Präsentation und Vernissage am 13. Mai 2026, 18 Uhr, im Foyer der Stiftung Demokratie Saarland (Europaallee 18, 66113 Saarbrücken).
Der Eintritt ist frei. Interessierte sind herzlich eingeladen.
Was wäre, wenn Flüsse, Wälder oder Berge eigene Rechte hätten, wenn Natur nicht länger als Objekt, sondern als Subjekt des Rechts gälte? In der Ausstellung „Rechte der Natur: Eine weltweite Bewegung“ versammelt de Toledo erstmals zentrale Texte einer globalen juristischen Wende: Auszüge aus Verfassungen, Gesetzen und Gerichtsentscheidungen aus Amerika, Ozeanien und Europa, in denen die Natur als Rechtssubjekt anerkannt wird.
Diese Zeugnisse markieren einen tiefgreifenden Umbruch in unserem Verständnis der Welt. Sie stellen die klassische Trennung von Mensch und Natur als Subjekt und Objekt infrage und eröffnen so neue Perspektiven auf das Zusammenleben in einer für die Menschen zunehmend bedrohlichen natürlichen Umgebung im Zeitalter ökologischer Krisen. Zugleich werfen sie – ohne eine eindeutige Antwort zu geben – die Frage auf, inwiefern die Zuerkennung von Rechten an natürliche Entitäten wie Flüsse oder Gewässer ein Schritt zur Neugestaltung, möglicherweise zur Reparatur, eines beschädigten und von Extraktivismus geprägten Naturverständnisses sein könnte.
Die Ausstellung macht außerdem die internationale Tragweite der Bewegung zur Anerkennung von Rechten der Natur sichtbar und erfahrbar. Sie lädt dazu ein, über die verbindenden Elemente dieser internationalen Bewegung und deren Bedeutung für die Demokratie nachzudenken. Zugleich zeigt sie, wie bestimmte Fragestellungen, die an nationale Gesetzgebungen geknüpft sind, in ihren jeweiligen spezifischen Konstellationen verstanden werden können und müssen.
Zeitgleich zeigt die Stiftung Demokratie Saarland das Projekt „River Walks“, das die taiwanesische Kunsthistorikerin Yi-Ting Wang, Fellow des Käte Hamburger Kollegs CURE im Jahr 2025/26, an der Saar durchführt. Die River Walks sind geführte Erkundungen entlang der Saar im Sommer 2026, geleitet von Expertinnen und Experten wie Birgit Metzger, Cleanup Saarland, Susanne Nimmesgern, Jochen Kubiniok und Isabelle Charpentier, die unterschiedliche Perspektiven auf den Fluss eröffnen. Sie ermöglichen eine neue Sicht auf die postindustrielle Flusslandschaft und regen dazu an, sich neue Zukünfte für die Beziehungen zwischen den Menschen und der Saar vorzustellen.
Kontakt
Anna Warum
Wissenschaftskommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail: anna.warum(at)khk.uni-saarland.de
Telefon: +49 (0)681 302-3372