Aktuelles
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Neue Publikation: „Party Competition and Voter Attitudes in German Border Regions: Evidence From Local VAAs“
von Daniela Braun, Elisa Deiss-Helbig, Theresa Gessler, Jochen Müller, Julia Wagner & Georg Wenzelburger
Bei der Untersuchung von Fragen der europäischen Demokratie konzentriert sich die Forschung nach wie vor stark auf nationale politische Akteure. Dies lässt sich zum Teil dadurch erklären, dass Daten zu den Positionen der politischen Parteien gegenüber Europa und zu den Einstellungen der Bürger hauptsächlich auf nationaler Ebene erhoben wurden und dass die Stichprobengrößen auf regionaler oder lokaler Ebene zu klein sind. Allerdings konkurrieren politische Parteien auf verschiedenen Ebenen um europapolitische Themen – insbesondere in europäischen Grenzregionen, wo die lokale Ebene noch stärker mit der EU-Ebene zusammenfällt. Über den speziellen Fall solcher inner-EU-Grenzregionen, in denen rund ein Drittel der EU-Bürger lebt, ist wenig über die Muster des Parteienwettbewerbs und die spezifischen Forderungen und Präferenzen der Bürger bekannt. Diese Studie befasst sich mit dieser Lücke und nutzt dabei innovative Daten aus der Wahlberatungs-App VOTO, die speziell für die Kommunalwahlen in Deutschland im Jahr 2024 entwickelt wurde. Mit Fokus auf vier deutsche Grenzregionen – zwei an der Ost- und zwei an der Westgrenze – liefert sie neue Erkenntnisse darüber, wie die europäische Demokratie auf lokaler Ebene funktioniert, indem sie die Positionen der politischen Parteien und die politischen Präferenzen der Bürger untersucht. Insbesondere untersucht die Studie, inwieweit grenzzpezifische Merkmale und Parteiprogramme die Sichtweise der Wähler auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und die europäische Integration beeinflussen. Unsere Ergebnisse stützen sich nicht nur auf Erkenntnisse aus qualitativen Fallstudien, die zeigen, dass Bürger in solchen Grenzregionen spezifische Präferenzen hinsichtlich der Bedeutung und Positionen haben, sondern auch auf quantitative Untersuchungen zum Euroskeptizismus in europäischen Grenzregionen.

18. Early Career Tagung Internationale Beziehungen
Die Early Career Gruppe der Sektion Internationale Beziehungen der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft e.V. veranstaltet vom 25. bis zum 27.02.2026 die 18. Early Career Tagung Internationale Beziehungen an der Akademie für politische Bildung Tutzing unter dem Motto „Theorien und Problemfelder internationaler Politik“. Djamila Jabra hat als Teil des Early Career Teams die Tagung mit organisiert und wird sie als Chair zweier Panels begleiten.

Von Sitzen zu Stimmungen: Was uns Österreich über Vertrauen und Repräsentation in einem Mehr-Ebenen-Europa lehren kann
Österreich ist beispielhaft für ein aufschlussreiches Paradoxon, das weit über seine Grenzen hinaus von Bedeutung ist: Das Parlament des Landes ist inklusiver geworden, seine Mitglieder vielfältiger und die Aufmerksamkeit für Gleichstellungsfragen in der parlamentarischen Arbeit höher. Dennoch fühlen sich einige Bürger:innen weiterhin unterrepräsentiert und bringen den zentralen politischen Institutionen nur mäßiges Vertrauen entgegen.
In diesem kurzen Artikel diskutieren wir das Verhältnis zwischen der objektiven (deskriptiven und substanziellen) Repräsentation der Bürger:innen und ihrer subjektiven Repräsentationserfahrung sowie ihrem Vertrauen in repräsentative Institutionen. Man könnte erwarten, dass diese drei Aspekte eng miteinander verbunden sind. Tatsächlich aber sind unsere Ergebnisse komplexer. Ein besseres Verständnis davon, wie das Gefühl der Bürger:innen, repräsentiert zu werden, mit ihrem Vertrauen in demokratische Institutionen verbunden ist (oder nicht verbunden ist), kann Aufschluss über die Zusammenhänge zwischen Inklusion, Responsivität und wahrgenommener Fairness auf allen Ebenen der Regierungsführung geben.

Wie erhebt ActEU Daten zum öffentlichen Vertrauen? Ein animiertes Erklärvideo
Wie können wir politisches Vertrauen und Legitimität über die übliche Umfragefrage „Wie viel Vertrauen haben Sie in das Parlament?“ hinaus messen? Die Messung des politischen Vertrauens ist keine leichte Aufgabe, und Antworten auf der Grundlage von Umfragen vermitteln uns kein vollständiges Bild. Berücksichtigt man darüber hinaus, dass politisches Vertrauen vielschichtig ist – auf lokaler, nationaler und EU-Ebene –, wird eine eindeutige Untersuchung noch komplizierter.
Dieses animierte Video, das in Zusammenarbeit mit dem ActEU-Projekt entstanden ist, untersucht, wie Forscher das politische Vertrauen und die Legitimität in Europa erforscht haben, indem sie durch Web-Scraping eine der größten Sammlungen europäischer politischer Kommunikation erstellt haben. Das Video basiert auf dem „Codebook and datasets on the ActEU web-scraped data” (Codebuch und Datensätze zu den durch Web-Scraping gewonnenen Daten von ActEU) von Daniel Gayo-Avello, Alex Hartland, Daniela Braun, Cristian Gonzalez Garcia, Benjamin Lopez Perez, Laura Morales, Max-Valentin Robert, Giulia Sandri, Camille Kelbel, Felix-Christopher von Nostitz, Emanuele Massetti, Oscar Barbera Areste, Ramon Villaplana Jimenez und Carles Pamies.

Stellenausschreibung: Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in und Referent:in Outreach und Third-Mission mit Fokus Wissenschaftskommunikation in SOUNDS (m/w/d)
Der/Die Referent:in Outreach und Third-Mission für Wissenschaftskommunikation unterstützt sowohl die wissenschaftliche Projektleitung, als auch die Geschäftsführung hinsichtlich der Kommunikation und Sichtbarmachung von SOUNDS. Konkret ist er: sie für die zielgruppenorientierte Aufbereitung und Weiterverarbeitung wissenschaftlicher Inhalte und Ergebnisse zuständig und trägt damit maßgeblich zur Verbreitung von SOUNDS und zur Anbahnung von Kooperationen bei. Der/Die Referent:in arbeitet auch mit der/dem Referent:in Outreach und Third-Mission für Stakeholder– und Partnermanagement zusammen. Der/Die Referent:in für Wissenschaftskommunikation betreibt zudem eigene wissenschaftliche Forschung als Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in im Bereich „Computational Social Sciences“/„Societal Computing“ in Abstimmung mit der wissenschaftlichen Projektleitung.

Bericht zu SOUNDS in der Zeit
Anlässlich des 80-jährigen Jubiläums des Journals veröffentlicht “Die ZEIT” eine Wissenschafts-Sonderausgabe. „Brauchen wir einen Wetterbericht für unsere Gesellschaft?“. Die Antwort darauf liefert das von Prof. Dr. Daniela Braun und Prof. Dr. Ingmar Weber an der Universität des Saarlandes initiierte SOUNDS-Projekt, das vom Saarländischen Ministerium für Finanzen und der Wissenschaft aus dem Transformationsfonds gefördert wird. Es soll dazu beitragen eine Art Frühwarnsystem für die Stimmung innerhalb unserer Gesellschaft zu entwickeln - ein Demokratie-Barometer. Dazu kombiniert es interdisziplinär sozial- und computerwissenschaftliche Ansätze. Es untersucht gesellschaftliche Transformationsprozesse mithilfe innovativer Datenquellen wie Satellitenbildern, sozialen Medien und Barcode-Scannern. Ziel ist es, Computer- und Sozialwissenschaften zu vernetzen und den Einsatz datenintensiver Methoden zu stärken. Langfristig soll ein Institut entstehen, das auf den aufgebauten Strukturen basiert.

Podiumsdiskussion: „Wie politisch sind Genderfragen wirklich?“
Das Gleichstellungsbüro der Universität und Forschende des UNTWIST-Projektes laden ein zur gesellschaftspolitischen Soirée – anlässlich des internationalen Weltfrauentags fragen wir: Wie politisch sind Genderfragen wirklich?
Die UNTWIST-Forschungsgruppe um Prof. Dr. Daniela Braun widmet sich dem Zusammenhang von Geschlecht und sich ändernden Wahlpräferenzen zugunsten rechtspopulistischer Parteien. Im Rahmen eines Podiumsgesprächs werden die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für politische Parteien in Deutschland vorgestellt und unter Einbezug von Publikumsfragen diskutiert: Wer fühlt sich politisch gehört – und wer nicht?
Wann? 05. März, Einlass ab 18:30 Uhr, Beginn 19:00 Uhr
Wo? Nauwieser Straße 19, Raum N.N., 66111 Saarbrücken

Neue Stellenausschreibung: Postdoc-Forschungsstellen (w/m/x) für Societal Computing
Diese Position ist eine gemeinsame Ernennung von SOUNDS und der Societal Computing Group und spiegelt die enge wissenschaftliche und strategische Zusammenarbeit zwischen beiden Initiativen wider. Der erfolgreiche Kandidat wird zur Forschung in beiden Bereichen beitragen und diese mitgestalten und dabei von den sich ergänzenden Stärken in den Bereichen datenintensive, interdisziplinäre Forschung und internationales Engagement profitieren. Die gemeinsame Natur der Position bietet eine einzigartige Gelegenheit, an der Schnittstelle von Informatik und Sozialwissenschaften zu arbeiten, zu langfristigen Bemühungen zum Aufbau von Institutionen beizutragen und wissenschaftliche Erkenntnisse in reale gesellschaftliche und politische Auswirkungen umzusetzen.

Democracy Cracks: Ein Podcast über Vertrauen, Polarisierung und die Zukunft der Demokratie
Democracy Cracks ist eine sechsteilige Podcast-Miniserie, die sich mit den Rissen in unseren demokratischen Systemen befasst, von schwindendem Vertrauen bis hin zu wachsenden sozialen Spaltungen, und dies anhand von Geschichten, Forschungsergebnissen und tiefgründigen Gesprächen.
Die Serie wurde im Rahmen von ActEU produziert, einem Forschungsprojekt von Horizon Europe, das sich mit Vertrauen, Partizipation und dem Wandel der Demokratie in Europa befasst. Sie greift auf wissenschaftliche Erkenntnisse und Geschichten zurück, um eine zentrale Frage zu beantworten: Bricht die Demokratie zusammen oder bricht sie durch?

Neues Projekt: „Total Annotation Variation: Ein integratives Rahmenkonzept zur Analyse und Bewertung menschlicher Annotation“
Dr. Giuseppe Carteny konnte mit seinem Forschungsvorschlag überzeugen. Sein Projekt „Total Annotation Variation: Ein integratives Rahmenkonzept zur Analyse und Bewertung menschlicher Annotation“ wird von der Stiftung ME Saar und dem Forschungsausschuss der Universität des Saarlandes gefördert. Projektzeitraum ist das Jahr 2026.
Dieses Projekt wird menschliche Annotation als zentrales Element von Systemen untersuchen, die an der Schnittstelle zwischen natürlicher Sprachverarbeitung, maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz operieren. Es wird als fokussierte, grundlegende Untersuchung sowie als Ausgangspunkt für ein größeres, drittmittelgefördertes Forschungsprogramm angelegt sein. Ziel wird es sein, bestehende konzeptionelle und empirische Arbeiten zur menschlichen Annotation systematisch zusammenzuführen und in ein kohärentes theoretisches und analytisches Rahmenkonzept zu integrieren.
Zu diesem Zweck wird ein Rahmenkonzept der „Total Annotation Variation“ entwickelt, das an Groves’ Ansatz des „Total Survey Error“ anknüpft und Erkenntnisse aus der Umfragemethodik aufgreift. Das Konzept wird beide Seiten des Annotationsprozesses explizit berücksichtigen. Einerseits wird es Variation und Fehler erfassen, die aus der Annotationsaufgabe selbst sowie aus den Eigenschaften der Texte resultieren (z. B. Themenerkennung, Kodierung von Positionen oder Implikationen, Sentimentanalyse; Sprache, Textkomplexität, Genre, Thema und Analyseeinheit). Andererseits wird es Variation adressieren, die von den annotierenden Personen ausgeht, etwa in Bezug auf soziodemografische Merkmale, Ausbildung, ideologische Orientierung und verwandte Eigenschaften.
Aufbauend auf diesem Rahmenkonzept wird das Projekt eine Reihe von Annotationsexperimenten konzipieren, die sich an Methoden der Umfrageexperimente orientieren, um konkrete Formen von Variation und Annotationsfehlern zu messen. Ergänzend wird eine Pilotstudie durchgeführt werden, um die Durchführbarkeit zu prüfen und erste empirische Evidenz zu gewinnen.
Das Projekt wird auf bestehender Erfahrung in der Entwicklung von Kodierverfahren für politische Texte sowie deren empirischer Analyse aufbauen und im Feld der Computational Social Science mit besonderem Fokus auf politikwissenschaftliche Anwendungen verortet sein. Obwohl der Ansatz in diesem Kontext entwickelt wird, sollen der theoretische Rahmen und die Ergebnisse auch für andere computergestützte Forschungskontexte von breiterer Relevanz sein.

Neues Buch: „Activating European Citizens’ Trust in Times of Crisis and Polarization“
Im April erscheint in der Reihe „The Future of Europe“ des Verlags Springer Nature ein Buch, das die Ergebnisse des ActEU-Projekts zusammenfasst:
Dieses frei zugängliche Buch erklärt, warum repräsentative Demokratien politisches Vertrauen und Legitimität benötigen: Politisches Vertrauen ist ein entscheidendes, aber unterschätztes Element in den repräsentativen Demokratien Europas. Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen den Bürgern und den staatlichen Institutionen gewährleistet das Funktionieren demokratischer Systeme, senkt die Transaktionskosten und erleichtert die Rechtfertigung politischer Entscheidungen. Ohne das Engagement einer kritischen Masse können demokratische Regierungen keine Legitimität in der Bevölkerung erlangen. Während eine stabile Vertrauensbeziehung zwischen Bürgern und Staat durch politische Parteien in normalen Zeiten eine Voraussetzung für repräsentative Demokratien ist, ist sie in Zeiten bedeutender demokratischer Veränderungen und Umbrüche, d. h. wenn Demokratien im Wandel begriffen sind, noch wichtiger. Dementsprechend untersuchen die hier versammelten Beiträge das politische Vertrauen und die Legitimität in Europa anhand eines neuen konzeptionellen Rahmens – dem ActEU-Konzeptdreieck, das sich auf die politischen Einstellungen der Bürger, ihre politische Partizipation und die Vertretung ihrer politischen Präferenzen stützt, um den Rückgang des politischen Vertrauens und der Legitimität in Europa abzubilden und zu bewerten.

Stellenausschreibung: Projektleitungsassistenz (m/w/d)
Das Societal Observatory Using Novel Data Sources (SOUNDS) ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt an der Universität des Saarlandes (UdS), gefördert durch den Transformationsfonds des Landes. Es untersucht gesellschaftliche Transformationsprozesse mithilfe innovativer Datenquellen wie Satellitenbildern, sozialen Medien und Barcode-Scannern. Ziel ist es, Computer- und Sozialwissenschaften zu vernetzen und den Einsatz datenintensiver Methoden zu stärken. Langfristig soll ein Institut entstehen, das auf den aufgebauten Strukturen basiert.
SOUNDS arbeitet eng mit Partnern wie dem I2SC (Interdisciplinary Institute for Societal Computing) und dem Max-Planck-Institut für Softwaresysteme zusammen. Das Projekt adressiert Disziplinen wie Politikwissenschaft, Soziologie und Makroökonomie und bietet strategische Schnittstellen zur regionalen Politik und Wirtschaft. Kooperationen mit Verwaltungen sollen helfen, wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in Entscheidungsprozesse einzubinden.
Die Projektleitungsassistenz unterstützt zentral die wissenschaftliche Projektleitung in operativen, konzeptionellen und planerischen Aufgaben, bei der organisatorischen, administrativen und teilweise inhaltlichen Umsetzung des wissenschaftlichen Projekts und bildet die Schnittstelle zwischen der Geschäftsführung sowie dem restlichen Projektteam.

ActEU-Abschlusskonferenz am 5. Februar
Wird das Vertrauen in die Politik unter dem Druck von Krisen und zunehmender Polarisierung untergraben? In ganz Europa sehen sich die Bürger mit zunehmenden Spaltungen in Fragen wie Einwanderung, Klimawandel und Gleichstellung der Geschlechter konfrontiert. Diese Spaltungen prägen zunehmend politische Einstellungen und Verhaltensweisen, stellen die Legitimität demokratischer Institutionen in Frage und schwächen die Grundlagen der repräsentativen Demokratie.
Das von Horizon Europe finanzierte Projekt „ActEU – Activating European Citizens’ Trust in Times of Crises and Polarization” (ActEU – Stärkung des Vertrauens der europäischen Bürger in Zeiten von Krisen und Polarisierung) leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis, wie Vertrauen und Legitimität in den mehrstufigen Demokratien Europas wiederhergestellt werden können. Durch die Entwicklung innovativer Methoden zur Konzeptualisierung und Messung des politischen Vertrauens – von Fokusgruppen und experimentellen Umfragen bis hin zum Web Scraping – hat ActEU neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wie Polarisierung die Wahrnehmung der Demokratie durch die Bürger beeinflusst und was getan werden kann, um die demokratische Widerstandsfähigkeit zu stärken.
Da dieses wichtige Projekt nun in seine letzte Phase eintritt, lädt TEPSA Sie herzlich zur Teilnahme an der Abschlusskonferenz ein: „Distanziert, misstrauisch, desinteressiert? Demokratie im heutigen Europa neu denken“. Ein Forum zum Austausch von Narrativen, zur Vorstellung innovativer Instrumente und Methoden und zur Förderung umsetzbarer Lösungen zur Unterstützung der Zukunft der repräsentativen Demokratie in Europa.
Wir bringen Experten und Praktiker zusammen, um diese Themen im Rahmen verschiedener Podiumsdiskussionen am 5. Februar 2026 im Press Club Brussels Europe, Rue Froissart 95, 1040 Brüssel, zu diskutieren.
Registrieren Sie sich jetzt und nehmen Sie an unseren lebhaften Diskussionen mit unseren vielfältigen und interaktiven Podiumsdiskussionen teil!

Untwist Work Package 2: Was sind die genderbasierten Bedürfnisse von Wechselwählern rechtspopulistischer Parteien?
Wir präsentieren die Ergebnisse des zweiten Work Package des UNTWIST-Projekts:
Es gibt kaum empirische Belege dafür, wie und warum Wähler traditioneller Parteien zu aufstrebenden rechtspopulistischen Parteien wechseln, deren Diskurs eindeutig gegen die Gleichstellung der Geschlechter gerichtet ist. Wir untersuchen den Zusammenhang zwischen Geschlecht und sich ändernden Wahlpräferenzen. Wir haben 18 Fokusgruppen in Spanien, Großbritannien, Dänemark, Deutschland, der Schweiz und Ungarn mit Wählern von RWPP durchgeführt, die zuvor traditionelle Parteien gewählt hatten.

Neue Publikation: „Convergence, radicalisation, or ideological sorting? Exploring alignment patterns between radical and centre-right voters in Italy“
von Gianluca Piccolino, Giuseppe Carteny & Leonardo Puleo
Allianzen zwischen Mitte-Rechts- und rechtsradikalen Parteien in Westeuropa haben je nach nationalem Kontext unterschiedliche Reaktionen und strategische Anpassungen hervorgerufen. In dieser Hinsicht stellt Italien einen besonders markanten Fall dar. Seit Mitte der 1990er Jahre ist eine Koalition zwischen diesen Parteien ein stabiler Bestandteil des italienischen Parteiensystems geblieben, die bei fünf Wahlen die meisten Stimmen erhielt und viermal eine Regierung bildete. Im Laufe der Zeit hat sich das interne Kräfteverhältnis innerhalb des Bündnisses erheblich verschoben, sodass radikale rechte Parteien nun eine dominante Position einnehmen. Dieser Artikel untersucht die Faktoren, die seit 2001 die Wahlunterstützung für diese Koalition und innerhalb dieser Koalition beeinflussen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Rolle von Einwanderungsfeindlichkeit und rechter Selbstidentifikation liegt. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Einwanderungsfeindlichkeit eine zunehmend wichtige Rolle bei der Vorhersage der Unterstützung für die Koalition spielt. Überraschenderweise zeigte sich dieser Trend erstmals Mitte der 2000er Jahre und verstärkte sich deutlich im Jahr 2022, als Einwanderungsfragen zu einem zentralen Faktor für das Wahlverhalten wurden. Wichtig ist, dass die Wähler der Mitte-Rechts-Parteien im Laufe der Zeit keinen entsprechenden Anstieg der Einwanderungsfeindlichkeit gezeigt haben, was darauf hindeutet, dass es in diesem Segment zu keiner ideologischen Ansteckung durch radikale rechte Parteien gekommen ist. Stattdessen deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass die italienischen populistischen rechten Wähler einen Radikalisierungsprozess durchlaufen haben, der auf einem bereits bestehenden Reservoir an Einwanderungsfeindlichkeit aufbaut.

Blogpost zum ActEU-Projekt: „Aus dem Takt? Der schwierige Wahltanz der EU“
Auf dem Blog „Der (europäische) Föderalist“ ist ein Blogpost zum ActEU-Projekt erschienen. Der Blogpost berichtet über Ergebnisse des Horizon-Europe-Projekts ActEU, das untersucht, wie gut europäische Parteien tatsächliche Wählerprioritäten in ihren Wahlprogrammen widerspiegeln. Die Analyse zeigt deutliche Diskrepanzen: Parteien widmen Themen wie Verteidigung oder EU-Politik oft mehr Raum als die Öffentlichkeit will, während für viele Wähler drängendere Fragen wie Migration oder Wirtschaft zu wenig Beachtung finden. Umwelt ist das einzige Feld, wo Parteiprogramme und Wählerinteressen halbwegs übereinstimmen. Diese Abweichungen können Vertrauen untergraben und Raum für extremere Akteure schaffen, die stärker auf Themen eingehen, die manche Wähler bewegt.

Vortrag von Dr. Anne Jadot: „What drives French voters to the polls?“
Datum: 13.01.2026
Uhrzeit: 16:30-18:00 Uhr
Ort: Geb. B3 1, Hörsaal I
Anne Jadot ist Dozentin für Politikwissenschaft an der Universität Lothringen am Institut de préparation à l'administration générale Nancy. Ihr Vortrag untersucht, wie unterschiedliche individuelle Wahlbeteiligung – analysiert mit quantitativen und qualitativen Daten – zentrale politische Dynamiken und Mobilisierungsmuster in Frankreich erklärt.

Stellenausschreibung: Weiterer Hiwi gesucht
Der Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Europäische Integration und Internationale Beziehungen sucht 1 Wissenschaftliche Hilfskraft mit 10 Wochenstunden zum 15.02.2026 als Unterstützung im Forschungsprojekt „Total Annotation Variation“.
Aufgaben und Tätigkeiten:
- Systematische Literaturrecherche: Identifizierung, Sichtung und Zusammenfassung wissenschaftlicher Studien zu: Annotation, Zuverlässigkeit und Variation zwischen Annotatoren
- Unterstützung bei der Entwicklung einer Annotationsplattform: Hilfe bei einfachen Programmieraufgaben, Schnittstellenprüfungen und Tests zur Benutzerfreundlichkeit
- Datenmanagement und -aufbereitung: Organisation von Datensätzen, Pflege der Dokumentation, Durchführung der Versionskontrolle und Erstellung beschreibender Zusammenfassungen
- Unterstützung bei Versuchsdurchläufen: Vorbereitung von Annotationsaufgaben, Erprobung von Verfahren, Hilfe bei der Überwachung der Datenqualität
- Allgemeine Unterstützung bei der Forschung in den Bereichen Computerwissenschaft und politische Textanalyse
Anforderungen an die Bewerber:innen:
- immatrikulierte:r Student:in an der UdS
- sehr gute Kenntnisse der englischen und deutschen Sprache
- gute Computerkenntnisse; Erfahrung mit Python und/oder R
- Erfahrung im Bereich Datenverarbeitung
- gute Kenntnisse der MS-Anwendungen (einschließlich Word, Excel und Teams)
- Grundkenntnisse und Interesse an Themen wie Annotation, Verarbeitung natürlicher Sprache, Textanalyse
- Organisationsfähigkeit, Detailgenauigkeit und Zuverlässigkeit
- Fähigkeit, sowohl selbständig als auch im Team zu arbeiten
- gute Kommunikationsfähigkeit
- Engagement und Lernbereitschaft
Bitte senden Sie bis zum 31.12.2025 Ihren Lebenslauf und ein Motivationsschreiben in Englisch (in einer Datei) via E-Mail mit Betreff „Application: Annotation Project“ an Herrn Giuseppe Carteny: giuseppe.carteny(at)uni-saarland.de

Stellenausschreibung: Vier neue Hiwis gesucht
Aufgaben und Tätigkeiten:
- Unterstützung bei Projektmanagement- und Beschaffungsprozessen im öffentlichen Sektor
- Unterstützung bei politikwissenschaftlichen Forschungsaktivitäten im Bereich der Meinungsforschung
- Unterstützung bei Datenmanagement und statistischer Analyse
Anforderungen an die Bewerber:innen:
- immatrikulierte:r Student:in an der UdS
- sehr gute Kenntnisse der deutschen Sprache in Wort und Schrift
- sehr gute Kenntnisse der englischen Sprache
- vorteilhaft sind außerdem Kenntnisse von Türkisch, Russisch, Polnisch oder Arabisch
- ausgezeichnete Organisationsfähigkeiten, Fokussierung auf administrative Aufgaben
- gute Kenntnisse der MS-Anwendungen (einschließlich Word, Excel und Teams)
- gute Kenntnisse im Datenmanagement und grundlegende Computerkenntnisse
- Kenntnisse in oder Interesse an Literatur zu experimentellem Forschungsdesign, politischen Einstellungen und politischem Verhalten
- gute Fähigkeit selbstständig als auch im Team zu arbeiten und zu kommunizieren
- Zuverlässigkeit, Engagement und Lernbereitschaft
Was wir bieten:
- interessante Einblicke in den Forschungsbereich der Politikwissenschaft
- Vermittlung von Recherche- und Forschungsfähigkeiten
- ein freundliches und motiviertes Arbeitsumfeld
Bitte senden Sie bis zum 11.12.2025 Ihren Lebenslauf und ein Motivationsschreiben (in einer Datei) via E-Mail an Herrn Alexander Hartland: Alexander.Hartland(at)uni-saarland.de

Stellenausschreibung: Teamlead Data Development Pool SOUNDS (m/w/d)
Das Societal Observatory Using Novel Data Sources (SOUNDS) ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt an der Universität des Saarlandes (UdS), das aus Mitteln des Landestransformationsfonds finanziert wird. Es untersucht gesellschaftliche Transformationsprozesse unter Verwendunginnovativer Datenquellen wie Satellitenbildern, sozialen Medien und Barcode-Scannern. Ziel ist es, Informatik und Sozialwissenschaften miteinander zu verknüpfen und den Einsatz datenintensiver Methoden zu stärken. Langfristig sollauf Basis der entwickelten Strukturen ein Institut gegründet werden. SOUNDS arbeitet eng mit Partnern wie dem I2SC (Interdisciplinary Institute for Societal Computing) und dem Max-Planck-Institut für Softwaresysteme zusammen. Das Projekt befasst sich mit Disziplinen wie Politikwissenschaft, Soziologie und Makroökonomie und bietet strategische Schnittstellen zur regionalen Politik und Wirtschaft. Die Zusammenarbeit mit Verwaltungen soll dazu beitragen, wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in Entscheidungsprozesse zu integrieren. Viele Forschungsprojekte basieren auf gemeinsamen Datentypen wie Social-Media-Daten, Mobilitätsdaten oder Satellitenbildern. Um Effizienz, Qualität und eine offene Wissenschaftskultur zu fördern, richten wir einen zentralen Technologie- und Datenpool ein, für den wir so bald wie möglich einen Teamleiter suchen, der mindestens drei Dateningenieure betreut.

TEDx-Talk von Prof. Dr. Daniela Braun: „Wie bekommen wir mehr Bevölkerung in die Politik?“
In ihrem Vortrag bei TEDx Saarbrigge beleuchtet Prof. Dr. Daniela Braun die aktuellen Herausforderungen für Demokratien: sinkende Wahlbeteiligung, wachsende Polarisierung und Vertrauensverlust in Parteien. Sie zeigt klassische Ansätze und innovative digitale Lösungen – von Bürgerräten bis zu neuen Kommunikationsformaten – und ruft dazu auf, Demokratie gemeinsam neu zu denken. Die Aufzeichnung des Vortrags ist jetzt auf dem YouTube-Kanal „TEDx Talks“ verfügbar.

Vortrag auf der Jahrestagung „Zehn Jahre Kritische Sicherheitsstudien“ an der Technischen Universität Dresden
Die Jahrestagung der Themengruppe „Kritische Sicherheitsstudien“ fand am 6. und 7. November 2025 an der TU Dresden statt und markierte das zehnjährige Bestehen der Gruppe. Etwa 70 Forschende diskutierten über Entwicklungen, Perspektiven und Herausforderungen des Feldes. Im Zentrum standen Reflexionen über Sicherheitsdiskurse im Kontext des Ukrainekriegs, der Klimakrise und gesellschaftlicher Polarisierung. Mehrere Beiträge betonten die Bedeutung machtkritischer, intersektionaler und interdisziplinärer Ansätze. Ein Roundtable mit Gründungsmitgliedern zog Bilanz und skizzierte Wege zu stärkerer institutioneller und internationaler Vernetzung. Die Teilnehmenden vereinbarten, den Austausch zwischen Theorie und Praxis weiter auszubauen.
Auch der Lehrstuhl Prof. Braun beteiligte sich: Djamila Jabra hielt einen Vortrag im Panel „Climate security and speculative governance“ mit dem Titel „Beyond Soft Power: Assessing the Salience of Climate Security in Political Parties in Europe“.

Neue Publikation: „Citizen’s trust and societal polarization in times of transformation“
Die Tagung der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) widmete sich dem Thema: „Citizen’s trust and societal polarization in times of transformation“. Rund 100 Wissenschaftler:innen aus ganz Europa kamen vom 27. bis 28. März an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken zusammen, um an der bislang größten politikwissenschaftlichen Veranstaltung teilzunehmen, die von den beiden politikwissenschaftlichen Lehrstühlen des noch jungen Fachbereichs für Europäische Sozialforschung der Universität ausgerichtet wurde.
Die Konferenz ist das Ergebnis zweier internationaler Forschungsprojekte, die Teil des Programms „Horizont Europa“ sind: „Activating European Citizens Trust in Times of Crises and Polarization“ (ActEU, unter der Leitung der Universität Duisburg-Essen und der Universität des Saarlandes) und PROTEMO („Emotionale Dynamik von Schutzmaßnahmen in Zeiten der Unsicherheit“, unter der Leitung der Universität des Saarlandes). Ziel der Konferenz war es, in 20 Panels die drängendsten Herausforderungen für die repräsentative Demokratie zu thematisieren und zu diskutieren: das Vertrauen – oder Misstrauen – der Bürger in „ihr” politisches System, ihre Institutionen, ihre politischen Vertreter und die EU sowie die Wechselbeziehungen zwischen Vertrauen, Emotionen und gesellschaftlicher Polarisierung. Diese übergeordneten Themen stehen im Zusammenhang mit langfristigen Veränderungen in Bezug auf Migration und Integration, Klimawandel, technologischer Wandel, geschlechtsspezifische Ungleichheiten, Europäisierung oder regionsspezifische Herausforderungen.

Bachelor Europawissenschaften – über 60 Studierende starten ins Studium
66 neue Studierende haben im Wintersemester 2025/26 ihr Studium im Bachelor Europawissenschaften an der Universität des Saarlandes begonnen und wurden am 10. Oktober 2025 mit einem Welcome Day von den Studienkoordinatorinnen und -koordinatoren sowie der Fachschaft Europawissenschaften begrüßt.
Die Erstsemester-Studierenden verteilen sich wie folgt auf die vier angebotenen Ausrichtungen: 19 Studierende in Geographien Europas, 15 Studierende in Neu-Zeit-Geschichte, 27 Studierende in Politik-Recht-Gesellschaft und fünf Studierende in Vergleichender Literaturwissenschaft. Außerdem schnuppern im Wintersemester auch fünf Juniorstudierende bereits während ihrer Schulzeit Uniluft und besuchen Vorlesungen und Seminare. Insgesamt sind derzeit 168 Studierende für den Bachelor Europawissenschaften eingeschrieben. Hinzu kommen 23 Studierende aus dem Deutsch-Französischen Studiengang Europäische und internationale Politik, die im Wintersemester 25/26 ihr 2. Studienjahr in Saarbrücken aufgenommen haben und die ebenfalls am Welcome Day Europawissenschaften teilgenommen haben.

Gender Politics in Germany: Evidence and Recommendations from the UNTWIST EU Horizon Project
Im Rahmen des UNTWIST-Projektes präsentieren Prof. Dr. Daniela Braun, Lehrstuhlinhaberin für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Europäische Integration und Internationale Beziehungen an der Universität des Saarlandes (UdS), und Dr. Giuseppe Carteny, wissenschaftlicher Mitarbeiter mit der Spezialisierung Politisches Verhalten, Parteipolitik und quantitative Methoden an der UdS, am 09. November in der Online-Veranstaltung „Gender Politics in Germany: Evidence and Recommendations from the UNTWIST EU Horizon Project“ ihre wichtigsten Erkenntnisse und Ergebnisse.
Die Inhalte im Überblick:
- Geschlechterpolitik in Deutschland
- Polarisierung zwischen Parteien
- Bürger:innenperspektiven zu Gleichstellung und Care
- Politikempfehlungen
Bitte melden Sie sich – gerne auch mit konkreten Fragestellungen - bis zum 21.11.2025 an bei: Vinciane.Pilz(at)uni-saarland.de
Nach Anmeldung wird Ihnen ein Teilnahmelink zugeschickt.

ActEU-Videowettbewerb lockt mit Reise nach Brüssel
Wie sieht Demokratie für dich aus? Ist es, deine Vertreter zu wählen und ihnen zu vertrauen, dass sie Entscheidungen treffen, die dem Allgemeinwohl dienen? Ist es, sich als Teil einer Gesellschaft zu fühlen und Teil der Entscheidungen, die dich betreffen? Oder geht es darum, für deine Anliegen zu kämpfen: für Veränderung, dafür, gehört zu werden, dafür, dass deine Stimme zählt?
In Zeiten politischer Spaltung, polarisierter Debatten und sinkendem Vertrauen kann Demokratie weit entfernt erscheinen, obwohl sie doch etwas zutiefst Persönliches ist. Denn hinter jeder Schlagzeile, jeder Statistik und jeder politischen Erklärung stehen echte menschliche Geschichten. Mit diesem Videowettbewerb lädt TEPSA Sie ein, Ihre Sichtweisen zu teilen und Ihrer Stimme in ganz Europa Gehör zu verschaffen.
Bis zum 9. November können maximal dreiminütige Videobeiträge eingesandt werden, die sich mit dieser Frage kreativ auseinander setzen. Das Gewinnervideo wird mit einer Reise nach Brüssel zur ActEU-Abschlusskonferenz belohnt.

Französischer Staatspräsident Emmanuel Macron erhält Ehrendoktorwürde der Universität des Saarlandes
Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron erhält in Anerkennung seiner herausragenden Verdienste um die europäische Hochschulbildung und Wissenschaftskooperation die Ehrendoktorwürde der Fakultät für Empirische Humanwissenschaften und Wirtschaftswissenschaft (Fakultät HW) der Universität des Saarlandes. Verliehen wurde die Ehrendoktorwürde im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in Saarbrücken.
Das französische Staatsoberhaupt sei ein „politischer Impulsgeber, dessen Ideen und Engagement die Grundlagen für eine neue Generation europäischer Universitäten geschaffen haben“, heißt es in der Begründung für die Ehrenpromotion. In seiner Funktion als Staatspräsident hat Emmanuel Macron entscheidende wissenschaftspolitische Impulse auf europäischer Ebene gesetzt. Besonders hervorzuheben ist seine Rede an der Sorbonne am 26. September 2017, in der er wegweisende Überlegungen zu einem neuen europäischen Bildungsraum formulierte.

Dr. Pascal König: „From tech wars to tech culture wars? “Value shaping” and “value signaling” in AI system design and governance“
Datum: 04.11.2025
Uhrzeit: 16:30-18:00 Uhr
Ort: Geb. B3 1, Hörsaal I
Pascal König ist Assistenzprofessor für öffentliche Verwaltung am Institut für Politikwissenschaft und öffentliche Verwaltung der Vrije Universiteit Amsterdam. In seinem Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe Politik in Europa erläutert er, wie kulturelle Werte und politische Ideologien in KI-Systeme eingebettet werden, wodurch neue Spannungen zwischen Gesellschaft, Politik und Technologie entstehen.

Interdisziplinäre Vortragsreihe „European Transformations“ im Wintersemester
Mit dem Start ins Wintersemester 2025/26 startet auch die Vortragsreihe „European Transformations“, welche von Junioprofessorin Dr. Carole Fricke im Rahmen des Masters Räume, Politiken und Gesellschaften Europas organisiert wird. Die interdisziplinären Vorträge werden von Dozenten der Fachrichtung für Gesellschaftswissenschaftliche Europaforschung gehalten. Die Vortragsreihe European Transformation befasst sich mit den dynamischen und facettenreichen Transformationsprozessen, welche die derzeitige europäische Gesellschaft, Raumordnung und Politik prägen. Sie bietet einen umfassenden Überblick über die aktuellen Veränderungen und behandelt kritische Themen wie Polarisierung, Populismus, Digitalisierung, Fragen der (Un-)Sicherheit sowie Urbanisierung oder Konflikte um Raum und Ressourcen. Die Vorlesungsreihe befasst sich dabei nicht nur mit dem Wandel in der europäischen Politik und Gesellschaft im Allgemeinen, sondern bietet auch detaillierte Einblicke in räumliche Veränderungen innerhalb europäischer Städte und Grenzregionen. Jede Vorlesung konzentriert sich auf ein ausgewähltes Thema oder Konzept und stützt sich dabei sowohl auf fachspezifische Debatten als auch auf interdisziplinäre Diskurse in/über Europa.
Im Rahmen der Vortragsreihe wird Dr. Giuseppe Carteny einen Vortrag halten mit dem Titel „The politicisation of gender in contemporary European politics“. Dieser Vortrag untersucht die aktuelle Politisierung der Geschlechterfrage in der europäischen Politik und beleuchtet dabei die deutlich gestiegene Bedeutung geschlechtsspezifischer Themen im öffentlichen Diskurs, im Wahlkampf und in politischen Debatten. Auf der Grundlage empirischer Beiträge werden im Seminar aktuelle Ergebnisse aus Studien zur öffentlichen Meinung, zum Wahlverhalten und zur Parteipolitik vorgestellt. Besonderes Augenmerk wird auf die Mechanismen gelegt, die veränderte Einstellungen mit politischem Verhalten, einschließlich Wahlbeteiligung und Wahlentscheidung, verbinden, sowie auf die Art und Weise, wie politische Parteien Gender-Forderungen gestalten, darauf reagieren und sie strategisch einordnen. Die aktuellen Merkmale dieser Politisierung werden hervorgehoben, darunter Multidimensionalität, Salienz und Polarisierung, wobei auch Intersektionalität und transnationale Verbreitung – oder deren Fehlen – berücksichtigt werden. Die Vorlesung soll den Studierenden die notwendigen analytischen Werkzeuge an die Hand geben, um die Umstände zu beurteilen, unter denen Gender politisiert wird, welche Parteien in diesem Prozess profitieren oder verlieren und welche Folgen dies für die demokratische Vertretung und die öffentliche Politik in Europa hat.

Mittlerweile sechs Bände lang: Die Saarbrücker Beiträge zur Europaforschung
Die Saarbrücker Beiträge zur Europaforschung versammeln aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse aus der an der Universität des Saarlandes historisch verankerten Europaforschung. Die Schriftenreihe des Clusters für Europaforschung der Universität des Saarlandes CEUS, in dem die international ausgewiesene Europa-Expertise der Universität des Saarlandes interdisziplinär zusammenwirkt, bietet geistes-, literatur-, kultur-, sprach-, sozial-, raum- und rechtswissenschaftliche Perspektiven auf aktuelle Themengebiete der Europaforschung in Form von Sammelbänden und Monographien. Damit ist sie zugleich Spiegel der strahlkräftigen Formate sowie der exzellenten Nachwuchsförderung des CEUS.
Die einzelnen Bände im Überblick

Stellenausschreibung: Hiwi gesucht
Für das Großprojekt SOUNDS suchen wir eine studentische/wissenschaftliche Hilfskraft!
Die Aufgaben beziehen sich auf Unterstützung des Projektmanagements bei organisatorischen und administrativen Prozessen unterschiedlicher Art. So z. B.:
- Unterstützung bei der Betreuung interner und externer Kommunikation (z. B. Website-Content, Social Media).
- Mitwirkung bei der Erstellung von Texten
- Korrekturlesen von Texten und Präsentationen
- Unterstützung bei der Vorbereitung, Organisation und Betreuung von Veranstaltungen, Terminen, Sitzungen und Workshops
- Durchführung von Recherchen
- Unterstützung bei der Datenverwaltung und -analyse (keine Vorkenntnisse erforderlich)

Stellenausschreibung: Projekt-Geschäftsführung gesucht
Im Rahmen des an der Universität des Saarlandes neu gegründeten interdisziplinären Kompetenzzentrums SOUNDS (Societal Observatory Using Novel Data Sources), ist folgende Stelle mit Bewerbungsfrist zum 10.10.2025 ausgeschrieben:
Geschäftsführung des Großprojektes SOUNDS
Zudem sind zeitnah weitere ergänzende Stellen als Referent:innen und im Bereich des Daten-Engineering geplant sowie ein Graduiertenkolleg und die Ausschreibung neuer Professuren im Bereich Computational Social Sciences.
Über Weiterleitung dieser Ausschreibung an potenziell Interessierte würden wir uns freuen.

Neue Publikation: "Party competition on European issues in the 2024 EP elections"
von Giuseppe Carteny, Daniela Braun, Alex Hartland & Ann-Kathrin Reinl
Die jüngsten Entwicklungen haben die europäische Integration von einem „schlafenden Riesen“ zu einem aktiven politischen Thema gemacht. Der Vertrag von Maastricht hat Europa bei nationalen und europäischen Parlamentswahlen politisiert. Grenzüberschreitende Krisen wie Migration und Umweltprobleme haben die Bedeutung koordinierter EU-Maßnahmen weiter erhöht. Darüber hinaus ist in den letzten zehn Jahren eine völlig neue Familie euroskeptischer Parteien entstanden und gefestigt worden. Da eines ihrer Hauptziele darin besteht, die Europäische Union (EU) in Frage zu stellen und zu kritisieren, haben euroskeptische Parteien ein besonderes Interesse an europäischen Themen – sowohl an der europäischen Politik als auch an wichtigen europäischen politischen Maßnahmen. Vor diesem Hintergrund untersucht dieser Beitrag, ob und wie politische Parteien diese Themen während der EP-Wahlen 2024 im Vergleich zu 2019 hervorgehoben haben, und stellt euroskeptische und etablierte Parteien gegenüber. Auf der Grundlage von kommentierten Daten aus dem Euromanifesto-Projekt 2019 optimieren wir transformatorbasierte Deep-Learning-Modelle für mehrere Sprachen, um die Bedeutung und Positionen der Parteien zu europäischen politischen Systemen und politischen Themen in neun Ländern während der Europawahlen 2024 zu ermitteln. Unsere Analysen zeigen, dass die Bedeutung europäischer Themen im Durchschnitt zugenommen hat, insbesondere für das politische System der EU. Was die Positionen betrifft, so stellen wir fest, dass die Mainstream-Parteien zunehmend negativer zu europäischen politischen Themen wie Migration und Umwelt stehen, während euroskeptische Parteien (insbesondere der extremen Rechten) offenbar weniger negativ gegenüber der EU eingestellt sind.

Einschreibung in den Bachelor Europawissenschaften noch möglich
Bis zum 30. September können sich Studieninteressierte noch für den Bachelor Europawissenschaften einschreiben. Dies gilt für die Ausrichtungen: Geographien Europas, Neu-Zeit-Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft. Die Immatrikulation erfolgt über das Online-Bewerbungsportal der Universität des Saarlandes für zulassungsfreie Studiengänge.
Im Wintersemester 2025/26 finden außerdem zwei Blockseminare auf Englisch und Französisch für internationale Studierende statt. Die Seminare richten sich an Erasmus-Incomings und widmen sich den Themen europäische Kultur, interkulturelle Kommunikation sowie Mehrsprachigkeit. Die Lehrveranstaltungen finden vor Vorlesungsbeginn jeweils vom 2. bis 10. Oktober 2025 statt. Die Anmeldung ist über ein Online-Formular möglich und bis Anfang Oktober offen.
Weitere Informationen zum Studiengang Europawissenschaften
Weitere Informationen zum Blockseminar

Neue Publikation: "Political parties’ policy preferences on environmental issues in German border regions"
von Daniela Braun, Giuseppe Carteny, Alex Hartland, Djamila Jabra & Rosa Navarrete
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit gewinnt in der EU zunehmend an Bedeutung, doch über ihren Einfluss auf die Innenpolitik der EU-Mitgliedstaaten ist wenig bekannt. Frühere Studien deuten darauf hin, dass Grenzregionen politische Einstellungen und Parteipositionen beeinflussen können, doch eine systematische Analyse dieser Unterschiede fehlt. Wir verwenden Texte aus dem Local Manifestos Project, um die umweltpolitischen Positionen politischer Parteien nach Standort in Deutschland zu messen. Durch den Vergleich der Entfernung jeder lokal ansässigen Partei zur Grenze mit der in ihrem Manifest zum Ausdruck gebrachten Position konnten wir systematische Abweichungen in der Position in Bezug auf die Grenznähe feststellen. Wir fanden nur minimale Abweichungen innerhalb der Parteien hinsichtlich der Bedeutung und Position zu Umweltfragen, was darauf hindeutet, dass die lokalen Zweigstellen der großen Parteien tendenziell ähnliche Strategien verfolgen und möglicherweise den Inhalt ihrer Wahlvorschläge nicht an die spezifischen Anforderungen ihrer Wähler anpassen.

Artikel zu SOUNDS in der Saarbrücker Zeitung
Daten sind längst zur neuen Leitwährung geworden: Tech-Konzernen à la Amazon, Google, Meta & Co überlassen wir sie Tag für Tag und zementieren so deren Marktmacht und Einfluss. Der Datenhandel generiert Jahr für Jahr Umsätze im Billionen-Bereich. Damit nicht genug, münden die gehorteten Daten in intimste Nutzerprofile, mittels derer Algorithmen uns passgenau mit Werbung und Nachrichten versorgen. Fertig ist der geschlossene Kreislauf – sprich die Bubbles, in denen wir leben.
An der Universität des Saarlandes entsteht nun ein neues Kompetenzzentrum, das den Anspruch anmeldet, sich mittelfristig zur deutschlandweit führenden Anlaufstelle für sozialwissenschaftliche Analysen digitaler Daten entwickeln zu wollen. „SOUNDS“ (Societal Observatory Using Novel Data Sources) heißt das Projekt, das nun aus Mitteln des Transformationsfonds der Landesregierung mit 29 Millionen Euro über sieben Jahre hinweg gefördert wird. Am Freitag wurde es im Beisein von Wissenschaftsminister Jakob von Weizsäcker (SPD) vorgestellt. Er sieht ein „Riesenpotenzial für die Wirtschaft und die öffentliche Hand“.

Neue Publikation: "Who engages with environmental issues in a multi-level system? An exploratory analysis of German parties’ issue emphasis"
von Daniela Braun & Martin Gross
Umweltpolitik spielt in der heutigen Politik eine zentrale Rolle. Daher haben Parteien ein Interesse daran, die öffentliche Debatte über Umweltfragen zu beeinflussen – eine Tendenz, die bei linken Parteien besonders ausgeprägt ist. Innerhalb des mehrstufigen politischen Systems der Europäischen Union (EU) ist dies ein komplexes Unterfangen, da Umweltpolitik häufig auf verschiedenen politischen Ebenen beschlossen und umgesetzt wird. Anhand einer neu entwickelten Wörterliste mit Schwerpunkt auf Umweltfragen untersuchen wir, wie stark deutsche Parteien diese Themen in ihren Wahlprogrammen für EU-, Bundes-, Landes- und Kommunalwahlen von 1989 bis 2021 betont haben. Unsere Ergebnisse zeigen, dass strategische Überlegungen der Parteien die Hauptfaktoren sind, die mit den Unterschieden in der Gewichtung von Umweltfragen auf den verschiedenen politischen Ebenen korrelieren. Insbesondere nicht-linke Parteien legen weniger Wert auf Umweltfragen, wenn sie auf derselben politischen Ebene mit erfolgreichen grünen Parteien im Wahlkampf konkurrieren. Darüber hinaus haben linke Parteien einen stärkeren Anreiz, Umweltpolitik, einschließlich expliziter staatlicher Eingriffe, in den Vordergrund zu stellen. Diese Wahlherausforderung ist jedoch nur innerhalb derselben politischen Ebene von Bedeutung und nicht über verschiedene Ebenen hinweg. Darüber hinaus ist der wirtschaftliche Kontext, in dem die Parteien konkurrieren, von entscheidender Bedeutung: Sie neigen dazu, Umweltfragen stärker zu betonen, wenn die wirtschaftlichen Bedingungen günstiger sind.

Neue Publikation: "Euroskeptizismus in der deutsch-französischen Grenzregion. Eine Tageszeitungsanalyse zu den Kommunalwahlkämpfen in Saarbrücken und Forbach"
von Daniela Braun & Friederike Hommel
Der Beitrag geht der Beobachtung nach, dass in der deutsch-französischen Grenzregion vor allem auf französischer Seite die Zustimmungsraten für die euroskeptische Partei Rassemblement National hoch sind. EU-Grenz‐regionen werden häufig als Paradebeispiele der Europäischen Integration gesehen. Dies kann sich jedoch in zwei Richtungen zeigen, da hier sowohl Vor-als auch Nachteile der grenznahen Lage deutlich zu spüren sind. Mit Hilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse wurde untersucht, ob und in welcher Form sich Euroskeptizismus auf lokaler politischer Ebene in der Bericht‐erstattung zur Bürgermeisterwahl in den zwei Grenzstädten Forbach und Saarbrücken äußert. Die Ergebnisse zeigen, dass zumindest in den beiden ausgewählten Grenzstädten Euroskeptizismus keine bestimmende Rolle im lokalen Wahlkampf gespielt hat und Europa-und Grenzraumthemen gene‐rell nicht sonderlich sichtbar waren. Insofern bieten die Erkenntnisse der Untersuchung viele mögliche Ansatzpunkte für die weitere Forschung, um europäische Grenzregionen besser zu verstehen.

SR berichtet über SOUNDS
Der Saarländische Rundfunk berichtet in seinem Aktuellen Bericht über das Projekt SOUNDS an der Universität des Saarlandes, das sich der Auswertung von unkonventionellen Daten wie Social-Media-Analysen, Satellitenbildern und Web-Suchtrends widmet. Dazu interviewt der SR die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Daniela Braun und den Informatiker Prof. Dr. Ingmar Weber. Durch die Kombination der Expertise der Universität des Saarlandes im Bereich Informatik mit Erkenntnissen aus der sozialwissenschaftlichen Forschung will SOUNDS zu einer zentralen Drehscheibe für innovative, empirische Studien werden, die sich mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen befassen. Letztendlich möchte SOUNDS Entscheidungsprozesse informieren, das öffentliche Engagement fördern und die demokratische Widerstandsfähigkeit unterstützen und sich damit sowohl als Forschungszentrum als auch als Think-and-Do-Tank positionieren, der sich der Lösung realer gesellschaftlicher Probleme widmet.

Millionenförderung des Landes: Gesellschaft und Wirtschaft mit neuen Datenquellen analysieren
Satellitenbilder, soziale Medien oder Barcode-Scanner in Geschäften bieten einen reichen Datenschatz, der bisher in den Sozialwissenschaften noch wenig genutzt wird. Neue KI-gestützte Methoden helfen hier bei der Auswertung, sie erfordern jedoch viel IT-Knowhow und eine rechtliche und ethische Einordnung. Diese interdisziplinären Fachkenntnisse sollen jetzt in einem Kompetenzzentrum genannt „Societal Observatory Using Novel Data Sources (SOUNDS)“ gebündelt werden.
Die Landesregierung fördert dies mit 29 Millionen Euro aus dem Transformationsfonds, um neben wissenschaftlichen Erkenntnissen auch konkrete wirtschaftliche Impulse für die Transformation der Saarwirtschaft zu schaffen.

Neue Publikation: "Is secular–religious party competition moving online? Digital religious profiles of candidates running for the European Parliament"
von Eva-Maria Euchner, David Schweizer & Daniela Braun
Neue digitale Technologien verändern verschiedene gesellschaftliche Bereiche, darunter auch die Landschaft von Religion und Politik. „Christliche Influencer“, Glaubens-Tweets, digitale Seelsorge und islamistische Hassreden im Internet sind hierfür bemerkenswerte Beispiele. Die schnell wachsende Zahl wissenschaftlicher Arbeiten, die als digitale Religionswissenschaft bekannt sind, untersucht, inwieweit traditionelle religiöse Praktiken an digitale Umgebungen angepasst werden. Während dieses junge Forschungsgebiet von interdisziplinären Perspektiven profitiert, ist die politische Dimension dieser Transformation jedoch noch unterentwickelt. Insbesondere ist unklar, wie politische Akteure in Online-Kampagnen in ganz Europa auf Religion Bezug nehmen und ob die bestehenden Muster die „klassischen Offline-Spaltungen“ zwischen säkularen und religiösen Parteien widerspiegeln. Dieser Beitrag leistet einen Beitrag zur Schließung dieser Lücke, indem er empirische Belege aus erster Hand für Online-Bezüge zur Religion durch Kandidaten für die Europawahl 2019 in vier Ländern (Deutschland, Schweden, Niederlande und Vereinigtes Königreich) liefert. Die Studie verwendet einen Mixed-Methods-Ansatz und kombiniert qualitative und quantitative Analysen der X-Profile (ehemals Twitter) europäischer Politiker. Insgesamt spielt Religion in Online-Wahlkampagnen eine untergeordnete Rolle; allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern, wobei Religion in schwedischen und niederländischen Wahlkampagnen eine größere Rolle spielt als in deutschen oder britischen Online-Diskursen. Darüber hinaus beziehen sich Kandidaten politischer Parteien mit religiösen Wurzeln eher auf Religion als Kandidaten säkularer Parteien, was die traditionellen säkular-religiösen Spaltungen widerspiegelt. Die Studie erweitert die bestehende Forschung zu Religion und Parteipolitik durch ihre neue Perspektive auf Religion außerhalb der klassischen Arenen politischer Konflikte und innerhalb wichtiger alternativer Schauplätze des politischen Wettbewerbs.

Neue Publikation: "Climate Change and Political Parties: Higher Salience and More Diversification Over Climate Change in the 2024 EP Elections?"
von Daniela Braun, Djamila Jabra und Jan Pollex
Die EU sah sich während der letzten Legislaturperiode des Parlaments mit mehreren Krisen konfrontiert, insbesondere mit der Covid-19-Pandemie und dem russischen Einmarsch in der Ukraine. Unter der Führung der neuen Kommissionspräsidentin von der Leyen und ihrem European Green Deal war jedoch eines der wichtigsten Themen, mit denen sich das Parlament befassen sollte, die Klimakrise und der Übergang zur Klimaneutralität. Im Einklang mit dem European Green Deal hat die Europäische Kommission nach den Europawahlen 2019 tatsächlich die Eindämmung des Klimawandels als Teil der europäischen Agenda priorisiert. In der späteren Legislaturperiode veranlassten jedoch die Proteste der Landwirte in ganz Europa insbesondere konservative politische Parteien dazu, diesen European Green Deal in Frage zu stellen. Vor diesem Hintergrund gingen wir davon aus, dass die Frage, wie der Klimawandel am besten bekämpft werden kann, in den Wahlkampagnen für die Europawahlen 2024 ausführlich diskutiert werden würde. Auf der Grundlage von Programminformationen der wichtigsten transnationalen Parteienverbände untersuchen wir daher empirisch (unter Verwendung eines Mixed-Methods-Ansatzes) sowohl die Bedeutung als auch die Darstellung von Maßnahmen zu klimabezogenen Themen im Wahlkampf für die Europawahlen 2024. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass es bei diesen Wahlen Anzeichen für eine „Ökologisierung” der Europaparteien gibt: Die Klimapolitik gewinnt an Bedeutung und die Parteien beschäftigen sich intensiv mit diesem Thema. Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede hinsichtlich der Bedeutung, die der Klimapolitik beigemessen wird, entlang einer Links-Rechts-Spaltung. Dies steht im Einklang mit einem Großteil der aktuellen Forschung zur Parteipolitik.

Neue Publikation: "Crises, Adaptation, and Resilience—Exploring Crises Responses of Regional Organizations from the Perspective of EU Studies and Comparative Regionalism"
von Alexander Libman, Lisa Anders & Daniela Braun
Wie reagieren regionale Organisationen auf aktuelle Herausforderungen und Krisen? Das vorliegende Sonderheft der Politischen Vierteljahresschrift widmet sich dieser Frage und vereint hierzu Beiträge aus den Bereichen EU-Forschung und vergleichende Regionalismusforschung. Diese Einleitung erläutert die Konzepte Krise, Anpassung und Resilienz, diskutiert den Nutzen des Dialogs zwischen den beiden Teildisziplinen, benennt die Ziele des Sonderheftes, systematisiert die zentralen Befunde der Beiträge und diskutiert Anregungen für die weitere Forschung.

Referent:in für Wissenschaftskommunikation am CEUS gesucht
Das Cluster für Europaforschung CEUS sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine:n Referent:in für Wissenschaftskommunikation. Aussagekräftige Online-Bewerbungen (in einer PDF-Datei) können bis zum 27.08.2025 an bewerbung@uni-saarland.de. Bitte im Betreff der E-Mail die Kennziffer N2180 angeben.
Das 2020 neu aufgestellte Cluster für Europaforschung CEUS ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität des Saarlandes. Als Plattform und Kompetenzzentrum führt es Initiativen und Projekte der interdisziplinären Europaforschung und weitere Aktivitäten im historisch gewachsenen Europa-Schwerpunkt der Universität zusammen. Ihre Aufgabe ist es, den Bereich Wissenstransfer aufzubauen und wissenschaftlich zu begleiten, die Ergebnisse der hiesigen Europaforschung und die Expertise seiner Mitglieder in die Öffentlichkeit zu vermitteln, Wissenstransfer über öffentliche Formate und Publikationen zu leisten sowie die Universität als Leuchtturm der (inter-)nationalen Europaforschung sichtbar zu machen.

Alex Hartland: Untersuchung der Polarisierung anhand von Daten aus sozialen Medien
Ende letzten Jahres organisierte die Trans European Policy Studies Association (TEPSA) in Brüssel die Mid-Term Conference des Horizon Europe-Projekts ActEU. Diese akademische Konferenz mit dem Titel „Strengthening democracy: Building trust and tackling polarisation in Europe“ brachte Forscher, politische Entscheidungsträger und Praktiker zusammen, um die wichtigsten Herausforderungen und Erfolge des Projekts zu bewerten.
Dr. Alex Hartland hat hier einen Vortrag über die Untersuchung der Polarisierung anhand von Daten aus sozialen Medien gehalten und ist auch auf konkrete Beispiele aus Deutschland eingegangen. TEPSA hat nun eine Aufzeichnung des Vortrags auf YouTube zur Verfügung gestellt.

Special Issue Workshop an der Universität des Saarlandes
Am 17. und 18.07.2025 fand an der UdS ein internationaler wie auch interdisziplinärer und vom Internationalisierungsfonds geförderter Workshop statt. Ziel dieses gemeinsamen Workshops war die Veröffentlichung eines Special Issue (SI) in der renommierten politikwissenschaftlichen Fachzeitschrift European Political Science Review. Die Initiator:innen dieses Vorhabens sind Prof. Dr. Daniela Braun des Lehrstuhls für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Europäische Integration und Internationale Beziehungen an der noch jungen Fachrichtung Gesellschaftswissenschaftliche Europaforschung und Luca Carrieri und Nicolò Conti der Unitelma Sapienza University Rom. Die Idee für dieses SI wurde durch verschiedene noch laufende oder bereits abgeschlossene und an der UdS angesiedelte Projekte inspiriert. Erstens, das vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Projekt ProConEU (Förderkennzeichen 01UG2104B), das von Daniela Braun geleitet wird. Hier arbeiteten mehrere an diesem SI beteiligte Wissenschaftler (Daniela Braun, Giuseppe Carteny, Leonardo Puleo, Hermann Schmitt) mit. Zweitens, ActEU, ein aktuell laufendes Horizon Europe Projekt, das von Daniela Braun und Michael Kaeding (UDE) geleitet wird. Auch hier sind eine Reihe von Forschern involviert, die an diesem SI beteiligt sind (Daniela Braun, Giuseppe Carteny, Matilde Ceron, Alex Hartland, Zoe Lefkofridi, Rosa Navarrete, Ann-Kathrin Reinl). Drittens werden in den Beiträgen dieser SI die Ergebnisse eines vom italienischen Ministerium für Universität und Forschung finanzierten Projekts (PRIN 2022 „Whither Sovereignity?“) vorgestellt.
Der Workshop bot den an der Veröffentlichung beteiligten Wissenschaftler:innen eine intensive Gelegenheit zum Austausch und zur Zusammenarbeit mit verschiedenen intra- sowie internationalen in der Politik-, Sozial- und Europawissenschaft angesiedelten Forschungsgruppen.
1. Er ermöglichte und förderte neue Vernetzungen der UdS mit anderen Institutionen und Forscher:innen, die sich mit denselben Themen befassen.
2. Das zentrale Ziel des Workshops wurde erreicht und wird als gemeinsamer, interdisziplinärer wie auch internationaler Beitrag zum neuesten Forschungsstand voraussichtlich in der zweiten Hälfte in 2026 in der renommierten Fachzeitschrift European Political Science Review erscheinen.
3. Als zusätzliches Ergebnis ist aus diesem fruchtbaren Zusammentreffen eine neue Projektidee hervorgegangen, welche sich in naher Zukunft konkretisieren soll.
Die Gelegenheit dieses engen Austausches zwischen dem politikwissenschaftlichen Lehrstuhl von Prof. Dr. Daniela Braun und den angereisten Gästen hat sich somit als förderlich für die Grundsteinlegung einer internationalen Zusammenarbeit der UdS mit anderen Instituten weltweit erwiesen und kann als voller Erfolg angesehen werden.

Rückblick: „Demokratie in digitalen Zeiten: Ideen, die unsere Zukunft gestalten“
Bei TEDx Saarbrigge haben wir uns auf den Kopf gestellt und die Demokratie im digitalen Zeitalter neu gedacht: Am 14. Juni 2025 kamen unter dem Motto „Demokratie in digitalen Zeiten: Ideen, die unsere Zukunft gestalten“ engagierte Stimmen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Aktivismus im CoHub am Saarbrücker Neumarkt zusammen.
Veranstalter waren Prof. Dr. Ingmar Weber vom Interdisciplinary Institute for Societal Computing der Universität des Saarlandes gemeinsam mit Dr. Kevin Baum vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) sowie weiteren Partnern. Prof. Dr. Daniela Braun hat als Speaker teilgenommen.
Wir haben uns sehr über die rege Teilnahme und die vielen Impulse gefreut.

Neue Publikation: "Anti-feminism in the spotlight: Media coverage of German parties’ gender and sexuality policies in the 2024 European Parliament election campaign"
von Louise Luxton, Djamila Jabra und Daniela Braun
Abstract: Rechtspopulistische Parteien (RWPPs) in ganz Europa vertreten zunehmend antifeministische Positionen zu Fragen von Geschlecht und Sexualität. Es ist jedoch wenig darüber bekannt, wie sich diese Mobilisierung in der Medienberichterstattung niederschlägt. Wir argumentieren, dass die polarisierenden Positionen der RWPPs an Nachrichtenwerte wie Konflikt und Sensationslust appellieren, was zu einer größeren Sichtbarkeit führt, insbesondere im Vergleich zu traditionellen Themeninhabern, die die Gleichstellung der Geschlechter fördern. Wir führen eine quantitative Inhaltsanalyse der Parteiprogramme und der sechsmonatigen Zeitungsberichterstattung während der Wahlen zum Europäischen Parlament 2024 in Deutschland durch, um zu untersuchen, ob die Medienaufmerksamkeit für Geschlechterfragen mit den Schwerpunkten der Parteiprogramme übereinstimmt und ob die RWPP Alternative für Deutschland (AfD) überproportional sichtbar ist. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die AfD deutlich negative geschlechtsspezifische Positionen vertritt und mehr geschlechtsbezogene Berichterstattung erhält als jede andere Partei. Diese Berichterstattung ist zwar überwiegend negativ, verstärkt aber den antifeministischen Diskurs der Partei, was weiterreichende Auswirkungen auf die Gleichstellung der Geschlechter und die Rolle der Nachrichtenmedien in demokratischen Gesellschaften hat.

Digitale Infoveranstaltung zu Promotionsstipendien der Heinrich-Böll-Stiftung
14. Juli 2025
17:00 - 18:30 Uhr
Die Heinrich-Böll-Stiftung vergibt Stipendien für Studierende und Promovierende. Stipendiat:innen erhalten sowohl finanzielle als auch ideelle Unterstützung in Form von Veranstaltungen zur politischen Bildung und zur persönlichen Qualifikation sowie durch Angebote zur Vernetzung und zum Berufseinstieg. Die Stiftung fördert Stipendiat:innen mit besonders guten Studien- bzw. wissenschaftlichen Leistungen, die sich gesellschaftlich engagieren und politisches Interesse mitbringen. Doch was bedeutet das genau und wie stellen Bewerber:innen dies in der Bewerbung überzeugend dar? Passt das eigene Profil zur Stiftung, wer genau wird gesucht?
Im Rahmen der Infoveranstaltung informiert die Stiftung über die Ziele ihrer Promotionsförderung, die Auswahlkriterien, die formalen Voraussetzungen für ein Promotionsstipendium, die Erwartungen an die Bewerber:innen, die einzureichenden Bewerbungsunterlagen und das Auswahlverfahren und beantworten offene Fragen.
Anmeldung zur Veranstaltung
Info-Poster

Publikation: "Grenzregionen als Laboratorien der Europaforschung"
von Daniela Braun, Ulla Connor & Kristina Höfer (Hrsg.)
Der interdisziplinäre Band bietet Einblicke in die gesellschaftlichen Herausforderungen europäischer Grenzregionen. Im Zentrum steht die Frage, welchen Beitrag die Untersuchung von Grenzregionen für die Europaforschung leistet. Der Band umfasst historische Analysen sowie Studien gegenwärtiger sozialer, kultureller, rechtlicher und politischer Chancen und Herausforderungen europäischer Grenzregionen. Fallstudien aus unterschiedlichen Kontexten analysieren politische Einstellungen von Parteien und Bevölkerung, beleuchten die Folgen der Deindustrialisierung in Grenzregionen oder untersuchen grenzüberschreitende Kooperationen u. a. im Bereich Mobilität, Infrastruktur, Bildung und in Rechtsfragen.
Mit Beiträgen von Daniela Braun | Dominik Brodowski | Giuseppe Carteny | Julia Dittel | Stefan Ewert | Carola Fricke | Friederike Hommel | Ines Funk | Philip Hahn | Alex Hartland | Djamila Jabra | Alexander Kratz | Fabian Lemmes | Nikolaus Marsch | Birgit Metzger | Jochen Müller | Rosa M. Navarrete | Claudia Polzin-Haumann | Christina Reissner | Alexandra Schartner | Stefanie Thurm | Florian Weber | Georg Wenzelburger

Hiwis gesucht!
Der Lehrstuhl für europäische Integration und internationale Beziehungen sucht zwei studentische Hilfskräfte, die bei der Analyse von multilingualen Social-Media-Inhalten helfen sollen. Voraussetzungen sind vielfältige Sprachkenntnisse und ein Interesse an Polarisierung und Parteienwettbewerb. Bewerbungsschluss ist der 11.07.2025.

Observatory of Online Politics analysiert die Rolle von TikTok in der Bundestagswahl 2025
Das Observatory of Online Politics, ein interdisziplinäres Projekt des I2SC (Interdisciplinary Institute for Societal Computing), das von Dr. Rosa Navarrete geleitet wird, widmet sich der Beobachtung der sich entwickelnden Rolle digitaler Plattformen bei der Gestaltung des politischen Diskurses und gesellschaftlicher Ergebnisse. In einem Blogpost analysiert das Observatory den Einfluss von TikTok auf die Bundestagswahl 2025:
Während TikTok unter den Nutzern sozialer Medien zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist seine Rolle bei Wahlen noch nicht ausreichend untersucht worden. Die erfolgreiche Social-Media-Kampagne der Partei Die Linke, die sich an Jugendliche richtet, hat die Aufmerksamkeit auf neue Social-Media-Plattformen gelenkt, die zuvor wenig im Fokus standen, da sie erst vor kurzem politisch relevant wurden. Während sich Forscher in Deutschland vor allem mit Plattformen wie Facebook und Twitter (jetzt X) und deren Nutzung in Wahlkämpfen beschäftigt haben, wissen wir nur sehr wenig darüber, wie deutsche Politiker TikTok nutzen, da der Erfolg der Plattform relativ jung ist. Diesbezüglich zeigen aktuelle Daten, dass die Zahl der Twitter/X-Nutzer in Deutschland im Jahr 2025 etwa 21,63 Millionen betrug (DataReportal 2025).

Vortrag: „Dilemmata der EU-Kritik“
Das Cluster für Europaforschung der Universität des Saarlandes (CEUS) lädt herzlich ein zum Gastvortrag von Prof. Dr. Timm Beichelt (Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder):
Prof. Dr. Timm Beichelt: „Dilemmata der EU-Kritik“
26. Juni 2025, 18 Uhr, Campus B3 2, Hörsaal 0.03
Die Wahl- und Diskurserfolge des europäischen Rechtspopulismus haben auch dem politischen Euroskeptizismus Auftrieb gegeben. In vielen nationalen Arenen, aber auch in Brüssel selbst, steht die Auseinandersetzung mit EU-skeptischen Parteien und Akteuren für einen wichtigen Bereich der Debattenlandschaft. In diesem Kontext bekommt wissenschaftliche EU-Kritik eine neue Dimension, da sie nicht nur in konkurrierende Weltvorstellungen eingreift, sondern rechtsextremistischen und/oder demokratiefeindlichen Akteuren möglicherweise mit Argumenten zur Seite steht. Der Vortrag mit anschließender Diskussion widmet sich den entstehenden Dilemmata der EU-Kritik.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der CEUS-Vortragsreihe „5. Europa-Diskurs(e). Internationale Europaforschung zu Gast an der UdS“ statt.

Vortrag von Prof. Dr. Florence Metz: „Navigating the Climate Policy Paradox: Institutional Complexity and the Challenge of Policy Coherence in the EU“
Die Europäische Union hat den Klimaschutz zu einer zentralen politischen Priorität gemacht, indem sie 30 % ihres Haushalts für den Zeitraum 2021-2027 - 557 Milliarden Euro - für klimabezogene Ausgaben bereitstellt (Europäische Kommission, 2022) und von allen Politikbereichen verlangt, Klimaziele zu integrieren. Dennoch zeigen die Prognosen des Climate Action Tracker (2022), dass die EU ihr Netto-Null-Emissionsziel für 2050 wahrscheinlich nicht erreichen wird.
In diesem Vortrag wird das Paradoxon zwischen politischem Ehrgeiz und politischer Effektivität untersucht. Ich vertrete die Ansicht, dass eine der wichtigsten Erklärungen in einer fehlerhaften Annahme liegt: dass die Kohärenz der Klimapolitik mit zunehmender Häufigkeit stabil bleibt. In der Praxis widersprechen sich die politischen Maßnahmen oft, und ihre gegenseitigen Abhängigkeiten werden nur unzureichend verstanden.
Aufbauend auf der Theorie der institutionellen Komplexitätsfallen zeigt diese Untersuchung, wie expandierende Politikportfolios fragmentiert und kontraproduktiv werden können, wenn sie nicht richtig koordiniert werden. Methodisch wende ich die Netzwerkanalyse an, um die Wechselwirkungen zwischen politischen Instrumenten und Zielen zu identifizieren und zu kartieren und Bereiche mit Synergien und Widersprüchen aufzuzeigen. Dieser systembasierte Ansatz bietet neue Einblicke in die strukturellen Grenzen der klimapolitischen Integration und zeigt auf, warum institutionelle Komplexität ein verstecktes Hindernis für die Erreichung von Klimazielen sein kann. Die Forschung ist Teil des ERC Starting Grant Projekts Climplexity: CLIMate Policy Integration—a ComPLEXITY Trap?

Aufzeichnung: "Triggers of political engagement"
Dr. Alex Hartland hat bei der ActEU Mid-Term Conference einen Vortrag mit dem Titel "Triggers of political engagement" gehalten, in dem er beschreibt, wann sich Einzelne in der Zivilgesellschaft wie politisch engagieren. Die Mid-Term Conference des Horizon Europe-Projekts ActEU hat im Dezember 2024 in Brüssel stattgefunden. Diese wissenschaftliche Konferenz mit dem Titel „Strengthening democracy: Building trust and tackling polarisation in Europe“ brachte Forscher und politische Entscheidungsträger zusammen, um die wichtigsten Herausforderungen und Erfolge des Projekts zu bewerten. Die Aufzeichnung des Vortrags ist jetzt online verfügbar:

Neue Publikation: "Learn, Explore and Reflect by Chatting: Understanding the Value of an LLM-Based Voting Advice Application Chatbot"
von Jianlong Zhu, Manon Kempermann, Vikram Kamath Cannanure, Alexander Hartland, Rosa M. Navarrete, Giuseppe Carteny, Daniela Braun & Ingmar Weber
Abstract: Wahlberatungsanwendungen (VAAs) wie der Wahl-O-Mat, die bei Europawahlen zunehmend an Bedeutung gewonnen haben, gelten als erfolgreiches Instrument zur Förderung des politischen Wissens und Engagements der Wähler. Allerdings schränken die komplexe Sprache und die starre Präsentation der VAAs ihren Nutzen für weniger erfahrene Wähler ein. Während frühere Arbeiten die klickbasierte Interaktion von VAAs mit geskripteten Erklärungen verbessert haben, bleibt das Potenzial eines Chatbots für maßgeschneiderte Diskussionen und bewusste politische Entscheidungen ungenutzt. Unsere explorative Mixed-Method-Studie untersucht, wie LLM-basierte Chatbots die Wahlvorbereitung unterstützen können. Wir setzten einen VAA-Chatbot vor der Europawahl 2024 in Deutschland bei 331 Nutzern ein und sammelten Erkenntnisse aus Umfragen, Gesprächsprotokollen und 10 Folgeinterviews. Die Teilnehmer fanden den VAA-Chatbot intuitiv und informativ und lobten seine einfache Sprache und flexible Interaktion. Wir haben außerdem die Rolle des VAA-Chatbots als Katalysator für Reflexion und Rationalisierung aufgedeckt. Ausgehend von dem Wunsch der Teilnehmer nach Transparenz geben wir Gestaltungsempfehlungen für die Entwicklung interaktiver und vertrauenswürdiger VAA-Chatbots.

Planspiel “Fakt oder Fake?” – Studierende setzen sich spielerisch mit der Funktionsweise des Europäischen Parlamentes auseinander
Wie funktioniert das Europäische Parlament? Welche Herausforderungen sind mit der Arbeit im Parlament verbunden? Welche Bedeutung hat Demokratie im Entscheidungssprozess? Am 02. Juni 2025 konnten Studierende der Vorlesung Europäische Integration und politische Instrumente von Prof. Dr. Daniela Braun im Rahmen eines 4-stündigen Panspiels dies praktisch erfahren. Während dieser, in Zusammenarbeit mit Europe Direct Saarbrücken ausgerichteteten Veranstaltung, hatten die Studierenden die Möglichkeit, in die Rollen von Politikern des Europäischen Parlamentes zu schlüpfen und den parlamentarischen Alltag zu simulieren. Ihre Aufgabe: Über eine neue EU-Verordnung zur Regulierung von Desinformationen und Hassrede in sozialen Netzwerken verhandeln. Die Studierenden bekamen hierfür feste Rollen mit politischen Positionen zugeteilt auf deren Basis sie einen für alles Seiten vertretbaren Kompromiss erarbeiten sollten. Das Ergebnis: Trotz langer und knallharter Verhandlungen, konnte sich die Studierenden nicht auf einen gemeinsamen Verordnungsentwurf einigen. Was bedeutet das? Jedenfalls nicht, dass das Planspiel erfolglos blieb: Die Studierenden berichteten, dass sie es sehr aufregend, interessant und spannend fanden, sich in unterschiedliche politische Haltungen hineinzuversetzen und dabei zu versuchen, weit auseinanderliegenden Positionen in einem Kompromiss zu vereinen.
Das Planspiel ist fester Bestandteil der Vorlesung „Europäische Integration“ im Bachelor-Studiengang Europawissenschaften und stößt bei den Studierenden auf große Begeisterung. Der Lehrstuhl freut sich auch im nächsten Jahr wieder ein Planspiel mit Europe Direct Saarbrücken auszurichten.
Co-Kreations-Workshop: „Wie sollen demokratische Parteien zukünftig mit dem Thema Geschlechtergerechtigkeit umgehen?“
Am 27. Mai 2025 fand von 18:00 bis 20:00 Uhr in der FrauenGenderBibliothek Saar ein zweistündiger Gender-Co-Kreations-Workshop mit insgesamt 13 Teilnehmer:innen aus unterschiedlichen Altersgruppen und gesellschaftlichen Hintergründen statt. Ziel des Workshops war es, politische Empfehlungen zu entwickeln, die demokratischen Parteien als Orientierung im Umgang mit dem Thema Geschlechtergerechtigkeit dienen können.
Nach einer kurzen Einführung in das Projekt sowie die Zielsetzung des Workshops erarbeiteten drei Kleingruppen zentrale Themenschwerpunkte wie sexualisierte Gewalt, gendersensible Sprache und Care-Arbeit. Mithilfe von Brainstorming, persönlichen Erfahrungsberichten und moderierten Gruppenphasen wurden zentrale Herausforderungen identifiziert und diskutiert.
Als zentrale Erkenntnis wurde dabei der respektvolle und inspirierende Austausch hervorgehoben. Viele Teilnehmer:innen empfanden den Workshop als bereichernd, da er neue Perspektiven jenseits ihrer bisherigen Erfahrungen eröffnete. In allen Gruppen wurde besonders intensiv das Thema sexualisierte Gewalt behandelt – ein deutlicher Hinweis auf dessen gesellschaftliche Relevanz. Abschließend wurden politische Handlungsempfehlungen auf kommunaler und bundesweiter Ebene erarbeitet.
Die Ergebnisse fließen direkt in die Spezifikation des entsprechenden Work Packages ein. Eine Transkription der Gruppengespräche ist für Juni 2025 vorgesehen.

Youth Democracy Lab
Am 24. Mai war es wieder soweit: Der Tag des offenen Campus an der Universität des Saarlandes stand an. Neben vielen Vorträgen und der Beteiligung an zwei Infoständen veranstaltete der Lehrstuhl Prof. Braun auch ein Youth Democracy Lab im Rahmen des Horizon-geförderten EU-Projekts ActEU unter dem Titel “Ist das Vertrauen in die europäische Politik gefährdet?” Teilnehmende konnten sich hier einbringen, Probleme ansprechen oder Lösungsvorschläge machen.
Das Projekt ActEU möchte Antworten auf folgende Fragen finden: Wie können wir politisches Vertrauen und Legitimität über die übliche Umfragefrage "Wie viel Vertrauen haben Sie in das Parlament?" hinaus konzeptualisieren und empirisch messen? Erfordert der Mehrebenencharakter der europäischen repräsentativen Demokratien ein identisches Maß an Unterstützung durch die Bürger:innen auf regionaler, nationaler und EU-Ebene? Inwieweit stellt die soziale Polarisierung bei zentralen politischen Themen unserer Zeit – Einwanderung, Klimawandel und Ungleichheit zwischen den Geschlechtern – das politische Vertrauen in demokratische politische Systeme und deren Legitimität in Frage? Und was können politische Entscheidungsträger:innen und die Zivilgesellschaft tun, um diese Herausforderungen zu meistern?

Neue Publikation: "The role of key European issues in the 2024 election campaign"
von Alex Hartland, Daniela Braun, Giuseppe Carteny, Rosa M. Navarrete & Ann-Kathrin Reinl
Abstract: Internationale Krisen und Euroskepsis haben dazu geführt, dass europäische Themen im Leben der Bürger eine wichtige Rolle spielen. Dieser Artikel untersucht die Rolle dreier europäischer Schlüsselthemen - Migration, Umwelt und EU-Integration - für politische Parteien und Bürger. Die Analyse konzentriert sich auf neun EU-Mitgliedstaaten und kombiniert Parteiprogramme von den Wahlen zum Europäischen Parlament 2024 mit Umfragedaten. Sie stellt eine Kluft zwischen den Anliegen der Bürgerinnen und Bürger und der politischen Parteien fest, was für Wahlkampagnen im Allgemeinen von Bedeutung ist. Darüber hinaus deutet die Analyse darauf hin, dass der Stellenwert in den Parteiprogrammen in den meisten untersuchten Ländern einen bescheidenen direkten und einen stärkeren indirekten Einfluss auf die Attraktivität für die Bürger hat. Insbesondere Bürger, die sich mit Migration und Umwelt befassen, bewerten die Parteien anhand der Bedeutung, die sie diesen Themen im Wahlkampf beimessen. Die Ergebnisse bieten wichtige Anhaltspunkte für weitere Forschungen zur Betonung von Themen durch die Parteien und zur Messung der Bedeutung von Themen mit Hilfe von großen Sprachmodellen (LLMs).

Einladung zur Veranstaltung „Demokratie in digitalen Zeiten: Ideen, die unsere Zukunft gestalten“
Für eine lebendige Demokratie in digitalen Zeiten will sich die Veranstaltung TEDx Saarbrigge einsetzen. Um hieran mitzuwirken, sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger am Samstag, 14. Juni, von 13 bis 18 Uhr ins CoHub am Saarbrücker Neumarkt eingeladen. TEDx Saarbrigge will Stimmen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Aktivismus auf die Bühne bringen, daher sind auch zahlreiche internationale Expertinnen und Experten zu Gast.
Veranstalter sind Prof. Dr. Ingmar Webervom Interdisciplinary Institute for Societal Computing der Universität des Saarlandes gemeinsam mit Dr. Kevin Baum vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) sowie weiteren Partnern. Prof. Dr. Daniela Braun wird als Speaker teilnehmen.

Vortrag über den New Climate Divide
Datum: 22.05.2025
Uhrzeit: 16:30-18:00 Uhr
Ort: Geb. C1 7, Raum 0.08
Endre Borbáth ist Juniorprofessor für Empirisch-analytische Partizipationsforschung am Institut für Politikwissenschaft der Universität Heidelberg und Gastwissenschaftler am Zentrum für Zivilgesellschaftsforschung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). In seinem Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe Politik in Europa referiert er über den New Climate Divide, - den sich abzeichnenden Konflikt über die Klimapolitik in Europa - und reflektiert über den Prozess der Sicherung eines Emmy Noether-Stipendiums.

Call for Applications: ActEU Trans-National Youth Democracy Lab
Die europäischen Demokratien stehen auf dem Prüfstand. Das Vertrauen schwindet. Fakten stehen unter Beschuss. Die Institutionen fühlen sich weit entfernt. Und doch glauben junge Menschen auf dem ganzen Kontinent immer noch an eine bessere und nachhaltigere Zukunft.
Das Trans-National Youth Democracy Lab im Rahmen des Horizon Europe-Projekts „Activating European Citizens' Trust in Times of Crises and Polarization (ActEU)“ ist ein Ort, an dem junge Menschen aus ganz Europa zusammenkommen und sich mit diesen Themen auseinandersetzen können. Nicht durch Vorträge oder Podiumsdiskussionen, sondern durch Gespräche in kleinen Gruppen, die zu ehrlichen Einsichten und praktischen, umsetzbaren Empfehlungen führen sollen. Ihre Überlegungen werden in ein abschließendes Empfehlungspapier einfließen, das mit einem breiten Netzwerk von Experten und politischen Entscheidungsträgern geteilt wird.
Die Veranstaltung findet online am 10. Juni um 11:00-12:30 Uhr statt. Anmeldefrist ist der 27. Mai.

Summer Institute in Computational Social Science
Vom 8. bis 19. September 2025 veranstaltet das Interdisciplinary Institute for Societal Computing (I2SC) das Summer Institute in Computational Social Science in Saarbrücken, Deutschland. Ziel des Sommerinstituts ist es, Studenten, Postdocs und Nachwuchswissenschaftler mit Interesse an computergestützten Sozialwissenschaften zusammenzubringen. Das Sommerinstitut richtet sich in erster Linie an Informatikstudenten, die an interdisziplinären Ansätzen in den Sozialwissenschaften interessiert sind, wobei der Schwerpunkt eher darauf liegt, Informatikern Erfahrungen in den Sozialwissenschaften zu vermitteln, als Sozialwissenschaftler mit rechnergestützten Methoden auszustatten. Studierende der Sozialwissenschaften mit Grundkenntnissen in Informatik sind ebenfalls zur Teilnahme eingeladen.
Die Teilnahme ist auf fortgeschrittene Doktoranden, Postdocs und Nachwuchswissenschaftler (innerhalb von 7 Jahren nach ihrer Promotion) beschränkt. Wir begrüßen Bewerber aus allen Bereichen, insbesondere aus benachbarten Einrichtungen in der Nähe von Saarbrücken, Deutschland. Es werden etwa 20-25 Teilnehmer eingeladen. Von den Teilnehmern wird erwartet, dass sie das gesamte 10-tägige Programm vollständig besuchen und daran teilnehmen. Die Bewerbungsunterlagen sind am 25. April 2025 fällig.

Neue Publikation: Fading EUphoria: party system polarisation and EU attitudes in Greece, Portugal and Spain
Lea Heyne, Rosa Navarrete und Alexia Katsanidou haben eine neue Publikation im Journal South European Society and Politics veröffentlicht:
Griechenland, Portugal und Spanien gingen in den 1970er Jahren zur Demokratie über und traten in den 1980er Jahren der EWG bei, was durch das Wirtschaftswachstum eine positive Einstellung zur EU förderte. Die südeuropäische Finanzkrise und die anschließenden Sparmaßnahmen haben die Unterstützung der EU jedoch stark beeinträchtigt, insbesondere in Griechenland. In dieser Studie wird untersucht, wie Parteikonflikte und die Politisierung der EU die Einstellung der Öffentlichkeit beeinflussen, und es wird ein negativer Zusammenhang zwischen der EU-Polarisierung und der Unterstützung der Mitgliedschaft festgestellt. In Portugal und Griechenland wirkt sich die Polarisierung am stärksten auf die Meinungen aus, wenn EU-Themen im Vordergrund stehen. Die Studie beleuchtet länderspezifische Muster und das Zusammenspiel von Krisen, politischen Strategien und der öffentlichen Meinung über die EU in den südeuropäischen Demokratien der dritten Welle.
Meinung von Bürger:innen gefragt: Wie kann Geschlechtergerechtigkeit in der Politik verankert werden?
Was erwarten Wähler:innen bezüglich Geschlechtergerechtigkeit konkret von den Parteien? Dieser Frage widmet sich ein Workshop am 27. Mai von 18 bis 20 Uhr in der FrauenGenderBibliothek Saar, zu dem alle interessierten Bürger:innen eingeladen sind. Ziel ist es, gemeinsam Empfehlungen für die Politik zu erarbeiten – unter Einbeziehung möglichst vieler verschiedener Meinungen. Die Ergebnisse fließen in ein EU-gefördertes politikwissenschaftliches Forschungsprojekt an der Universität des Saarlandes. Eine Anmeldung bis zum 4. Mai an projekt-untwist(at)uni-saarland.de ist erforderlich.
Interessierte Bürger:innen sind herzlich eingeladen, sich aktiv am Co-Kreation-Workshop zu beteiligen und ihre Perspektive einzubringen. Als Dankeschön für die Teilnahme erhalten alle Teilnehmer:innen einen Gutschein, der in Saarbrücken eingelöst werden kann. Da die Veranstaltung zu Forschungszwecken aufgezeichnet (Audio) wird, erhalten alle Teilnehmer:innen vorab weitere Informationen zur Datennutzung.
Mehr zum UNTWIST-Projekt
Pressemitteilung zum Workshop
Artikel in der Saarbrücker Zeitung

Landtagsabgeordneter Ulrich Commerçon zu Besuch beim Observatory of Online Politics
Das Observatory of Online Politics, ein interdisziplinäres Projekt des I2SC (Interdisciplinary Institute for Societal Computing), das von Dr. Rosa Navarrete geleitet wird, widmet sich der Beobachtung der sich entwickelnden Rolle digitaler Plattformen bei der Gestaltung des politischen Diskurses und gesellschaftlicher Ergebnisse. Die ernüchternde Erkenntnis: Lügen lohnt sich für Politiker:innen. Darüber und über die Arbeit der Beobachtungsstelle hat Dr. Rosa Navarrete sich nun mit Ulrich Commerçon ausgetauscht, der derzeit Fraktionsvorsitzender der SPD im saarländischen Landtag ist. “Die Arbeit der Beobachtungsstelle für Online-Politik ist deshalb so wichtig, weil sie genau hinschaut, wo sich Grenzen verschieben, wo aus stiller Gewöhnung gefährliche Normalität wird. Und weil sie aufzeigt, was wir tun können, um diesen Entwicklungen politisch und gesellschaftlich zu begegnen.”, schreibt der ehemalige Bildungsminister auf Social Media. Auch Dr. Rosa Navarrete hat sich über den Austausch gefreut: “Es ist wichtig, dass wir die Ergebnisse unserer Arbeit an der Beobachtungsstelle nach außen und in die Politik tragen, um unsere Demokratie mit Fakten und Daten zu stärken.”

Rückblick auf die DVPW-Tagung
Die jährliche Tagung der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) hat dieses Jahr mit der Universität des Saarlandes einen mehr als spannenden Veranstaltungsort gefunden: Hier wurde die Politikwissenschaft erst kürzlich in Form zweier Lehrstühle als Teil der ebenfalls noch sehr jungen Fachrichtung Gesellschaftswissenschaftliche Europaforschung wiederbelebt. Umso mehr hat es uns gefreut, Politikwissenschaftler:innen aus Deutschland und der ganzen Welt bei uns zu empfangen. Die Panels der Konferenz und die Keynote mit Bundesratspräsidentin Anke Rehlinger haben zu einem spannenden Austausch zu politischem Vertrauen in der heutigen Zeit geführt und die Tagung hat gezeigt: Die Universität des Saarlands entwickelt sich zu einem wichtigen Teil der politikwissenschaftlichen Landschaft in Deutschland, den man besser auf dem Schirm haben sollte!
Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Teilnehmer:innen für die rege Beteiligung, bei Anke Rehlinger, dass sie sich trotz der Koalitionsverhandlungen die Zeit für unsere Keynote genommen hat, und bei der Saarbrücker Zeitung für die beiden im Rahmen der Tagung erschienenen Artikel:
Heimspiel für Anke Rehlinger
Interview mit Prof. Dr. Daniela Braun und Prof. Dr. Georg Wenzelburger

“Citizen’s trust and societal polarization in times of transformation. Comparative Perspectives from different world regions”
Am 27. und am 28. März 2025 hat an der Universität des Saarlandes die jährliche Tagung der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) stattgefunden.
Das Hauptziel dieser Konferenz war es, eines der drängendsten Probleme repräsentativer Demokratien aus verschiedenen Perspektiven zu untersuchen: Das Ver- bzw. Misstrauen der Bürger:innen in "ihr" politisches System, in Institutionen und Politiker:innen. Um die Untersuchung von Vertrauen und Misstrauen in einen breiteren Kontext zu stellen, sind auch Beiträge willkommen, die sich mit der Verbindung zwischen Bürger:innen und dem Staat im Allgemeinen befassen - einer Verbindung, die auf unterschiedliche Weise zum Ausdruck kommen kann (z. B. öffentliche Meinung/Einstellungen der Bürger, politisches Verhalten wie politische Partizipation, bürgerschaftliches Engagement, Protestverhalten, aber auch Gefühle oder Emotionen).

Stellenausschreibung: Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in (m/w/d)
Die Universität des Saarlandes hat durch ihre einzigartige deutsch-französische Gründungsgeschichte und ihre besondere geographische Lage im Grenzraum zu Frankreich, Luxemburg und Belgien ein ausgeprägtes Europaprofil und einen starken Europa-Schwerpunkt in Forschung und Lehre mit hohem Entwicklungspotenzial. Die fakultätsübergreifende und interdisziplinäre Europaforschung hat im Cluster für Europaforschung (CEUS) eine Plattform gefunden.
Das Cluster für Europaforschung ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität. Als Plattform und Kompetenzzentrum führt es Initiativen und Projekte der interdisziplinären Europaforschung in den Geistes-, Rechts- und Sozialwissenschaften und weitere Aktivitäten im historisch gewachsenen Europa-Schwerpunkt der Universität zusammen. Mit dem Nachwuchskolleg Europa fördert das Cluster für Europaforschung in einem internationalen Arbeitsumfeld Doktorand:innen und Postdocs mit europabezogenen Dissertations- und Postdoc-Projekten.

Pressemitteilung: Lüge oder Wahrheit? Beobachtungsstelle analysiert politisches Handeln im Internet
Lügen lohnt sich: Wer im Internet die Unwahrheit sagt, hat inzwischen oft großen Erfolg in der Politik. Beobachter schauen dabei meist nur auf die kurzfristigen Folgen von politischen Kampagnen im Internet. Über längere Zeiträume sind die Folgen von Lügen und Falschaussagen im Internet durch Politikerinnen und Politiker noch nicht wissenschaftlich beobachtet worden. Dies will eine vor Kurzem eingerichtete „Beobachtungsstelle für Online-Politik“ an der Universität des Saarlandes nun ändern.
Zur vollständigen Pressemitteilung
Zur Webseite des Observatory

Pressemitteilung zur DVPW-Tagung
Themen wie Vertrauen und Misstrauen in die Politik sowie die gesellschaftliche Polarisierung stehen im Mittelpunkt einer politikwissenschaftlichen Tagung am 27. und 28. März, zu der Fachleute aus dem In- und Ausland an der Universität des Saarlandes zusammenkommen.
Sie werden ihre aktuellen Forschungsarbeiten zu einem der drängendsten Probleme der repräsentativen Demokratie diskutieren: das schwindende Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in „ihr“ politisches System und die Institutionen. Die Fachtagung der Sektion „Vergleichende Politikwissenschaft“ der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) wird von Professorin Daniela Braun und Professor Georg Wenzelburger in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen organisiert.