01.06.2026

80. Geburtstag von Professor Reinhard Wilhelm

Portraitfoto© Raphael Reischuk
Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Wilhelm

Am 5. Juni kann Reinhard Wilhelm, emeritierter Professor für Informatik an der Universität des Saarlandes und Ehrendoktor der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und der Universität Tartu (Finnland), seinen 80. Geburtstag begehen.

Im westfälischen Deutmecke geboren, studierte Professor Dr. Dr. h.c. Reinhard Wilhelm von 1965 bis 1972 Mathematik, Physik und Mathematische Logik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster sowie Informatik an der Technischen Universität München und der Stanford University. 1977 wurde er an der TU München mit einer von Prof. Dr. Jürgen Eickel betreuten Studie promoviert. 1978 folgte er dem Ruf der Universität des Saarlandes, wo sich seit den frühen 70er Jahren ein Forschungsschwerpunkt Informatik etabliert hatte, und übernahm bis zur Emeritierung 2014 den Lehrstuhl für Programmiersprachen und Übersetzerbau. Gleichzeitig agierte er von 1990 bis 2014 als Gründungsdirektor des weltweit renommierten und im Schloss Dagstuhl angesiedelten Internationalen Begegnungs- und Forschungszentrum für Informatik, des heutigen Leibniz-Zentrums für Informatik. 1998 erfolgte die Ausgründung der Firma AbsInt Angewandte Informatik, die Werkzeuge zur Softwarequalitätssicherung erstellt.

In seinen unter anderem von Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Europäischen Union geförderten Projekten und Publikationen widmete sich der Jubilar den Bereichen Programmiersprachen, Übersetzerbau, statische Programmanalyse, eingebettete Systeme, Echtzeitanalysen und Visualisierung von Algorithmen und Datenstrukturen. Professor Wilhelm hat Übersetzergeneratoren mitentwickelt und Softwarewerkzeuge zum Nachweis von Echtzeitanalysen initiiert. Er ist unter anderem Mitgründer des „European Symposium on Programming (ESOP)“ und der „European Joint Conferences on Theory and Practice of Software (ETAPS)“, hat umfangreiche Aktivitäten für die wissenschaftliche Gemeinschaft entfaltet und beispielsweise führende Aufgaben in der „Association for Computing Machinery (ACM)“ übernommen. Nicht zuletzt gehört er der „Academia Europaea“ und der Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina an.

Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte führten den Jubilar unter anderem an die University of California, Berkeley, USA (1983), die Hebrew University und das IBM Israel Scientific Centre (1986), das International Computer Science Institute, Berkeley, USA (1989), die École Normale Supérieure, Paris (1999 und 2008) sowie nach Grenoble (2008 und 2009).

Seine vielfältigen Verdienste sind durch hohe Auszeichnungen, Ehrungen und Preise gewürdigt worden. Der Inhaber des Bundesverdienstkreuzes am Bande, Ehrendoktor der Rheinisch-Westfälischen Technischen Universität Aachen und der Universität Tartu ist ferner unter anderem Träger der Alwin Walther-Medaille der Technischen Universität Darmstadt und des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung, des Gay-Lussac-Humboldt-Preises und der Konrad-Zuse-Medaille der Gesellschaft für Informatik. Weitere Ehrungen erfolgten durch die New Yorker „Association for Computing Machinery“, die IEEE Computer Society Washington D.C. sowie zuletzt 2025 mit dem „ACM SIGBED Technical Achievement Award“.