20.05.2026

Vortrag: Urban Mining. Nachhaltige Nutzung von Baustoffreserven im mittelalterlichen Trier

Vortrag im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung „Raumschiffe Erde – Nachhaltigkeit“ am Mittwoch, 20. Mai, um 16.15 Uhr im neuen Chemie-Hörsaalgebäude (Geb. C4 3, kleiner Hörsaal II). Auch eine Online-Teilnahme ist möglich.

Prof. Dr. Lukas Clemens (Fachbereich III - Mittelalterliche Geschichte und historische Hilfswissenschaften, Universität Trier)

In Kooperation mit

Christina Andenna (Geschichte des Mittelalters, Universität des Saarlandes) und
Philip Hahn (Geschichte der Frühen Neuzeit, Universität des Saarlandes)

"Urban Mining. Nachhaltige Nutzung von Baustoffreserven im mittelalterlichen Trier"

Die umfassende Verwertung jahrhundertealter Bauwerke mit dem Spektrum von ihrer weitgehenden Weiternutzung in toto bis zur Atomisierung einer zu Ziegelpulver oder gelöschtem Kalk transformierten Antike ist ein allgemeines Phänomen, das bereits viele Aspekte der auf nachhaltiges Bauen abzielenden Vorstellung von dem kreislaufartigen Zugriff auf anthropogene Lagerstätten umfasst.

Vergleichbar mit den Anwendungsbereichen eines aktuell diskutierten Konzeptes von Urban Mining sind die intensiven Nutzungsmöglichkeiten der römischen Baustoffressourcen während des Mittelalters gewesen. Am Beispiel von Trier werden neben der scheinbar wahllosen Wiederverwendung von Abbruchmaterial aus unterschiedlichen Baustoffen oftmals in unmittelbarer Nachbarschaft ihrer Verfügbarkeit Beispiele von bewusster Materialtrennung und anschließender Weiterverarbeitung präsentiert: Mauersteine aus antiken Ruinen wurden zu Kalk gebrannt, Ziegel neben ihrer Verwendung als Zierelemente zu Mehl oder Splitt zermahlen, Glasmosaiksteinchen bei der Herstellung von Fensterscheiben und Emailarbeiten wiederverwendet, Bleirohre und Eisenklammern eingeschmolzen und neuen Verwendungsmöglichkeiten zugeführt.

Die fachrichtungsübergreifende Vorlesungsreihe zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit, die von Professor Guido Kickelbick und weiteren Dozentinnen und Dozenten organisiert wird, geht im Sommersemester 2026 in die nächste Runde. Die Ringvorlesung steht allen Fachrichtungen offen, und eine Anrechnung ist in vielen Studiengängen möglich. Auch die interessierte Öffentlichkeit ist zu den Veranstaltungen eingeladen. Die Vorträge dauern 60 bis 90 Minuten, im Anschluss ist eine Diskussionsrunde vorgesehen.

Zeit und Ort:
Ab 14. April 2026 jeweils dienstags um 16.15 Uhr (Achtung: Der Termin am 20. Mai ist ein Mittwoch!)
Universität des Saarlandes, Campus Saarbrücken, Gebäude C4 3 (Chemie-Hörsaalgebäude), Raum 0.03 (kleiner Hörsaal II).
Die Veranstaltungen können auch online mitverfolgt werden. Den Link zur Online-Teilnahme finden Sie in der Programmübersicht (unter dem ersten Termin). 

Fragen beantwortet:
Prof. Dr. Guido Kickelbick
Universität des Saarlandes
Anorganische Festkörperchemie
Tel.: +49 681 302-70651
E-Mail: guido.kickelbick(at)uni-saarland.de
www.uni-saarland.de/lehrstuhl/kickelbick.html