Aktuelles

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2020 #Corona #ImPyjamaZurVorlesung

Aufgrund der "Covid-19"-Pandemie ist der Präsenzbetrieb der Universität des Saarlandes bis vstl. mindestens Anfang Mai eingestellt. Daher finden die beiden Veranstaltungen "Kultur und Körper(lichkeit)" und "Medien und... Gender" zunächst als Online-Vorlesung mit zusätzlichem digitalen Material und Arbeitsaufgaben über die Plattform "Moodle" statt. Im LSF angemeldete Studierende werden Anfang April dazu automatisch zugelassen. Bitte beachten Sie zu allen Fragen zum Lehr- und Prüfungsbetrieb die ständig aktualisierten Informationen der Universität.

Antrittsvorlesung "Die Kunst der Zerstörung. Prozesse des Destruktiven im Medienvergleich"

Gerade die materielle Beständigkeit dürfte als eine ideale Medieneigenschaft unerlässlich für die Rezeption kultureller Artefakte sein, schließlich bleiben transportierte Botschaft und künstlerische Ästhetik (und natürlich ominös wie vielbeschworen: 'Genie' und 'Geist' des Kunstschaffenden) ja – vermeintlich – nur im intakten, vollkommenen Werk erhalten.

Dementsprechend radikal war Gustav Metzgers Idee einer 'autodestruktiven Kunst', die er in Manifesten entwarf, in Performances ausprobierte und im großangelegten "Destruction in Arts Symposium" 1966 in London institutionalisierte. Die eingeladenen Künstler*innen rückten ihren Werken mit Feuer und Wasser, Säure und Sprengstoff zu 'Leibe' – und der Prozess künstlerischer Schöpfung ist nun untrennbar verbunden mit dessen gleichzeitiger (oder zumindest mittelbarer) Zerstörung.

Dies hinterfragt zwangsläufig ebenso traditionelle Begriffe von Materialität und 'Lesbarkeit' wie es Kunstverständnis und Kunstmarkt gleichermaßen provoziert – eröffnet aber auch spannende Perspektiven, vor allem im Medienvergleich.

Die Antrittsvorlesung möchte sich am 13. Januar 2020 diesem ambivalenten Verhältnis von Kreativität und Zerstörung annähern und anhand ausgewählter Beispiele unterschiedlicher Medien vergleichend nachgehen.

 

Filmreihe "Film und Traum" im Kino des Filmmuseums Düsseldorf, Juni 2019

Bereits mit der 'Erfindung' des Films um 1900 scheint das neue Medium der 'bewegten Bilder' untrennbar mit dem Traum verbunden: So sprach Hugo von Hofmannsthal vom Kino als einem "Ersatz für die Träume", und bereits die frühen Schwarzweiß-Filme experimentieren (zeitgleich zum Aufkommen der Psychoanalyse) mit Traumsequenzen.

Die Reihe "Film und Traum" möchte diesem spannenden und spannungsreichen Verhältnis nachgehen: Traumszenen können die 'Filmrealität' durchbrechen und Einblick in das Gefühlsleben der Figuren geben, versuchen jedoch immer auch, sich dem nächtlichen Erleben film ästhetisch anzunähern. Dies soll die Zuschauer*innen mal verwirren und mal in der Dunkelheit des Kinosaals zum Mitträumen einladen – so auch gleich fünfmal im Juni in der Black Box.

Ergänzt wird dieses Angebot um einen filmgeschichtlichen Überblick, organisiert von der "Europäischen Medienkomparatistik" in Kooperation mit dem DFG-Graduiertenkolleg "Europäische Traumkulturen" der Universität des Saarlandes.

Link zur "Blackbox" im Filmmuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf

 

Termine

  • Mittwoch, 5. Juni 2019, 20:00 Uhr
    • Alfred Hitchcock: "Spellbound" (GB/USA 1945)
    • Eröffnung der Filmreihe mit einer Einführung von Jonas Nesselhauf (Universität des Saarlandes)
  • Mittwoch, 12. Juni 2019, 20:00 Uhr
    • Ingmar Bergman: "Smultronstället / Wilde Erdbeeren" (SW 1957)
  • Freitag, 14. Juni 2019, 19:00 Uhr
    • Salvador Dalí/Luis Buñuel: "Un chien andalou / Ein andalusischer Hund" (FR 1929)
    • Mit einem filmgeschichtlichen Überblicksvortrag von Jonas Nesselhauf (Universität des Saarlandes); danach: Umtrunk/Häppchen
  • Freitag, 14. Juni 2019, 20:30 Uhr
    • Andrei Tarkowski: "Zerkalo / Der Spiegel" (UdSSR 1975)
    • Mit einer Einführung von Katharina Kohm (Universität Vechta)
  • Sonntag, 16. Juni 2019, 17:30 Uhr
    • Terry Gilliam: "Brazil" (GB 1985)
  • Mittwoch, 19. Juni 2019, 20:00 Uhr
    • Michel Gondry: "La science des rêves / Science of Sleep" (FR 2006)
    • Mit einer Einführung von Nora Benterbusch (Universität des Saarlandes)

Die "Europäische Medienkomparatistik" beim Tag der offenen Tür 2019

Die "Europäische Medienkomparatistik" wird beim Tag der offenen Tür der Universität des Saarlandes am Samstag, 25. Mai 2019 am Stand der Fachrichtung "Kunst- und Kulturwissenschaft" vertreten sein: Der Infotisch der beteiligten Fächer "Kunstgeschichte", "Historische Anthropologie/Europäische Ethnologie" und "Europäische Medienkomparatistik" befindet sich vor Gebäude B3.1 und wird zwischen 11 und 15 Uhr durchgehend besetzt sein!

 

Panel "After the Crash. Economic Crises and Narrative Sense Making in Literature, Film and other Media", Georgetown University (8–9 March 2019)

From Miles Kahler's and David A. Lake's proposal to describe the 2007/08 crisis with the metaphor of an "economic earthquake" to Joseph Vogl's critical glance at the "spectrology" of political economy and his endeavor to deconstruct its phrasings, scholars from a range of fields such as Social and Political Sciences or Culture and Literary Studies aspire to grasp and explain financial activities by focusing on their manifestations in our imagination and their linguistic mediation, especially in and after times of financial crises and uncertainties.

So, in the aftermath of the most recent global economic crisis, many authors, playwrights, directors and other artists have tried to find new and appropriate ways of illustrating the economic system in various media—be it the 'return' to classic genres (for instance multiperspectivity in novels of John Lanchester, Daniel Kehlmann, and Zadie Smith), the deconstruction of economic orders through metafiction (for instance in Adam McKay’s film The Big Short) or through a 'failing' narrative (such as Rafael Chirbes' novel En la orilla), or the re-evaluation of money as a (mass)medium itself (for instance in current works of performing or visual arts).

Panel Organisers: Monika Albrecht (University of Vechta) and Jonas Nesselhauf (Saarland University)

Link to the American Comparative Literature Association

 

Program

Friday, March 8, 2019 (4:00pm–5:45pm)

Edward B. Bunn S.J. Intercultural Center, 208B

  • Jonas Nesselhauf (Saarland University): "After the Crash: Economic Crises and Narrative Sense Making in Literature, Film and other Media — Introduction"
  • Rahel von Minden, New York University (NYU): "A rat became the unit of currency" – Corporal, Economic, and Narrative Excesses
  • Jen Caruso (Minneapolis College of Art and Design): "Daughters of the North and the Feminist Survival Narrative"

 

Saturday, March 9, 2019 (4:00pm–5:45pm)

Edward B. Bunn S.J. Intercultural Center, 208B

  • Shirley Wong (Westfield State University): "Ghost Estates and Zombie Banks: Apostrophe and the Haunting Figures of Financial Crisis"
  • Monika Albrecht (University of Vechta): "Irresponsibility and Social Responsibility in Uwe Timm's Work"
  • Stephen Park (Loyola University Maryland): "Neoliberal Apocalypse: NAFTA and Octavia Butler's Narratives of Survival"
  • Richelle Wilson (University of Wisconsin-Madison): "Making Sense of America through Two Contemporary Bank-Robbery Films"