Lunchtime Lectures

Das ZeLL bietet in einem Kurzformat für die Mittagspause kostenlos kurze Einführungen in verschiedene wissenschaftliche Fragestellungen an. Hier ist Raum für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die aktuelle Forschungsergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen wollen, aber auch für unsere Dozentinnen und Dozenten, die spannende Themen auf Lager haben und kurze Impulsvorträge dazu anbieten möchten.

 

Wintersemester 2026/27

LL 01: Die „Felsgrottenmadonna“ von Leonardo da Vinci

Auch ohne Umweg über Dan Brown hat das 1483 bis 1486 entstandene, rund zwei Meter hohe Tafelbild Leonardos eine besondere Aufmerksamkeit verdient: Die Auftraggeber, eine Mailänder „Bruderschaft der Unbefleckten Empfängnis“, haben es nämlich abgelehnt, so dass für sie eine zweite Version mit kleinen Änderungen erstellt werden musste. Beide Fassungen sind erhalten, die ältere erwarb der französische König, sie befindet sich im Louvre. Und sie fasziniert bis heute, trotz eines problematischen Erhaltungszustandes. Sehr viele der später entstandenen Madonnenbilder zeigen den Einfluss von Leonardos Komposition – was also hat er anders, was neu gemacht, woran hat sich der Ärger damals entzündet? 

Dozent: Dr. Bernhard Wehlen 
Kontakt: b.wehlen[at]mx.uni-saarland.de 
1 Termin 20.10.2026 
Tag und Uhrzeit: Dienstag, 12.15–13.15 Uhr 
Ort/Format: MS Teams

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LL 02: Narzissmus gilt in den sozialen Medien als toxisch, ADHS hingegen als Nice-to-have – warum eher das Gegenteil der Fall ist

TikTok und Instagram haben klinische Psychodiagnosen für sich entdeckt. Influencer kommunizieren insbesondere einem jüngeren Publikum, wie es tiefgreifende Krankheitsbilder wie das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) auch ohne Fachstudium und klinische Erfahrung ganz einfach bei sich selbst diagnostiziert oder bei anderen erkennt. Bemerkenswerterweise haben die sozialen Medien dadurch nicht nur die Sensibilisierung für Psychodiagnosen erhöht, sondern es gibt in den letzten Jahren tatsächlich auch mehr klinische Befunde und wissenschaftliche Studien zu bestimmten Störungsbildern. Die potenziellen Risiken sozialer Medien als Informationsquelle, die durch Fehlinterpretationen und die Trivialisierung von Psychodiagnostik entstehen, sollten jedoch reflektiert werden.

Dozent: Dr. Jeremia Mark Hoffmann 
Kontakt: hoffmann[at]praxisgerolstein.de 
1 Termine am 28.10.2026
Tag und Uhrzeit: Mittwoch, 12.15–13.15 Uhr 
Ort/Format: MS Teams

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LL 03: Der Isenheimer Altar

Das Hauptwerk von Mathias Grünewald entstand zwischen 1512 und 1516 und ging in die Geschichte ein als einzigartige Darstellung des Leidens Christi am Kreuze, das dem Betrachter geradezu ein physisches Miterleben der Kreuzigung vermittelt. Diese besondere Ausdrucksdichte erklärt sich vor allem aus der Funktion des Altars. Das Kloster Isenheim war auch Pilgerstätte, Herberge und Hospital. In ihm wurden Kranke, die an dem Antoniusfeuer litten, bis zu ihrem Tode gepflegt. Sie sollten angesichts des Leidens Christi, aber auch in der lichterfüllten Auferstehungstafel Sinn in ihrem eigenen Leiden finden und ihrer Erlösung entgegensehen.

Dozent: Michael Wack 
Kontakt: michael_wack[at]t-online.de 
1 Termin am 10.11.2026
Tag und Uhrzeit: Dienstag, 12.15–13.15 Uhr 
Ort/Format: MS Teams 

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LL 04: Schreibende Gottheiten – Gottheiten des Schreibens

Im vergangenen Semester wurde im Rahmen einer Lunchtime Lecture die Entstehungsgeschichte der frühen Schrift, namentlich der mesopotamischen Keilschrift, vorgestellt. In Mesopotamien, aber nicht nur dort, galt die Schrift als eine göttliche Kunstfertigkeit, die den Menschen übergeben worden war. Dementsprechend verehrte man Gottheiten, die speziell für Schrift und Schreiber zuständig waren. Gleiches lässt sich auch für andere antike Kulturen, etwa Ägypten oder Indien sagen. Ein vielleicht überraschender Aspekt ist dabei, dass zahlreiche dieser Kulturen weibliche Schreibergottheiten kannten. Die Lunchtime Lecture wird diese vorstellen.

Dozentin: Dr. Ulrike Bock 
Kontakt: ulrike.bock[at]uni-saarland.de 
1 Termin 08.12.2026 
Tag und Uhrzeit: Dienstag, 12.15–13.15 Uhr 
Ort/Format: MS Teams 

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LL 05: Digitaler Kolonialismus – Daten als neues Herrschaftsinstrument?

Große Tech-Unternehmen wie „Alphabet“, „Meta“ oder „Alibaba“ kontrollieren die globale digitale Kerninfrastruktur – von Tiefseekabeln und Cloud-Servern bis zu Betriebssystemen. Aktuell ist daher in den Sozial-, Medien- und Politikwissenschaften immer häufiger von „digitalem Kolonialismus“ zu lesen, auch als „Datenkolonialismus“ oder „Techno-Kolonialismus“ bezeichnet. Tech-Giganten nutzen digitale Plattformen und Infrastrukturen, um Länder und Regionen wirtschaftlich, politisch und kulturell zu dominieren und auszubeuten. Analog zum historischen Kolonialismus findet eine Aneignung von Daten und digitaler Infrastruktur statt, die ein geopolitischer Wettbewerb zwischen den USA und China prägt. Kontrovers wird diskutiert, ob der Globale Süden als „Schlachtfeld“ eines neuen „Kalten Krieges“ dient oder Beute des modernen „Hyperkapitalismus“ ist.

Dozent: Dr. Torsten Mergen 
Kontakt: torsten.mergen[at]mx.uni-saarland.de 
1 Termin 13.01.2027 
Tag und Uhrzeit: Mittwoch, 12.15–13.15 Uhr 
Ort/Format: MS Teams 

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Saarland University | Teaching and Learning Centre (ZeLL)
Saarbrücken Campus A4 2 | 66123 Saarbrücken
Monday–Thursday 9 a.m. to 2 p.m. and Friday 10 a.m. to 12 noon
zell[at]uni-saarland.de | Tel. +49 681 302-3533