Sabine Steidle

Sabine Steidle

Kinoarchitektur als Chiffre für großstädtisches Leben und Modernität in der Weimarer Republik

 

In der Weimarer Republik entwickelte sich das Kino zum Massenmedium und zur urbanen Form des Vergnügens. Die Orte des Filmkonsums avancierten zu städtischen Zentren des öffentlichen Lebens, welche nicht nur über die Filme, sondern auch über die Ästhetik der Räume und Reklamefassaden die Sehgewohnheiten der Zeitgenossen prägten. Der Bau von Lichtspieltheatern spiegelt die Auseinandersetzungen in der Architekturdebatte der 1920er Jahre in besonderer Weise wider. Die neue großstädtische Bauaufgabe, welche von technischen Herausforderungen und internationalen Entwicklungen beeinflusst war, erschien vielen Architekten als prädestiniert für Zweckformen und Neue Sachlichkeit. Auf der anderen Seite standen strenge Feuersicherheits- und Bauvorschriften, Vorstellungen des Heimatschutzes, Großstadt- und Reklamefeindlichkeit. Der Aufsatz zeigt, wie sich im Spannungsfeld eines regen international orientierten Fachdiskurses unter Architekten und Kinobetreibern moderne Bauformen und Innovationen durchsetzen konnten. In der Kinoarchitektur der Weimarer Zeit manifestierten sich gesellschaftliche Vorstellungen von Modernität und Urbanität.

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