30.04.2026

Soirée-conférence des sciences de l'Antiquité : À propos des travaux sur le Lexique de la Septante

Das altertumswissenschaftliche Kolloquium findet im Sommersemester in der Regel donnerstags um 18 Uhr in Geb. B3.1, Raum 1.30 statt.

Am 30. April referiert Eberhard Bons (Katholische Theologie, Universität Straßburg): zum Thema: “Zur Arbeit am Historical and Theological Lexicon of the Septuagint”

Kaum lässt sich überschätzen, welch bedeutende Rolle die hebräische Bibel (das sogenannte „Alte Testament“) in der Entwicklung der westlichen Kultur gespielt hat. Ihre zentralen Ideen – wie Monotheismus, Entmythologisierung der Natur oder Linearität der Zeit – mussten im Laufe der Zeit jedoch immer wieder aus ihrem nationalen und sprachlichen Umfeld herausgelöst werden, in dem sie entstanden waren, um auf breiterer Ebene fruchtbar zu werden, namentlich für die griechische Kultur, die eine wissenschaftliche, rationalistische Revolution erlebt hatte. Die Septuaginta – die älteste griechische Übersetzung der jüdischen Bibel, die in den letzten drei Jahrhunderten v.Chr. entstand – war der erste wichtige Schritt in diesem Prozess der Akkulturation.

Das „Historical and Theological Lexicon of the Septuagint“ (HTLS) ist ein groß angelegtes kollektives und interdisziplinäres Projekt mit dem Ziel, ein neues Forschungsinstrument zur Septuaginta zur Verfügung zu stellen: ein mehrbändiges Wörterbuch mit rund 600 umfassenden Artikeln zu jedem wichtigen Wort oder jeder wichtigen Wortgruppe. Wie im Vortrag dargestellt wird, schließt es damit eine bedeutende Lücke in den Bereichen Altphilologie und Religionswissenschaft. Darüber bietet es einen wichtigen Beitrag zur Ideengeschichte der westlichen Welt.