11.08.2026

Neue Professorin für Physiologie am CIPMM: Kristina Lippmann verstärkt die Saar-Universität

Porträtfoto mit Urkunde© Marvin Hey/MFW
Die neue Physiologie-Professorin Kristina Lippmann wird am Center for Integrative Physiology and Molecular Medicine (CIPMM) der Medizinischen Fakultät forschen und lehren.

Als international ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet der Neurophysiologie wird Kristina Lippmann eine Professur für Physiologie an der Universität des Saarlandes übernehmen. Sie wird am Campus Homburg am Center for Integrative Physiology and Molecular Medicine (CIPMM) der Medizinischen Fakultät forschen und lehren. Die Wissenschaftlerin will methodische Pionierarbeit mit konzeptioneller Tiefe, internationaler Vernetzung und persönlichem Engagement verbinden.

Kristina Lippmann wechselt von der Universität Leipzig an die Universität des Saarlandes. In Leipzig war sie als approbierte Fachärztin für Physiologie und Forschungsgruppenleiterin am Carl-Ludwig-Institut für Physiologie tätig. Außerdem wirkte sie als Teilprojektleiterin am Aufbau des Graduiertenkollegs 3102 “NeuroTune“ mit. Professorin Lippmanns wissenschaftliches Interesse reicht von der Untersuchung der Neurotransmitterfreisetzung in Synapsen bis hin zum Einfluss zellulärer Veränderungen auf neuronale Netzwerkdynamiken. Für synaptische Struktur-Funktions-Analysen verbindet sie hochauflösende Licht- und (kryogene) Elektronenmikroskopie mit funktioneller Elektrophysiologie. 

Besonders innovativ ist bei ihrer Forschung die sogenannte Zap-and-Freeze-Methode: Durch das Einfrieren von Hirngewebe Millisekunden nach einer Reizung lassen sich die Vorgänge in Momenten der Neurotransmitterfreisetzung festhalten und mittels Elektronentomographie mit Nanometerauflösung dreidimensional visualisieren. Dadurch möchte Kristina Lippmann die Proteindynamiken an den Freisetzungsstellen während synaptischer Aktivität und Plastizität sowie letztlich bei Erkrankungen besser verstehen. Darüber hinaus untersucht sie, welchen Einfluss zelluläre Veränderungen, die bei Erkrankungen auftreten, auf neuronale Netzwerkdynamiken haben, die für Lern- und Gedächtnisprozesse essenziell sind.

Kristina Lippmann möchte die traditionsreiche und angesehene Physiologie an der Universität des Saarlandes weiterentwickeln und in Forschung und Lehre mit den klinischen Partnern am Universitätsklinikum des Saarlandes zusammenarbeiten. Neben Untersuchungen am Mausmodell möchte sie ihre beiden Forschungsschwerpunkte in Zusammenarbeit mit den klinischen Partnern auf den Menschen übertragen, um zum Verständnis der veränderten Informationsverarbeitung bei Erkrankungen beizutragen.

In der Lehre an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes will Kristina Lippmann den Studierenden neben den Grundlagen der Physiologie auch die Pathophysiologie und die Forschung vermitteln. Über die Fakultät hinaus ist Kristina Lippmann am Austausch mit der Grundlagenforschung und der Informatikforschung im Saarland interessiert und möchte DFG-geförderte Forschungsverbünde vor Ort ausbauen. Darüber hinaus kooperiert Professorin Lippmann eng mit den Universitäten Würzburg, Heidelberg und der Berliner Charité sowie dem Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg. International arbeitet sie mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Johns-Hopkins-, Stanford- und Harvard-Universität zusammen. An der Universität des Saarlandes wird Kristina Lippmann ihren Dienst am 15. August 2026 aufnehmen.

Kurzbiografie

Kristina Lippmann hat in ihrer bisherigen Laufbahn vielfältige internationale Erfahrungen sammeln können. Sie wurde in Freiberg/Sachsen geboren, studierte Humanmedizin in Leipzig und promovierte anschließend an der Charité – Universitätsmedizin Berlin in Kooperation mit der Ben-Gurion-Universität im Negev in Israel. Forschungsaufenthalte am University of California in San Francisco, an der Johns Hopkins University in Baltimore sowie an der Stanford University prägten ihre wissenschaftliche Entwicklung. Renommierte Forschungsstipendien und -auszeichnungen – darunter Grass und Whitman Fellowships am Marine Biological Laboratory in Woods Hole, Massachusetts – sowie der deutsch-israelische Bernard-Katz-Preis verdeutlichen ihre internationale Sichtbarkeit.