13.01.2026

Neuer Professor für Öffentliches Recht, Europarecht und Völkerrecht

Porträtbild
© Maximilian BaierTill Patrik Holterhus wurde zum Professor für Öffentliches Recht, Europarecht und Völkerrecht an der Universität des Saarlandes ernannt. Er wird zugleich als Co-Direktor das Europa-Institut leiten und als Verbundprofessur im Cluster für Europaforschung mitwirken.

Till Patrik Holterhus wurde jetzt zum Professor für Öffentliches Recht, Europarecht und Völkerrecht an der Universität des Saarlandes ernannt. Er wird zugleich als Co-Direktor das Europa-Institut leiten und als Verbundprofessur im Cluster für Europaforschung mitwirken. Bisher war der Jura-Professor an der Leuphana Universität Lüneburg tätig und leitete dort das Center for European and International Law.

Till Patrik Holterhus beschäftigt sich in seinen Forschungsschwerpunkten mit den unions- und völkerrechtlichen Bezügen des deutschen Verfassungsrechts, dem Außenverfassungsrecht der Europäischen Union, dem europäischen Binnenmarkt- und Wirtschaftsrecht sowie dem institutionellen Völkerrecht, dem internationalen Menschenrechtsschutz und dem Wirtschaftsvölkerrecht. Ein weiterer wissenschaftlicher Fokus liegt auf der Theorie der Rechtsstaatlichkeit in staatlichen und überstaatlichen Herrschaftsordnungen. Holterhus hat umfassend zu diesen Themen publiziert, zuletzt hat er das „Handbuch Europäische Souveränität“ herausgegeben.

Seine akademische Arbeit ist von starker internationaler Vernetzung geprägt. So ist Till Patrik Holterhus etwa Gründer und Vorsitzender der „Interest Group on the European and International Rule of Law“ bei der „European Society of International Law (ESIL)“ und hat vor kurzem auf Einladung der Harvard Law School in den USA zum Thema „EU Supranational Militant Democracy“ am Minda de Gunzburg Center for European Studies vorgetragen. Studium, Lehre und Forschung haben ihn in die USA (Berkeley, Yale), nach China (Nanjing), Frankreich (Paris), Irland (Galway), Ungarn (Budapest) und Österreich (Innsbruck) geführt.

Till Patrik Holterhus engagiert sich neben Forschung und Lehre auch in der „Dritten Mission“ von Hochschulen. Er tritt regelmäßig in verschiedenen Medien (Rundfunk, Zeitungen usw.) sowie als Sachverständiger in Anhörungen des Deutschen Bundestages auf und berät die Bundesregierung, politische Parteien und Think-Tanks. Im Februar 2026 wird Till Patrik Holterhus gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und dem Auswärtigen Amt die interdisziplinäre Konferenz „Wirtschaftssicherheit zwischen strategischer Selbstbehauptung und Geoökonomie“ im Europasaal des Auswärtigen Amtes ausrichten. Darüber hinaus hat er zuletzt die Autorenschaft für das Heft „Der Rechtsstaat“ in der Reihe „Informationen zur politischen Bildung/IzpB“ („Schwarze Hefte“) der Bundeszentrale für politische Bildung übernommen. Die Erstauflage umfasst 500.000 Exemplare.

An der Universität des Saarlandes wird er am 1. Februar seinen Dienst aufnehmen.

Mit der Berufung von Prof. Dr. Till Patrik Holterhus gewinnt die Universität des Saarlandes einen renommierten Verfassungs-, Europa- und Völkerrechtler. Als Co-Direktor des Europa-Instituts soll er dessen erfolgreiche Arbeit fortführen und zugleich inhaltlich weiterentwickeln, insbesondere mit Blick auf aktuelle Herausforderungen der europäischen Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, der Zukunft der europäischen Integration und der Resilienz der internationalen Rechtsordnung. Das Europa-Institut feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen und zählt seit seiner Gründung zu den ältesten und renommiertesten Einrichtungen in Deutschland. Es ist seit Jahrzehnten als exzellentes Ausbildungs- und Forschungszentrum für europäisches und internationales Recht etabliert.

Kurzbiografie

Till Patrik Holterhus studierte Rechtswissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen und absolvierte zusätzlich das Magisterstudium „Rechtsintegration in Europa“ an den Universitäten Göttingen und Galway. Im Anschluss an seine Promotion mit einer Arbeit zum europäischen Verwaltungsprozessrecht an der Universität Göttingen und das Referendariat im Bezirk des Oberlandesgerichts Düsseldorf (Station u.a. am Bundesverfassungsgericht) absolvierte Holterhus ein Masterstudium (LL.M.) an der Yale Law School, USA. Seine Habilitation im Jahr 2022 widmete er dem Thema „Der extrovertierte Rechtsstaat“. Nach Vertretungsprofessuren an der Universität Göttingen und der Humboldt-Universität zu Berlin wurde er 2023 zum Universitätsprofessor für Staats- und Verwaltungsrecht, Internationales Öffentliches Recht sowie Rechtsvergleichung an der Law School der Leuphana Universität Lüneburg ernannt. Dort leitete er seit 2023 auch das Center for European and International Law.