Aktuelles
Anmeldung zum Beratungsgespräch (FW-OM) im WS 2025/26
Zum Anmeldeformular
Die Anmeldung ist bis zum 15.02.2026 möglich.
Anschließend wird an dieser Stelle die Aufteilung der Studierenden auf die Professoren bzw. Professorinnen zum Beratungsgespräch sowie Informationen zur Durchführung der Gespräche veröffentlicht.
KI-Duett Projekt am Tag der Lehre 2026
Beitrag im Aktuellen Bericht (SR)
Die Professur für Geschichte des Mittelalters beteiligte sich mit dem Projekt KI-Duett an dem "Tag der Lehre" der Universität des Saarlandes (23.01.2026). Dabei geht es darum, wie generative KI in der geschichtswissenschaftlichen Hochschullehre oder beim Quellenstudium sinnvoll eingesetzt werden kann. Einen kurzen Einblick dazu zeigte der SR im Aktuellen Bericht – der vollständige Beitrag ist in der SR-Mediathek abrufbar.
Vortrag: Ungewissheit in diplomatischen Austauschprozessen und Verhandlungen im Spätmittelalter
Im Rahmen der interdisziplinären Vortragsreihe Deutsch-Französischer Diskurs des Frankreich-Zentrums der UdS (Pôle France).
Zeit: 5. Februar 2026, 16.15 Uhr
Ort: Universität des Saarlandes, Campus B3 1, Raum 2.18, 66123 Saarbrücken
Referent: Prof. Dr. Stéphane Pequignot (École pratique des hautes études (EPHE) – PSL, Paris)
Gastgeberin: Prof. Dr. Cristina Andenna (Geschichte)
Der diplomatische Austausch und insbesondere die diplomatischen Verhandlungen finden häufig in einem Horizont der Ungewissheit statt. In diesem Vortrag soll dieses in der Geschichtsschreibung wenig beachtete Phänomen aus drei sich ergänzenden Blickwinkeln betrachtet werden. Zunächst sollen Entwicklungen im Umgang mit Unsicherheit und Zweifel in der Diplomatie aufgezeigt werden. Dazu werden Fürstenspiegel, Botschafterberichte und Kommunikation zwischen den Mächten herangezogen sowie Schriften über die Kunst des Verhandelns untersucht. Ein weiterer Schwerpunkt liegt darauf, die Situationen und Ereignisse im Spätmittelalter, insbesondere im westlichen Mittelmeerraum, in denen die verschiedenen Akteure der Diplomatie mit Ungewissheit konfrontiert waren, zu charakterisieren. Angesichts dieser wiederkehrenden Schwierigkeiten bildete sich ein Verhandlungs-Know-how heraus. Dieses wird durch eine vergleichende Studie der dokumentarischen und kurialen Praktiken von Botschaftern sowie durch Fallstudien in diplomatischen Krisensituationen untersucht. Dieser Forschungsvorschlag ist Teil einer historiografischen Bewegung, in der die in Deutschland, Frankreich und anderen Ländern durchgeführten Forschungen seit etwa zwanzig Jahren im regelmäßigen Austausch stehen.
Vortrag auf Deutsch.

Die Grenzen der Verweisung
Fraktalität und Strafpraxis im frühneuzeitlichen Alten Reich
Falk Bretschneider (EHESS Paris)
Vortrag im Rahmen der Reihe Deutsch-Französischer Diskurs in Kooperation mit dem Frankreichzentrum der Universität des Saarlandes
29.01.2026 | 16 Uhr c.t. | Hörsaal I - Raum 0.14
Die Verbannung aus einer Stadt oder einem Territorium gehörte in der Frühen Neuzeit zu den häufigsten Sanktionen der Kriminalgerichtsbarkeit. Aus ihrer Geschichte lässt sich deshalb viel über die Konstruktion von Zugehörigkeit in vormodernen Gesellschaften lernen. Gleichzeitig eröffnet die Strafe einen faszinierenden Zugang zu den spezifischen räumlichen Strukturen des Alten Reiches und den Formen des Umgangs mit ihnen. Ihre Praxis und ihre Erfahrung fußten in einer Allgegenwart von Grenzen, die weniger Räume voneinander trennten als soziales Handeln strukturierten. Um ihre Realität besser zu verstehen, bietet sich das Konzept der „Fraktalität“ an, das versucht, das komplexe Zusammenspiel verschiedener Handlungsebenen im Reich (lokal – territorial – imperial) analytisch zu fassen. Der Grenze kommt dabei eine wichtige Rolle zu: nicht als feste Linie, sondern als ein flexibler, symbolisch aufgeladener Ort, an dem soziale, rechtliche und politische Ordnungen verhandelt und reproduziert wurden – eine „Fabrik des Fraktalen“, in der Herrschaft ebenso wie soziale Zugehörigkeit fortwährend erzeugt und zugleich zur Disposition gestellt wurden.
Le bannissement d’une ville ou d’un territoire comptait, à l’époque moderne, parmi les sanctions les plus fréquentes de la justice criminelle. Son histoire permet ainsi de mieux comprendre la construction de l’appartenance dans les sociétés modernes. En même temps, cette peine offre un accès fascinant aux structures spatiales spécifiques du Saint-Empire et aux formes pratiques de leur gestion. Sa mise en œuvre comme son expérience reposaient sur une omniprésence des frontières, qui ne séparaient pas tant des espaces qu’elles ne structuraient les pratiques sociales. Pour mieux appréhender cette réalité, le concept de « fractalité » s’avère particulièrement fécond : il vise à analyser l’articulation complexe entre les différents échelles d’action dans l’Empire — local, territorial, impérial. La frontière y joue un rôle central, non comme ligne fixe, mais comme lieu flexible et symboliquement chargé, où les ordres sociaux, juridiques et politiques étaient négociés et reproduits – une véritable « fabrique du fractal », où pouvoir et appartenance sociale étaient sans cesse produits et en même temps remis en question.
Wohnungsbau für Bergleute
Eigenheime, Werkswohnungen und institutionelle Verflechtungen im Saarbergbau
Joana Baumgärtel, Universität des Saarlandes
29.01.2026 | 18:00 Uhr | Historisches Museum Saar (Schlossplatz 15 | 66119 Saarbrücken)
Der saarländische Steinkohlenbergbau prägte nach 1945 als größter Arbeitgeber und zentraler Wirtschaftsfaktor maßgeblich die Sozialpolitik an der Saar. Besonders sichtbar wurde dies im Bergarbeiterwohnungsbau, der als Teil der Lohn- und Sozialpolitik fungierte und die Versorgung mit Werkswohnungen und Eigenheimen stabilisierte. Unter der französischen Régie des Mines de la Sarre wurde das Thema Wohnen jedoch bewusst aus der direkten Verantwortung der französischen Bergverwaltung herausgelöst: Die 1949 gegründete Stiftung für Wohnungsbau der Bergarbeiter (StWB) übernahm die Steuerung der sozialpolitischen Wohnraummaßnahmen und etablierte sich als dauerhafte, unabhängige Akteurin.
Die institutionelle Auslagerung des Wohnungsbaus entzog den Bereich des Bergarbeiterwohnungsbaus den politischen Auseinandersetzungen in einer Übergangsphase, in der andere Bereiche stark von deutsch-französischen Interessen überlagert waren. Zugleich sicherte die frühe Beteiligung an Wohnbauprogrammen der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) ab 1956 eine externe europäische Finanzierung. So blieb die Wohnraumversorgung der Bergleute in einer Phase politischer Umbrüche bemerkenswert stabil.
Joana Baumgärtel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kultur- und Mediengeschichte der Universität des Saarlandes und arbeitet in Projekten zur Bergbaugeschichte und Industriekultur. Ihr Dissertationsprojekt untersucht sozialpolitische Verflechtungen zwischen Bergarbeitern, Unternehmen und Staat im saarländischen Steinkohlenbergbau. Publikationen u. a. zum Arbeiterwohnungsbau und zu Formen bergbaubezogener Eigenheimförderung nach 1945.
Stream unter: https://landesgeschichte-saar.de/stream/
Vorlesungsreihe Raumschiff Erde: Die Kleine Eiszeit
Wie haben wir die letzte Klimakrise bewältigt?
Prof. Dr. Dominik Collet (Department of Archaeology, Conservation and History, University of Oslo)
Im Rahmen der fachrichtungsübergreifenden Vorlesungsreihe “Raumschiff Erde - Klimawandel” laden Scientists for Future in Kooperation mit den Professuren Geschichte des Mittelalters, Geschichte der Frühen Neuzeit und Kultur und Mediengeschichte zum Vortrag “Die Kleine Eiszeit. Wie haben wir die letzte Klimakrise bewältigt?” von Prof. Dr. Dominik Collet (Department of Archaeology, Conservation and History, University of Oslo).
Der Vortrag findet am 11. 12. 2025, 16 Uhr c.t. im Gebäude C4.3 Raum 0.03 statt.
Wir freuen uns auf Ihre Kommen!

Brückenbau verboten?
Athen, Rom und die Frage nach dem Politischen in Europa und den USA
Prof. Dr. Uwe Walter, Prof. für Allgemeine Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Alten Geschichte, Universität Bielefeld
Mittwoch, 26. Nov. 2025, 18 Uhr c.t.
Campus, Geb. B3 2, Hörsaal 0.03
Die Zeiten erbaulicher Sonntagsbesinnungen auf das geistige und kulturelle Erbe der Antike, wie sie nach dem 2. Weltkrieg verbreitet waren und bis vor kurzem in bildungsbürgerlichen Rückzugsräumen ihren Platz hatten, sind wahrscheinlich vorbei – dafür haben nicht zuletzt das Abreißen der Wissens- und Traditionsfäden sowie die postkoloniale Kritik am angeblich zu weißen, zu männlichen, zu eurozentrischen Kanon gesorgt. Dennoch poppen Elemente der Epoche immer wieder einmal auf: in feministischen Nacherzählungen der griechischen Mythologie oder in Social Media-Hypes um das Römische Reich und verlorene Männlichkeit. Doch auch dort, wo es ernsthaft um Transformationen des Politischen geht, vermag ein Blick auf die Antike den Blick zu schärfern, mag es sich dabei um die Phänomenologie und Bewertung caesaristischer bzw. populististischer Politik handeln, um Losverfahren im alten Griechenland und die Aporien aktueller demokratischer Systeme oder auch um die oft unterschätzte Differenz zwischen Republik und Demokratie. Der Vortrag sucht die Diskursfelder zu vermessen, nicht im Sinne von Handlungsanweisungen, sondern um gegenüber Traditionsstiftung wie Traditionsverwerfung Begriffe und Konzepte vorzustellen und so den in der Debatte allzu oft waltenden Präsentismus ein wenig aufzubrechen.
Der Fälscher Heinrich Schaeffer (1837–1884)
Eine grenzüberschreitende Biographie zwischen Nennig, Rom und Nizza
Die Kommission für Saarländische Landesgeschichte lädt am 30. Oktober 2025 um 18:15 Uhr zum Jahresvortrag ins Historische Museum Saar (Schlossplatz 15, 66119 Saarbrücken) ein. In Kooperation mit dem Historischen Museum Saar und der Universität des Saarlandes spricht Dr. Alexander Hilpert über das Leben des Fälschers Heinrich Schaeffer.
Heinrich Schaeffer verließ 1855 als junger Handwerker den Saar-Mosel-Raum und kehrte 1866 als gefeierter Künstler zurück. In Nennig versuchte er sich an der römischen Villa als Archäologe und täuschte mit gefälschten Malereien und Inschriften die regionalen Eliten in den Geschichtsvereinen. Nachdem ihn Theodor Mommsen als Hochstapler entlarvt hatte, ging Schaeffer nach Rom, wo er als antiklerikaler Journalist mit Falschmeldungen und Verschwörungserzählungen die Öffentlichkeit beeinflusste. Nachdem der Kontakt zu seiner Familie in Trier und Saarbrücken längst abgebrochen und er in Stuttgart bereits für tot erklärt worden war, gelang es ihm um 1880 erneut, die regionalen Eliten in Nizza mit Kunstfälschungen zu betrügen und die französische Kunstgeschichte nachhaltig zu verfälschen. Der Vortrag stellt die grenzüberschreitende Biographie und die Fälschungsstrategien eines nahezu vergessenen Protagonisten der saarländischen Landes- und europäischen Kulturgeschichte vor.
Dr. Alexander Hilpert ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere Geschichte und Landesgeschichte und leitet die Lernwerkstatt „Geschichtsunterricht digital“ an der Universität des Saarlandes. Seine 2025 erschienene Dissertation, die Gegenstand des Vortrages ist, wurde mit dem Dr.-Eduard-Martin-Preis der Universitätsgesellschaft des Saarlandes ausgezeichnet und war für den Hedwig-Hintze-Preis des Verbands der Historiker und Historikerinnen Deutschlands nominiert.
Die Teilnahme ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Der Vortrag wird gestreamt unter: landesgeschichte-saar.de/stream
Vortragsreihe - Von der Saarabstimmung 1955 bis zur ‚Kleinen Wiedervereinigung‘ 1957
Am 29. Oktober 2025 um 18 Uhr startet im Historischen Museum Saar die Vortragsreihe der Kommission für Saarländischen Landesgeschichte „Von der Saarabstimmung 1955 bis zur ‚Kleinen Wiedervereinigung‘ 1957“. In Kooperation mit der Staatskanzlei des Saarlandes, dem Historischen Museum Saar und der Universität des Saarlandes beleuchtet die Reihe den Weg des Saarlandes von der Ablehnung des Saarstatuts bis zum Beitritt zur Bundesrepublik. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Der Tag der Deutschen Einheit ist vorbei, doch es jährt sich ein anderer Wiedervereinigungsprozess zum 70. Mal: der Weg des Saarlandes von der Abstimmung über das Saarstatut 1955 bis zum Beitritt zur Bundesrepublik 1957. Zum Auftakt spricht Dr. Hans-Christian Herrmann, Leiter des Stadtarchivs Saarbrücken, über „Der 23. Oktober 1955: Niederlage der Ja-Sager oder Scheinsieg von Heinrich Schneider? Zur Neubewertung eines historischen Datums“.
Der Vortrag beleuchtet das Abstimmungsergebnis neu, zeigt politische Kontinuitäten von der Ära Hoffmann bis in die 1970er Jahre und plädiert für eine würdige Erinnerungskultur an dieses zentrale Kapitel saarländischer Geschichte.
Die Reihe nimmt neben der politischen Entwicklung auch Themen wie die deutsch-französischen Beziehungen, die wirtschaftliche Eingliederung in die Bundesrepublik sowie soziale, kulturelle und ökologische Aspekte in den Blick.
Der Vortrag wird live gestreamt unter landesgeschichte-saar.de/stream

Nachruf Prof. Dr. Elisabeth Fehrenbach († 08.07.2025)
Das historische Institut trauert um die emeritierte Professorin für Neuere Geschichte Prof. Elisabeth Fehrenbach, die vom Sommersemester 1979 bis 2003 am Saarbrücker Historischen Institut gewirkt hat. Am 24. Dezember 1937 in Düsseldorf geboren, studierte sie seit dem Wintersemester 1958/59 Geschichte und Germanistik an der Universität zu Köln, wechselte im Studienjahr 1959/60 an die Albert Ludwig-Universität Freiburg und kehrte dann wieder nach Köln zurück, wo sie 1964 „mit Auszeichnung“ das Staatsexamen ablegte. Von 1965 bis 1968 war sie zunächst als Verwalterin einer Assistentenstelle und dann als wissenschaftliche Assistentin in der Forschungsabteilung des Historischen Seminars der Universität Köln tätig und wurde im Sommersemester 1967 mit der von Prof. Dr. Theodor Schieder betreuten Dissertation „Wandlungen des deutschen Kaisergedankens 1871-1918“ mit summa cum laude promoviert. Von 1968 bis 1972 wirkte Frau Fehrenbach als wissenschaftliche Assistentin am Historischen Seminar der Justus-Liebig-Universität Gießen und zeitweise als Assistentin des Generalsekretärs Prof. Dr. Lothar Gall bei den historischen Ausstellungen im Reichstagsgebäude in Berlin und in der Paulskirche in Frankfurt am Main „1871 – Fragen an die deutsche Geschichte“.
Im Wintersemester 1972/73 habilitierte sie sich mit einer Studie mit dem Titel „Traditionale Gesellschaft und revolutionäres Recht. Die Einführung des Code Napoléon in den Rheinbundstaaten“ in Gießen im Fach „Mittlere und Neuere Geschichte“ und wurde am 8. Dezember 1972 zur Professorin ernannt. Die Arbeit erschien dann in mehrere Auflage und wurde 1980 ins Spanische übersetzt.
Nach Gastprofessuren und Lehrstuhlvertretungen in Köln, Heidelberg und Düsseldorf übernahm Frau Fehrenbach im Sommersemester 1979 den Saarbrücker Lehrstuhl für Neuere Geschichte, den sie bis zu ihrer Emeritierung im Sommersemester 2003 innehatte. Ihre sehr sorgfältig vorbereiteten Vorlesungen fanden im HörsaaI I stets ein großes interessiertes Auditorium, in ihren anspruchsvollen Seminaren prägte sie ebenso Generationen von Studierenden und leitete auch vor dem 200. Jahrestag ein Teilprojekt der VW-Stiftung über die „Resonanz der Französischen Revolution im linksrheinischen Deutschland“.
Ihr beeindruckendes Oeuvre umfasst neben zahlreichen Aufsätzen auch zwei weitere Monographien, die in renommierten Serien erschienen sind, wie das Werk „Vom Ancien Régime zum Wiener Kongress“ als Band 12 der Reihe „Oldenbourg Grundriss der Geschichte“ und „Verfassungsstaat und Nationsbildung 1815-1871“, in der Reihe „Enzyklopädie deutscher Geschichte“.
Dabei reicht ihr Blick auf die Geschichte des 18. und 19. Jahrhunderts von den politischen und gesellschaftlichen Modernisierungsprozessen im Zeitalter der Französischen Revolution über die Epoche des liberalen Verfassungs- und Nationalstaates zum wilhelminischen Kaiserreich und seinen Folgen und sie analysiert dabei den Transfer politischer und sozialer Ideen und Institutionen von Frankreich nach Deutschland.
Schließlich war Elisabeth Fehrenbach nicht nur Mitherausgeberin der „Enzyklopädie deutscher Geschichte“ sondern wirkte unter anderem auch mit bei der „Kommission für die Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien“, im wissenschaftlichen Beirat der „Otto-von-Bismarck-Stiftung“ und der Kommission für saarländische Landesgeschichte.
Mit ihrem wissenschaftlichen Werk, das nationale Entwicklungen stets im europäischen Zusammenhang betrachtete, bereitete Elisabeth Fehrenbach der Europa-Ausrichtung des Historischen Instituts den Weg. Das Historische Institut der Universität des Saarlandes würdigt Prof. Elisabeth Fehrenbach als eine profilierte Wissenschaftlerin, deren Forschung und langjährige Lehrtätigkeit das Fach nachhaltig geprägt haben.
Paradise Lost? Abfall, Recycling und Nachhaltigkeit in der Frühen Neuzeit
Abfall, Recycling und Nachhaltigkeit in der Frühen Neuzeit
in der Reihe Raumschiff Erde - Nachhaltigkeit
Waren vormoderne, vorindustrielle Gesellschaften besonders nachhaltig und können wir vielleicht sogar aus der Geschichte lernen? Am Beispiel von Abfall möchte der Vortrag zeigen, dass die Antwort auf diese Frage ambivalent ausfällt: Wir sollten vorsichtig sein, vormoderne Gesellschaften als besonders nachhaltig zu romantisieren. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass die Geschichtswissenschaft nichts zu den gegenwärtigen Nachhaltigkeitsdiskussionen beizutragen hat. Ihr Potenzial liegt jedoch nicht auf der Ebene einer best practice, die einzelne, gegenwärtig positiv wahrgenommene Phänomene dekontextualisiert. Eine historische Perspektive kann dazu beitragen, aktuelle Diskussionen, um eine historische Tiefenschärfe zu bereichern, um ein nuancierteres Verständnis für das überzeitlich spannungsgeladene Verhältnis von Menschen, Resten und Ressourcen zu erhalten.
Der Vortrag findet am Donnerstag 03.07. um 17:00 Uhr im Großen Hörsaal der Chemie (Gebäude C4.3) statt.
Weitere Informationen entnehmen Sie aus dem Flyer und aus der Ankündigung.
23. Tagung der AG Italien in Zusam-menarbeit mit dem DHI ROM vom 19. bis 21. Juni 2025 in Saarbrücken
Jan Markert: Ein Kaiserreich, kein Bismarckreich: Wilhelm I. im Lichte neuer Quellen
Gastvortrag im Kolloquium zur Westeuropäischen Geschichte am 12. Juni 2025, 16 Uhr c.t., Innovation Centre A2 1,Raum 3.05

Vortragsreihe Medievalia Wintersemester 2024/25
Die Professur Geschichte des Mittelalters der Universität des Saarlandes und der Arbeitsbereich Germanistische Mediävistik der Universität Graz laden wieder herzlich zur digitalen Vortragsreihe Medievalia.
Das Thema des Sommersemesters 2025: “Ehe - Ehebruch - Trennung”
Kolloquium Forschungen zur Geschichte des mittelalterlichen Europas SoSe 2025
Die Professur für Geschichte des Mittelalters lädt herzlich zum Kolloquium
"Forschungen zur Geschichte des mittelalterlichen Europas"
im Sommersemester 2025. Das Kolloquium findet regulär Donnerstags, um 16 Uhr c.t. im Raum 2.18, Gebäude B3 1 statt. Nähere Informationen sowie Informationen zu abweichenden Terminen entnehmen Sie bitte dem Flyer.
Europavortrag: Gescheitertes als Ressource
Europas internationale Organisationen im 20. Jahrhundert und ihr Nachleben
Prof. Dr. Kiran Patel, Neuere und Neueste Geschichte, LMU München
Dienstag, 29. April 2025, 18 Uhr c.t.
Campus, Geb. B3 2, Hörsaal 0.03
Totgesagte leben länger. In den letzten Jahren war häufig von einem möglichen Untergang von EU, NATO, UN und zuletzt der WTO die Rede. Was aber passiert, wenn eine Internationale Organisation tatsächlich aufgelöst wird? Über das Ende und vor allem das Nachleben Internationaler Organisationen wissen wir erstaunlich wenig. Dabei handelt es sich hierbei gerade für die europäische Zeitgeschichte um ein überaus bedeutsames Thema, das auf wichtige methodische, empirische und politische Fragen verweist und spannende Antworten bereithält. Und vielleicht sogar ein bißchen Hoffnung in schwierigen Zeiten.
Vortrag: Saarabstimmung 1935
Im Spannungsfeld gesellschaftlicher Spaltung
Prof. Dr. Gabriele B. Clemens
90 Jahre Saarabstimmung - ein Referendum mit Folgen.
Warum entschied sich 1935 eine überwältigende Mehrheit der Saarländerinnen und Saarländer für den Anschluss an das Deutsche Reich? Wie wurde gestritten und argumentiert? Und welche Rolle spielten die Medien?
Diese Fragen sind aktueller denn je – in einer Zeit globaler Krisen und gesellschaftlicher Spannungen.
KOMMkultur e.V. lädt ein: Zu einem Vortrag von Prof. Dr. Gabriele Clemens über die Hintergründe der Saarabstimmung. Wir freuen uns auf Ihr Kommen und eine spannende Veranstaltung!
Mittwoch, 26.03.2025
19:00 Uhr
Studio, Theater am Ring
Saarlouis
Europavortrag: Seit wann spricht man von West-Europa?
Europabilder im 18. Jahrhundert
Prof. Dr. Renate Dürr, Prof. für Neuere Geschichte, Universität Tübingen
Mittwoch, 15. Januar 2025, 18 Uhr c.t.
Campus, Geb. B3 2, Hörsaal 0.03
Auch wenn die Unterscheidung von ‚Europäern‘ und ‚Griechen‘ (durch lateinische Christen) eine lange Tradition hat, erhielt die Gegenüberstellung von griechischem und lateinischem Christentum erst im Verlaufe der Frühen Neuzeit zunehmend Konnotationen eines Gegensatzes zwischen Ost und West. Nun betonte man nicht mehr nur die Trennung von griechischer und lateinischer Christenheit. Insbesondere seit dem 18. Jahrhundert verband sich dieser Diskurs mit der Vorstellung einer kulturellen Rückständigkeit von Osteuropa. Griechisch-orthodoxe Christen wurden darüber sozusagen ‚orientalisiert‘. In diesem Vortrag diskutiere ich Reiseberichte, Berichte aus jesuitischen Missionen im Osmanischen Reich und Europakarten aus dem 18. Jahrhundert als Momente einer emotionalisierten Auseinandersetzung von ‚West‘-Europäern mit dem europäischen Osten.

Vortrag: Klima, Hunger und Getreide
Die Ankunft der Pest im Mittelmeerraum 1347/48 neu gedeutet
Dr. Martin Bauch (Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO), Leipzig)
Im Rahmen der fachrichtungsübergreifenden Vorlesungsreihe “Raumschiff Erde - Klimawandel” laden Scientists for Future in Kooperation mit den Professuren Geschichte des Mittelalters und Geschichte der Frühen Neuzeit zum Vortrag “Klima, Hunger und Getreide: Die Ankunft der Pest im Mittelmeerraum 1347/48 neu gedeutet” von Dr. Martin Bauch (Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO), Leipzig).
Der Vortrag findet online am 19.12.2024 um 16 Uhr c.t. statt.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Vortrag: Zwischen Kooperation und Bürokratie
Wie die EU in die Grenzregion kommt
Gastvortrag im Rahmen des Kolloquiums Kultur-, Medien- und Gesellschaftsgeschichte am 17.12.2024 um 16:15 Uhr (Gebäude B 3.1 | Raum 3.18)
Postdoc-Projekt im Rahmen des Nachwuchskolleg Europa: https://www.uni-saarland.de/forschen/nachwuchskolleg-europa/mitglieder/kollegiatinnen/connor.html
Wie immer wird die Veranstaltung auch online übertragen.
Zugangslink MS-Teams

Vortrag: Anbruch der neuen Zeit
Das dramatische 16. Jahrhundert
Die Kolloquien der Professuren für Geschichte des Mittelalters, für Geschichte der Frühen Neuzeit und für Deutsche Literatur des Mittelalters und Deutsche Sprache laden herzlich zum Vortrag von Prof. Marina Münkler (TU Dresden) am 12. Dezember 2024.
Titel des Vortrages: Anbruch der neuen Zeit. Das dramatische 16. Jahrhundert
Ort: Gebäude B 3 2, Raum 0.03, Universität des Saarlandes
Zeit: 16 Uhr c.t.
Wir freuen uns auf Ihr kommen!
Der Vortrag kann auch Online per MS-Teams mitverfolgt werden.
Vortrag: Deindustrialisierung, Emotionen und mediale Darstellung
Eine deutsch-französische vergleichende Perspektive
Raphael Pernoud (Straßburg)
"Deindustrialisierung, Emotionen und mediale Darstellung: eine deutsch-französische vergleichende Perspektive"
Gastvortrag im Rahmen des Kolloquiums Kultur-, Medien- und Gesellschaftsgeschichte am 10.12.2024 um 16:15 Uhr (Gebäude B 3.1 | Raum 3.18)
Dissertationsprojekt im Rahmen von DesinEE (https://www.uni-saarland.de/lehrstuhl/lemmes/forschung/dfg-anr-projekt-desinee.html)
Wie immer wird die Veranstaltung auch online übertragen.
Vortragslink (Teams)

Neue Publikation: Sport | Frankreich | Deutschland - Transnationale Perspektiven in Geschichte und Gegenwart / Sport | France | Allemagne - Histoire et présent dans une perspective transnationale
Philipp Didion / André Gounot / Dietmar Hüser / Manfred Lämmer (Hg.), Sport | Frankreich | Deutschland - Transnationale Perspektiven in Geschichte und Gegenwart / Sport | France | Allemagne - Histoire et présent dans une perspective transnationale, Baden-Baden (Nomos) 2024, 485 S.
Der Blick auf die Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris bietet eine willkommene Gelegenheit, erstmals seit langer Zeit eine Bilanz aktueller wie historischer Strukturen und Trends, Phänomene und Praktiken, Beziehungen und Transfers des Sportgeschehens in Deutschland und Frankreich zu ziehen. Der STADION-Sonderband zielt darauf ab, ein thematisch und disziplinär breites und konsequent transnational ausgerichtetes Sport-Panorama für das lange 20. Jahrhundert zu präsentieren."Sport | Frankreich | Deutschland" unterstreicht damit die Innovationskraft einer Sportgeschichte, die keine Siege, Rekorde und Titel in den Fokus rückt, sondern Sport als ein allumfassendes Gesellschaftsphänomen mit hohem Erkenntniswert für die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse im Wandel der Zeiten versteht.
Vortrag: Die Präsentation des Mittelalters in den Medien der autoritären Rechten
Die Professuren für Geschichte des Mittelalters, für Geschichte der frühen Neuzeit und für Kultur- und Mediengeschichte der Universität des Saarlandes laden herzlich zum gemeinsamen Kolloquiumsvortrag am 5. Dezember.
Prof. Dr. Christoph Dartmann (Hamburg) referiert über “Die Präsentation des Mittelalters in den Medien der autoritären Rechten”.
Der Vortrag findet am 5. Dezember um 16 Uhr c.t. im Hörsaal 0.03 im Gebäude B3 2 der UdS statt.
Wir freuen uns auf Ihr kommen!
Das Historische Institut trauert um Dr. Wolfgang Freund
Am 04.11.2024 ist Dr. Wolfgang Freund, Mitarbeiter und Lehrbeauftragter am Historischen Institut, überraschend verstorben. Wolfgang Freund war ab 2006 Mitarbeiter am Lehrstuhl für “Neuere und Neueste Geschichte” (Prof. Hudemann) und war seitdem in unterschiedlichen Anstellungsverhältnissen, insbesondere als Lehrbeauftragter, am Historischen Institut bzw. am Lehrstuhl für “Europäische Zeitgeschichte” (Prof. Hüser) tätig.
Das Institut verliert damit einen langjährigen Mitarbeiter, der bei Kolleginnen und Kollegen wie auch Studierenden gleichermaßen beliebt war.
In Kürze wird an dieser Stelle ein Nachruf auf Dr. Freund folgen.
Oper und Kaiserstaat im Europa der Habsburger, 1815-1890
Prof. Dr. Axel Körner, Leipzig
Donnerstag, 23. Mai 2024, 18 Uhr c.t.
Campus, Geb. B3 2, Hörsaal 0.03
Die Oper war in der Habsburgermonarchie ein wichtiges Mittel des Austauschs zwischen Nationalitäten, Kronländer und Religionsgemeinschaften, auch zwischen Klassen und Geschlechtern, Zentrum und Peripherie, und unterstützte damit die multinationale Staatsidee Österreichs in den Jahrzehnten nach dem Wiener Kongress. Eine entscheidende Rolle spielte dabei die Verbreitung des Repertoires:
im Original, in Übersetzungen oder in Form von Parodien für die Vorstadttheater; aber auch die Mobilität von Sängern, ganzen Operntruppen und den dazugehörenden Impresari. Eine entsprechende Funktion kam der Kooperation zwischen Opernhäusern und Theatergesellschaften zu, aber auch der Zirkulation von Gebrauchsmusik durch den Notenhandel. Metternich – ein ausgewiesener Kenner der Oper - förderte vor allem die italienische Oper, um damit in den Jahren der Heiligen Allianz eine neu gefundene Harmonie zwischen den Völkern zu stiften. Diese Sichtweise auf die Oper in der Habsburgermonarchie hinterfragt traditionelle Darstellungen, welche Oper im 19. Jh. vor allem als Instrument des politischen Nationalismus sehen. Der Vortrag bietet Einblicke in ein vom ERC gefördertes Forschungsprojekt der Universität Leipzig, in dem HistorikerInnen und MusikwissenschaftlerInnen aus ganz Europa zusammenarbeiten: “Opera and the Politics of Empire in Habsburg Europe, 1815-1914.”

Nachruf Prof. Dr. Kurt-Ulrich Jäschke
Kurt-Ulrich Jäschke wurde in Danzig-Langfuhr geboren – einer Region, die damals erneut im Zentrum europaweiter Krisen stand. Nach seinem Studium der Anglistik, Geschichte und Evangelischen Theologie an den Universitäten Münster und Bonn wurde er dort 1964 unter der Betreuung durch Prof. Dr. Helmut Beumann promoviert mit der Arbeit „Studien zu Quellen und Geschichte des Osnabrücker Zehntstreits unter Heinrich IV.“. Anschließend wirkte er als Assistent Beumanns am Institut für Mittelalterliche Geschichte der Philipps-Universität Marburg. Dort habilitierte er sich 1969 mit einem Werk über „Die älteste Halberstädter Bischofschronik“. Im Wintersemester 1972/73 vertrat er den Lehrstuhl für Mittlere Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.
1975 wurde Jäschke auf die Professur für Geschichte des späten Mittelalters am Historischen Institut der Universität des Saarlandes berufen. Hier wirkte er mit großem Engagement bis zu seiner Pensionierung 2003 und blieb darüber hinaus sehr präsent und aktiv. 1976-1978 und 1996 war er Geschäftsführender Professor des Historischen Instituts. Sein Wirken als Prodekan des damaligen Fachbereichs „Grundlagen- und Geschichtswissenschaften“ 1990-1994 fiel in die Jahre der ersten von der Landesregierung verfügten großen Sparwelle an der Universität. Ihr begegnete er mit besonderer konstruktiver Umsicht und Verantwortung für das Gesamtprofil seiner Fakultät und damit der Universität.
An der Universität des Saarlandes leitete er, als Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz und der Deutschen Regestenkommission, bis 2016 die Arbeitsstelle der Regesta Imperii zu dem König und Kaiser des Deutschen Reiches aus dem Herrscherhaus Luxemburg Heinrich VII. Dies betraf Europa von Böhmen bis zur Normandie. Zu seinen zahlreichen Tätigkeiten für das Saarland zählt insbesondere der Vorsitzen der Kommission für Saarländische Landesgeschichte 2000-2005.
Jäschke schrieb ebenso konzentriert wie anschaulich und oft mit leisem Humor, seine Werke erreichten auch deshalb ein breiteres Publikum. Seine Forschungsschwerpunkte griffen über die offizielle Bezeichnung seiner Professur weit hinaus - beispielsweise in seinen Arbeiten zur Weinwirtschaft von der Spätantike bis zum Untergang des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation anfangs des 19. Jahrhunderts. Zu seinen Schwerpunkten gehörten im Bereich des Mittelalters die Geschichte politischer Ideen, Geschichtsschreibung und Hagiographie, Stadtgeschichte, breite Felder der Wirtschaftsgeschichte, die Geschichte Englands und die Historischen Hilfswissenschaften. Gemeinsam mit der Stadt Heilbronn baute er ein europaweites wissenschaftliches Netzwerk zu den zahlreichen Teilbereichen der Stadtgeschichte auf. Er erforschte Europa im Spätmittelalter und bettete die Geschichte des Reiches in diese ein. Er setzte wichtige weitere Impulse unter anderem bei der Erforschung des Herrscherhauses der Luxemburger und beschäftigte sich intensiv mit dem politischen und kulturellen Wirken von Frauen. Das Verzeichnis seines runden Dutzends umfangreicher und teils auch für ein breiteres Publikum bestimmter konziser Bücher gibt sein Wirken nur unvollkommen wider: Seine wissenschaftlichen Aufsätze hatten häufig ähnlichen Umfang und Tiefgang.
Kurt-Ulrich Jäschke hat das Historische Institut mit seiner Tätigkeit in Forschung, Lehre und Verwaltung geprägt. Er hat zum Profil der Saarbrücker Geschichtswissenschaft und deren europäischer Ausrichtung maßgeblich beigetragen. Die Fachrichtung Geschichte gedenkt seiner mit großer Dankbarkeit.

Europa in (und aus) Bewegung
Migration, Reisen und Grenzüberschreitungen in Europa-Konstruktionen des Mittelalters
Prof. Dr. Klaus Oschema
Mittwoch, 10. Januar 2024, 18 Uhr c.t.
Campus, Geb. B3 2, Hörsaal 0.03
Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Mittelalters gerne als jene Phase beschrieben, in der die kulturellen Grundlagen für die spätere Entwicklung Europas gelegt wurden. Dabei hob man Phänomene wie die Christianisierung oder das Städtewesen hervor, vernachlässigte aber den Blick auf den Einsatz des Wortes „Europa“ durch die Zeitgenossen. Die Untersuchung von dessen durchaus eigenständiger Entwicklung kann aber überraschende Perspektiven eröffnen: Angesichts der aktuellen Debatten um Migrationsphänomene fällt etwa auf, dass die
Entstehung der in Europa verorteten Völker zumeist mit Migrationsgeschichten erklärt wurde. Dabei spielte ab dem Hochmittelalter die Grenze zwischen Europa und Asien eine prominente
Rolle. Der Vortrag will zeigen, wie die Entwicklung der mittelalterlichen Europa-Vorstellung grundlegend mit Bildern von Migration und Reisen verbunden ist.
Vortragsankündigung Kultur- und Mediengeschichte
Die Kultur- und Mediengeschichte lädt zu zwei außerordentlichen Vorträgen innerhalb des Kolloquiums ein:
Mia Berg/Andrea Lorenz (Bochum/Hamburg):
Soziale Medien in der Geschichtswissenschaft
Potenziale und Herausforderungen zwischen Digital, Media und Public History
Dienstag, 21.11.2023
16:00-18:00 Uhr
B3.1, Großer Sitzungssaal, Raum 0.11
Axel Dröber (Habilitationsprojekt, DHI Paris):
Dritte Republik und deutsche Bevölkerung
Geschichte der französischen Einbürgerung im ehemaligen Elsass-Lothringen nach dem Ersten Weltkrieg (1918–1939)
(in Kooperation mit dem Kolloquium Geschichte der Frühen Neuzeit)
Dienstag, 23.01.2024
16:00-18:00 Uhr
B3.1, Großer Sitzungssaal, Raum 0.11
Das gesamte Kolloquiumsprogramm gibt es hier als PDF-Download.
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