23.06.2026

Informatikerin Martina Maggio erhält renommierten ERC Advanced Grant

Portrait von Martina Maggio © Thorsten Mohr/UdS
Prof. Dr. Martina Maggio ist mit dem renommierten ERC Advanced Grant ausgezeichnet worden.

Martina Maggio wurde mit einem Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) ausgezeichnet, einem der renommiertesten Förderprogramme in Europa. Mit bis zu 2,5 Millionen Euro Förderung möchte die Informatikerin die Zertifizierung der Sicherheit computergesteuerter Systeme verbessern, die zeitlichen Schwankungen während des Betriebs unterliegen. Diese grundlegende Herausforderung moderner cyber-physikalischer Systeme hat weitreichende Auswirkungen auf Anwendungsbereiche.

Selbstfahrende Autos, immer ausgefeiltere Roboter und autonome Raumfahrzeuge wie beispielsweise planetare Erkundungsfahrzeuge sind allesamt Beispiele für hochkomplexe Systeme, die durch fortschrittliche Computersteuerung geregelt werden. Ihre wachsenden Fähigkeiten hängen von immer feiner abgestimmten Berechnungen und einer zunehmend präzisen Zeitsteuerung ab. Dennoch bleibt das Timing eine kritische Schwachstelle. Selbst geringfügige Abweichungen bei der Synchronisation von Rechenprozessen können sich durch ein System ausbreiten und in sicherheitskritischen Anwendungen zu schwerwiegenden oder sogar katastrophalen Ausfällen führen.

Die vom ERC geförderte Forschung wird dabei über die bloße theoretische Überprüfung, zum Beispiel die Einhaltung einer bestimmten Geschwindigkeit oder eines bestimmten Abstandes zu anderen Fahrzeugen, hinausgehen. „Wir möchten auch sicherstellen, dass diese Garantien bei der Implementierung der Systeme trotz der zeitlichen Schwankungen, die während der Ausführung unvermeidlich auftreten, weiterhin gültig bleiben“, erklärt Martina Maggio.

„Selbst die fortschrittlichsten computergesteuerten Systeme können anfällig für zeitbezogene Fehler sein“, so die Informatik-Professorin. „Der Mars-Hubschrauber Ingenuity beispielsweise erlebte gefährliche Schwingungen, die durch Fehlausrichtungen von Zeitstempeln verursacht wurden, und stieß später auf ein weiteres Synchronisationsproblem. Diese Vorfälle zeigen, dass Timing-Fehler keine seltenen Ausnahmefälle sind, sondern eine grundlegende Herausforderung bei der Entwicklung und dem Betrieb komplexer autonomer Systeme darstellen.“ Bei einem Vorfall war der Hubschrauber gezwungen, eine Notlandung durchzuführen, nachdem eine Bildverarbeitungsaufgabe nicht mehr mit anderen Bordberechnungen synchron war. Trotz dieser Rückschläge wurde „Ingenuity“ letztendlich zu einem bemerkenswerten Erfolg.

Martina Maggios Forschung konzentriert sich darauf, genau solche Ausfälle in softwaregesteuerten technischen Systemen zu verhindern – von autonomen Fahrzeugen über Industrieroboter bis hin zu Raumfahrzeugen. Dies ist besonders wichtig bei Anwendungen, bei denen das richtige Timing ebenso wichtig ist wie die korrekte Funktionalität: Wenn der Zeitpunkt kritischer Ereignisse nicht garantiert werden kann, reichen die Folgen von Leistungseinbußen bis hin zu katastrophalen Systemausfällen.

Um diese Forschung auf höchstem internationalem Niveau voranzutreiben, wurde Martina Maggio mit einem Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) ausgezeichnet. Seit ihrem Eintritt an die Universität des Saarlandes als Professorin für Informatik im Jahr 2020 hat sich Maggio als führende Expertin an der Schnittstelle zwischen Regelungstechnik und Echtzeitsystemen etabliert. Das vom ERC geförderte Projekt mit dem Titel SCARF (Scalable CPS Analysis of Robustness to Failures) wird 2027 beginnen und fünf Jahre dauern.

Weitere Informationen: 
Prof. Dr. Martina Maggio
E-Mail: maggio(at)cs.uni-saarland.de  
 

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