INVESTinADR

Promoting Mechanisms for Alternative Dispute Resolution and Mediation in North Macedonia

Bereits seit 2005 ist die Republik Nordmazedonien Beitrittskandidat der Europäischen Union. Ein solcher EU-Beitritt ist ein langer und vielschichtiger Prozess, in dem ein Land zahlreiche Reformen umsetzen muss, um die erforderlichen Kriterien zu erfüllen. Eines dieser Kriterien ist eine funktionsfähige, solide Wirtschaft. Dazu braucht Nordmazedonien ausländische Investitionen, um die eigene wirtschaftliche Situation und die damit verbundene politische Stabilität zu verbesseren. Auslandsinvestitionen bergen aber auch immer das Risiko, dass die Gewinne durch Vertragspartner oder staatliche Eingriffe minimiert werden. Öffentliche Gerichtsverfahren scheitern nicht selten an fehlendem oder unzureichendem Rechtsschutz. Eine Lösung bieten alternative Streitbeilegungsverfahren. Sie kommen heute weltweit im Bereich der internationalen Investitionen sowie des grenzüberschreitenden Handels zum Einsatz. Alternative Streitbeilegung hat einen wichtigen Einfluss auf das Investitionsklima eines Landes und spielt sowie auch eine entscheidende Rolle bei der Förderung der Rechtsstaatlichkeit. 

Vor diesem Hintergrund erforscht der Lehrstuhlteam von Prof. Marc Bungenberg zusammen mit Partnern von der Universität Skopje, inwiefern Schieds- und Mediationsverfahren das Investitionsklima in Nordmazedonien verbessern können. Hierfür untersucht die Forschungsgruppe die aktuelle Rechtslage im Bereich der alternativen Streitbeilegung in Nordmazedonien, bewertet deren praktische Umsetzung, identifiziert Handlungsbedarf und verwertet die Ergebnisse im Rahmen eines Trainingskurses.  Dafür erhielt das Projekt "INVESTinADR" (Promoting Mechanisms for Alternative Dispute Resolution and Mediation in North Macedonia) eine Förderung von rund 450.000 Euro vom Bundesforschungsministerium. 

 

Workshop in Saarbrücken

Im Rahmen des Projekts "INVESTinADR" fand am 31. Mai und 1. Juni 2022 ein Workshop zum Thema "Promoting Alternative Dispute Resolution in North Macedonia" am Europa-Institut in Saarbrücken statt. Zu diesem Workshop sind vier Wissenschaftler:innen unserer Partneruniversität in Skopje angereist. Zusammen mit Prof. Dr. Goran Koevski, Prof. Dr. Darko Spasevski, Ljuben Kocev und Marjana Staninova hat das Lehrstuhlteam den internationalen und nationalen Rechtsrahmen in Deutschland und Nordmazedonien im Hinblick auf alternative Strreitbeilegungsmechanismen untersucht. Nach einem ersten Kick-Off Meeting Ende letzten Jahres, welches leider nur online möglich war, hatte das Team nun die Möglichkeit, sich persönlich auszutauschen. Der Workshop war eingeteilt in die Themenbereiche "nationale Gerichtsbarkeit", "internationaler Rechtsrahmen", "Handelsschiedsgerichtsbarkeit" und "Investitionsschiedsgerichtsbarkeit". Bei einem nächsten Treffen im Herbst 2022 wird sich das Team mit dem Themenbereich "Mediation" beschäftigen und diskutieren, inwiefern der Rechtsrahmen in Nordmazedonien optimiert werden kann, um alternative Streitbeilegungsmechanismen zu fördern und insgesamt das Investitionsklima im Land zu verbessern.  

Wir bedanken uns bei unseren Partner für diesen erfolgreichen Workshop und freuen uns auf das nächste Treffen!