Lehre

Leitfäden und Richtlinien

Alle wichtigen Informationen zu den Formalia von Seminar-, Bachelor- oder Masterarbeiten finden Sie unter:

Leitfäden und Richtlinien

Aktuelle Veranstaltungen

Wintersemester 2026/27

Prof. Dr. Fabian Lemmes

Vorlesung: Krieg und Medien: vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart

Zeit: Montags 16:15 bis 17:45 Uhr
Raum: Gebäude C5 1 – Musiksaal 1.01
Dauer: 13.10.2025 bis 01.02.2026

Link zum LSF

Beschreibung folgt in Kürze. 

Hauptseminar/Oberseminar: Der Spanische Bürgerkrieg: Gewalt, Medien, Erinnerung (1936-1939/2026)

Zeit: Dienstags 10:15 bis 11:45 Uhr
Raum: Gebäude B3.1, Raum 3.19
Dauer: 13.10.2026 bis 02.02.2027

Link zum LSF

Beschreibung folgt in Kürze. 

Kolloquium zur Kultur-, Medien- und Gesellschaftsgeschichte (mit Dr. Birgit Metzger)

Zeit: Dienstags 16:15 bis 17:45 Uhr
Raum: Gebäude B3.1, Raum 3.18
Dauer: 13.10.2026 bis 02.02.2027

Link zum LSF

Im Kolloquium werden neuere Forschungen und Ansätze zur Kultur-, Medien- und Gesellschaftsgeschichte des 18. bis 21. Jahrhunderts diskutiert. Auf dem Programm stehen Vorträge von auswärtigen Gästen und von Forscher:innen der UdS, die laufende oder abgeschlossene Projekte präsentieren. Darüber hinaus bietet das Kolloquium Studierenden die Möglichkeit, ihre laufenden Abschlussarbeiten zur Diskussion zu stellen. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.
Unser Regeltermin ist Dienstag 16-18 Uhr, einige Termine werden jedoch an anderen Tagen bzw. Zeiten stattfinden. Das genaue Programm wird zur ersten Sitzung bekanntgegeben.

Dr. Gunter Mahlerwein

Proseminar: Kultur- und Mediengeschichte der Nacht, 18.-20. Jahrhundert

Zeit: Dienstags 14:15 bis 15:45 Uhr  -  Obligatorisches Tutorium: Zweiwöchentlich, dienstags 12:15-13:45 Uhr   
Raum: B3 1, Raum 3.18  -  Obligatorisches Tutorium: Gebäude B4 1 – Seminarraum 0.02.1
Dauer: 13.10.2026 bis 02.10.2027 

Link zum LSF

Das Seminar Kultur- und Mediengeschichte der Nacht“ nimmt die sich verändernde Wahrnehmung der Nacht seit der Frühen Neuzeit bis in das 20. Jh. in den Blick. Aus dem Zeitabschnitt zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang, der religiös aufgeladen war, der angstbesetzt war, der kontrolliert werden musste, ist ein Freiraum geworden, der bedingt durch technische Innovationen nutzbar gemacht werden konnte für die Verlängerung des Tages und seiner Aktivitäten, aber dennoch einen vom Tag abgrenzbaren Erlebnisbereich darstellt. Im Seminar soll nachgezeichnet werden, dass die „Modernisierung“ der Nacht schon im 18. Jahrhundert deutlich vorangeschritten war, andererseits auch die moderne Nacht nicht frei ist von traditionalen Vorstellungen. Diese kulturhistorisch zu verortenden Beobachtungen gehen einher mit mediengeschichtlichen Entwicklungen, die die veränderte Wahrnehmung der Nacht spiegeln und bedingen. 

Dabei zeigen sich im Umgang mit dem Phänomen Nacht zahlreiche Differenzierungen, die einen tiefen Blick in die Gesellschaft der jeweiligen Zeit ermöglichen. Soziale und ökonomische, konfessionelle und religiöse Unterschiede zeigen sich hier ebenso wie Stadt-Land-Differenzen, unterschiedliche Lebensphasen und geschlechterspezifische Eigenheiten als die Wahrnehmung und die Handlungsspielräume bestimmende Faktoren. 

Begleitend zum Proseminar ist das obligatorische Tutorium zu besuchen. Beginn: 20.10.2026. 

Dr. Birgit Metzger

Übung und Exkursion: Digitale Zugänge zur Erinnerungskultur: Das Beispiel der Kolonialschule in Witzenhausen (mit Mia Berg, M.A.)

Zeit: Donnerstags 14:15–15:45 Uhr
Online über MSTeams - Exkursion in Präsenz: 19. - 22.11.2026
Dauer: 15.10.2026 bis 04.02.2027

Link zum LSF 

Wie lässt sich ein historischer Ort mit digitalen Mitteln erforschen, darstellen und vermitteln?
Die Übung nimmt die ehemalige „Deutsche Kolonialschule“ in Witzenhausen zum Ausgangspunkt, um Möglichkeiten und Herausforderungen digitaler Erinnerungskultur in den Blick zu nehmen. Die 1898 gegründete Deutsche Kolonialschule für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe (DKS) diente der Ausbildung von Fachkräften für die deutschen Kolonien. Als Teil der kolonialen Infrastruktur eignet sich der Ort heute für die Auseinandersetzung mit deutscher Kolonialgeschichte, ihren gedanklichen Grundlagen und deren Nachwirkungen. Im Zentrum der Übung steht die praxisorientierte Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes, deren Überlieferung und Überschreibung. Auf Basis der Arbeit mit digitalisierten Quellen und den materiellen Spuren vor Ort erarbeiten die Studierenden in Arbeitsgruppen ein eigenes digitales Vermittlungsprodukt. 

Die Veranstaltung findet als digitale Übung mit physischer Exkursion statt. Die wöchentlichen Sitzungen erfolgen über Teams, um eine Zusammenarbeit mit lokalen Akteur*innen zu ermöglichen. Vom 19.-22.11. ist eine Exkursion nach Witzenhausen geplant, um den historischen Ort kennenzulernen und Material für die Praxisphase zu sammeln.

Die Veranstaltung kann als Übung oder Exkursion belegt werden. Insgesamt können 15 Studierende an der Veranstaltung teilnehmen. Eine verpflichtende Vorbesprechung und Anmeldung mit allen bis dahin über LSF registrierten findet am 15.10. 2026 statt. Hier werden auch die Rahmenbedingungen der Exkursion sowie organisatorische Informationen zu Anreise und Eigenbetrag vorgestellt.  

Weitere Termine: Am Montag, den 26.10. findet von 16-18 Uhr ein Vortrag von Sarah Gorf-Roloff statt zum Thema: “ Illustration meets History. Das nachträgliche Bild und die Herausforderung der Leerstelle ”

Literaturhinweise: 

  • Karsten Linne, Von Witzenhausen in die Welt : Ausbildung und Arbeit von Tropenlandwirten 1898 bis 1971, Göttingen 2017.
  • Mia Berg, Andrea Lorenz und Kristin Oswald, Geschichte auf Instagram und TikTok - Perspektiven auf Quellen und Praktiken, Berlin 2025 (Open Access).
  • Birgit Metzger, Lea Schön, Saarlouis, Witzenhausen und die Welt- Die Deutsche Kolonialschule und die Frage nach dem Umgang mit kolonialen Wissensbeständen und Denkmälern, in Saargeschichten 77 (2025), S. 24-35.

 

Übung: Technik Wissenschaftlichen Arbeitens

Zeit: Mittwochs 10:15–11:45 Uhr
Raum: Gebäude B3.1 - Seminarraum 3.18
Dauer: 14.10.2026 bis 03.02.2027

Link zum LSF 

Das verpflichtende Einführungsmodul im 1. Fachsemester bietet den Studienanfänger:innen eine erste Beschäftigung dem wissenschaftlichen Studium des Faches Geschichte. Im Teilmodul „Übung Technik des wissenschaftlichen Arbeitens (TWA)” werden den Studierenden grundlegende Kenntnisse über das wissenschaftliche Arbeiten in den drei Großepochen von der Entwicklung der Fragestellung über die Informationssuche und –auswertung, den Umgang mit Quellen und wissenschaftlichen Darstellungen, bis zur Präsentation der Arbeitsergebnisse vermittelt und gemeinsam eingeübt. Eine schriftliche Überprüfung findet am Ende der Vorlesungszeit statt. 

Bitte beachten: Bitte nehmen Sie zu Semesterbeginn an einer der allgemeinen Führungen durch die SULB (Saarländische Landes- und Universitätsbibliothek) teil. Termine sind im LSF buchbar unter <;https://www.sulb.uni-saarland.de/lernorte/fuehrungen-schulungen-kurse/veranstaltungen-der-sulb>; oder als Aushang in der SULB.

Leistungsnachweis: mehrere kleinere schriftliche Hausarbeiten als Studienleistung und schriftliche Prüfung (90min) - siehe Studienordnung und Modulhandbuch. Prüfungstermin Klausur: vorletzte Vorlesungswoche.

Literatur, zur Anschaffung empfohlen: 

  • Norbert Franck, Fit fürs Studium. Erfolgreich reden, lesen, schreiben. München 11. A. 2024.

  • Stefan Jordan, Einführung in das Geschichtsstudium. Stuttgart 2005, Nachdruck 2013.

Kolloquium zur Kultur-, Medien- und Gesellschaftsgeschichte (mit Prof. Dr. Fabian Lemmes)

Zeit: Dienstags 16:15 bis 17:45 Uhr
Raum: Gebäude B3.1, Raum 3.18
Dauer: 13.10.2026 bis 02.02.2027

Link zum LSF

Im Kolloquium werden neuere Forschungen und Ansätze zur Kultur-, Medien- und Gesellschaftsgeschichte des 18. bis 21. Jahrhunderts diskutiert. Auf dem Programm stehen Vorträge von auswärtigen Gästen und von Forscher:innen der UdS, die laufende oder abgeschlossene Projekte präsentieren. Darüber hinaus bietet das Kolloquium Studierenden die Möglichkeit, ihre laufenden Abschlussarbeiten zur Diskussion zu stellen. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.
Unser Regeltermin ist Dienstag 16-18 Uhr, einige Termine werden jedoch an anderen Tagen bzw. Zeiten stattfinden. Das genaue Programm wird zur ersten Sitzung bekanntgegeben.

Mia Berg, M.A.

Übung und Exkursion: Digitale Zugänge zur Erinnerungskultur: Das Beispiel der Kolonialschule in Witzenhausen (mit Dr. Birgit Metzger)

Zeit: Donnerstags 14:15–15:45 Uhr
Online über MSTeams - Exkursion in Präsenz: 19. - 22.11.2026
Dauer: 15.10.2026 bis 04.02.2027

Link zum LSF 

Wie lässt sich ein historischer Ort mit digitalen Mitteln erforschen, darstellen und vermitteln?
Die Übung nimmt die ehemalige „Deutsche Kolonialschule“ in Witzenhausen zum Ausgangspunkt, um Möglichkeiten und Herausforderungen digitaler Erinnerungskultur in den Blick zu nehmen. Die 1898 gegründete Deutsche Kolonialschule für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe (DKS) diente der Ausbildung von Fachkräften für die deutschen Kolonien. Als Teil der kolonialen Infrastruktur eignet sich der Ort heute für die Auseinandersetzung mit deutscher Kolonialgeschichte, ihren gedanklichen Grundlagen und deren Nachwirkungen. Im Zentrum der Übung steht die praxisorientierte Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes, deren Überlieferung und Überschreibung. Auf Basis der Arbeit mit digitalisierten Quellen und den materiellen Spuren vor Ort erarbeiten die Studierenden in Arbeitsgruppen ein eigenes digitales Vermittlungsprodukt. 

Die Veranstaltung findet als digitale Übung mit physischer Exkursion statt. Die wöchentlichen Sitzungen erfolgen über Teams, um eine Zusammenarbeit mit lokalen Akteur*innen zu ermöglichen. Vom 19.-22.11. ist eine Exkursion nach Witzenhausen geplant, um den historischen Ort kennenzulernen und Material für die Praxisphase zu sammeln.

Die Veranstaltung kann als Übung oder Exkursion belegt werden. Insgesamt können 15 Studierende an der Veranstaltung teilnehmen. Eine verpflichtende Vorbesprechung und Anmeldung mit allen bis dahin über LSF registrierten findet am 15.10. 2026 statt. Hier werden auch die Rahmenbedingungen der Exkursion sowie organisatorische Informationen zu Anreise und Eigenbetrag vorgestellt.  

Weitere Termine: Am Montag, den 26.10. findet von 16-18 Uhr ein Vortrag von Sarah Gorf-Roloff statt zum Thema: “ Illustration meets History. Das nachträgliche Bild und die Herausforderung der Leerstelle ”

Literaturhinweise: 

  • Karsten Linne, Von Witzenhausen in die Welt : Ausbildung und Arbeit von Tropenlandwirten 1898 bis 1971, Göttingen 2017.
  • Mia Berg, Andrea Lorenz und Kristin Oswald, Geschichte auf Instagram und TikTok - Perspektiven auf Quellen und Praktiken, Berlin 2025 (Open Access).
  • Birgit Metzger, Lea Schön, Saarlouis, Witzenhausen und die Welt- Die Deutsche Kolonialschule und die Frage nach dem Umgang mit kolonialen Wissensbeständen und Denkmälern, in Saargeschichten 77 (2025), S. 24-35.

 

Ringvorlesung der Europäischen Kulturstudien: Un/Sichtbarkeiten (mit Prof. Dr. Jonas Nesselhauf)

Zeit: Montags 16:15–17:45 Uhr
Raum: Gebäude B3.1 - Hörsaal I (0.14)
Dauer: 19.10.2026 bis 01.02.2027

Link zum LSF 

Die europäische Kulturgeschichte ist voller Leerstellen: Wo materielle Zeugnisse fehlen, Künstler:innen aus dem Kanon fallen, Wissensbestände vergessen oder zerstört und soziale Gruppen ausgeschlossen werden. Doch was nicht sichtbar ist, kann dennoch an-wesend sein, denn jene systemischen Un/Sichtbarkeiten werden stets von institutionalisierten Kontrollmechanismen, ordnenden Überwachungsregimes oder (kultur-)politischen Institutionen hergestellt und reguliert. Umgekehrt sind es wiederum wissenschaftliche Aufarbeitungen, aktivistisches Engagement und ästhetische Interventionen, die solche dahinterstehenden Machtprozesse aufdecken und das ›Normierte‹ infrage stellen können.

Eine kritische (Kultur- und Medien-)Geschichtsschreibung steht daher vor der Herausforderung, diese — materiellen und/oder epistemischen — Leerstellen nicht mehr nur als solche hervorzuheben, sondern sie über Re-Konstruktionen sinnstiftend zu ergänzen. Im so entstehenden künstlerischen, literarischen, filmischen oder musikalischen Gegenkanon können auch bislang marginalisierte Stimmen gehört und beispielsweise nicht-europäische oder queere Perspektiven sichtbar gemacht werden. Dabei wirkt die ästhetische Praxis mit ihren visuellen Strategien, narrativen Darstellungsformen und performativen Aktionen interdiskursiv in die Gesellschaft – und subversiv gegen ikonoklastische Verbote und ideologische Zensur. Aus diesem phänomenologischen Denken ergeben sich Fragen nach den Bedingungen von (körperlicher/leiblicher) Wahrnehmung, von Erfahrung und Erfahrbarkeit sowie von Sag- und Darstellbarkeit. So ist das Sichtbare wie das Unsichtbare (respektive das Un/Sichtbar-Gemachte) stets kulturell produziert, diskursiv sowohl in synchroner als auch in diachroner Dimension veränderbar und medial vermittelt — und damit ein idealer Vergleichspunkt für eine kritische interdisziplinäre Perspektivierung.

Die diesjährige Ringvorlesung der Europäischen Kulturstudien greift diese Überlegungen unter dem Titel „Un/Sichtbarkeit” auf. Ausgehend von dem Projekt „LückenFüllen.jpeg: Visual History und der Umgang mit dem Unzeigbaren” der Fachrichtungen Geschichte (Mia Berg) und Kunst- und Kulturwissenschaften (Jonas Nesselhauf) erweitert sie den Blickwinkel um weitere Disziplinen. Beiträge zu Visual History und Critical Heritage Studies sowie zu Sprache(n) und Bild(ern) runden gemeinsam mit Ansätzen aus der Linguistik, der Literaturwissenschaft und den Theologien sowie aus Musik- und Wissenschaftsgeschichte das Programm ab (hier auszugsweise die ersten 5 Sitzungen): 

19.10.2026 Mia Berg & Jonas Nesselhauf: Einführung 

26.10.2026 Sarah Gorf-Roloff (freischaffende Illustratorin): Illustration meets History. Das nachträgliche Bild und die Herausforderung der Leerstelle 

02.11.2026 Charlotte Schallié (University of Victoria, Projekt „Survivor-Centred Visual Narratives”): Relational Memory Work in Emmie Arbel: The Colour of Memory: A Survivor-Centred Methodology for Collaborative Life Writing (hybrid) 

09.11.2026 Oliver Bruderer (Universität Zürich): Zwischen Fakt und Fiktion. Die Visualisierung von Unsicherheiten in der Archäologie 

16.11.2026 Esther McManus (University of the Arts London): Drawing Histories. Visual representations of archival research (hybrid) 

Martin Kloza, M.A.

Übung: Vom Eisernen Vorhang über Volksaufstände im ‚Ostblock‘ bis zum Mauerfall: Europäische Schauplätze des Kalten Krieges

Zeit: Mittwochs 14:15–15:45 Uhr    
Raum: Gebäude B3 1 – Seminarraum 3.18
Dauer: 14.10.2026 bis 03.02.2027

Link zum LSF

Die Aufteilung der Welt in einen West- sowie Ostblock prägte entscheidend die Außen- und Sicherheitspolitik nach 1945. Neben Korea oder Vietnam war vor allem Europa von dieser Zweiteilung betroffen, da „from Stettin in the Baltic to Trieste in the Adriatic, an iron curtain has descended across the continent” (Winston Churchill, 1946). Wenn auch in Europa kein ‚heißer‘ Krieg ausgebrochen ist, bestimmten zahlreiche Krisen die über vier Jahrzehnte währende Epoche: Berlin nimmt infolge von Luftbrücke und mehr noch Mauer den wohl symbolisch wichtigsten Ort ein, doch nicht minder gehören die Erhebungen in der DDR (1953), Ungarn (1956), der Tschechoslowakei (1968) oder Polen (1956, 1980) dazu. Im Kurs werden diese Schauplätze untersucht sowie erfragt, welchen Einfluss außereuropäische Kriege und Krisen hatten. Dabei spielt die Rolle der beiden Hegemonen, UdSSR und USA, und ihre in Europa verfolgte Politik auf beiden Seiten des ‚eisernen Vorhangs‘ einen wesentlichen Aspekt der Übung dar. Gerahmt wird sie schließlich von Kompetenzenerwerb im wissenschaftlichen Arbeiten (Methode und Recherche u.ä.)

Einführungsiteratur: 

  • Gaddis, John Lewis: The Cold War. A New History, New York 2005.
  • Stöver, Bernd: Der Kalte Krieg. Geschichte eines radikalen Zeitalters, München 2017.
  • Westad, Odd Arne: Der Kalte Krieg. Eine Weltgeschichte, Bonn 2020.

Raphaël Pernoud, M.A.

Übung: Die Deutsche Demokratische Republik (1949–1989) und ihre Darstellung im Film seit der Wiedervereinigung

Zeit: Dienstags 12:15–13:45 Uhr - 14-täglich
Raum: Gebäude B3 1 - Seminarraum 1.24
Dauer: 13.10.2026 bis 02.02.2027

Link zum LSF

Das Thema dieses Kurses ist die Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik (1949–1989). Es werden verschiedene Themen behandelt, um die politische und gesellschaftliche Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik zu verstehen und die Entwicklungen in Ostdeutschland seit 1989 vor dem Hintergrund seiner Geschichte zu beleuchten.

Wie kam es nach dem Zweiten Weltkrieg zur Teilung Deutschlands? Wie sah der Alltag der Bürger der Deutschen Demokratischen Republik zwischen 1949 und 1989 aus? Welche politischen Dynamiken waren am Werk? Wie wurde die deutsche Wiedervereinigung nach 1989 im Osten erlebt und welche Gefühle konnten entstehen?

Im zweiten Teil werden die Studierenden dazu angeregt, sich mit dieser Geschichte durch die kritische Auseinandersetzung mit neueren Filmen über die DDR zu beschäftigen, indem sie einen Film ihrer Wahl zu diesem Thema auswählen. Zum Abschluss des Kurses ist ein Referat erforderlich.

Einige Filmbeispiele:

  • Leander Haußmann, „Sonnenallee“, 1999.
  • Wolfgang Becker, „Good Bye, Lenin!“, 2003.
  • Florian Henckel von Donnersmarck, „Das Leben der Anderen“, 2006.
  • Christian Petzold, „Barbara“, 2012.
  • Andreas Dresen, „Gundermann“, 2018.
  • Michael Herbig, „Ballon“, 2018.
  • Andreas Goldstein, „Adam & Evelyn“, 2018.
  • Lars Kraume, „Das schweigende Klassenzimmer“, 2018.
  • Aelrun Goette, „In einem Land, das es nicht mehr gibt“, 2022.

Dr. Barbara Duttenhöfer

Übung: Ein anderer Blick? Geschichte von Frauen in der Fotografie (19. Jahrhundert bis heute)

Zeit: Dienstags 12:15 - 13:45 
Raum: wird noch bekanntgegeben
Dauer: 20.10.2026 bis 09.02.2027

Link zum LSF

Mit der Erfindung der Daguerrerotypie 1839 wird der Beginn der Fotografie veranschlagt. Es kann davon ausgegangen werden, dass auch Frauen sich von Anfang an das neue Medium aneigneten und an der Entwicklung der professionellen Fotografie maßgeblich beteiligt waren.

Nach einer Einführung in die Fotografiegeschichte beschäftigen wir uns in der Übung mit Fotografinnen und ihren Tätigkeitsfeldern in der Presse bzw. den Medien, in Presse- und Fotoagenturen und im fotografischen Gewerbe seit dem 19. Jahrhundert bis heute.

Eine zentrale Fragestellung wird sein, inwiefern Frauen einen ‚besonderen Blick‘ über ihre Fotografien ausgebildet haben.

Themen werden sein:

  • ‚Große‘ Fotografinnen: z. B. Anita Augspurg, Sophia Goudstikker Gisèle Freund, Lee Miller, Gerda Taro, Herlinde Koelbl, Barbara Klemm
  • Fotothemen und -motive (wie z. B. Politik, Reise- und Erlebnisfotografie, Human Interest, Mode, Porträts etc. in der Illustriertenpresse) seit Ende des 19. Jahrhundert
  • Human Interest-, Politik- und Kriegsfotografinnen

2 Exkursionen sind geplant:

  • Ende Oktober/Anfang November: Ausstellung CLOSE ENOUGH. Positionen von Fotografinnen der Fotoagentur Magnum in der Ludwig Galerie Saarlouis (bis 08. November 2026)
  • Fotografische Sammlung der Modernen Galerie des Saarlandmuseums (Termin wird noch festgelegt)

Literatur zur Einführung: 

  • Boris von Brauchitsch, Kleine Geschichte der Fotografie, Ditzingen 2018³.
  • Gisèle Freund, Photographien und Erinnerungen, München 1998.
  • Patricia Gozalbez Cantó, Fotografische Inszenierungen von Weiblichkeit: Massenmediale und künstlerische Frauenbilder der 1920er und 1930er Jahre in Deutschland und Spanien, Bielefeld 2012.
  • Susan Sontag, Über Fotografie, Frankfurt 2010 (19. Auflage).
  • Bernd Stiegler [Hrsg.], Texte zur Theorie der Fotografie, Ditzingen 2018³.
  • Vier DDR-Fotografinnen, die du kennen solltest - Missy Magazine (online).

Sommersemester 2026

Prof. Dr. Fabian Lemmes

Forschungssemester

Prof. Dr. Fabian Lemmes befindet sich im Sommer 2026 im Forschungssemester. Es finden daher keine Lehrveranstaltungen von ihm statt.

Dr. Gunter Mahlerwein

Haupt-/Oberseminar: Musik und Politik in den 1950er bis 1970er Jahren

Zeit: Dienstags 14:15 bis 15:45 Uhr
Raum: B3 1, Raum 3.18
Dauer: 07.04.2026 bis 14.07.2025

Link zum LSF

In dem Hauptseminar/Oberseminar geht es um die Wechselwirkungen zwischen Musik und Politik in den fünfziger bis siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts. An Beispielen aus verschiedenen Stilrichtungen und Genres soll erarbeitet werden, wie Musik politisch aufgeladen wurde, welche politischen Inhalte im Produktionsprozess in Musik eingeschrieben und welche politischen Funktionen Musik zugeschrieben wurden. Der Rezeptionsprozess und die Wirkung politisch motivierter Musik ist hingegen deutlich schwieriger zu rekonstruieren. Beide Aspekte sollen im Seminar behandelt werden. Das musikalische Spektrum, das untersucht werden soll, umfasst Populärmusik (Jazz, Beat, Rock, Folk etc) ebenso wie die sogenannte E-Musik. Neben der Arbeit an Texten werden im Seminar Musikstücke und auch die Art ihrer Präsentation untersucht. Dazu sind keine besonderen musikalischen Vorkenntnisse erforderlich, vielmehr soll versucht werden, über Höranalysen Formen der Beschreibung zu entwickeln, die die enge Verzahnung von Zeitgeschichte und Musikentwicklung aufzeigen können.

Dr. Julika Badstieber-Waldt

Übung: Besatzung (be)schreiben. Quellen, Methoden und Ansätze transnationaler Besatzungsforschung am Fall der deutschen Besatzung in Frankreich im Zweiten Weltkrieg

Zeit: Mittwochs 10:15 bis 11:45 Uhr
Online via MSTeams
Dauer: 08.04.2026 bis 15.07.2026

Link zum LSF

Wie kann man von Besatzung erzählen? Diese Frage beschäftigte bereits Zeitgenossen in Frankreich unter deutscher Herrschaft. Da waren zu allererst jene Menschen der besetzten Bevölkerung, deren Alltag mit dem Einmarsch der Wehrmacht 1940 vielfach von Gewalt, Hunger und Willkür gekennzeichnet war. Um ihre Erfahrungen zu beschreiben, festzuhalten und/oder zu verarbeiten, schrieben sie Tagebücher, Briefe, klandestine Aufzeichnungen, Flugblätter, Zeitungsartikel und Berichte, teils auch erst nach dem Besatzungsende 1944. Doch auch die deutschen Akteur*innen verfassten unzählige Schriften: offizielle Monats- und Jahresberichte für Berlin, interne Verwaltungsberichte, Protokolle, Korrespondenzen, aber auch private Aufzeichnungen und Post für ihre Familienangehörigen im Reich. Wie umgehen mit diesen verschiedenen Quellen? Wie lässt sich daraus eine Besatzungsgeschichte schreiben? Ziel der Übung ist es, mittels intensiver Quellenlektüre und -analyse diesen Fragen im Sinne einer transnationalen Besatzungsforschung nachzugehen. Bitte beachten Sie: Die Übung findet ausschließlich online über Teams statt!

Einführende Literatur:

  • BADSTIEBER-WALDT, Julika: „Besatzung transnational? Überlegungen zu Grenzen und Chancen transnationaler Okkupationsforschung am Beispiel der deutschen Besatzung in Frankreich im Zweiten Weltkrieg”, in: Agathe BERNIER-MONOD/Etienne DUBSLAFF/ Valerie DUBSLAFF/Elisa GOUDIN-STEINMANN (Hrsg.): L'Allemagne et au-delà. Questionner les dynamiques nationales et transnationales, Stuttgart 2024, S.129-143.
  • CURATOLO, Bruno / MARCOT, François (Hrsg.): Ecrire sous l’Occupation. Du non-consentement à la Résistance. France – Belgique – Pologne 1940–1945.
  • JACKSON, Julian: La France sous l’Occupation, Paris 2019, englisches Original: France. The dark years, 1940-1944, Oxford 2003.
  • JÄCKEL, Eberhard: Frankreich in Hitlers Europa. Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte, Band 14, Stuttgart 1966.
  • LUNEAU, Aurélie/GUÉROUT, Jeanne/MARTENS, Stefan: Comme un Allemand en France. Lettres inédites sous l’Occupation 1940-1944, Paris 2016.
  • MAZOWER, Mark: Hitler’s Empire: Nazi Rule in Occupied Europe, London 2009.
  • NESTLER, Ludwig (Hrsg.): Die faschistische Okkupationspolitik in Frankreich, 1940-1944, Berlin 1990.
  • TÖNSMEYER, Tatjana: Unter deutscher Besatzung, Europa 1939-1945, München 2024.
  • DIES: „Besatzungsgesellschaften. Begriffliche und konzeptionelle Überlegungen zur Erfahrungsgeschichte des Alltags unter deutscher Besatzung im Zweiten Weltkrieg”, Docupedia-Zeitgeschichte, 2015, online verfügbar unter: docupedia.de/zg/Besatzungsgesellschaften.
Übung: Von Panik, Ohnmacht, Angst und Freudentaumel. Emotionsgeschichte der deutschen Besatzung in Belgien und Frankreich, 1940-1944

Zeit: Dienstags 14:15 bis 15:45 Uhr
Online via MSTeams
Dauer: 07.04.2026 bis 14.07.2026

Link zum LSF

„Eine Menschenwoge. Ganz Frankreich ergießt sich auf die Straßen“. „Wir werden tun, was sie verlangen, um die Sache abzuschließen“. „Von draussen her klang der Aufprall der Geschosse, ein Zeichen, dass immer noch vereinzelt gekämpft wurde. Angst und Bangen legte sich oft auf unsere Gemüter“. „Um 10.10 Uhr melde ich Brauchitsch [OBH] am Telefon, daß der bevollmächtigte belgische General die bedingungslose Kapitulation des Heeres unterschrieben hat. (…) In 18 Tagen zwei feindliche Heere geschlagen und gefangen!“. Panik, Ohnmacht, Angst und Freude – das waren nur einige der Emotionen, die Einheimische oder deutsche Akteur*innen im besetzten Belgien und Frankreich seit dem deutschen Überfall im Mai 1940 und während der nächsten vier Jahre er- und durchlebten. So gut erforscht die Besatzungen sind, muss konstatiert werden, dass „eine Emotionsgeschichte der Besatzung erst in den Anfängen steckt“ (Tönsmeyer). Die Übung unternimmt eine erste Annäherung an diese bislang häufig vergessene Facette der Geschichte, erkundet Ansätze und Quellen.

Einführende Literatur:

  • BADSTIEBER-WALDT, Julika: „Besatzung transnational? Überlegungen zu Grenzen und Chancen transnationaler Okkupationsforschung am Beispiel der deutschen Besatzung in Frankreich im Zweiten Weltkrieg”, in: Agathe BERNIER-MONOD/Etienne DUBSLAFF/ Valerie DUBSLAFF/Elisa GOUDIN-STEINMANN (Hrsg.): L'Allemagne et au-delà. Questionner les dynamiques nationales et transnationales, Stuttgart 2024, S.129-143.
  • FREVERT, Ute: „Was haben Gefühle in der Geschichte zu suchen?”, in: Geschichte und Gesellschaft 35 (2009), S. 183-208.
  • JACKSON, Julian: La France sous l’Occupation, Paris 2019, englisches Original: France. The dark years, 1940-1944, Oxford 2003.
  • LUNEAU, Aurélie/GUÉROUT, Jeanne/MARTENS, Stefan: Comme un Allemand en France. Lettres inédites sous l’Occupation 1940-1944, Paris 2016.
  • MAZOWER, Mark: Hitler’s Empire: Nazi Rule in Occupied Europe, London 2009.
  • MIARD-DELACROIX, Hélène: Les émotions de 1989. France et Allemagne face aux bouleversements du monde, Paris 2025.
  • PRZYREMBEL, Alexandra: „Sehnsucht nach Gefühlen. Zur Konjunktur der Emotionen in der Geschichtswissenschaft”, in: L’Homme 16 (2005), S. 116-124.
  • ROSENWEIN, Barbara: ”Worrying about Emotions in History”, The American Historical Review 107 (2002), S. 821-845.
  • TÖNSMEYER, Tatjana: Unter deutscher Besatzung, Europa 1939-1945, München 2024
  • VERHEYEN, Nina: Geschichte der Gefühle, 2010, Docupedia-Zeitgeschichte, online verfügbar unter: https://docupedia.de/zg/verheyen_geschichte_der_gefuehle_v1_de_2010

Bitte beachten Sie: Die Übung findet ausschließlich online über Teams statt!

Martin Kloza, M.A.

Übung: Erinnerungsorte/Lieux de mémoire. Warum alle Auschwitz, Austerlitz und Verdun kennen, aber niemand weiß, wo’s liegt

Zeit: Mittwochs 14:15–15:45 Uhr    
Raum: Gebäude C5 3 - Seminarraum 0.20
Dauer: 08.04.2026 bis 15.07.2026

Link zum LSF

Die Übung beschäftigt sich mit Aspekten der Erinnerungskultur, vor allem mit den sog. ‚Erinnerungsorten‘. Der französische Historiker Pierre Nora entwickelte ab Mitte der 1980er Jahre das Konzept des ‚lieu de mémoire‘. In einem solchen ‚Erinnerungsort‘, so Nora, kulminierten die Erinnerungen einer bestimmten Gemeinschaft, meist Nation, und würden ihre Erinnerungskultur und somit Identität prägen. Hierbei kann ‚Ort‘ sowohl konkret wie abstrakt verstanden werden und meint geografisch-konkrete Orte (Austerlitz, Berliner Mauer, Maidan), Personen (Bismarck, de Gaulle, Kopernikus) oder Daten und Ereignisse (9. November, Verdun, 1989). Erinnerungsorte wie Versailles im deutsch-französischen oder Kopernikus im deutsch-polnischen Kontext zeigen ‚gemeinsame‘ und ‚geteilte‘ Erinnerungsorte. Die Verbindung von theoretischer Fundierung (Halbwachs, Nora) mit konkreten Beispielen (prototypische Orte, randständige usw.) ermöglicht es, das Konzepte differenziert zu hinterfragen und dessen politische, identitätsstiftende sowie beschleunigte Veränderungen im Global- und mehr noch Europakontext sichtbar zu machen sowie die Grenzen aufzuzeigen.

Während im Mittelpunkt der Übung die ‚Erinnerungsorte‘ stehen, werden sie von allgemeineren Aspekten der Erinnerungskultur und Geschichtspolitik flankiert. Wir werden Fragen nachgehen, wer wie und wann Erinnerung (politisch) nutzt oder diese gar schafft; der Verweis auf „Donroe”, sprich die Monroe-Doktorin des US-Präsidenten von 1823 und Donald Trumps Vorgehen in Südamerika ist nur das jüngste vieler Beispiele. Der wohlbemerkt nicht ausschließliche Schwerpunkt liegt auf Europa, vor allem Deutschland, Frankreich und Polen. 

Literaturhinweise: 

  • François, Étienne & Schulze, Hagen (Hgg.): Deutsche Erinnerungsorte, Bde. 1-3. München 2001.
  • Nora, Pierre: Zwischen Geschichte und Gedächtnis Frankfurt/M. 1998.
  • Sabrow, Martin (Hg.): Erinnerungsorte der DDR, München 2009.

Raphaël Pernoud, M.A.

Übung: Methoden der Forschung in der Zeitgeschichte: Einführung in Oral History, Medienanalyse und Ethnographie

Zeit: Dienstags 12:15–13:45 Uhr - 14-täglich
Raum: Gebäude B3 1 - Seminarraum 1.24
Dauer: 21.04.2026 bis 16.07.2026

Link zum LSF

In dieser Übung werden verschiedene Methoden der Forschung in der Zeitgeschichte vorgestellt und analysiert. Historiker:innen verfügen über vielfältige Methoden, um sich mit der jüngeren Vergangenheit und der Erinnerung an diese auseinanderzusetzen. Ein Teil der Übung widmet sich den Archiven, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Medienarchiven (Presse, Radio, Fernsehen) liegt. Im 20. Jahrhundert sind zahlreiche Medien entstanden, deren Quellen von Historikern umfassend analysiert werden können. Anschließend befassen wir uns mit Oral History und der Sammlung von Zeitzeugeninterviews, wodurch sich die Frage nach dem Gedächtnis stellt. Abschließend umfasst die Übung eine Einführung in die Ethnografie als relevante Methode für Historiker der Zeitgeschichte.

Zur Veranschaulichung wird der Dozent u. a. Beispiele aus seiner Forschung in Thüringen anführen. Die Übung ist zunächst in theoretische Sitzungen an jedem zweiten Dienstag und anschließend in Blocksitzungen im Juli für die Referate organisiert. Dabei geht es um die praktische Anwendung der theoretischen Kenntnisse, die für die Ausbildung zum Historiker wichtig sind.

Dr. Barbara Duttenhöfer

Übung: Kinder im 2. Weltkrieg: Trauma und Resilienz im europäischen Nachkriegskino

Zeit: Blocktermine freitags
Raum: Gebäude B3 1 - Seminarraum 2.29
Dauer: 10.04.2026 bis 03.07.2026

Link zum LSF

Mit Beginn des 2. Weltkriegs errichtete das nationalsozialistische Deutschland in großen Teilen Europas eine jahrelange Besatzungsherrschaft, die von rassistischer Verfolgung, Gewalt und Entbehrungen im Alltag der besetzten Gesellschaften geprägt war.Kinder und Jugendliche waren dieser Besatzungspolitik besonders hilflos ausgeliefert, da ihnen meist keine Bewältigungsstrategien wie den Erwachsenen zur Verfügung standen: Ihre bisherige Welt wurde auf den Kopf gestellt (Bruno Bettelheim), Gewalterfahrungen und Stress-Situationen konnten kaum abgefangen werden, Familie und Gesellschaft boten keine ausreichende Sicherheit und Stabilität mehr. Noch extremer galt dies aufgrund der Shoah (der Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden) für jüdische Kinder, ebenso für Kinder von Sinti und Roma. Kinder haben auf diese Kriegserlebnisse mit schweren Traumatisierungen, jedoch auch mit Stärke, Überlebenswille und Gegenwehr reagiert. Das Kino hat diese Spannbreite an Kindheitserfahrungen schon unmittelbar nach dem Krieg auf die Leinwand gebracht, bis in die Gegenwart werden Filme und Serien zum Thema „Kinder und Krieg” regelmäßig produziert. Nach Einführungen zur nationalsozialistischen Besatzungsherrschaft in Europa, zu Traumata und Resilienz von Kindern im 2. Weltkrieg, werden in der Übung 6 Filme des europäischen Nachkriegskinos analysiert. Dabei werden die Filme in Doppelsitzungen gemeinsam geschaut, um anhand des Fragekatalogs eine "Sehschule" zu entwickeln: Leitfragen sind u.a.:

1) Thema des Films - Kinder als Hauptfiguren: Erlebnisse und Verhaltensreaktionen (Filmgenre, dramaturgische Struktur und filmische Erzählmuster) 

2) In welchem besetzten Land und zu welchem Zeitpunkt des Krieges spielt der Film?

3) Wie wird das Verhältnis von nichtjüdischen und jüdischen Kindern dargestellt? Wie die Shoah thematisiert?

4) Motive der Filmproduktion, Erinnerungskultur, zeitlicher und gesellschaftlicher Entstehungskontext in den Ländern Frankreich, Polen, Weißrussland/Russland, Großbritannien, Deutschland

5) Vergleich: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Filme / Regisseur:

  1. Jeux interdits (René Clement, 1952)
  2. Komm und sieh (russisch: Иди и смотри Idi i smotri)  / Idi i smotri), (Elem Klimov 1985)
  3. Hope and Glory (John Boormann, 1987)
  4. Au revoir, les enfants (Lous Malle, 1987)
  5. Lauf, Junge, Lauf (Pepe Danquart 2013)
  6. Die Brücke (Bernhard Wicki, 1959) oder Lore (Cate Shortland, 2012)

    Literatur:

    1. Tatjana Tönsmeyer, Unter deutscher Besatzung. Europa 1939 bis 1945, München 2024.
    2. Arin Sharif-Nassah, Über-Lebensgeschichten. Der Holocaust in Krakau. Biographische Studien, Innsbruck 2005.
    3. Kriegskinder ‘45, Zehn Überlebensgeschichten, hrsg. V. Detlef Mittag, Berlin 1995.

    Termine: 10.4., 17.04, 24.4. 14-16 Uhr; 8.5., 22.5, 10-12 Uhr; 29.5., 10-14 Uhr; 19.6. und 26.06. 09:00-18:00 Uhr 

Alexander König, M.A.

Praxisseminar: KI-Werkstatt – Künstliche Intelligenz als Assistenz im Studium nutzen

Zeit: Blocktermine samstags und 2 Einzeltermine freitags, 16-18 Uhr       
Raum: Gebäude B4 1 - Seminarraum 0.02.1
Dauer: 17.04.2026 bis 03.07.2026

Link zum LSF

„KI-Werkstatt – Künstliche Intelligenz als Assistenz im Studium nutzen“ richtet sich an Studierende der Geschichte sowie der Medien- und Kulturwissenschaften, die erfahren möchten, wie sie künstliche Intelligenz (KI) als hilfreiches Werkzeug in ihrem Studium einsetzen. In dieser Übung erwerben die Teilnehmenden praxisnahe Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit KI-basierten Anwendungen. 

Neben konzeptionellem Hintergrundwissen zu KI-Systemen lernen Studierende in verschiedenen Modulen, wie sie KI-Tools zur Recherche, zur Textanalyse und zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten nutzen können. Die Veranstaltung zeigt darüber hinaus Studierenden, wie KI-Systeme effektiv für die Organisation des eigenen Studiums und des eigenen Lernens nutzen. 

Ergänzend zu grundlegenden Kenntnissen über KI-Systeme erwerben die Studierenden in mehreren Modulen praxisnahe Fähigkeiten, um KI-Tools gezielt für Recherche, Textanalyse sowie das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten einzusetzen. Darüber hinaus erfahren sie, wie sich KI-Anwendungen wirkungsvoll zur Organisation ihres Studiums und zur Unterstützung des Lernprozesses nutzen.

Literaturhinweise:

  • Buck, Isabella (2025): Wissenschaftliches Schreiben mit KI. Tübingen: UVK-Verlag.
  • Lang, Fabian (2025): Künstliche Intelligenz in Seminar- und Abschlussarbeiten. Ein Praxisleitfaden für Studierende mit Handlungsempfehlungen, Prompt-Beispielen und kritischer Einordnung. Berlin und Heidelberg: Springer.
  • Han, Jie and Qiu, Wei and Lichtfouse, Eric (2024): ChatGPT in scientific research and writing: a beginner’s guide. Cham, Switzerland: Springer.
  • König, Alexander (2024): KI-Pädagogik. Verstehen - Einsetzen - Beurteilen. Hannover: Klett Kallmeyer.

Termine Hybridveranstaltung: Kick-Off am 17.04.2026 (freitags), 16-18:00 Uhr s.t. (zwei Zeitstunden) (Präsenz); Online-Veranstaltungen freitags (zwei Zeitstunden) via Teams; mindestens zwei Blockveranstaltungen (samstags, vier Zeitstunden) (Präsenz); Abschlusssitzung: 03.07. (Freitag), 16-18:00 Uhr (zwei Zeitstunden) (Präsenz)

Archiv Lehre

Hier finden Sie eine Übersicht von Lehrveranstaltungen der Kultur- und Mediengeschichte für Studierende der vergangenen Semester:

Lehrveranstaltungen vergangener Semester

Informationen für Studieninteressierte

Historisch orientierte Kulturwissenschaften

Die Koordinationsstelle "Historisch orientierte Kulturwissenschaften" bietet im Rahmen des zweistufigen Bachelor-/Master-Systems drei interdisziplinäre, praxisorientierte und fakultätsübergreifende Studiengänge an:
 

Mehr Informationen zu den historisch orientierten Kulturwissenschaften