02.03.2026

Vortragsabend: Geschlechtergerechte Grundlagenforschung – Schlüssel für eine bessere Medizin

Einblicke in die aktuelle Forschung zu Unterschieden zwischen Frauen und Männern in Biologie und Medizin geben Expertinnen und Experten an einem öffentlichen Vortragsabend in Homburg. Dazu lädt das Centrum für geschlechtsspezifische Biologie und Medizin (CGBM) der Universität des Saarlandes alle Interessierten ein. Die Veranstaltung findet aus Anlass des internationalen Frauentages am Montag, 9. März um 19 Uhr im Hörsaalgebäude (Gebäude 35) auf dem Campus Homburg statt.

Nach Grußworten der saarländischen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, des Universitätspräsidenten Prof. Dr. Ludger Santen und des Dekans der Medizinischen Fakultät Prof. Dr. Matthias Hannig geben folgende Expertinnen und Experten Einblicke in ihre aktuelle Forschung. Im Mittelpunkt stehen dabei die molekularen und zellulären Grundlagen der geschlechtersensiblen Medizin

  • Prof. Dr. Sandra Iden und Prof. Dr. Frank Kirchhoff, Sprecherin und Sprecher des CGBM, zeigen anhand neuer Forschungsergebnisse, wie stark sich Zellen und Gewebe je nach biologischem Geschlecht unterscheiden – etwa im Immunsystem, im Gehirn oder bei Tumorerkrankungen. Sie erläutern, warum solche Unterschiede bei der Planung von Studien, bei Diagnostik und Therapie nicht länger ignoriert werden dürfen.
  • Prof. Dr. Michael Zemlin, kommissarischer Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums des Saarlandes, wird in seinem Vortrag verdeutlichen, wie diese Erkenntnisse in der klinischen Praxis ankommen und weshalb neue, geschlechtersensible Grundlagenkenntnisse Voraussetzung für innovative Therapieoptionen sind. 

Folgende drei von zahlreichen Beispielen aus den verschiedenen Forschungsabteilungen der Universität des Saarlandes werden in den Vorträgen eine Rolle spielen:

  • Arbeiten von Dr. Annette Lis (Biophysik) zeigen, wie sehr sich Immunantworten und Krankheitsverläufe zwischen Frauen und Männern unterscheiden und welche Rolle das Alter dabei spielt.
  • Die Gruppe von Prof. Alexandra K. Kiemer (Pharmazeutische Biologie) konnte unter anderem nachweisen, dass bestimmte RNA-bindende Proteine in Immunzellen das Tumorwachstum geschlechtsspezifisch beeinflussen und damit neue Ansatzpunkte für Krebs-Therapien eröffnen.
  • Forschungen von Prof. Julia Schulze‑Hentrich (Genetik und Epigenetik) machen sichtbar, dass selbst im Gehirn, etwa bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson, feine Unterschiede auf Zellebene und in der Genregulation zwischen Patientinnen und Patienten bestehen. 

Diese und weitere Ergebnisse aus den Forschungsgruppen des CGBM werden von Sandra Iden und Frank Kirchhoff in ihren Vorträgen aufgegriffen und in einen größeren Zusammenhang gestellt: Wie gelangen Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in Leitlinien, klinische Studien und schließlich ans Krankenbett? Wo liegen heute noch „blinde Flecken“ und welche Chancen bietet geschlechtergerechte Biomedizin für Prävention, Diagnostik und Therapie? 

Im Anschluss an die Vorträge besteht bei einem Empfang Gelegenheit zum offenen Austausch mit den Referentinnen und Referenten. Für die musikalische Umrahmung sorgt eine Jazz‑Combo der Hochschule für Musik Saar. 

Anmeldung: 

Um formlose Anmeldung bis zum 5. März per E‑Mail an cgbm(at)uni-saarland.de wird gebeten.

Weitere Informationen: 

Centrum für geschlechtsspezifische Biologie und Medizin (CGBM)  
Universität des Saarlandes, Campus Homburg 
Tel.: 06841 16‑16440  
E-Mail: cgbm(at)uni-saarland.de