16.07.2026

Neues berufsbegleitendes Universitätszertifikat „Kinderschutz“ an der Universität des Saarlandes

Portraitfoto© privat
Psychiatrie-Professorin Dr. Eva Möhler

Zum kommenden Wintersemester erweitert die Universität des Saarlandes ihr Weiterbildungsangebot für Fachkräfte aus Bildung, Medizin, Therapie und psychosozialer Praxis: Das neue berufsbegleitende Modulzertifikat „Kinderschutz“ richtet sich an Fachkräfte, die in ihrem beruflichen Alltag mit Kindern, Jugendlichen und Familien arbeiten oder Hinweise auf mögliche Gefährdungslagen wahrnehmen können.

Zur Zielgruppe zählen unter anderem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kliniken, Jugendhilfe-Einrichtungen, kindermedizinischen oder -therapeutischen Praxen, Schulen, Polizei, Justiz, Inklusions- und Integrationsangeboten sowie pädagogische und psychosoziale Fachkräfte.

Das Universitätszertifikat vermittelt grundlegendes und praxisrelevantes Wissen, um mögliche Kindeswohlgefährdungen frühzeitig zu erkennen, professionell einzuordnen und sicher zu handeln. Im Mittelpunkt stehen rechtliche und medizinische Grundlagen zum Thema Kindesmisshandlung, Schutzkonzepte, Diagnostik und Gefährdungseinschätzung, Gesprächsführung bei Verdachtsmomenten sowie die Zusammenarbeit mit Jugendamt, Familiengericht und weiteren Institutionen. Ergänzt wird das Programm durch Vertiefungsthemen wie häusliche Gewalt, Risiken der Digitalisierung, Diagnostik und Behandlung von Psychotrauma sowie einen grenzüberschreitenden Blick auf Kinderschutz in Frankreich und Luxemburg.

„Kindesmisshandlung hat eine hohe Dunkelziffer und verursacht großes und oft lebenslanges menschliches Leid – seelisch, körperlich und medizinisch. Ganzheitlicher Kinderschutz hat deshalb für unsere Gesellschaft allerhöchste Priorität. Mit diesem Zertifikat möchten wir Fachkräfte darin stärken, Verdachtsmomente sicherer einzuordnen und professionell zu handeln. Kinder sind unsere Zukunft“, sagt Eva Möhler, Medizin-Professorin und Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum des Saarlandes, die für das Weiterbildungsangebot fachlich verantwortlich ist.

Das Zertifikat ist interdisziplinär angelegt und verbindet medizinische, psychologische, pädagogische und sozialpädagogische Perspektiven. Durch den hohen Praxisbezug sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mehr Handlungssicherheit für konkrete berufliche Situationen gewinnen. Neben zwölf Online-Unterrichtsterminen umfasst die Weiterbildung einen Fachtag in Präsenz in Saarbrücken. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schließen das Angebot mit einem Universitätszertifikat „Kinderschutz“ im Umfang von 5 ECTS sowie einer Bescheinigung über die erworbenen Kompetenzen ab.

Termine
Die Weiterbildung startet am 15. Oktober 2026 und dauert ein Semester. Sie findet im Blended-Learning-Format statt. Die Online-Termine sind jeweils donnerstags von 17:30 bis 19:30 Uhr geplant. Der Präsenz-Fachtag findet am 26. Februar 2027 im Innovation Center auf dem Campus Saarbrücken statt. Der Gesamtpreis beträgt 990 Euro pro Person. 
Anmeldeschluss ist der 15. September, die Registrierungsfrist endet am 30. September 2026. Die Registrierung erfolgt über das Kontaktformular auf der Website.

Hintergrund:
Die Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes und das Universitätsklinikum des Saarlandes stehen für Forschung, Lehre und Gesundheitsversorgung mit starkem Praxisbezug. Im Bereich Kinderschutz bringt die Fakultät Expertise an der Schnittstelle von Medizin, Pädagogik, Therapie und psychosozialer Versorgung ein. Das neue Zertifikatsangebot greift den wachsenden Bedarf an interprofessioneller Qualifizierung im Kinderschutz auf und stärkt Fachkräfte darin, sensibel, rechtssicher und vernetzt zu handeln.

Bewerbung, weitere Informationen und Kontakt: https://www.uni-saarland.de/studieren/weiterbildung/zertifikate/kinderschutz.html

Kontakt für Rückfragen:
Norman Rubai
Universität des Saarlandes
CEC Saar (Dezernat Lehre und Studium)
E-Mail: norman.rubai(at)uni-saarland.de
Tel.: 0681 302-4769 
www.cecsaar.de

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