Litauen 2012/2013

Prof. Dr. Rūta Eidukevičienė

Geboren bin ich in einer kleinen Stadt an der Memel, umgeben von einer sehr malerischen Landschaft. Vermutlich kommt daher mein Interesse  an Kunst und Literatur, aber auch mein Wohlbefinden in der Natur. Nach dem Abitur 1993 habe ich zunächst Geschichte und später Germanistik an der Vytautas Magnus Universität in Kaunas studiert. Auf das Bakkalaureatsstudium folgte 1997 bis 1999 das Magisterstudium der Allgemeinen Literaturwissenschaft an der Universität Vilnius, der ältesten Universität des Landes. Im Rahmen des Magisterstudiums habe ich ein Jahr als Austauschstudentin an der Universität des Saarlandes verbracht.

Von 1999 bis 2003 war ich als Lektorin für Germanistik an meiner Alma Mater, der Vytautas Magnus Universität, tätig, zugleich habe ich an meinem Dissertationsprojekt gearbeitet. Im Jahr 2003 habe ich im Fach Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität des Saarlandes mit einer Arbeit zur deutschen Gegenwartsliteratur promoviert. Während zahlreicher Studien- und Forschungsaufenthalte in Saarbrücken konnte ich viele Kontakte knüpfen, die mich in den letzten Jahren immer wieder zurück ins Saarland gezogen haben.

Seit 2003 arbeite ich als Dozentin für deutsche Sprache und Literatur. Von 2003 bis 2008 war ich Leiterin des Lehrstuhls für deutsche und französische Philologie, von 2008 bis 2010 Prodekanin an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Vytautas Magnus Universität in Kaunas. In meiner Position als Prodekanin für internationale Beziehungen war ich für die Entwicklung der Zusammenarbeit mit zahlreichen europäischen Universitäten und die Projektarbeit zuständig. Betreut habe ich beispw. Projekte wie das Erasmus Intensivprogramm (IP) „Vielfalt auf (kl)einem Raum, Heterogenität und Hybridität in Literatur und Kultur Mitteleuropas am Beispiel von Vilnius“ (2009–2011) oder die internationale Sommerschule „Literatur und Kultur in Transformationsgesellschaften“ (September 2008). Da ich zunächst Geschichte und später Literaturwissenschaft studiert habe, ist es für mich wichtig, sowohl in meinen wissenschaftlichen Publikationen als auch in meinen Lehrveranstaltungen interdisziplinär vorzugehen und verschiedene kulturwissenschaftliche Perspektiven zu integrieren.

Ich lebe mit meiner Familie in Kaunas, in der zweitgrößten Stadt Litauens. Zu meinen Hobbys zählen vor allem Lesen und Reisen. Ich lege großen Wert darauf, neue Kulturen und Menschen kennenzulernen und dadurch auch zahlreiche neue Anregungen zu bekommen.

 

Litauen

Litauen (lit. Lietuva) ist ein Staat in Nordeuropa und mit 3 Millionen Einwohnern das größte der drei baltischen Länder. Flächenmäßig ist es ungefähr so groß wie Irland, größer aber als die Niederlande, Belgien, Dänemark oder die Schweiz. Gerne weisen die Litauer darauf hin, dass nach geographischen Abmessungen des nationalen Geografieinstituts Frankreichs der geometrische Mittelpunkt Europas etwas nördlich von der litauischen Hauptstadt Vilnius liegt.

 

Litauens Landschaft ist flach, der höchste Punkt mit 293,8m über dem Meeresspiegel ist der Hügel Juozapines. Das Land ist reich an Flüssen und Seen. Der größte Fluss ist die Memel (lit. Nemunas), die in Weißrussland entspringt und in die Ostsee mündet. Im Tal der Memel ist im Zusammenleben von Litauern, Deutschen, Juden, Polen, Weißrussen und Russen über Jahrhunderte hinweg eine einzigartige Kulturlandschaft entstanden.

 

Litauen hat gemeinsame Grenzen mit Lettland, Weißrussland, Polen und dem russischen Kaliningradgebiet. Im Westen grenzt Litauen an die Ostsee. Der Küstenlänge beträgt 100 km.

 

Das Klima Litauens zeichnet sich durch deutlich ausgeprägte Jahreszeiten aus. Das Land befindet sich in einer Übergangszone zwischen dem kontinentalen Klima Osteuropas und dem milden maritimen Einfluss der Ostsee. Die Sommer sind nicht sehr heiss (+17° C) und die Winter nicht allzu kalt (-3/-6° C). Die meisten sonnigen Tage erlebt man an der Küste, insbesondere auf der Kurischen Nehrung, die mit ihren weiträumigen Stränden und riesigen Wanderdünen sowohl unter Einheimischen als auch unter Touristen als beliebtes Reiseziel gilt. Im Jahr 2000 wurde die Kurische Nehrung von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

 

Lehrveranstaltungen

Wintersemester 2012/13:

1. Eckdaten litauischer Geschichte im Kontext von Geschichtsschreibung und nationalem Gedächtnis

2. Litauen als Transformationsgesellschaft: Soziales und kulturelles Leben nach 1990

3. Die "verschwundenen" Nachbarn (Teil I): Jüdisches Leben in Litauen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

4. Das Memeltal als europäische Kulturlandschaft

 

Sommersemester 2013:

1. Die "verschwundenen" Nachbarn (Teil II): Die Shoah in Litauen

2. Geschichte, Kultur und Literatur der Stadt Vilnius

3. Litauische Literatur des 20. Jahrhunderts

4. Litauen aus europäischer Perspektive: Text- und Filmanalyse

5. Exkursion nach Litauen: Vilnius, Kaunas, Klaipeda – auf den Spuren der multikulturellen Vergangenheit und Gegenwart der drei litauischen Städte

Kontakt

Dr. Rūta Eidukevičienė
Vokiečių ir prancūzų filologijos katedra
K. Donelaičio g. 52-512,
LT-44244 Kaunas
Tel.: ++ 370 37 327837
E-Mail: r.eidukeviciene(at)hmf.vdu.lt