26.01.2024

Indische Masterstudentin der Saar-Universität erhält Preis für gesellschaftliches Engagement

junge Frau mit dunklem, langem Haar an einem Tisch sitzend, im Hintergrund der helle Innenhof des KHG-Cafés
© Gerhild SieberDie 26-jährige Masterstudentin Shivaani Anitha Sivakumar erhält den Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für ihren engagierten ehrenamtlichen Einsatz beim Erasmus Student Network (ESN).

Die indische Studentin Shivaani Anitha Sivakumar hat den Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender 2023 gewonnen. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert und wird jährlich an internationale Studierende deutscher Universitäten für hervorragende akademische Leistungen und besonderen gesellschaftlichen oder interkulturellen Einsatz vergeben.

Die Preisverleihung findet am Mittwoch, 31. Januar 2024, von 15 bis 16 Uhr im neuen International Office der Universität des Saarlandes statt (Gebäude A4 4, Campus Center – Erdgeschoss). Alle Interessierten sind eingeladen.

Shivaani Anitha Sivakumar erhält den DAAD-Preis für ihr außergewöhnliches Engagement im internationalen und interkulturellen Ehrenamt: Seit mehr als anderthalb Jahren setzt sich die 26-jährige Masterstudentin beim Erasmus Student Network (ESN) für internationale Studierende ein, seit November 2022 ist sie Präsidentin der lokalen ESN-Gruppe.  

Die Preisträgerin studiert seit 2019 im Masterstudiengang „Embedded Systems“ an der Universität des Saarlandes. Ihren Bachelorabschluss in Mechatronik hat die Mechatronik-Ingenieurin mit Auszeichnung abgelegt – an der Anna Universität in Chennai im Südosten Indiens, eine der führenden technischen Hochschulen des Landes. Um in ihrem Fachgebiet „Robotics“ weiter voranzukommen, entschied sie sich für ein anschließendes Masterstudium in Deutschland, das sie wohl in diesem Jahr abschließen wird. 

Der Beginn ihres Studiums fiel fast exakt mit dem Beginn des Corona-Lockdowns in Deutschland zusammen, so dass sie in Saarbrücken anfangs sehr isoliert war und kaum Kontakte zu anderen Studierenden knüpfen konnte. „Dann habe ich vom Erasmus Student Network (ESN) erfahren. Die Saarbrücker Gruppe organisierte viele Online-Treffen und Abend-Events, über die ich andere Leute kennenlernen konnte – davon habe ich total profitiert“, erzählt die junge Inderin. Das ESN ist ein großes Netzwerk internationaler Studierender in Europa und versteht sich als Plattform, auf der Studierende aus unterschiedlichen Kulturen zusammenkommen. So können sie Freundschaften schließen, interkulturelle Kompetenzen entwickeln und voneinander lernen. „Die Hauptarbeit ist interkulturelles Engagement mit dem gemeinsamen Ziel, anderen zu helfen“, erläutert die Studentin. Im Juni 2022 wurde sie aktives Mitglied der Saarbrücker Gruppe, in der sich 20 bis 30 Freiwillige engagieren. 

Anfangs habe sie nur daran gedacht, für diese internationalen Studierenden Events zu organisieren, erzählt Shivaani Anitha Sivakumar. Doch nachdem sie an einem Treffen aller 44 ESN-Gruppen in Deutschland teilgenommen und einen Workshop über Führungsarbeit in einem internationalen Team belegt hatte, wurde sie im November 2022 zur Präsidentin der Saarbrücker Gruppe gewählt – ein Amt, das sie voraussichtlich bis Oktober 2024 innehaben wird. Seither hat sie vor allem auch Verwaltungs- und Organisationsarbeit zu erledigen. Dazu gehören unter anderem die Teammeetings mit der nationalen Dachorganisation oder die Zusammenarbeit mit Akteuren an der Universität und im Saarland, um beispielsweise finanzielle Mittel für Veranstaltungen einzuwerben.

„Wir stellen unsere Organisation auf dem Campus vor, beispielsweise beim Tag des Auslandsstudiums oder beim Tag der offenen Tür“, erzählt die junge Studentin. Daneben sind unter anderem die wöchentlichen Netzwerktreffen zu organisieren und, in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Internationale Studierende (ZiS), die Welcome Weeks jeweils zu Semesterbeginn. Die ersten beiden Wochen im Semester seien immer besonders intensiv, denn dann finde jeden Abend eine andere Veranstaltung statt. Die Aktivitäten, die Shivaani Anitha Sivakumar und ihre Mitstreiter auf die Beine stellen, reichen vom gemeinsamen Sport über Wanderausflüge oder künstlerisches Arbeiten bis hin zu Partys und einem regelmäßigen Stammtisch. Darüber hinaus organisiert die Gruppe Salsa- oder Bachata-Tanzworkshops. Aber auch die berufliche Qualifizierung ist eines der Ziele ihrer Organisation, daher versucht sie, ESN-Alumni und internationale Experten, die sich aus beruflichen Gründen vorübergehend in Saarbrücken aufhalten, für Vorträge zu gewinnen. 

Um auch die übrigen saarländischen Hochschulen mit ins Boot zu holen und alle internationalen Studierenden im Land zu vernetzen, arbeitet Shivaani Anitha Sivakumar auch mit dem International Office der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) zusammen und hat Kontakte mit den beiden künstlerischen Hochschulen im Land geknüpft. 

Auch wenn es der Corona-Lockdown war, der vor drei Jahren den Ausschlag für ihr ehrenamtliches Engagement im Saarland gab – sich für das Gemeinwohl einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen, scheint der Studentin in die Wiege gelegt: Schon während ihrer Schulzeit in Indien trat sie beispielsweise bei einem nationalen Schülerkongress zum Thema Energiesparen als Repräsentantin ihrer Heimatstadt auf, und als Bachelorstudentin war sie „College Ambassador“ während eines nationalen Tech-Symposiums.

Neben ihrem Ehrenamt stemmt die junge Inderin ihr Studium „Embedded Systems“, das die Disziplinen Mechatronik und Informatik vereint. Im Team von Paul Motzki, Professor für Smarte Materialsysteme für innovative Produktion, forscht sie für ihre Masterarbeit an einem neuartigen robotischen Greifer, der nach dem Prinzip einer weichen, biegsamen Fisch-Flosse funktioniert. Den ersten Entwurf ihrer Arbeit hat sie vor Weihnachten abgegeben. Seit 2020 arbeitet sie zudem als studentische Mitarbeiterin am Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik (ZeMA) in Professor Motzkis Arbeitsgruppe. Er lobt Shivaani Anitha Sivakumar als „talentierte Wissenschaftlerin“ und betont ihr „außergewöhnliches Engagement in der Wissenschaft“.

Weitere Infos: https://www.daad.de/de/der-daad/was-wir-tun/preise-auszeichnungen/daad-preis/

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Beate Meinck
Zentrum für internationale Studierende des International Office (ZiS)
Tel.: 0681 302-71113
E-Mail: Beate.Meinck@uni-saarland.de
www.uni-saarland.de/zis
https://linktr.ee/zis.uds 

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