An der Universität des Saarlandes koordiniert Bergita Ganse seit 2021 das Projekt „Smarte Implantate“, in dem Forschungsteams aus Medizin, Ingenieurwissenschaft und Informatik zusammen an maßgeschneiderten Implantaten arbeiten, die im Körper die Frakturheilung kontrollieren und aktiv fördern. Das Projekt wurde von der Werner-Siemens-Stiftung mit acht Millionen Euro gefördert und wird jetzt zum Abschluss nochmals zusätzlich mit einer Million Euro unterstützt. Bei weiteren Forschungsprojekten arbeitet die Medizinerin mit der europäischen Weltraumorganisation ESA, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR und der US-Raumfahrtbehörde NASA zusammen. Zudem werden ihre Forschungsvorhaben von der EU, dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG und durch Bundesministerien gefördert.
Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie zeichnete Bergita Ganse im Oktober 2025 mit dem Innovationspreis für ein neuartiges Verfahren zur Überwachung der Frakturheilung mit handelsüblichen Messgeräten ohne Röntgenstrahlung aus. Für ihre Lehre wurde sie bereits mehrfach prämiert, unter anderem mit dem zweiten Platz des Preises für Hochschullehre der Homburger Fachschaft Medizin. An der Universität des Saarlandes hält sie unter anderem eine Vorlesung zur Weltraummedizin, die nicht nur Medizin-Studierenden offensteht.
Zur Person:
Bergita Ganse studierte Humanmedizin an der Universität Halle-Wittenberg und an der Universität zu Lübeck, wo sie 2007 promoviert wurde. Nach Stationen an der Berliner Charité und der Universitätsklinik Köln forschte sie 2011 bis 2014 am Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt über das muskuloskelettale System im Weltraum sowie über Verletzungen und Knochenadaptation bei Seniorenathleten. Seit 2014 ist sie Fachärztin für Physiologie, trägt seit jenem Jahr auch die Zusatzbezeichnung Sportmedizin und seit 2025 für Notfallmedizin. Seit 2019 ist sie Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie. 2019 habilitierte sie sich zudem in Experimenteller Unfallchirurgie an der RWTH Aachen.
Von 2019 bis 2021 war sie mit einem DFG-Forschungsstipendium an der Manchester Metropolitan University tätig. Beim Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Köln führte Ganse in der Zeit eine Bettruhestudie durch, um zusammen mit NASA und ESA den Muskelabbau im All zu erforschen. Aktuell arbeitet die Medizinerin an einem Projekt auf der Concordia-Station in der Antarktis zum Thema Muskeln und Knorpel.
Fragen beantwortet:
Prof. Dr. med. Bergita Ganse
E-Mail: Bergita.Ganse(at)uks.eu

