Publikationen

Jens Späth  (Ed.)

Does Generation Matter? Progressive Democratic Cultures in Western Europe, 1945–1960

Reihe: Palgrave Studies in the History of Social Movements,  Basingstoke 2018

ISBN 978-3-319-77421-3, 293 p.

Examines the role of generation in the intellectual and political debate of 1945 across Germany, France and Italy

“Generation” has become a central concept of cultural, historical and social studies. This book analyses how this concept is currently used and how it relates to memory and constructions of historical meaning from educational, historical, legal and political perspectives. Attempts to compare different national generations or to elaborate boundary-crossing, transnational generations still constitute an exception. In trying to fill this gap, this collection of essays concentrates on one crucial moment of “the age of extremes” and on one specific generation: the year 1945 and its progressive politicians and intellectuals. Focusing on Italy, West Germany and France, it suggests that the concept of generation should be regarded as an open question in space and time. Therefore, this volume asks what role generation played in the intellectual and political debates of 1945: if it facilitated change, if it served as source of solidarity and cohesion and how post-war societies organized their time.

 

 

Amerigo Caruso

Nationalstaat als Telos? Der konservative Diskurs in Preußen und Sardinien-Piemont 1840-1870

Reihe:Elitenwandel in der Moderne / Elites and Modernity 20, Berlin 2017.

 

978-3-11-054446-6, 516 S.

 

Die europäischen Konservativen des 19. Jahrhunderts hätten sie sich ungern als Reaktionäre, Rückwärtsgewandte oder Unverbesserliche bezeichnet. Obwohl die offene Unterdrückung der politischen Gegner eine praktikable Option blieb, tendierten sogar die unerbittlichsten Verfechter des Status quo dazu, ihre politischen Ziele zu popularisieren. Auch reformbereite Konservative sahen sich vor einer delikaten Herausforderung: Wie ließen sich Modernisierungsmaßnahmen realisieren, ohne die eigene Machtbasis zu untergraben? Die Studie untersucht die umfassende Dynamisierung des konservativen Diskurses, die schließlich zur spektakulären und halbgewollten Durchsetzung der Nationalstaatsidee in Deutschland und Italien führte.

 

 

 

Gabriele B. Clemens (Hrsg.)

Schlüsseljahre. Zäsuren und Kontinuitäten an der Saar 1815 - 1935 - 1955

 

(Veröffentlichungen der Kommission für saarländische Landesgeschichte, Bd. 49), Saarbrücken 2017.

 

978-3-939150-10-7, 180 S., geb., 23,4 cm x 16,2 cm.

Im Jahr 2015 wurde im Saarland gleich dreier historischer Jahrestage gedacht, wobei die Jahre 1815, 1935 und 1955 jeweils für eine neue staatliche Zugehörigkeit des Saarlandes stehen. Deutsche und französische Historiker untersuchen in dem vorgelegten Band die Auswirkungen der Angliederung eines großen Teiles des Saarlandes an das Königreich Preußen 1815 sowie die der Referenden der Jahre 1935 und 1955 auf unterschiedliche Lebensbereiche (Wirtschaft, soziales Gefüge, Rechts- und Gerichtswesen, Medien, Sport, Mentalitäten) unter dem Aspekt, ob sie Zäsuren darstellten oder ob es nicht auch deutliche Kontinuitäten gab, die die nationalpolitische Zugehörigkeit relativierten.

 

 

 

Alexander Hilpert

Archäologie im Grenzraum Saar-Lor-Lux

Altertumsforschung, Vernetzung und Identitätskonstruktion in den regionalen Geschichtsvereinen des 19. Jahrhunderts ("Kleine Saarbrücker Reihe", Band 5), Trier 2016.

ISBN 978-3-89890-197-0

Pierre Horn

Le défi de l’enracinement napoléonien entre Rhin et Meuse, 1810 –1814. L’opinion publique dans les départements de la Roër, de l’Ourthe, des Forêts et de la Moselle

(Pariser Historische Studien, 107), Berlin 2017.

ISBN: 978-3-11-041545-2

 

 

 

Malte König

Der Staat als Zuhälter. Die Abschaffung der reglementierten Prostitution in Deutschland, Frankreich und Italien im 20. Jahrhundert 

(Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom, Bd. 131), Berlin-Boston 2016

ISBN 978-3-11-046233-3

Die Abschaffung der reglementierten Prostitution in Deutschland, Frankreich und Italien im 20. Jahrhundert, Berlin-Boston 2016 (BDHI 131). Zum Inhalt: Bis ins 20. Jahrhundert gab es in Europa Bordelle, in denen Prostitution staatlich kontrolliert wurde. Die Studie untersucht, welche Faktoren in den Parlamenten Deutschlands, Frankreichs und Italiens den Ausschlag gaben, um das System abzuschaffen. Da neben hygienischen, moralischen und menschenrechtlichen auch sicherheits- und außenpolitische Aspekte zur Diskussion standen, kommt der historische Vergleich hierbei mustergültig zur Anwendung. Weitere Informationen

 

Jacques-Olivier Boudon, Gabriele B. Clemens und Pierre Horn (Hg.)

Erbfeinde im Empire?

Franzosen und Deutsche im Zeitalter Napoleons

Herausgegeben vom Deutschen Historischen Institut Paris

Ostfildern 2016, (Beihefte der Francia, Band 79)

978-3-7995-7470-9 - 280 S., geb. 17 x 24 cm, 14 Abb.

Im Mittelpunkt des Tagungsbandes stehen die einschneidenden Erfahrungen, welche Franzosen und Deutsche in krisenhaften Umbruchssituationen des napoleonischen Empires machten. Analysiert werden in transnationaler Perspektive verschiedene Märkte, Systeme und Institutionen sowie Religiosität, Kulturtransferprozesse und kulturelle Inszenierungen.

 

Ziel ist es, die Erfahrungen von Deutschen und Franzosen während der napoleonischen Herrschaft im Spannungsfeld von Eroberungs- und Integrationspolitik auszuloten. Zum einen werden jene Phänomene thematisiert, die zu Konflikten und Verwerfungen führten wie Steuerlast, Krieg und die enormen Opferzahlen auf den europäischen Schlachtfeldern; zum anderen fokussieren die Beiträge, was Franzosen und Deutsche im napoleonischen Empire einte. Die Analyse der verschiedenen Formen von Partizipation soll dazu beitragen, das lange vorherrschende Konzept der Fremdherrschaft endgültig zu widerlegen.

 

 

150 Jahre Risorgimento – geeintes Italien?

Hrsg. von Gabriele B. Clemens und Jens Späth

Trier 2014 (Geschichte & Kultur. Saarbrücker Reihe 5)
978-3-89890-194-9 – 231 S., geb., 15,8 cm × 24 cm, 650 g, 24 Abb., teils farbig

Italien ist heute ein Nationalstaat wie andere europäische auch. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts schien es aber noch weiter davon entfernt zu sein als das zersplitterte Deutsche Reich, und doch gelang den Italienern aufgrund von Kriegen und Plebisziten die Gründung eines liberalen Nationalstaats im März 1861 zehn Jahre vor der Etablierung des Deutschen Reichs.

Der vorliegende Band präsentiert die Vorträge einer im Juni 2012 in Saarbrücken von der Arbeitsgemeinschaft für die neueste Geschichte Italiens in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Historischen Institut in Rom organisierten Tagung „150 Jahre Risorgimento – geeintes Italien?“.

Die Beiträge stellen implizit oder explizit die Frage nach der Qualität der italienischen Nation und der Existenz einer nationalen Identität stellen und mischen sich somit in laufende Forschungsdebatten ein. Während die ältere Geschichtsschreibung teleologisch die einigenden Momente bei der Formierung des italienischen Nationalstaats betonte, wird in diesem Band die angebliche Einheit der Nation hinterfragt. Diskutiert werden ältere Patriotismen und regionale oder kommunale Identitäten innerhalb des italienischen Nationalstaats.

Gabriele B. Clemens ist Professorin für Neuere Geschichte und Landesgeschichte an der Universität des Saarlandes. Jens Späth ist wissenschaftlicher Mitarbeiter (Max Weber Fellow) an der Universität des Saarlandes

 

 

Fabian Trinkaus

Arbeiterexistenzen und Arbeiterbewegung in den Hüttenstädten Neunkirchen/Saar und Düdelingen/Luxemburg (1880-1935/40). Ein historischer Vergleich"

Saarbrücken 2014 (Veröffentlichungen der Kommission für saarländische Landesgeschichte, Bd. 46)

978-3-939150-07-7 - 639 S., geb., 23,4 cm x 16,2 cm, 727,2 g, 21 Abb., 20 Tab.

 

Die vorliegende Arbeit entstand im Rahmen eines Promotions­projekts an der Universität des Saarlandes und der Universität Luxemburg. In einem vergleichenden Ansatz wurden die Hütten­arbeiterschaften von Neunkirchen (Saar) und Düdelingen (Luxem­burg) untersucht. Dazu wurden bislang unerschlossene Quellen­ bestände systematisch ausgewertet. Während die wirtschaftlichen Verhältnisse in der saarländischen wie in der luxemburgischen Hüttenindustrie sowie die Verflechtungen zwischen beiden Revie­ren schon gründlich erforscht wurden, gibt es bisher nur wenige Studien zu den in den Hüttenwerken arbeitenden Menschen. Die vorliegende Studie schließt diese seit langem bestehende Lücke der Sozialgeschichtsschreibung .

 

 

 

Frank Hirsch

Juden in Merzig zwischen Beharrung und Fortschritt. Eine kleinstädtische Gemeinde im 19. Jahrhundert

Trier 2014 (Geschichte & Kultur. Saarbrücker Reihe 4)
978-3-89890-188-8 – 341 S., geb., 15,8 cm × 24 cm, 750 g, 15 Abb., 17 Tab.

Anders als die (groß-) städtischen Juden, die im Zeitalter der Industrialisierung geradezu als „Verkörperung der Moderne“ erschienen, stellten sich ihre Glaubensbrüder auf dem Land und in den kleineren Städten als wenig innovativ und ihren Traditionen verhaftet dar. Aufgrund ihrer vermeintlichen Rückständigkeit fanden sie auch in der Forschung kaum Beachtung.

Mit den Mitteln der sozialen Netzwerkanalyse untersucht die vorliegende Arbeit auf breiter Quellenbasis Modernisierungsstrategien und -leistungen der Juden in Stadt und Landkreis Merzig angesichts der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Umbrüche des 19. Jahrhunderts.

Frank Hirsch studierte Neuere Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Politikwissenschaft an der Universität des Saarlandes und in Sydney. Er ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere Geschichte und Landesgeschichte der Universität des Saarlandes tätig.

 

 

Fabian Trinkaus

Nationaler Mythos und lokale Heldenverehrung. Die Schlacht von Spichern und ihre kulturpolitische Rezeption in Saarbrücken während des Kaiserreichs

Trier 2013 (Geschichte und Kultur. Kleine Saarbrücker Reihe 3)
978-3-89890-184-0 – lieferbar – 164 S., kart., 15 cm × 21 cm, 250 g, 27 Abb., davon 1 Kt.

Im dritten Band der „Kleinen Saarbrücker Reihe“ rekonstruiert Fabian Trinkaus die Erinnerungskultur um die 1870 ausgetragene Schlacht von Spichern im Saarbrücken der Kaiserreichszeit. Dabei fragt er besonders nach den mentalen Prägungen gerade der Trägerschichten des Spichernkultes.

Kein anderes Ereignis beeinflusste die politische Erinnerungskultur im Saarbrücken der Kaiserreichszeit so nachhaltig wie die Schlacht von Spichern am 6. August 1870, welche gleichsam vor den Toren der Stadt entbrannte. In zahlreichen Denkmälern, Festen und Schriften wurde der Ereignisse zu Beginn des Deutsch-Französischen Krieges gedacht. Der Autor geht besonders der Frage nach, wie nationale und lokale Erinnerungskultur miteinander verschmolzen, und kommt dabei zu dem Ergebnis, dass kein Konflikt zwischen lokaler und nationaler Orientierung bestand, vielmehr dynamisierte der lokale Bezug die reichsnationale Identitätsbildung innerhalb der Saarbrücker Führungsschichten.

Zur Rekonstruktion des Spicherndiskurses wurden bislang noch weitgehend unbekannte Schriften sowie zahlreiche Zeitungsartikel ausgewertet. Mit der vorliegenden Studie werden die Schlacht von Spichern und die sich anschließende Memorialkultur erstmals in umfassender und integrativer Perspektive analysiert. Der Autor behandelt damit ein in der Forschung lange bestehendes Desiderat.

 

 

Gabriele B. Clemens (Hg.)
Zensur im Vormärz. Pressefreiheit und Informationskontrolle in Europa
Ostfildern 2013

Kurzinformation (Thorbecke)

Im Zeitraum zwischen den beiden Revolutionen 1789 und 1848 versuchten konservative Regenten, die Verbreitung von liberalem oder gar demokratischem Gedankengut, freie Meinungsäußerung sowie Kritik an den herrschenden Zuständen mittels Zensur schon im Keim zu ersticken. Die Beiträge des vorliegenden Bandes zeigen, dass es sich hierbei um ein europaweites Phänomen handelte. Druckschriften konnten jedoch nicht an Grenzen aufgehalten werden - trotz Zensur, Polizei, Razzien und Kontrollen. Thematisiert werden u. a. Zensurmaßnahmen, Institutionen, politische Konjunkturen, Akteure, administrative Fehlschläge, betroffenes Schriftgut sowie Auswirkungen der Zensur auf den Schreibprozess.

 

 

Guido Braun/Gabriele B. Clemens/Lutz Klinkhammer/Alexander Koller (Hg.)
Napoleonische Expansionspolitik. Okkupation oder Integration?
Berlin/Boston 2013


Kurzinformation (De Gruyter)

Im Zuge der französischen Expansion um 1800 wurden große Gebiete als Départements dem Empire angegliedert. Nach und nach wurden diese für eine ganz unterschiedliche Dauer vom Reformwerk der Französischen Revolution erfasst: Privilegien von Kirche und Adel wurden abgeschafft und die Wirtschaftsordnung liberalisiert. Die Bürger sollten rechtlich gleichgestellt werden. Die napoleonische Herrschaft wies jedoch beträchtliche Phasenverschiebungen auf, die von den militärischen und politischen Ereignissen geprägt waren. Hinzu kamen Unterschiede, die auf den geographischen und politischen Stellenwert der jeweiligen Region im napoleonischen Herrschaftsentwurf zurückzuführen sind. Der vorliegende Band möchte den Charakter der napoleonischen Herrschaft im Spannungsfeld von Eroberungs- und Integrationspolitik neu bestimmen unter Berücksichtigung zentraler Aspekte: Raum und Politik; Gesellschaft und Krieg; Wirtschaft und Umwelt; Repräsentation und Nachleben. Das geographische Spektrum der Beiträge reicht vom Rheinland über die Schweiz, Piemont, Ligurien und Rom bis nach Süditalien.

 

 

 Jens Späth

Revolution in Europa 1820-23. Verfassung und Verfassungskultur in den Königreichen Spanien, beider Sizilien und Sardinien-Piemont

Köln 2012

 

 

(Kurzinformation sh-Verlag)

 

Im Unabhängigkeitskampf gegen Napoleon gab sich Spanien im Jahr 1812 in Cádiz die erste moderne Verfassung des Landes. In der ersten Revolutionswelle nach Napoleon wurde diese 1820–1823 in vier Staaten in Südeuropa eingeführt und sowohl auf dem gesamten Kontinent als auch in Lateinamerika heiß diskutiert. Jens Späth zeigt vergleichend an den Beispielen der Königreiche Spanien, beider Sizilien und Sardinien-Piemont, was diese Verfassung in den Augen der Befürworter im Unterschied zu anderen zeitgenössischen Modellen derart attraktiv machte. Er wertet die umfangreiche Publizistik einschließlich der „grauen“ Literatur aus und zeichnet die Argumente der Befürworter und der Gegner nach. Die Untersuchung mehrerer Verflechtungsebenen zwischen Italien und Spanien verweist ferner auf eine transnationale frühliberale europäische Öffentlichkeit, die intensiv miteinander kommunizierte. Die Arbeit leistet somit einen Beitrag zu einer vergleichend und beziehungsgeschichtlich angelegten neuen Verfassungsgeschichte.

 

 

 

Gabriele B. Clemens/Malte König/Marco Meriggi (Hg.)
Hochkultur als Herrschaftselement. Italienischer und deutscher Adel im langen 19. Jahrhundert
Berlin/Boston 2011


Kurzinformation (De Gruyter)

In der Forschung wird seit langem diskutiert, welche Rolle dem Adel im 19. Jahrhundert in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zukam. Schaffte er es, "oben" zu bleiben, oder verlor er zunehmend Terrain gegenüber dem aufstrebenden Bürgertum? Die in diesem Band versammelten Beiträge zeigen, dass es dem italienischen und deutschen Adel durchaus gelang, seinen Einfluss zu wahren. Vor allem im kulturellen Bereich, aber nicht nur dort, vermochte er sein Prestige und seine Positionen glänzend zu behaupten.

 

 

Gabriele B. Clemens/Jean El Gammal/Hans-Jürgen Lüsebrink (Hg.)
Städtischer Raum im Wandel. Modernität - Mobilität - Repräsentationen
Berlin 2011


Kurzinformation (Akademie Verlag)

Die Beiträge europäischer Forscherinnen und Forscher beleuchten die Probleme, Herausforderungen, Formen und Bilder, die mit städtischer Entwicklung einhergehen, aus zumeist vergleichender und auch interdisziplinärer Perspektive.
Geschichte, Literatur, Soziologie, Architektur, Kino oder Interkulturalität – auf vielfältige Art werden am Beispiel vor allem deutscher und französischer Städte verschiedene Aspekte der Modernität herausgearbeitet.
Die Hauptfragestellungen widmen sich sozialen Gruppen, Migrationsströmen, Integrations- und Ausschlussphänomenen, Orten der Soziabilität, Kulturveranstaltungen, Erzählformen sowie theoretischen Analysen. Die transatlantische Dimension, also der Vergleich europäischer Gegebenheiten und amerikanischer Spezifika, wird anhand von Einzelfallstudien und über unterschiedliche Denkansätze erforscht. Die Beiträge zur Stadtforschung geben so, im zeitlichen Rahmen vom 17. Jahrhundert bis hin zur Schwelle des 21. Jahrhunderts, den Forschungsstand verschiedener Disziplinen wieder und untersuchen die Relevanz zeitgenössischer Herangehensweisen.

 

 

Wolfgang Behringer/Gabriele Clemens
Geschichte des Saarlandes
München 2009


Kurzinformation (C.H. Beck)

Seit dem Beitritt zur Bundesrepublik am 1.1.1957 ist das Saarland das jüngste der "alten" Bundesländer. Das Land an der mittleren Saar gehört seit der Eisenzeit zu den dicht besiedelsten Gebieten Europas: hier wurden Eisen, Kohle und Edelsteine abgebaut und verarbeitet, Holzkohle, Glas und Keramik hergestellt. Im 19. und 20. Jahrhundert war es ein Zentrum der Schwerindustrie. Aufgrund seiner Grenzlage und der hervorragenden gewerblichen Entwicklung wurde es immer wieder Ziel französischer Annexionspolitik und Aufmarschgebiet für deutsche Angriffe auf das Nachbarland. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gilt das Saarland als Musterbeispiel der guten Beziehungen zwischen Deutschland, Frankreich und Luxemburg.

 

 

Gabriele Clemens (Hg.)
Schuldenlast und Schuldenwert. Kreditnetzwerke in der europäischen Geschichte 1300-1900
Trier 2008


Kurzinformation (Kliomedia)

Nicht nur für das Mittelalter, sondern auch für die Neuzeit geht die Historiographie von einer Omnipräsenz von Schuldbeziehungen aus. Obwohl die Kreditfähigkeit und -würdigkeit die Menschen in der Neuzeit existenziell betraf, hat die deutsche Geschichtswissenschaft, anders als die in den westeuropäischen Nachbarländern, für dieses Phänomen lange wenig Interesse gezeigt. Diesem Themenkomplex ging der Workshop "Kreditbeziehungen und Netzwerkbildungen. Die soziale Praxis des Kredits" nach, der von Professor Lutz Raphael und Gabriele B. Clemens 2006 an der Universität Trier organisiert wurde. Mitglieder des Forschungsclusters Rheinland-Pfalz "Gesellschaftliche Abhängigkeiten und soziale Netzwerke. Historische Forschungen und Gegenwartsanalysen zu Chancen und Risiken einer sozialen Beziehungsform" diskutierten hier erste Ergebnisse, Methoden und Perspektiven mit ausgewiesenen Experten. Der vorliegende Sammelband präsentiert die Ergebnisse. Sie spannen einen Bogen vom Hochmittelalter bis zum frühen 20. Jahrhundert. Es werden die komplexen Beziehungen zwischen Gläubigern und Schuldnern, Kreditverträge und Netzwerke im städtischen und ländlichen Raum in Mitteleuropa unter Aspekten wie Prosperität und Rezession beleuchtet. "Wie viel Last und wie viel Wert waren und sind Schulden?" – eine Frage, die angesichts der globalen Krise an den Kreditmärkten gerade heute aktuell ist.

 

 

Gabriele Clemens/Lukas Clemens
Geschichte der Stadt Trier
München 2007


Kurzinformation (C.H. Beck)

Trier ist die älteste und eine der schönsten Städte Deutschlands. Dieses reich bebilderte Buch präsentiert nun ihre über 2000jährige Geschichte, und stellt Trier als eine der Hauptstädte des römischen Weltreichs, als Kurfürstensitz im Mittelalter, als alte Universitätsstadt in der frühen Neuzeit, als Geburtsort von Karl Marx, als Frontstadt während der Weltkriege und schließlich als modernes kulturelles Zentrum vor.
Gabriele und Lukas Clemens haben ihre Heimatstadt lebendig und facettenreich portraitiert. Sie bieten konzentriert und gut lesbar das Wichtigste aus der reichen Historie Triers. So lassen sie die Augusta Trevirensis wiedererstehen, wie sie noch heute dank der eindrucksvollen Baudenkmäler zu erkennen ist. Auch das Leben in der mittelalterlichen Stadt – Handel, Wirtschaft, Geistes- und Kirchengeschichte – rekonstruieren sie aus den reichen Schriftquellen und dem einstigen Stadtbild, das sich noch in der Gegenwart hinter den vielen alten Kirchen, Wohntürmen und Straßenzügen abzeichnet. Weitere Kapitel sind Trier in der Zeit der Französischen Revolution und anschließend unter preußischer Oberhoheit gewidmet. Eindringlich werden die Besatzungszeit nach dem Ersten Weltkrieg und die Geschichte Triers im Nationalsozialismus geschildert. Den Abschluß bildet die Darstellung der modernen, aber traditionsbewußten Moselmetropole.

 

 

Malte König
Kooperation als Machtkampf. Das faschistische Achsenbündnis Berlin-Rom im Krieg 1940/41
Köln 2007


Kurzinformation (sh-Verlag)

Das Schlagwort von der „Achse Berlin–Rom“, mit dem Mussolini die Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Reich und Italien beschrieb, sollte die Assoziation von Stärke, Stabilität und Gleichwertigkeit hervorrufen. Doch wie abgestimmt, wie ausgeglichen, wie kraftvoll verlief die Kooperation zwischen den beiden faschistischen Staaten wirklich? Zweifelsohne bahnte sich bereits Ende 1940 im Zusammenhang mit den italienischen Niederlagen auf dem Balkan und in Griechenland ein deutlicher Wandel in den Beziehungen der Achsenmächte an. Aber ist es richtig, wenn Historiker wie MacGregor Knox oder Brunello Mantelli schon das Italien des Jahres 1941 als „deutschen Satellitenstaat“ bezeichnen?
Malte König erfüllt mit seiner Studie ein Desiderat der bisherigen Forschung, indem er den machtpolitischen Wendepunkt des Winters 1940/41 erstmals einer eingehenden Gesamtbetrachtung unterzieht. Er untersucht dabei sowohl die Diplomatie-, Militär- und Wirtschaftsbeziehungen der beiden Länder als auch ihre Zusammenarbeit in Presse und Rundfunk, wobei er hier ein Augenmerk auf die Versuche gegenseitiger Beeinflussung richtet. Weiterhin wird die Kooperation in den gemeinsamen Besatzungsgebieten und der Grenzregion Südtirol hinterfragt. Reibungspunkte, die sich z.B. aus der steigenden Präsenz der befreundeten Volksgruppe im eigenen Land ergaben, und die Rezeption der deutsch-italienischen Beziehungen durch die Bevölkerung werden mit in den Blick genommen.
Die vorliegende Studie arbeitet heraus, wie sich bald nach dem Kriegseintritt der Italiener die ursprünglich, nicht zuletzt unter ideologischen Gesichtspunkten, angestrebte Kooperation der beiden Bündnispartner mehr und mehr zu einem Machtkampf entwickelte, bei dem das faschistische Regime Italiens schon früh keine gleichberechtige Rolle mehr spielte. Die besondere Bedeutung der beiden Diktatorenpersönlichkeiten Mussolini und Hitler innerhalb dieser labilen Konstellation rückt dabei unweigerlich mit ins Blickfeld dieser interessanten Untersuchung.

 

 

 

Gabriele B. Clemens
Sanctus amor patriae. Eine vergleichende Studie zu deutschen und italienischen Geschichtsvereinen im 19. Jahrhundert
Tübingen 2004


Kurzinformation (Max Niemeyer Verlag)

Geschichtsvereine sind Teil eines sich in allen europäischen Ländern entwickelnden Gesellschaftswesens. Die vorliegende komparatistische Arbeit untersucht Mitgliedschaft, Tätigkeitsfelder, Geselligkeit und Geschichtsbilder derartiger Vereine in Italien und Deutschland im langen 19. Jahrhundert. Wesentliche neue Ergebnisse bringt die Untersuchung bezüglich der Klientel. Diese Gesellschaften entsprechen keineswegs der gängigen Forschungsmeinung vom bürgerlichen Vereinswesen, der örtliche Adel dominierte viele Vereine. Er sieht in diesen Assoziationen ein wichtiges Mittel, um seine elitären Gesellschaftskreise in moderneren Formen erneut zu etablieren und seine Geschichts- und Wertvorstellungen zu tradieren. Verpflichtet sind die Gesellschaften der Pflege einer überaus stark regional geprägten Geschichtskultur, wohingegen die nationale Geschichte kaum Beachtung fand. Thematisiert wird auch die jeweilige historiographische Bedeutung der Vereine neben Akademien, Instituten und Universitäten, ihre Leistungen zur Vernetzung der Geschichtswissenschaft auf nationaler Ebene. Zahlreiche Parallelen lassen sich bezüglich des Geschichtsverständnisses nachweisen. In den konservativ etatistischen Gesellschaften wird weiterhin Geschichte nach dem Motto geschrieben:große Männer machen Geschichte, seien es nun Adlige, Senatoren, Bischöfe, Fürsten oder Könige. Eine weitere Gemeinsamkeit bildet der ausgesprochen elitäre Habitus der hier untersuchten "Priester der Klio".