasse: Deindustrialisierung, Arbeitslosigkeit, Populismus?"

Zeit: MIttwochs 16:00 bis 18:30 Uhr (14 tägl.)
Raum: Gebäude B3.1, Seminarraum 3.18
Dauer: 19.04.2023 bis 19.07.2023

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Aktuelle Gesellschafts- und Krisendiagnosen nutzen häufig die Welt des industriellen Wohlfahrtsstaats, der Normalarbeit und des „Malochers” als Kontrastfolie. Manchmal schwingt ein nostalischer Ton mit, aber unabhängig davon gründet unser gegenwärtiges Verständnis von Ungleichheit, ihrer politischen Bewertung und wissenschaftlichen Deutung häufig auf einem Verständnis gesellschaftlichen Wandels unter der Überschrift „Deindustrialisierung”. Zu Beginn lesen wir einige Auszüge aus Gegenwartsdiagnosen und historischen Darstellungen aus verschiedenen Disziplinen, beispielsweise Oliver Nachtweys „Abstiegsgesellschaft” und Lutz Raphaels "Jenseits von Kohle und Stahl". Anschließend wollen wir uns die Entwicklung, die Diskurse , die Erinnerung und das Leben vor Ort genauer anschauen: wie verliefen die Prozesse im Saarland und in Lothringen (evt. auch Luxemburg), wie änderte sich dabei das Leben der Betroffenen und welche Krisen und Chancen traten auf?  Dazu werden wir in Kleingruppen zu bestimmten Orten und Ereignissen recherchieren. Schließlich wollen wir uns die Situation an einzelnen Orten auch anschauen und nach Möglichkeit mit Akteuren sprechen. Inwiefern stimmen Gegenwartsdiagnosen, empirische und historische Sozialforschung und zeitgenössische Beobachtung  und Erfahrung überein?

Joana Baumgärtel, M.A.

Übung "Oral History. Zeitzeug:inneninterviews als historische Quellen"

Zeit: Donnerstags 14:00 bis 16:00 Uhr
Raum: Gebäude B3.1, Seminarraum 3.18
Dauer: 13.04.2023 bis 20.07.2023

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Historische Quellen sind vielfältig. Egal ob Schrift-, Bild-, Sach- oder Audioquelle, sie sind der Rohstoff für die geschichtswissenschaftliche Produktion. Zeitzeug:inneninterviews als mündliche Quellen nehmen einen besonderen Stellenwert ein, denn sie zeigen eine veränderte Perspektive auf die Vergangenheit. Sie dokumentieren keine historische Wahrheit, sondern weisen die Bedeutung der Vergangenheit für die Gegenwart auf und geben uns Aufschluss über die Auffassung der Vergangenheit gesellschaftlicher Akteure.

Die Übung „Oral History. Zeitzeug:inneninterviews als historische Quellen“ wird sich in einen Theorie- und Praxisteil untergliedern. Die Teilnehmer:innen sollten sowohl die Bereitschaft zu regelmäßiger Lektüre wissenschaftlicher Texte wie zum Erstellen eines Interviewleitfadens und zur Durchführung eines Zeitzeug:inneninterviews besitzen.

Archiv Lehre

Hier finden Sie eine Übersicht von Lehrveranstaltungen der Kultur- und Mediengeschichte für Studierende der vergangenen Semester:

Lehrveranstaltungen vergangener Semester

Informationen für Studierende

Leitfäden und Richtlinien

Alle wichtigen Informationen zu den Formalia von Seminar-, Bachelor- oder Masterarbeiten finden Sie unter:

Leitfäden und Richtlinien

 

Informationen für Studieninteressierte

Historisch orientierte Kulturwissenschaften

Die Koordinationsstelle "Historisch orientierte Kulturwissenschaften" bietet im Rahmen des zweistufigen Bachelor-/Master-Systems drei interdisziplinäre, praxisorientierte und fakultätsübergreifende Studiengänge an:
 

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