Keio-Japan-Tage 2018 an der Universität des Saarlandes

Vom 4. bis 8. Juni 2018 fanden die Keio-Japan-Tage an der Universität des Saarlandes statt. Insgesamt acht japanische Wissenschaftler – so viele wie noch nie im Rahmen dieser Kooperation – waren der Einladung der Japanbeauftragten der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Annemarie Matusche-Beckmann, gefolgt und hielten Vorträge rund um das Generalthema „Rechtsprobleme der Risikogesellschaft“. Von Seiten der Rechtswissenschaftlichen Fakultät beteiligten sich sechs Kollegen mit Referaten an der Tagung, so dass insgesamt 14 Vorträge an zwei Veranstaltungstagen auf dem wissenschaftlichen Programm standen.

Die Kooperation zwischen der Keio-Universität, Tokio, und der Rechtswissenschaftlichen Fakultät blickt auf eine langjährige Tradition zurück, die bereits in den 1960er Jahren ihren Anfang gefunden hat. Im regelmäßigen Wechsel finden Tagungen an der Keio-Universität in Tokio und an der Universität des Saarlandes statt. Mittlerweile wurden überdies auch Wissenschaftler der Chuo-Universität, Tokio, und der Kansai-Universität, Osaka, in den rechtswissenschaftlichen Diskurs eingebunden.

Nach Grußworten vom Präsidenten der Universität des Saarlandes, Prof. Dr. Manfred Schmitt, des Dekans der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Roland Michael Beckmann, und des Präsidenten der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Saarbrücken, Herr Manfred Krischek, eröffnete der Ehrendoktor der Rechtswissenschaftlichen Fakultät und Saarlandbotschafter Prof. Dr. Dres. h.c. Makoto Ida (Chuo-Universität, Tokio) die Tagung mit einem Vortrag zur „Bedeutung der Rechtsvergleichung in der globalisierten Welt“. Bereits dieser Vortrag zog die zahlreich erschienen Hörer in seinen Bann. Anziehungskraft bewirkten aber gleichermaßen die Vorträge der japanischen Gäste: Prof. Dr. Philipp Osten (Keio-Universität Tokio): „Transnationale Strafrechtspflege in Japan – Risiken und Herausforderungen der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen“; Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Keiichi Yamanaka (Kansai-Universität Osaka): „Kriminalität in Folge der sozialen Ausgrenzung in der japanischen systematischen Risikogesellschaft“; Prof. Dr. Takuma Sato (Keio-Universität Tokio): „Vorverlagerung der Strafbarkeit im japanischen Strafrecht“, Staatsanwältin a.D. Junko Yamanaka, LL.M.: „Betrachtungen über den organisierten Betrug in Japan“; Prof. Dr. Masaaki Haga (Keio-Universität Tokio): „Schadensersatzklage bei der Großkatastrophe“; Prof. Dr. Dr. h.c. Takehiko Mikami (Keio-Universität Tokyo): „Die Verbandsklage zur Vertreibung der japanischen Mafia (‚Yakuza’)“.

Von Saarbrücker Seite referierten Prof. Dr. Thomas Giegerich, LL.M. („Der Streit um die Hochzeitstorte – Homosexualität und Religionsfreiheit in der pluralistischen Gesellschaft“), Prof. Dr. Rudolf Wendt („Vernachlässigte Risiken der Nutzung der Windenergie“), Prof. Dr. Annemarie Matusche-Beckmann („Big-Data-basierte Versicherungsprodukte am Beispiel sogenannter Kfz-Telematiktarife“), Prof. Dr. Roland Michael Beckmann („Risikotragung beim bestimmungsgemäßen Einbau einer mangelhaften Kaufsache“), Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Martinek ("Rechtsinstrumente des Risikomanagements in vertraglichen Vertriebssystemen“) und Prof. Dr. Marco Mansdörfer („Strafrechtliche Verantwortlichkeit für Künstliche Intelligenz").

Nach den beiden Vortragstagen folgte am 7. Juni 2018 ein Tagesausflug nach Straßburg mit einem Besuch des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR), bei dem die Vizepräsidentin des EGMR, Prof. Dr. Dr. h.c. Angelika Nußberger, die Besuchergruppe begrüßte und interessante Einblicke in die Arbeit des EGMR bot. Abgerundet wurde der Tagesausflug nach Straßburg durch eine Stadtbesichtigung, die der gebürtige Straßburger und langjährige Direktor des Centre Juridique franco-allemand Prof. Dr. Dr. h.c. Claude Witz zu einem unvergesslichen Ergebnis für die Teilnehmer machte.

Das Programm der Keio-Japan-Tage 2018 findet sich hier.

  

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