In Nürnberg geboren, begann Heinz Engelhardt 1954 das Studium der Chemie an der heimischen Universität Erlangen-Nürnberg, wirkte ab 1962 als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Organische Chemie und wurde 1965 mit einer von Prof. Dr. Gerhard Hesse betreuten Dissertation über „Der Temperatureinfluß bei der Absorptionschromatographie von Lösungen“ promoviert. Während seiner Assistentenzeit führte ihn 1969/70 ein Forschungsaufenthalt an das von Barry L. Karger geleitete Department of Chemistry der Northeastern University in Boston. Nach seiner Rückkehr habilitierte er sich 1971 in Erlangen-Nürnberg im Fach Analytische Organische Chemie mit „Untersuchungen über Trägermaterialien für die Flüssigchromatographie mit hohen Eingangsdrucken“.
Unmittelbar anschließend folgte der Jubilar dem Ruf der Universität des Saarlandes als Professor an das Institut für Angewandte Physikalische Chemie. 1979 hatte er eine Gastprofessur an der Northeastern University in Boston inne. 1994 begründete Heinz Engelhardt an der Universität des Saarlandes das Institut für Instrumentelle Analytik/Umweltanalytik, das er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2002 leitete.
1998/99 führten ihn Gastprofessuren an die Universitäten Aix-en-Provence und Innsbruck, wobei er in Innsbruck während seines Ruhestandes bis 2006 eine weitere Gastprofessur ausübte und von 2004 bis 2007 auch dem Österreichischen Wissenschaftsrat angehörte.
Durch sein Engagement in internationalen Fachgremien, seine Analysen und über 250 Publikationen hat Heinz Engelhardt das weite Forschungsfeld der Entwicklung von Hochleistungs-Trennverfahren maßgeblich geprägt. Mit seinem Namen sind auch in mehrere Sprachen übersetzte Standardwerke zur „Hochdruckflüssigkeitschromatographie“ sowie zur „Kapillar-Elektrophorese“ verbunden, und als akademischer Lehrer hat er rund hundert Promotionen begleitet.
Neben der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Aix-en-Provence, der Pregl-Medaille der Österreichischen Gesellschaft für Analytische Chemie und der Clemens-Winkler-Medaille der Gesellschaft Deutscher Chemiker ist das wissenschaftliche Wirken des Jubilars auch durch den Stephan Dal Nogare Award, die Martin-Medaille der englischen „Chromatographic Society“ und der Halasz-Medaille der „Hungarian Society for Separation Sciences“ gewürdigt worden.
Kontakt:
Dr. Wolfgang Müller, Universitätsarchiv
wolfgang.mueller(at)uni-saarland.de und dr.wolfgang-mueller(at)t-online.de
