Aktuelles
Hier finden Sie aktuelle Meldungen zu den Aktivitäten des Lehrstuhls.
Eine Übersicht über unsere aktuellen Veranstaltungstermine finden Sie hier.
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Vergangene Meldungen können im Archiv eingesehen werden.

Neue Stellenausschreibung: Hiwi gesucht
Am Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Europäische Integration und Internationale Beziehungen (Prof. Dr. Daniela Braun) ist zum 01.09.2026 eine Stelle mit 8 Wochenstunden zu besetzen als Studentische Hilfskraft (ohne BA) oder Wissenschaftliche Hilfskraft (mit BA).
Aufgaben und Tätigkeiten:
- Pflege der Webseite und der Social-Media-Profile des Lehrstuhls
- Unterstützung bei der Planung, Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen
- Unterstützung bei administrativen Tätigkeiten
- Unterstützung bei (sozialwissenschaftlichen) Recherchetätigkeiten

SOUNDS auf dem GESIS-Institutstag
GESIS, das Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, feierte jüngst seinen 40. Geburtstag. Der diesjährige Institutstag stand dafür unter dem Motto „Der Impact von Daten“. In der Keynote der Veranstaltung stellten Prof. Dr. Daniela Braun und Prof. Dr. Ingmar Weber das Societal Observatory Using Novel Data Sources (SOUNDS) vor, das innovative Datenquellen nutzt, um gesellschaftliche Veränderungen systematisch zu untersuchen. SOUNDS verbindet Informatik und Sozialwissenschaften, um Forschungsmethoden voranzutreiben, die unkonventionelle Daten wie Social-Media-Analysen, Satellitenbilder und Web-Suchtrends nutzen. Durch die Kombination der Expertise der Universität des Saarlandes im Bereich Informatik mit Erkenntnissen aus der sozialwissenschaftlichen Forschung will SOUNDS zu einer zentralen Drehscheibe für innovative, empirische Studien werden, die sich mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen befassen. Letztendlich möchte SOUNDS Entscheidungsprozesse informieren, das öffentliche Engagement fördern und die demokratische Widerstandsfähigkeit unterstützen und sich damit sowohl als Forschungszentrum als auch als Think-and-Do-Tank positionieren, der sich der Lösung realer gesellschaftlicher Probleme widmet.

Neue Publikation: „Mehrebenenanalyse in der Vergleichenden Politikwissenschaft“
von Daniela Braun & Martin Gross
Abstract: Im Zentrum der Analyse der Vergleichenden Politikwissenschaft stehen die Nationalstaaten und nationale politische Akteure. Die meisten politischen Systeme bestehen heute jedoch aus unterschiedlichen Ebenen auf denen politische Inhalte koordiniert und verhandelt werden. Mehrebenensysteme sind somit zu einem wichtigen Typus politischer Systeme geworden, sodass auch in der Vergleichenden Politikwissenschaft eine Mehrebenenperspektive erforderlich geworden ist. Vor diesem Hintergrund setzt sich der vorliegende Beitrag zum Ziel, das Regieren bzw. allgemein politisches Handeln in Mehrebenensystemen zu erläutern. Wir beschreiben diese Mehrebenenanalysen anhand des Verhaltens von Parteien und ihren Wähler:innen in zwei aufeinander aufbauenden Schritten jeweils aus der subnationalen und supranationalen Perspektive heraus. Wir erläutern zunächst theoretisch die subnationale und die supranationale Sichtweise, um im nächsten Schritt einen Einblick in aktuelle Forschungsarbeiten aus der subnationalen (mit Fokus auf die Themen Parteien, Parteienwettbewerb und Koalitionsbildung) und aus der supranationalen Perspektive (mit Fokus auf die Themen Bevölkerung, Parteien und Parteienwettbewerb) zu geben.

Der Lehrstuhl auf dem Campustag
Wie können wir den Sound unserer Gesellschaft messbar machen? Um diese Frage zu beantworten, haben wir mit einer interaktiven Umfrage Besucher:innen des Offenen Campus Tag 2026 gefragt: „Wo treffen Sie andere Menschen?“ Es zeigt sich: Ob bei der Arbeit, im Alltag, in der Freizeit, abends oder virtuell - Menschen treffen sich gerne an den unterschiedlichsten Orten, vor allem aber an denen, wo öffentliches Leben stattfindet. Diese bilden damit eine wichtige Grundlage für Demokratie. Denn Demokratie findet überall dort statt, wo Menschen sich begegnen und austauschen. In diesen Begegnungen klingt die kollektive Stimmung wider – als Sound der Gesellschaft. Und genau diesen wollen wir messen: Mithilfe des Demokratie -Barometers.

Der Lehrstuhl auf der Dreiländertagung
Die gemeinsame Dreiländertagung der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW), der Österreichischen Gesellschaft für Politikwissenschaft (ÖGPW) und der Schweizerischen Vereinigung für Politische Wissenschaft (SVPW/ASSP) steht unter dem Titel „Europas Zukunft – Zukunft Europa. Innere Spannungen und äußere Herausforderungen“. Prof. Dr. Daniela Braun wird auf der Tagung einen Vortrag mit dem Titel „The conflict-participation paradox in European Union politics“ halten, Chair im Panel „European Identity and Democracy“ sein und als Mentorin einen Workshop zur Einwerbung von Drittmitteln begleiten. Djamila Jabra präsentiert einen Vortrag mit dem Titel „Do European political parties emphasize climate security in their electoral programs?“.

Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Daniela Braun zu Gender und Debattenkultur
Datum: 9. Juni 2026
Zeit: 18:30
Ort: Geb. E1 1, R. 407
In öffentlichen Räumen lässt sich häufig beobachten, dass Debatten eskalieren oder die Gesprächspartner:innen aneinander vorbeireden. Besonders deutlich zeigt sich dies in Debatten, die das Thema Gender berühren. Die Gründe dafür sind vielfältig: populistische Vereinfachungen, das Beharren auf der eigenen Position, eingeschränkte Perspektiven sowie persönliche Abneigungen und Abwertungen gegenüber dem Gegenüber.
Die Veranstaltung setzt an diesem Punkt an – nicht mit dem Ziel, eine umfassende Analyse dieser Dynamiken zu leisten, sondern um davon zu lernen, wie Diskursräume anders gestaltet werden können. Dazu werfen wir einen gezielten Blick in einzelne wissenschaftliche Disziplinen: Wir fragen, wie Diskussionen auf wissenschaftlicher Ebene einzuordnen sind, welche Methoden sich für den alltäglichen Diskurs fruchtbar machen lassen und wo der wissenschaftliche Diskurs selbst an seine Grenzen stößt. Das Thema Gender wird dabei aus verschiedenen Perspektiven aufgegriffen: als Forschungsgegenstand, über den innerhalb der Wissenschaft Diskurs geführt wird, und als gesellschaftliche Dimension, die beeinflusst, welche Stimmen gehört werden und welche nicht.
Durch den Abend führen Nicole Scharf und Ronja Hildebrandt vom Gleichstellungsbüro, die gemeinsam mit Prof. Dr. Cristina Andenna, Prof. Dr. Daniela Braun, Prof. Dr. Astrid M. Fellner und Dr. Viktoria Knoll von der Universität des Saarlandes eine Diskussion gestalten, die zum Mitdenken und Nachfragen einlädt. Im Anschluss laden wir auf die Dachterrasse ein, wo bei kühlen Getränken noch Zeit bleibt, ins Gespräch zu kommen und den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen.

Vortragsreihe „Politik in Europa“
Datum: 09.06.2026
Uhrzeit: 16:30-18:00 Uhr
Ort: Geb. B3 1, Hörsaal II
Prof. Dr. Colette Vogeler ist Professorin für Vergleichende Verwaltungswissenschaft und Policy Analyse an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer. Ihr Vortrag trägt den Titel „Policy Dynamics and Political Deadlock: The Stalled Transformation of the EU‘s Farm Animal Welfare Policymaking“.

Djamila Jabra bei Paneldiskussion in Luxemburg
Wenn das Recht auf einen Krieg ohne Grenzen trifft – versagt das Völkerrecht bei der Gewährleistung von Einhaltung und Rechenschaftspflicht? Wir leben in einer Zeit sich überlagernder Krisen: bewaffnete Konflikte, die Grenzen verwischen, hybride Kriegsführung, wachsende geopolitische Spannungen und ein schwindender Raum für Rechenschaftspflicht. In diesem Kontext wird das Völkerrecht stärker denn je auf die Probe gestellt und an seine Grenzen gebracht. Das UNI.LU Diplomacy Lab und das Srebrenica-Komitee Luxemburg veranstalten eine Podiumsdiskussion zum Thema Völkerrecht in Konfliktzeiten: „Wenn das Recht auf einen Krieg ohne Grenzen trifft: Von Srebrenica zu den heutigen hybriden Konflikten und der Polykrise“ – am 21. Mai 2026 von 17:30 bis 20:00 Uhr in der Black Box, Maison des Sciences Humaines – Belval.
Diese Diskussion bringt Stimmen aus Diplomatie, Rechtswissenschaft, Politik und gelebter Erfahrung zusammen, um über eine schwierige, aber drängende Frage zu reflektieren: Was geschieht, wenn Rechenschaftspflicht selektiv wird und die Durchsetzung des Völkerrechts ungleichmäßig erfolgt? Die Gastredner sind:
- Dr. Ensar Muharemović – Politikwissenschaftler mit Schwerpunkt auf vergleichender Politikwissenschaft, politischem Diskurs und Post-Konflikt-Governance (ESILUX)
- Prof. Silvia Allegrezza – Strafrecht & Grundrechte, Universität Luxemburg
- Djamila Jabra – Außen- & Sicherheitspolitik / Klimakonflikte, Universität des Saarlandes
- Shabnam Madadzadeh – Ehemalige politische Gefangene im Iran, Autorin & Menschenrechtsaktivistin
- Nicolas Zharov – Präsident von LUkraine ASBL
Moderation: Dżulieta Harutjunjan, Vorsitzende des Uni.lu Diplomacy Lab

Neue Publikation: "Sources of (Dis-)Identification with Europe: A Q-Methodological Approach"
Philipp König, Whitney Agunyego & J. Christopher Cohrs
Abstract: Obwohl die Bindung an Europa bereits umfassend erforscht wurde, ist weniger über die Motivationen bekannt, die der Identifikation und Disidentifikation zugrunde liegen. Dieser Artikel schließt diese Forschungslücke, indem er diese Dynamiken anhand einer illustrativen Studie in Deutschland aufdeckt. Wir argumentieren, dass die Bedeutung von „Europa“ von Individuum zu Individuum variiert und dass unterschiedliche Aspekte Europas einen jeweils anderen Einfluss auf die (Dis-)Identifikation ausüben. Im Rahmen einer Q-methodologischen Online-Studie wurden 80 deutsche Teilnehmer gebeten, verschiedene Aspekte Europas danach zu sortieren, ob sie diese als stärkend oder schwächend für ihre Bindung empfanden; ergänzt wurde dieser Sortierprozess durch anschließende Interviews. Dabei zeigten sich vier Perspektiven auf die europäische (Dis-)Identifikation: (1) Eine kulturell-utilitaristische Bindung, die auf Reisen, Freizeit und kulturellem Austausch fußt und mit Kritik an der EU-Politik einhergeht (EU-opportunistisch); (2) eine leistungsbasierte Bindung, die sich auf wirtschaftliche und wissenschaftliche Errungenschaften konzentriert und exkludierende Ansichten bezüglich der Zugehörigkeit vertritt (EU-zentrisch); (3) eine werteorientierte Bindung, die Demokratie, Menschenrechte und Inklusivität in den Vordergrund stellt, verbunden mit Kritik an Ungleichheit und Bürokratie (EU-Werte); und (4) eine einheitsorientierte Bindung, die interne Solidarität und gemeinsame Werte betont, gepaart mit exkludierenden Einstellungen gegenüber Außenstehenden (EU-Einheit). Die Ergebnisse deuten auf die Existenz unterschiedlicher Europabilder hin, in denen verschiedene Gründe für die Bindung gegeneinander abgewogen werden, wenn Individuen über ihre europäische Identität reflektieren. Folglich könnten unterschiedliche Theorien der (Dis-)Identifikation für verschiedene Personengruppen eine jeweils unterschiedliche Gültigkeit besitzen.

Neue Publikation: „Tweeting through the glass ceiling? Twitter usage and candidates’ biological sex in the 2019 European Parliament election campaign“
von Daniela Braun, Rosa Navarrete & Eva-Marie Euchner
Abstract: Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Nutzung sozialer Medien in Wahlkämpfen ähnliche Geschlechterungleichgewichte hervorruft wie in der Zeit vor dem digitalen Zeitalter. Ein systematischer Vergleich für eine größere Anzahl (europäischer) Länder fehlt jedoch bisher. Wir tragen dazu bei, diese Lücke zu schließen, indem wir untersuchen, wie Politiker in ganz Europa Twitter in den Wahlkämpfen zum Europäischen Parlament (EP) 2019 nutzten, und stellen folgende Forschungsfragen: Unterscheiden sich Kandidatinnen und Kandidaten in ihrer Twitter-Nutzung während des Wahlkampfs, und wenn ja, inwiefern? Und wie lässt sich diese abweichende Twitter-Nutzung erklären? Unsere Studie verfolgt einen überwiegend quantitativen Ansatz, der durch qualitative Interviewdaten ergänzt wird, und greift auf Twitter-Daten zurück, die mit Kontextinformationen auf individueller, Partei- und Länderebene verknüpft sind. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Kandidatinnen weniger präsent auf Twitter sind als ihre männlichen Kollegen, aber beide Geschlechter sind während des Wahlkampfs gleichermaßen aktiv. Während das biologische Geschlecht keinen signifikanten Einfluss auf die Häufigkeit der Twitter-Posts von Kandidaten hat, wirken sich andere wahlkampfbezogene Faktoren – wie Amtsinhaberschaft und Listenplatzierung – deutlich aus. Unsere Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse sowohl für die Geschlechterforschung als auch für die Untersuchung der Auswirkungen sozialer Medien auf das politische Verhalten.

Infoveranstaltung für anschlussfähige Masterstudiengänge an den Bachelor Europawissenschaften
Europawissenschaften ist ein vielseitiges Fach mit individuellen Wegen ins Arbeitsleben. Mit dem Bachelorabschluss Europawissenschaften und auch mit einem weiterführenden Masterabschluss bieten sich den Absolventinnen und Absolventen berufliche Möglichkeiten in verschiedenen Arbeitsbereichen. Marketing, Journalismus und Öffentlichkeitarbeit sowie das Management und die Koordination von Projekten und Events sind Bereiche in denen viele Absolvent:innen unterkommen.
Der direkter Anschluss an den Bachelor Europawissenschaften ist auch an der Universität des Saarlandes in einigen interdisziplinären Masterstudiengängen oder in den Fachdisziplinen möglich. Über all diese Optionen informiert eine Veranstaltung am Donnerstag, den 7. Mai 2026, um 16 Uhr in Geb. B3 1, Hörsaal II.

Porträt von Prof. Dr. Daniela Braun im CEUS-Newsletter
Daniela Braun ist seit 2022 Professorin für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Europäische Integration und Internationale Beziehungen an der Universität des Saarlandes und Clusterprofessorin am CEUS. Wer sich mit europäischer Demokratie beschäftigt, kommt an ihrer Forschung kaum vorbei: Daniela Braun publiziert regelmäßig in führenden Fachzeitschriften, spricht auf internationalen Konferenzen und bringt ihre Forschung in öffentliche Debatten ein, etwa in zahlreichen Medienbeiträgen oder zuletzt in einem TEDx Talk über die Zukunft demokratischer Beteiligung.

Vorträge am Campustag
Am 21. April hat Prof. Daniela Braun beim Campustag der Universität des Saarlandes einen Vortrag mit dem Titel „Europäische Politik im Stress“ gehalten, in dem sie sich mit EU-Kritik auseinandersetzte und Ergebnisse aus dem ActEU-Projekt präsentierte. Im Anschluss daran stellte sie interessierten Schüler:innen die Bachelor- und Masterstudiengänge Europawissenschaften und das deutsch-französische Doppeldiplom „Europäische und Internationale Politik“ vor. Die Vorträge fanden regen Zulauf.

Neue Publikation: „Struktur- und Regionalpolitik“
Die europäische Regional- und Strukturpolitik ist einer der zentralen Ausgabenpunkte der Europäischen Union (EU). Ungefähr ein Drittel des Gesamtbudgets der EU wird darauf verwendet, um innerhalb der Union Regionen zu unterstützen und vorliegende strukturelle Defizite auszugleichen. Übergeordnetes Ziel ist die wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Kohäsion der EU. Mithilfe verschiedener Fonds sollen Entwicklungsunterschiede zwischen Mitgliedstaaten und innerhalb dieser auch zwischen Regionen verringert werden. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die Entwicklung und Ziele des Förderinstruments sowie den konkreten Ablauf, seine Prinzipien und Förderlogiken. Abschließend gehen wir auf die Evaluation des Förderinstruments und angedachte zukünftige Entwicklungsschritte ein.

Stellenausschreibung: Teamlead Data Development Pool SOUNDS (m/w/d)
Wir suchen eine Teamleitung für den Datenentwicklungspool von SOUNDS (E14 TV-L, 100 %, bis 07/2032, Universität des Saarlandes). Bewerbungsschluss ist der 02.05.2026.
Was ist SOUNDS?
SOUNDS steht für Societal Observatory Using Novel Data Sources – ein interdisziplinäres Forschungsprogramm an der UdS, das gesellschaftliche Transformationsprozesse mit digitalen Massendaten und KI-/ML-Methoden untersucht. Gearbeitet wird mit Datenquellen, die in der Sozialforschung bislang kaum systematisch erschlossen wurden: Social-Media-Streams, Mobilitätsdaten, Satellitenbilder, Transaktionsdaten. Ziel ist es, Methoden aus der Computerwissenschaft mit den Fragestellungen von Politikwissenschaft, Soziologie und Makroökonomie zu verbinden – langfristig soll daraus ein eigenständiges Institut entstehen.
Warum ist diese Stelle für unser Netzwerk relevant?
Die Teamleitung Datenentwicklungspool ist eine klassische Schnittstellenrolle: technisch anspruchsvoll (Datenpipelines, Data Lakes, Cloud-Architekturen, Streaming-Technologien), aber eingebettet in einen stark interdisziplinären Wissenschaftsbetrieb. Gesucht wird jemand mit mehrjähriger Erfahrung im Data Engineering und ersten Führungserfahrungen – sowie der Fähigkeit, mit Forschenden unterschiedlicher Disziplinen auf Augenhöhe zu arbeiten. Wer aus dem Wissenschaftsmanagement Kandidat:innen kennt, die an der Schnittstelle Technik–Wissenschaft arbeiten oder wechseln wollen, ist genau richtig.
Eckdaten
- E14 TV-L, 100 %, befristet bis 15.07.2032, Verlängerungsoption
- Bewerbungsschluss: 02.05.2026
- Gespräche: 19.05.2026 vor Ort in Saarbrücken
- Bewerbung: bewerbung@uni-saarland.de, Kennziffer N2302

Neuer Blogpost: „In ein neues Zeitalter repräsentativer Demokratie: Das Vermächtnis von ActEU in einem Buch“
Über die letzten Jahre hinweg hat Der (europäische) Föderalist das ActEU-Projekt als Bezugspunkt für Debatten über den Stand der Demokratie in Europa begleitet. ActEU-Forscher:innen – ein Konsortium aus zwölf europäischen Partnerinstitutionen – untersuchten politisches Vertrauen und Legitimität in Europa, mit einem Fokus auf die politischen Einstellungen, die politische Beteiligung sowie die Repräsentation der politischen Präferenzen der Bürger:innen. Ihr übergeordnetes Ziel bestand darin, die anhaltenden Probleme des schwindenden Vertrauens in das Mehrebenen-Regierungssystem der EU zu erfassen und einen Werkzeugkasten zu entwickeln, der politischen Entscheidungsträger:innen, der Zivilgesellschaft und dem Bildungssektor helfen soll, politisches Vertrauen wiederherzustellen.
In zahlreichen Beiträgen auf diesem Blog haben uns ActEU-Forscher:innen dazu eingeladen, über die oberflächlichen Indikatoren demokratischen Niedergangs hinauszuschauen und genauere Fragen zu Vertrauen, Legitimität und Repräsentation im politischen Mehrebenen-System Europas zu stellen. Dies beinhaltete Analysen zu Vertrauen und wirtschaftlicher Benachteiligung, Vertrauen und der Rolle der subnationalen Ebene, Polarisierung und Klimaprotesten, Repräsentation sowie die Wahlen zum Europäischen Parlament 2024, ebenso wie Informationen zu den Projektaktivitäten zur Einbindung junger Menschen.

Vorstellung des Studiengangs Europawissenschaften: Politik - Recht - Gesellschaft beim Campustag
Am Campustag der Universität des Saarlandes am 21. April wird das Cluster für Europaforschung (CEUS) von 8 bis 15 Uhr einen Infostand zum Bachelor Europawissenschaften iM Foyer von Gebäude B4 1 betreuen. Wer ein vielseitiges und zukunftsorientiertes Fach studieren möchte und fächerübergreifend an internationalen Zusammenhängen Interesse hat, ist im Bachelor Europawissenschaften richtig.
Außerdem findet um 11:00 Uhr Uhr ein Vortrag von Prof. Dr. Daniela Braun mit dem Titel „Europäische Politik im Stress“ in Gebäude B4 1, Raum 0.05 statt. Anschließend informiert ab 11:30 Uhr ein Vortrag über den Aufbau und die Inhalte des Studiums und der möglichen Schwerpunkte und zeigt Berufsmöglichkeiten auf. Im Anschluss können Fragen zum Studium und zu den angebotenen Schwerpunktfächern gestellt werden.

Neue Publikation: Party manifestos and political representation
Diese maßgebliche Enzyklopädie bietet einen umfassenden Überblick über politische Repräsentation, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf zeitgenössischen liberal-demokratischen Regimes liegt. Anhand prägnanter Beiträge führender Wissenschaftler zeichnet sie die historischen Ursprünge der politischen Repräsentation nach und beleuchtet dabei zentrale Denker, wegweisende Studien und bedeutende theoretische Entwicklungen, die das moderne Verständnis dieses Themas geprägt haben.
Der Beitrag von Prof. Dr. Daniela Braun und Dr. Giuseppe Carteny soll die Rolle von Parteiprogrammen für die politische Repräsentation beschreiben. Die folgenden Fragen stehen dabei im Mittelpunkt: 1) Was ist ein Parteiprogramm und welche Rolle spielt es für die politische Repräsentation? 2) Wie nutzen Politikwissenschaftler:innen Parteiprogramme in ihrer Forschung, um politische Repräsentation zu erfassen?

Online Q&A zum Masterstudiengang Räume, Politiken, Gesellschaften Europas
Du überlegst, dich für unseren Master Räume, Politiken, Gesellschaften Europas zu bewerben? In unseren interaktiven Online-Q&A Sessions sprechen Professor:innen, Studierende und Studienberater über Inhalte, Anforderungen und Berufsperspektiven. Stelle deine Fragen – egal ob zum Profil, zu Modulinhalten oder zur Bewerbung!
20. April 2026, 12:00 Uhr auf Teams
Meeting ID: 393 921 853 034 17
Passcode: 7K2ak6Xz
18. Mai 2026, 12:00 Uhr auf Teams
Meeting ID: 328 385 479 089 71
Passcode: 6jb7Mj6x

Stellenausschreibung: Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in im SOUNDS-Projekt
Wir bieten zum nächstmöglichen Zeitpunkt für den politik- und sozialwissenschaftlichen Forschungsbereich am Lehrstuhl für Europäische Integration und Internationale Beziehungen im Transformationsprojekt SOUNDS folgende Stelle an: Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Wissenschaftlicher Mitarbeiter (PostDoc) für Computational Social Sciences (m/w/d)
Als Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in sind Sie im Rahmen von SOUNDS am Lehrstuhl von Prof. Dr. Braun tätig und forschen an der Schnittstelle zwischen Politikwissenschaft und Computational Social Sciences (CSS).

Neues Buch: „Activating European Citizens’ Trust in Times of Crisis and Polarization“
In der Reihe „The Future of Europe“ des Verlags Springer Nature ist ein Buch erschienen, das die Ergebnisse des ActEU-Projekts zusammenfasst:
Dieses frei zugängliche Buch erklärt, warum repräsentative Demokratien politisches Vertrauen und Legitimität benötigen: Politisches Vertrauen ist ein entscheidendes, aber unterschätztes Element in den repräsentativen Demokratien Europas. Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen den Bürgern und den staatlichen Institutionen gewährleistet das Funktionieren demokratischer Systeme, senkt die Transaktionskosten und erleichtert die Rechtfertigung politischer Entscheidungen. Ohne das Engagement einer kritischen Masse können demokratische Regierungen keine Legitimität in der Bevölkerung erlangen. Während eine stabile Vertrauensbeziehung zwischen Bürgern und Staat durch politische Parteien in normalen Zeiten eine Voraussetzung für repräsentative Demokratien ist, ist sie in Zeiten bedeutender demokratischer Veränderungen und Umbrüche, d. h. wenn Demokratien im Wandel begriffen sind, noch wichtiger. Dementsprechend untersuchen die hier versammelten Beiträge das politische Vertrauen und die Legitimität in Europa anhand eines neuen konzeptionellen Rahmens – dem ActEU-Konzeptdreieck, das sich auf die politischen Einstellungen der Bürger, ihre politische Partizipation und die Vertretung ihrer politischen Präferenzen stützt, um den Rückgang des politischen Vertrauens und der Legitimität in Europa abzubilden und zu bewerten.

Auf dem Weg zu einem europäischen „Demos“ in Zeiten politischer Polarisierung? Supranationale Faktoren für die Wahlbeteiligung bei den Europawahlen 2019 und 2024
Am 17. März hat Prof. Dr. Braun einen Vortrag am Amsterdam Centre for European Studies gehalten. In ihrem Vortrag untersuchte sie, wie sich die Politisierung der europäischen Integration auf die Wahlbeteiligung auswirkt und was dies über die Entstehung einer europäischen politischen Gemeinschaft aussagt.
Abstract: Nach einer Phase verstärkter Politisierung und Kontroversen innerhalb der Europäischen Union (EU) waren die jüngsten Wahlen zum Europäischen Parlament (EP) von einer höheren Wahlbeteiligung begleitet. Im Einklang mit diesem wachsenden Interesse an politischer Teilhabe auf EU-Ebene zeigt die wissenschaftliche Literatur, dass die Europawahlen zwar nach wie vor vorwiegend als Wahlen zweiter Ordnung angesehen werden, die jüngsten Wahlgänge jedoch tatsächlich stärker von europäischen Themen geprägt waren. Demnach scheint sich die Politisierung der europäischen Integration auf der Wahlbühne auszuwirken. Die genauen Mechanismen, die hier am Werk sind, bleiben jedoch eine offene empirische Frage. Führt die Politisierung der europäischen Integration direkt zu einer höheren Wahlbeteiligung? Oder wird der Mobilisierungseffekt dadurch gemildert, wie die Bürger die EU-Politik wahrnehmen? Vor diesem Hintergrund ist es unser Hauptziel, die komplexe Beziehung zwischen der Politisierung der europäischen Integration und der Wahlbeteiligung im Kontext der Europawahlen 2019 und 2024 zu analysieren. Um dieser Frage nachzugehen, stützen wir uns auf Daten aus den Eurobarometer-Umfragen nach den Wahlen von 2019 und 2024 für die 27 EU-Mitgliedstaaten. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Politisierung nicht unmittelbar Einfluss auf die Wahlbeteiligung hat, sondern über das politische Europäischsein der Bürger wirkt. Dementsprechend lassen sich in diesen politisierten Zeiten Anzeichen für einen europäischen „Demos“ beobachten.

Hiwi gesucht
Am Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Europäische Integration und Internationale Beziehungen (Prof. Dr. Daniela Braun) ist zum 01.05./15.05.2026 eine Stelle mit 6 Wochenstunden zu besetzen als Studentische Hilfskraft (ohne BA) oder Wissenschaftliche Hilfskraft (mit BA).
Aufgaben und Tätigkeiten:
- Unterstützung bei (sozialwissenschaftlichen) Recherchetätigkeiten
- Unterstützung bei der Lehrvorbereitung
- Erstellung und Korrekturlesen von Texten und Präsentationen
- Kommunikation mit den Studierenden
- Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen
- Je nach Ihrem Profil und ihren eigenen Wünschen (zu klären im Vorstellungsgespräch): Einbindung in Aufgaben der politikwissenschaftlichen Datenanalyse mit MS Excel sowie R oder Stata (Auswertung von Umfragedaten, Manifestodaten, etc.)

Neue Publikation: „Party Competition and Voter Attitudes in German Border Regions: Evidence From Local VAAs“
von Daniela Braun, Elisa Deiss-Helbig, Theresa Gessler, Jochen Müller, Julia Wagner & Georg Wenzelburger
Bei der Untersuchung von Fragen der europäischen Demokratie konzentriert sich die Forschung nach wie vor stark auf nationale politische Akteure. Dies lässt sich zum Teil dadurch erklären, dass Daten zu den Positionen der politischen Parteien gegenüber Europa und zu den Einstellungen der Bürger hauptsächlich auf nationaler Ebene erhoben wurden und dass die Stichprobengrößen auf regionaler oder lokaler Ebene zu klein sind. Allerdings konkurrieren politische Parteien auf verschiedenen Ebenen um europapolitische Themen – insbesondere in europäischen Grenzregionen, wo die lokale Ebene noch stärker mit der EU-Ebene zusammenfällt. Über den speziellen Fall solcher inner-EU-Grenzregionen, in denen rund ein Drittel der EU-Bürger lebt, ist wenig über die Muster des Parteienwettbewerbs und die spezifischen Forderungen und Präferenzen der Bürger bekannt. Diese Studie befasst sich mit dieser Lücke und nutzt dabei innovative Daten aus der Wahlberatungs-App VOTO, die speziell für die Kommunalwahlen in Deutschland im Jahr 2024 entwickelt wurde. Mit Fokus auf vier deutsche Grenzregionen – zwei an der Ost- und zwei an der Westgrenze – liefert sie neue Erkenntnisse darüber, wie die europäische Demokratie auf lokaler Ebene funktioniert, indem sie die Positionen der politischen Parteien und die politischen Präferenzen der Bürger untersucht. Insbesondere untersucht die Studie, inwieweit grenzzpezifische Merkmale und Parteiprogramme die Sichtweise der Wähler auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und die europäische Integration beeinflussen. Unsere Ergebnisse stützen sich nicht nur auf Erkenntnisse aus qualitativen Fallstudien, die zeigen, dass Bürger in solchen Grenzregionen spezifische Präferenzen hinsichtlich der Bedeutung und Positionen haben, sondern auch auf quantitative Untersuchungen zum Euroskeptizismus in europäischen Grenzregionen.

18. Early Career Tagung Internationale Beziehungen
Die Early Career Gruppe der Sektion Internationale Beziehungen der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft e.V. veranstaltet vom 25. bis zum 27.02.2026 die 18. Early Career Tagung Internationale Beziehungen an der Akademie für politische Bildung Tutzing unter dem Motto „Theorien und Problemfelder internationaler Politik“. Djamila Jabra hat als Teil des Early Career Teams die Tagung mit organisiert und wird sie als Chair zweier Panels begleiten.

Von Sitzen zu Stimmungen: Was uns Österreich über Vertrauen und Repräsentation in einem Mehr-Ebenen-Europa lehren kann
Das Horizon-Europe-Projekt Activating European Citizens’ Trust in Times of Crisis and Polarisation (ActEU) untersucht Fragen politischen Vertrauens und demokratischer Legitimität in Europa. Dieser Artikel ist Teil einer Serie, in der ActEU-Forscher:innen ihre Ergebnisse präsentieren.
Österreich ist beispielhaft für ein aufschlussreiches Paradoxon, das weit über seine Grenzen hinaus von Bedeutung ist: Das Parlament des Landes ist inklusiver geworden, seine Mitglieder vielfältiger und die Aufmerksamkeit für Gleichstellungsfragen in der parlamentarischen Arbeit höher. Dennoch fühlen sich einige Bürger:innen weiterhin unterrepräsentiert und bringen den zentralen politischen Institutionen nur mäßiges Vertrauen entgegen.
In diesem kurzen Artikel wird über das Verhältnis zwischen der objektiven (deskriptiven und substanziellen) Repräsentation der Bürger:innen und ihrer subjektiven Repräsentationserfahrung sowie ihrem Vertrauen in repräsentative Institutionen diskutiert. Man könnte erwarten, dass diese drei Aspekte eng miteinander verbunden sind. Tatsächlich aber sind unsere Ergebnisse komplexer. Ein besseres Verständnis davon, wie das Gefühl der Bürger:innen, repräsentiert zu werden, mit ihrem Vertrauen in demokratische Institutionen verbunden ist (oder nicht verbunden ist), kann Aufschluss über die Zusammenhänge zwischen Inklusion, Responsivität und wahrgenommener Fairness auf allen Ebenen der Regierungsführung geben.

Wie erhebt ActEU Daten zum öffentlichen Vertrauen? Ein animiertes Erklärvideo
Wie können wir politisches Vertrauen und Legitimität über die übliche Umfragefrage „Wie viel Vertrauen haben Sie in das Parlament?“ hinaus messen? Die Messung des politischen Vertrauens ist keine leichte Aufgabe, und Antworten auf der Grundlage von Umfragen vermitteln uns kein vollständiges Bild. Berücksichtigt man darüber hinaus, dass politisches Vertrauen vielschichtig ist – auf lokaler, nationaler und EU-Ebene –, wird eine eindeutige Untersuchung noch komplizierter.
Dieses animierte Video, das in Zusammenarbeit mit dem ActEU-Projekt entstanden ist, untersucht, wie Forscher das politische Vertrauen und die Legitimität in Europa erforscht haben, indem sie durch Web-Scraping eine der größten Sammlungen europäischer politischer Kommunikation erstellt haben. Das Video basiert auf dem „Codebook and datasets on the ActEU web-scraped data” (Codebuch und Datensätze zu den durch Web-Scraping gewonnenen Daten von ActEU) von Daniel Gayo-Avello, Alex Hartland, Daniela Braun, Cristian Gonzalez Garcia, Benjamin Lopez Perez, Laura Morales, Max-Valentin Robert, Giulia Sandri, Camille Kelbel, Felix-Christopher von Nostitz, Emanuele Massetti, Oscar Barbera Areste, Ramon Villaplana Jimenez und Carles Pamies.

Stellenausschreibung: Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in und Referent:in Outreach und Third-Mission mit Fokus Wissenschaftskommunikation in SOUNDS (m/w/d)
Der/Die Referent:in Outreach und Third-Mission für Wissenschaftskommunikation unterstützt sowohl die wissenschaftliche Projektleitung, als auch die Geschäftsführung hinsichtlich der Kommunikation und Sichtbarmachung von SOUNDS. Konkret ist er: sie für die zielgruppenorientierte Aufbereitung und Weiterverarbeitung wissenschaftlicher Inhalte und Ergebnisse zuständig und trägt damit maßgeblich zur Verbreitung von SOUNDS und zur Anbahnung von Kooperationen bei. Der/Die Referent:in arbeitet auch mit der/dem Referent:in Outreach und Third-Mission für Stakeholder– und Partnermanagement zusammen. Der/Die Referent:in für Wissenschaftskommunikation betreibt zudem eigene wissenschaftliche Forschung als Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in im Bereich „Computational Social Sciences“/„Societal Computing“ in Abstimmung mit der wissenschaftlichen Projektleitung.

Bericht zu SOUNDS in der Zeit
Anlässlich des 80-jährigen Jubiläums des Journals veröffentlicht “Die ZEIT” eine Wissenschafts-Sonderausgabe. „Brauchen wir einen Wetterbericht für unsere Gesellschaft?“. Die Antwort darauf liefert das von Prof. Dr. Daniela Braun und Prof. Dr. Ingmar Weber an der Universität des Saarlandes initiierte SOUNDS-Projekt, das vom Saarländischen Ministerium für Finanzen und der Wissenschaft aus dem Transformationsfonds gefördert wird. Es soll dazu beitragen eine Art Frühwarnsystem für die Stimmung innerhalb unserer Gesellschaft zu entwickeln - ein Demokratie-Barometer. Dazu kombiniert es interdisziplinär sozial- und computerwissenschaftliche Ansätze. Es untersucht gesellschaftliche Transformationsprozesse mithilfe innovativer Datenquellen wie Satellitenbildern, sozialen Medien und Barcode-Scannern. Ziel ist es, Computer- und Sozialwissenschaften zu vernetzen und den Einsatz datenintensiver Methoden zu stärken. Langfristig soll ein Institut entstehen, das auf den aufgebauten Strukturen basiert.

Podiumsdiskussion: „Wie politisch sind Genderfragen wirklich?“
Das Gleichstellungsbüro der Universität und Forschende des UNTWIST-Projektes laden ein zur gesellschaftspolitischen Soirée – anlässlich des internationalen Weltfrauentags fragen wir: Wie politisch sind Genderfragen wirklich?
Die UNTWIST-Forschungsgruppe um Prof. Dr. Daniela Braun widmet sich dem Zusammenhang von Geschlecht und sich ändernden Wahlpräferenzen zugunsten rechtspopulistischer Parteien. Im Rahmen eines Podiumsgesprächs werden die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für politische Parteien in Deutschland vorgestellt und unter Einbezug von Publikumsfragen diskutiert: Wer fühlt sich politisch gehört – und wer nicht?
Wann? 05. März, Einlass ab 18:30 Uhr, Beginn 19:00 Uhr
Wo? Nauwieser Straße 19, Raum N.N., 66111 Saarbrücken

Neue Stellenausschreibung: Postdoc-Forschungsstellen (w/m/x) für Societal Computing
Diese Position ist eine gemeinsame Ernennung von SOUNDS und der Societal Computing Group und spiegelt die enge wissenschaftliche und strategische Zusammenarbeit zwischen beiden Initiativen wider. Der erfolgreiche Kandidat wird zur Forschung in beiden Bereichen beitragen und diese mitgestalten und dabei von den sich ergänzenden Stärken in den Bereichen datenintensive, interdisziplinäre Forschung und internationales Engagement profitieren. Die gemeinsame Natur der Position bietet eine einzigartige Gelegenheit, an der Schnittstelle von Informatik und Sozialwissenschaften zu arbeiten, zu langfristigen Bemühungen zum Aufbau von Institutionen beizutragen und wissenschaftliche Erkenntnisse in reale gesellschaftliche und politische Auswirkungen umzusetzen.

Democracy Cracks: Ein Podcast über Vertrauen, Polarisierung und die Zukunft der Demokratie
Democracy Cracks ist eine sechsteilige Podcast-Miniserie, die sich mit den Rissen in unseren demokratischen Systemen befasst, von schwindendem Vertrauen bis hin zu wachsenden sozialen Spaltungen, und dies anhand von Geschichten, Forschungsergebnissen und tiefgründigen Gesprächen.
Die Serie wurde im Rahmen von ActEU produziert, einem Forschungsprojekt von Horizon Europe, das sich mit Vertrauen, Partizipation und dem Wandel der Demokratie in Europa befasst. Sie greift auf wissenschaftliche Erkenntnisse und Geschichten zurück, um eine zentrale Frage zu beantworten: Bricht die Demokratie zusammen oder bricht sie durch?

Neues Projekt: „Total Annotation Variation: Ein integratives Rahmenkonzept zur Analyse und Bewertung menschlicher Annotation“
Dr. Giuseppe Carteny konnte mit seinem Forschungsvorschlag überzeugen. Sein Projekt „Total Annotation Variation: Ein integratives Rahmenkonzept zur Analyse und Bewertung menschlicher Annotation“ wird von der Stiftung ME Saar und dem Forschungsausschuss der Universität des Saarlandes gefördert. Projektzeitraum ist das Jahr 2026.
Dieses Projekt wird menschliche Annotation als zentrales Element von Systemen untersuchen, die an der Schnittstelle zwischen natürlicher Sprachverarbeitung, maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz operieren. Es wird als fokussierte, grundlegende Untersuchung sowie als Ausgangspunkt für ein größeres, drittmittelgefördertes Forschungsprogramm angelegt sein. Ziel wird es sein, bestehende konzeptionelle und empirische Arbeiten zur menschlichen Annotation systematisch zusammenzuführen und in ein kohärentes theoretisches und analytisches Rahmenkonzept zu integrieren.
Zu diesem Zweck wird ein Rahmenkonzept der „Total Annotation Variation“ entwickelt, das an Groves’ Ansatz des „Total Survey Error“ anknüpft und Erkenntnisse aus der Umfragemethodik aufgreift. Das Konzept wird beide Seiten des Annotationsprozesses explizit berücksichtigen. Einerseits wird es Variation und Fehler erfassen, die aus der Annotationsaufgabe selbst sowie aus den Eigenschaften der Texte resultieren (z. B. Themenerkennung, Kodierung von Positionen oder Implikationen, Sentimentanalyse; Sprache, Textkomplexität, Genre, Thema und Analyseeinheit). Andererseits wird es Variation adressieren, die von den annotierenden Personen ausgeht, etwa in Bezug auf soziodemografische Merkmale, Ausbildung, ideologische Orientierung und verwandte Eigenschaften.
Aufbauend auf diesem Rahmenkonzept wird das Projekt eine Reihe von Annotationsexperimenten konzipieren, die sich an Methoden der Umfrageexperimente orientieren, um konkrete Formen von Variation und Annotationsfehlern zu messen. Ergänzend wird eine Pilotstudie durchgeführt werden, um die Durchführbarkeit zu prüfen und erste empirische Evidenz zu gewinnen.
Das Projekt wird auf bestehender Erfahrung in der Entwicklung von Kodierverfahren für politische Texte sowie deren empirischer Analyse aufbauen und im Feld der Computational Social Science mit besonderem Fokus auf politikwissenschaftliche Anwendungen verortet sein. Obwohl der Ansatz in diesem Kontext entwickelt wird, sollen der theoretische Rahmen und die Ergebnisse auch für andere computergestützte Forschungskontexte von breiterer Relevanz sein.

Neues Buch: „Activating European Citizens’ Trust in Times of Crisis and Polarization“
Im April erscheint in der Reihe „The Future of Europe“ des Verlags Springer Nature ein Buch, das die Ergebnisse des ActEU-Projekts zusammenfasst:
Dieses frei zugängliche Buch erklärt, warum repräsentative Demokratien politisches Vertrauen und Legitimität benötigen: Politisches Vertrauen ist ein entscheidendes, aber unterschätztes Element in den repräsentativen Demokratien Europas. Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen den Bürgern und den staatlichen Institutionen gewährleistet das Funktionieren demokratischer Systeme, senkt die Transaktionskosten und erleichtert die Rechtfertigung politischer Entscheidungen. Ohne das Engagement einer kritischen Masse können demokratische Regierungen keine Legitimität in der Bevölkerung erlangen. Während eine stabile Vertrauensbeziehung zwischen Bürgern und Staat durch politische Parteien in normalen Zeiten eine Voraussetzung für repräsentative Demokratien ist, ist sie in Zeiten bedeutender demokratischer Veränderungen und Umbrüche, d. h. wenn Demokratien im Wandel begriffen sind, noch wichtiger. Dementsprechend untersuchen die hier versammelten Beiträge das politische Vertrauen und die Legitimität in Europa anhand eines neuen konzeptionellen Rahmens – dem ActEU-Konzeptdreieck, das sich auf die politischen Einstellungen der Bürger, ihre politische Partizipation und die Vertretung ihrer politischen Präferenzen stützt, um den Rückgang des politischen Vertrauens und der Legitimität in Europa abzubilden und zu bewerten.

Stellenausschreibung: Projektleitungsassistenz (m/w/d)
Das Societal Observatory Using Novel Data Sources (SOUNDS) ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt an der Universität des Saarlandes (UdS), gefördert durch den Transformationsfonds des Landes. Es untersucht gesellschaftliche Transformationsprozesse mithilfe innovativer Datenquellen wie Satellitenbildern, sozialen Medien und Barcode-Scannern. Ziel ist es, Computer- und Sozialwissenschaften zu vernetzen und den Einsatz datenintensiver Methoden zu stärken. Langfristig soll ein Institut entstehen, das auf den aufgebauten Strukturen basiert.
SOUNDS arbeitet eng mit Partnern wie dem I2SC (Interdisciplinary Institute for Societal Computing) und dem Max-Planck-Institut für Softwaresysteme zusammen. Das Projekt adressiert Disziplinen wie Politikwissenschaft, Soziologie und Makroökonomie und bietet strategische Schnittstellen zur regionalen Politik und Wirtschaft. Kooperationen mit Verwaltungen sollen helfen, wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in Entscheidungsprozesse einzubinden.
Die Projektleitungsassistenz unterstützt zentral die wissenschaftliche Projektleitung in operativen, konzeptionellen und planerischen Aufgaben, bei der organisatorischen, administrativen und teilweise inhaltlichen Umsetzung des wissenschaftlichen Projekts und bildet die Schnittstelle zwischen der Geschäftsführung sowie dem restlichen Projektteam.

ActEU-Abschlusskonferenz am 5. Februar
Wird das Vertrauen in die Politik unter dem Druck von Krisen und zunehmender Polarisierung untergraben? In ganz Europa sehen sich die Bürger mit zunehmenden Spaltungen in Fragen wie Einwanderung, Klimawandel und Gleichstellung der Geschlechter konfrontiert. Diese Spaltungen prägen zunehmend politische Einstellungen und Verhaltensweisen, stellen die Legitimität demokratischer Institutionen in Frage und schwächen die Grundlagen der repräsentativen Demokratie.
Das von Horizon Europe finanzierte Projekt „ActEU – Activating European Citizens’ Trust in Times of Crises and Polarization” (ActEU – Stärkung des Vertrauens der europäischen Bürger in Zeiten von Krisen und Polarisierung) leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis, wie Vertrauen und Legitimität in den mehrstufigen Demokratien Europas wiederhergestellt werden können. Durch die Entwicklung innovativer Methoden zur Konzeptualisierung und Messung des politischen Vertrauens – von Fokusgruppen und experimentellen Umfragen bis hin zum Web Scraping – hat ActEU neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wie Polarisierung die Wahrnehmung der Demokratie durch die Bürger beeinflusst und was getan werden kann, um die demokratische Widerstandsfähigkeit zu stärken.
Da dieses wichtige Projekt nun in seine letzte Phase eintritt, lädt TEPSA Sie herzlich zur Teilnahme an der Abschlusskonferenz ein: „Distanziert, misstrauisch, desinteressiert? Demokratie im heutigen Europa neu denken“. Ein Forum zum Austausch von Narrativen, zur Vorstellung innovativer Instrumente und Methoden und zur Förderung umsetzbarer Lösungen zur Unterstützung der Zukunft der repräsentativen Demokratie in Europa.
Wir bringen Experten und Praktiker zusammen, um diese Themen im Rahmen verschiedener Podiumsdiskussionen am 5. Februar 2026 im Press Club Brussels Europe, Rue Froissart 95, 1040 Brüssel, zu diskutieren.
Registrieren Sie sich jetzt und nehmen Sie an unseren lebhaften Diskussionen mit unseren vielfältigen und interaktiven Podiumsdiskussionen teil!

Untwist Work Package 2: Was sind die genderbasierten Bedürfnisse von Wechselwählern rechtspopulistischer Parteien?
Wir präsentieren die Ergebnisse des zweiten Work Package des UNTWIST-Projekts:
Es gibt kaum empirische Belege dafür, wie und warum Wähler traditioneller Parteien zu aufstrebenden rechtspopulistischen Parteien wechseln, deren Diskurs eindeutig gegen die Gleichstellung der Geschlechter gerichtet ist. Wir untersuchen den Zusammenhang zwischen Geschlecht und sich ändernden Wahlpräferenzen. Wir haben 18 Fokusgruppen in Spanien, Großbritannien, Dänemark, Deutschland, der Schweiz und Ungarn mit Wählern von RWPP durchgeführt, die zuvor traditionelle Parteien gewählt hatten.

Neue Publikation: „Convergence, radicalisation, or ideological sorting? Exploring alignment patterns between radical and centre-right voters in Italy“
von Gianluca Piccolino, Giuseppe Carteny & Leonardo Puleo
Allianzen zwischen Mitte-Rechts- und rechtsradikalen Parteien in Westeuropa haben je nach nationalem Kontext unterschiedliche Reaktionen und strategische Anpassungen hervorgerufen. In dieser Hinsicht stellt Italien einen besonders markanten Fall dar. Seit Mitte der 1990er Jahre ist eine Koalition zwischen diesen Parteien ein stabiler Bestandteil des italienischen Parteiensystems geblieben, die bei fünf Wahlen die meisten Stimmen erhielt und viermal eine Regierung bildete. Im Laufe der Zeit hat sich das interne Kräfteverhältnis innerhalb des Bündnisses erheblich verschoben, sodass radikale rechte Parteien nun eine dominante Position einnehmen. Dieser Artikel untersucht die Faktoren, die seit 2001 die Wahlunterstützung für diese Koalition und innerhalb dieser Koalition beeinflussen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Rolle von Einwanderungsfeindlichkeit und rechter Selbstidentifikation liegt. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Einwanderungsfeindlichkeit eine zunehmend wichtige Rolle bei der Vorhersage der Unterstützung für die Koalition spielt. Überraschenderweise zeigte sich dieser Trend erstmals Mitte der 2000er Jahre und verstärkte sich deutlich im Jahr 2022, als Einwanderungsfragen zu einem zentralen Faktor für das Wahlverhalten wurden. Wichtig ist, dass die Wähler der Mitte-Rechts-Parteien im Laufe der Zeit keinen entsprechenden Anstieg der Einwanderungsfeindlichkeit gezeigt haben, was darauf hindeutet, dass es in diesem Segment zu keiner ideologischen Ansteckung durch radikale rechte Parteien gekommen ist. Stattdessen deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass die italienischen populistischen rechten Wähler einen Radikalisierungsprozess durchlaufen haben, der auf einem bereits bestehenden Reservoir an Einwanderungsfeindlichkeit aufbaut.

Blogpost zum ActEU-Projekt: „Aus dem Takt? Der schwierige Wahltanz der EU“
Auf dem Blog „Der (europäische) Föderalist“ ist ein Blogpost zum ActEU-Projekt erschienen. Der Blogpost berichtet über Ergebnisse des Horizon-Europe-Projekts ActEU, das untersucht, wie gut europäische Parteien tatsächliche Wählerprioritäten in ihren Wahlprogrammen widerspiegeln. Die Analyse zeigt deutliche Diskrepanzen: Parteien widmen Themen wie Verteidigung oder EU-Politik oft mehr Raum als die Öffentlichkeit will, während für viele Wähler drängendere Fragen wie Migration oder Wirtschaft zu wenig Beachtung finden. Umwelt ist das einzige Feld, wo Parteiprogramme und Wählerinteressen halbwegs übereinstimmen. Diese Abweichungen können Vertrauen untergraben und Raum für extremere Akteure schaffen, die stärker auf Themen eingehen, die manche Wähler bewegt.

Vortrag von Dr. Anne Jadot: „What drives French voters to the polls?“
Datum: 13.01.2026
Uhrzeit: 16:30-18:00 Uhr
Ort: Geb. B3 1, Hörsaal I
Anne Jadot ist Dozentin für Politikwissenschaft an der Universität Lothringen am Institut de préparation à l'administration générale Nancy. Ihr Vortrag untersucht, wie unterschiedliche individuelle Wahlbeteiligung – analysiert mit quantitativen und qualitativen Daten – zentrale politische Dynamiken und Mobilisierungsmuster in Frankreich erklärt.