10.09.2026

Europäischer Masterstudiengang der Materialwissenschaft erhält erneut rund 4,6 Millionen Euro

Professor steht vor einem Atom-Modell im Außenbereich© Oliver Dietze/UdS
Frank Mücklich ist Professor für Funktionswerkstoffe der Universität des Saarlandes und Leiter der Europäischen Schule für Materialforschung (EUSMAT).

Die Europäische Union fördert den Masterstudiengang „Advanced Materials Science and Engineering“ (AMASE) erneut mit rund 4,6 Millionen Euro. Damit hat das Programm seit 2005 mehr als 20 Millionen Euro Fördermittel erhalten und ist einer der erfolgreichsten Studiengänge des europäischen Exzellenzprogramms Erasmus Mundus.

Mit dem Geld können bis zu 70 Vollstipendien und 50 Teilstipendien vergeben werden, um Masterstudierende der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik international und auf hohem Niveau auszubilden. Unter der Koordination der Europäischen Schule für Materialforschung an der Saar-Universität sind daran Universitäten in Frankreich, Schweden, Spanien, Italien und Österreich beteiligt.

Das AMASE-Masterprogramm wurde im Jahr 2005 gegründet und wird seitdem von Frank Mücklich, Professor für Funktionswerkstoffe der Universität des Saarlandes, geleitet. Der Studiengang vernetzt die Universität des Saarlandes mit Universitäten in Nancy, Luleå, Barcelona, Padua und Leoben. Jeder Student muss an zwei der sechs Partneruniversitäten studieren und dafür eine der vier europäischen Sprachen Englisch, Deutsch, Französisch oder Spanisch beherrschen. „Das ist ein besonderes Merkmal unseres Studiengangs, der ihn von vielen englischsprachigen Austauschprogrammen unterscheidet. Wir legen großen Wert darauf, dass die Masterstudierenden nicht nur fachlich auf einem hohen Niveau ausgebildet werden, sondern auch die Sprache und kulturellen Unterschiede der Gastländer kennenlernen“, sagt der Materialforscher. 

Hohe Anforderungen auch an Folgeanträge

Die Auswahl der Erasmus Mundus-Programme durch die Europäische Kommission ist streng: Die Universitäten müssen für jeden Antrag ein aufwändiges Konzept mit immer neuen Ideen erarbeiten. Kaum ein anderes Masterprogramm erhielt daher eine so lange und kontinuierliche Förderung wie AMASE. „Als neue Elemente haben wir diesmal die Themen Data Science und Künstliche Intelligenz in der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik eingebracht. Zudem wollen wir verstärkt die Herausforderungen der Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft in das Masterprogramm integrieren“, erklärt Frank Mücklich. 

Hohe Frauenquote im AMASE-Studiengang

Diese interdisziplinären Themen interessieren offenkundig auch viele der internationalen Studentinnen, deren Anteil im AMASE-Studiengang bei rund 41 Prozent liegt und somit doppelt so hoch ist wie in den nationalen Studiengängen der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik an der Saar-Universität. Seit den Anfängen im Jahr 2005 konnten rund 500 Studentinnen und Studenten aus 54 Ländern an dem Masterprogramm teilnehmen, etwas mehr als die Hälfte von ihnen hat an der Universität des Saarlandes studiert.

Masterprogramm der Materialwissenschaft bietet lebenslanges Netzwerk

In einer „Integration Week“ zu Beginn des Studienprogramm kommen alle Studierenden eines Jahrgangs nach Saarbrücken, um sich frühzeitig kennenzulernen und zu vernetzen. Nach einem Jahr treffen alle auf Europa verteilten Studierenden nochmals in einer „Professional Summer School“ im Saarland zusammen. Dort lernen sie, wie man die eigene Karriere national und international plant und was bei einer Bewerbung wichtig ist. Sie können dabei auch Kontakte zu den regionalen Forschungsinstituten und zahlreichen Industriepartnern knüpfen und diese über Praktika und praxisnahe Forschungsprojekte kennenlernen. „Wir wollen ihnen darüber hinaus mit Weiterbildungsangeboten ein lebenslanges Netzwerk bieten. Damit haben wir diesmal in unserem Erasmus Mundus-Antrag besonders punkten können, da es langfristig den Austausch zwischen Industrieunternehmen und der Materialforschung in Europa und auch weltweit fördert“, unterstreicht Frank Mücklich. 

Nur ein Fünftel der beantragten Masterprogramme werden gefördert

Das Masterstudium wird von der Europäischen Union unterstützt, um gleichermaßen außereuropäische und europäische Studierende in diesem Exzellenzprogramm zu fördern. Die Stipendien ersparen ihnen die Studiengebühren, die in diesem Programm normalerweise erhoben werden, die Vollstipendien decken außerdem den Lebensunterhalt und die Reisekosten ab. Diesmal erhielten insgesamt nur 37 Programme aus allen Fachgebieten aus knapp zweihundert Bewerbungen die begehrte Förderung. 

„Unseren Absolventinnen und Absolventen steht eine wissenschaftliche Karriere offen. Sie sind aber auch für die zahlreichen exportstarken Firmen und global agierenden Konzerne interessant, da sie nicht nur Fachkenntnisse erwerben, sondern auch interkulturell und sprachlich qualifiziert sind. Die Karriere vieler bisheriger Absolventen verlief wohl auch deshalb besonders erfolgreich“, betont Professor Mücklich.

Hintergrund:
In der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik der Universität des Saarlandes forschen und lehren derzeit zwölf Professoren. Nur wenige Universitäten in Deutschland weisen einen solchen Schwerpunkt auf. Studenten können in Saarbrücken zwischen dem nationalen Bachelor- und Masterprogramm, dem internationalen Bachelor-Programm Atlantis, an dem auch die USA beteiligt sind, und den beiden europäischen Masterprogrammen AMASE und EEIGM wählen. Zudem werden weitere Austauschmöglichkeiten mit Universitäten in Marokko und Argentinien angeboten. Alle internationalen Studiengänge werden seit 2008 von der Europäischen Schule für Materialforschung (EUSMAT) an der Universität des Saarlandes koordiniert und vermarktet. Auf dem Campus befinden sich außerdem das Fraunhofer Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP), das Institut für Neue Materialien (INM) und das Steinbeis-Forschungszentrum für Werkstofftechnik (MECS), die alle eng mit der universitären Forschung vernetzt und Partner der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik der Universität des Saarlandes sind.

Weitere Informationen:

AMASE-Studiengang: www.uni-saarland.de/studium/angebot/master/amase.html

Europäische Schule für Materialforschung (EUSMAT): www.eusmat.net

Erasmus-Mundus-Programm

Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Frank Mücklich
Europäische Schule für Materialforschung (EUSMAT)
Tel.: 0681 302-70500
E-Mail:  frank.muecklich(at)uni-saarland.de